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Hobbingen

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Hobbingen
Hobbingen (Bild: Matěj Čadil)
Hobbingen (Bild: Matěj Čadil)
Eckdaten
Ort Westviertel, Auenland[1]
Typ Dorf
Bewohner und Geschichte
Bewohner Hobbits
Gründung nach 1601 D. Z. (1 A. Z.)[2]
Ereignisse 3001 D. Z. (1401 A. Z.) - Bilbos Abschiedsfest [3]

3018 D.Z. (1418 A. Z.) - Lotho macht sich zum „Oberst“[4]

3019 D. Z. (1419 A. Z.) - Befreiung des Auenlandes[4]

3020 D. Z. (1420 A. Z.) - In Hobbingen blüht der einzige Mallorn Eriadors[5]

Hobbingen (Original Hobbiton) ist im Legendarium ein Dorf im Auenland.

Geographie

Hobbingen war ein Dorf im Westviertel des Auenlands, das an beiden Ufern der Wässer lag. Nördlich des Ortes, jenseits des Bühls, befand sich das Dorf Oberbühl. Die Hobbinger Straße führte in das etwa eine Meile südöstlich gelegene Nachbardorf Wasserau. Nach Norden führten Straßen nach Lützelbinge, Neuhausen und Nadelhohl.[1][6]

Beschreibung

Hobbingen wurde zu einem nicht näher bekannten Zeitpunkt nach 1601 D. Z. (1 A. Z.) gegründet. In diesem Jahr zogen viele Hobbits von Bree aus nach Westen und erhielten von Argeleb II. die Erlaubnis, sich auf dem Land jenseits des Brandyweins anzusiedeln.[2][6]

J. R. R. Tolkiens Darstellung Hobbingens wurde von dem Ort, an dem er als Kind vier Jahre lang lebte, inspiriert:

Das Dorf Hobbingen selbst aber mit seiner Mühle und dem Fluss findet sich nicht in Worcestershire, sondern in Warwickshire, nun halb versteckt in dem roten Backsteinring um Birmingham, doch immer noch als Sarehole erkennbar, wo Ronald Tolkien vier bedeutsame Jahre verlebte.

— Humphrey Carpenter: J. R. R. Tolkien: Eine Biographie. V. 1925–1949 (b): Das Dritte Zeitalter. 1: Mr. Baggins tritt auf.

Hobbingen lag im lieblichen Tal der Wässer und wurde von einer Anhöhe überragt, die in der Gegend als der Bühl bekannt war. Der Großteil der Häuser Hobbingens, darunter auch ein Postamt, lag südlich der Wässer. Eine Abzweigung der Wasserauer Straße führte über eine Holzbrücke in den Hobbinger Ortsteil Unterbühl.[Anm. 1][7] Die Bühlstraße verlief vorbei an der Alten Wassermühle der Familie Sandigmann, dem Alten Gutshof und der Festwiese bis hinauf zum Anwesen Beutelsend.[1][6][8] Unterhalb von Beutelsend lebten im Beutelhaldenweg mehrere ärmere Hobbitfamilien, darunter am Ende des Dritten Zeitalters die Familie Gamdschie und Väterchen Zwiefuß.[3]

Legendarium

Hobbingen war die Heimat von Bilbo und Frodo Beutlin. Während sie außerhalb des Auenlandes für ihre Taten - die Reise zum Erebor und die Vernichtung des Einen Ringes - berühmt geworden waren,[9][10] galten sie in ihrer Heimat aufgrund ihres, aus Hobbitsicht seltsamen und geheimnisvollen Verhaltens als kauzige Sonderlinge. Für beide war Hobbingen der Ausgangspunkt ihrer großen Reisen.[3][5] Bilbo sehnte sich mehr als einmal, nachdem er Hobbingen das erste Mal mit Thorin und seinen Gefährten verlassen hatte, nach diesem ruhigen Winkel der Welt zurück.

