Beutelsend
| Beutelsend | |
|---|---|
| Gandalf kommt nach Beutelsend (Bild: Anke Eißmann) | |
| Eckdaten | |
| Ort | Bühl, Hobbingen, Westviertel, Auenland[1][2][3][4] |
| Typ | Smial |
| Bewohner und Geschichte | |
| Bewohner | Bungo, Belladona & Bilbo Beutlin[5] Frodo Beutlin[6] Lobelia und Lotho Sackheim-Beutlin[7] Samweis Gamdschie & Rose Hüttinger mit ihren 13 Kindern Elanor, Frodo, Rose, Merry, Pippin, Goldlöckchen, Hamfast, Margerite, Primula, Bilbo, Rubinie, Robi und Tolman[8][9] Holfast Gärtner[9] Harding vom Bühl[9] |
| Gründung | Um 2889 D. Z. (1289 A. Z.)[5][9] |
| Zerstörung | 3019 D. Z. (1419 A. Z.): Verwüstung[10] |
| Ereignisse | April 2941 D. Z. (1341 A. Z.): Gandalf, Thorin & Co. treffen sich in Beutelsend.[5] 13. April 3018 D. Z. (1418 A. Z.): Offenbarung des Einen Ringes.[11] |
Beutelsend (Original Bag End) ist im Legendarium ein luxuriöses Smial in Hobbingen im Auenland.
Geographie
Beutelsend lag im Westviertel des Auenlandes, nördlich der Wässer in Unterbühl in Hobbingen. Das Smial befand sich im oberen Teil eines Hügels, des sogenannten Bühls, und bildete den höchsten Punkt von Hobbingen. Die Bühlstraße führte vom Dorf nach Beutelsend.[1][2][3][4]
Beschreibung
Beutelsend war ein außergewöhnlich großes und komfortables Smial. Es galt als die kostspieligste Hobbithöhle, die jemals am Bühl oder jenseits der Wässer gebaut worden war. J. R. R. Tolkiens berühmte ersten Worte in Der Hobbit beziehen sich auf Beutelsend:
| „ | In einem Loch im Boden, da lebte ein Hobbit. | “ |
— J. R. R. Tolkien: Der kleine Hobbit. Erstes Kapitel: Eine unvorhergesehene Gesellschaft | ||
Eine kreisrunde, grün gestrichene Eingangstür mit blankem, gelbem Messingknauf führte in die Eingangshalle der Höhle. Diese war ein komfortabler, luftiger, tunnelartiger Raum mit holzgetäfelten Wänden. Der Fußboden war gekachelt und mit Teppichen belegt. Zur Ausstattung gehörten Stühle, ein Tisch, ein Schirmständer, Spiegel sowie zahlreiche Haken an den Wänden. Die gewundene Halle führte ein Stück weiter in den Bühl hinein, jedoch nicht tief in den Hügel. Beiderseits der Halle befanden sich viele kleine runde Türen, hinter denen sich Schlafzimmer, Badezimmer, Lagerräume, mehrere Speisekammern und Garderoben, die Küche sowie die Speisezimmer befanden. Die besten Räume lagen an der Hangseite, denn nur hier gab es Fenster, die ebenfalls rund waren.
Unterhalb von Beutelsend lagen ein Garten, die Festwiese mit ihrem Festbaum und der Beutelhaldenweg.[5]
Legendarium
Bungo Beutlin baute Beutelsend für seine Frau Belladonna nach ihrer Hochzeit, teilweise auch mit ihrem Geld; Belladonna war eine geborene Tuk aus einer der wohlhabenderen Familien des Auenlandes. Ihr Sohn Bilbo Beutlin wuchs in Beutelsend auf. Nach Bungos Tod im Jahr 2926 D. Z. (1326 A. Z.) und Belladonnas Tod im Jahr 2934 D. Z. (1334 A. Z.) erbte Bilbo das Anwesen und wohnte fortan alleine dort.