Am 22. September 3001 D. Z. (1401 A. Z.) war das Dorf Schauplatz des legendären Geburtstagsfestes zu Bilbos 111. Geburtstag und Frodos 33. Geburtstag. An diesem Tag verließ Bilbo Hobbingen ein zweites Mal.[3] 17 Jahre später brachen Frodo und Samweis Gamdschie gemeinsam mit Peregrin Tuk von Hobbingen auf, um den Einen Ring nach Bruchtal zu bringen.[11]

Hobbingen (Bild: Jennifer Heinen)

Während des Ringkriegs wurde Hobbingen schwer verwüstet und viele Höhlen und Gebäude wurden zerstört. Lotho Sackheim-Beutlin strebte die Alleinherrschaft im Auenland an und begann mit Hilfe der sogenannten Strolche Hobbingen, wie auch viele andere Orte, nach seinen Vorstellungen umzugestalten.[4] Am 22. September 3019 D. Z. (1419 A. Z.)[2] kam Saruman ins Auenland. Er übernahm das Regime und trieb die Zerstörung weiter voran. Aus Rache begann er, mit Hilfe der Strolche das Auenland zu verheeren. Er ließ Bäume abhauen, riss Gebäude ab und verschmutzte die Landschaft mit seinen Maschinen. Hobbingen, das sich Scharrer, wie Saruman genannt wurde, als Hauptsitz ausgesucht hatte, war besonders betroffen.

Als Frodo, Sam, Merry und Pippin nach der Vernichtung des Ringes wieder nach Hobbingen kamen, bot sich ihnen ein Bild der Verwüstung. In Unterbühl ragte ein großer Schornstein auf und neue, schäbige Häuser säumten die Straßen. Die Bäume entlang der Wasserauer Straße waren gefällt worden und die Felder waren verdorrt. Die alte Mühle war durch ein größeres Gebäude ersetzt und der Alte Hof zu einer Werkstatt umgebaut worden. Der Alte Gutshof war abgerissen und durch Reihen geteerter Hütten ersetzt worden. Wo einst der Beutelhaldenweg lag, war nun eine riesige Kiesgrube, und vor Beutelsend waren zahlreiche große Hütten errichtet worden. Der Festbaum war gefällt worden und lag tot auf der Wiese.[4]

Nach der Schlacht von Wasserau und Sarumans Tod am 3. November 3019 D. Z. (1419 A. Z.)[2] begann der Wiederaufbau. Der Bühl wurde gesäubert, der Beutelhaldenweg wiederhergestellt und neue Höhlen gegraben, die innen mit Backsteinen ausgelegt wurden. Die neue Mühle wurde ebenso abgerissen wie all die Häuser und Landbüttelhäuser, die die Strolche gebaut hatten. Bis zu den Lithetagen im folgenden Sommer waren alle Spuren von Scharrers Herrschaft beseitigt.

Mit Hilfe von Galadriels Geschenk konnte Samweis Gamdschie Hobbingen wieder begrünen. Er pflanzte Schösslinge und gab an jede Wurzel ein Körnchen aus Galadriels Kästchen. Eine kleine silberne Nuss, die ebenfalls in dem Kästchen gewesen war, pflanzte er auf der Festwiese an der Stelle des gefällten Festbaumes ein. Im folgenden Frühjahr wuchs dort der einzige Mallorn westlich des Nebelgebirges.[4]

Filmtrilogie

Rohbauten des Hobbingen-Sets auf der Alexander-Farm bei Matamata.

Auf der Nordinsel Neuseelands, südöstlich von Auckland, im idyllischen Farmland des Waikato-Distriktes, wurde nahe Matamata der perfekte Drehort für das Hobbingen in der Filmtrilogie von Peter Jackson gefunden. Eine sanft geschwungene Hügellandschaft, die der Beschreibung des Auenlandes in Der Herr der Ringe sehr ähnelt.

Der Besitzer der Alexander-Farm (eine Schaffarm außerhalb von Matamata) ist gleichzeitig Eigentümer des Drehortes. Für die Filmaufnahmen wurde in das unberührte Weideland eine Zufahrtsstraße angelegt, um den Drehort erreichbar zu machen. Weite Teile, des für das Set vorgesehenen Areals wurden entwässert, Smials in die Hänge der Hügel gegraben, auch wenn diese oft nur kurz das Hintergrundbild des Films prägten. Ein Jahr vor Drehbeginn wurden Hecken, Blumen und anderes gepflanzt, so dass die Zuschauer direkt in die Welt der Hobbits entführt werden konnten. Nach Abschluss der Dreharbeiten, Anfang 2000, blieb der Schauplatz weitgehend unverändert, lediglich kleine Anpassungen wurden vorgenommen. Zum Beispiel die Brücke, von Gandalfs Ankunft in Hobbingen in Die Gefährten.

Heute werden von einem lokalen Anbieter aus Matamata dreimal täglich zweistündige Führungen (Ring-Scenic-Tour) nach Hobbingen angeboten.[12]

Etymologie

  • Hobbiton ist eine Zusammensetzung aus Hobbit und der englischen Endung -ton, eine häufige Silbe in englischen Ortsnamen.[13]
  • In seiner Nomenclature of The Lord of the Rings schrieb J. R. R. Tolkien, dass der Dorfname Hobbiton in der Übersetzung mit dem Element Hobbit und einem Begriff, der auf ein Dorf hinweist, übersetzt werden sollte.[14]
  • Das deutsche Wort Hobbingen setzt sich aus dem Wort Hobbit und dem althochdeutsch-germanischen Suffix -ingen zusammen. Diese Endung ist in vielen Ortsnamen des deutschsprachigen Raums verbreitet und drückt Zugehörigkeit aus. Der Name bedeutet demnach „Siedlung der Hobbits“.[15]

Sonstiges

In einer Notiz hielt Tolkien fest, dass die Hobbits bei ihrer Rückkehr ein industrialisiertes Auenland vorfanden. Die Familie Sandigmann (Sandyman) hatte an der Stelle ihrer früheren Mühle eine „Biscuit-Fabrik“ mit dem Namen Sandyman & Son errichtet.[16][17]

Anmerkung

  1. Im Original Underhill. In den deutschen Übersetzungen wurde dies nur selten sinngemäß wiedergegeben. Frodo Beutlins Deckname Unterberg (Original Underhill) bezieht sich auf diesen Ortsteil. Im englischen Orginal The Hobbit wird Bilbo Baggins „Adresse“ mit Bag-End, Underhill, Hobbiton angegeben.

Quellen

  1. 1,0 1,1 1,2 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Prolog: Ein Teil des Auenlands
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Anhang B, Die Aufzählung der Jahre: Das Dritte Zeitalter
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Buch I, Erstes Kapitel: Ein lang erwartetes Fest
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 4,4 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Buch VI, Achtes Kapitel: Die Befreiung des Auenlandes
  5. 5,0 5,1 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Buch VI, Neutes Kapitel: Die Grauen Anfurten
  6. 6,0 6,1 6,2 Karen Wynn Fonstad: The Atlas of Tolkien's Middle-earth. Regional Maps: The Shire, S. 71
  7. J. R. R. Tolkien: The Hobbit. Neunzehntes Kapitel: The Last Stage
  8. Wayne G. Hammond, Christina Scull: The Art of the Hobbit by J.R.R. Tolkien. The Hill : Hobbiton, S. 32, 33
  9. J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Buch VI, Fünftes Kapitel: Der Truchsess und der König
  10. J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Buch VI, Sechstes Kapitel: Viele Abschiede
  11. J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Buch I, Drittes Kapitel: Drei Mann hoch
  12. Hobbiton Movie Set, Hobbitontours, abgerufen am 24. Januar 2026.
  13. [1], Wikipedia – Die freie Enzyklopädie, abgerufen am 24. Januar 2026.
  14. Wayne G. Hammond, Christina Scull: The Lord of the Rings: A Reader’s Companion. Nomenclature of the Lord of the Rings, S. 772
  15. -ing, Wikipedia – Die freie Enzyklopädie, abgerufen am 24. Januar 2026.
  16. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. VII The Treason of Isengard. Kapitel XI: The Story Forseen from Moria, S. 216
  17. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. VII The Treason of Isengard. Kapitel XIII: Galadriel, S. 249, S. 264
Siedlungen im Auenland
Nordviertel HafergutLangcleeveSteinbüttel
Ostviertel BalgfurtDachsbautenDwollingenFroschmoorstettenRohrholmSchärenSteinbruchStockTiefenhainWaldhofWeidengrundWeißfurchen
Südviertel FinkenschlupfLanggrund
Westviertel GrünholmHobbingenLützelbingeMichelbingeNadelhohlNeuhausenOberbühlTuckbergenTukhangWasserauWegscheidWeißbrunn
Bockland BockenburgDornbühlHagsendKricklochNeuburgSteingrube
Westmark (ab V. Z.) Untertürmen
Lage ungeklärt GamwichReepfeld