Zeitangaben
| Datum | Besitzer von Beutelsend |
|---|---|
| etwa um 1289* | Bingo und Belladonna Beutlin bauen Beutelsend.[5][9] |
| 1334* | Nach dem Tod beider Eltern wird Bilbo Beutlin Herr von Beutelsend.[9] |
| 22. Juni 1342* | Bilbo kommt nach einjähriger Reise zurück und kann verhindern, dass die Sackheim-Beutlins Beutelsend für sich beanspruchen.[12] |
| 22. September 1401* | Bilbo verlässt das Auenland. Frodo Beutlin erbt Beutelsend.[1] |
| 23. September 1418* | Lotho und Lobelia Sackheim-Beutlin werden Eigentümer von Beutelsend.[7] |
| 4. November 1419* | Lobelia gibt Beutelsend an Frodo zurück.[8] |
| Frühjahr 1420* | Sam und Rosie Gamdschie ziehen zu Frodo nach Beutelsend.[8] |
| 21. September 1421* | Sam wird Besitzer von Beutelsend.[8] |
* Jahresangaben in der Auenland-Zeitrechnung
Der Hobbit
Im April 2941 D. Z. (1341 A. Z.) verließ Bilbo Beutelsend für etwa ein Jahr, um gemeinsam mit Gandalf, Thorin Eichenschild und dessen Gefährten zum Erebor zu reisen.[5] Als Bilbo am 22. Juni 2942 D. Z. (1342 A. Z.)[13] wieder zurückkam, fand er sich mitten in einer Versteigerung seiner Habseligkeiten. Sein Vetter Otho Sackheim-Beutlin, Bilbos nächster Verwandter, und dessen Frau Lobelia betrachteten sich bereits als neue Eigentümer von Beutelsend. Lotho erkannte Bilbos „Echtheit“ nie an und beanspruchte selbst, der rechtmäßige Besitzer von Beutelsend zu sein.[12]
Während seiner Reise hatte Bilbo den Einen Ring gefunden und mit nach Beutelsend gebracht. Mit der Zeit entstand im Auenland die Legende, dass in den Stollen von Beutelsend unglaubliche Reichtümer verborgen seien, die Bilbo von seinen Abenteuern mitgebracht habe.[1]
Der Herr der Ringe
Im Jahr 2989 D. Z. (1389 A. Z.) adoptierte Bilbo Frodo Beutlin. Beide lebten bis zum 22. September 3001 D. Z. (1401 A. Z.) gemeinsam in Beutelsend. An diesem Tag feierten Bilbo und Frodo ihr legendäres Geburtstagsfest; Bilbo hatte Frodo bereits zu seinem Erben bestimmt und verließ noch während des Festes das Auenland. Frodo war an diesem Tag 33 Jahre und damit mündig geworden und war nun der Besitzer von Beutelsend.[1]

Am 13. April 3018 D. Z. (1418 A. Z.)[14] wurde das Geheimnis des Einen Rings offenbar. Gandalf, der befürchtete, dass es der Eine Ring sein könnte, war nach Beutelsend gekommen, um Gewissheit zu bekommen. Daraufhin plante Frodo, das Auenland zu verlassen, um den Ring nach Bruchtal zu bringen.[11] Er verkaufte Beutelsend an die Sackheim-Beutlins. Otho Sackheim-Beutlin war zu diesem Zeitpunkt bereits verstorben, so wurden Lobelia und ihr Sohn Lotho Sackheim-Beutlin die neuen Eigentümer von Beutelsend. Am 23. September 3018 D. Z. (1418 A. Z.) erschien Lobelia mit Lotho bereits nach der Mittagszeit, obwohl der Verkauf erst um Mitternacht rechtsgültig wurde. Sie wollten sich überzeugen, dass nichts, wofür sie bezahlt hatten, beiseitegeschafft wurde. Als sie eintrat, sagte sie: „Endlich unsers.“ [15]
Lotho Sackheim-Beutlin strebte die Herrschaft über das Auenland an und unterdrückte die Hobbits mit Hilfe der Strolche. Als Lobelia sich gegen diese stellte, wurde sie ins Loch in Michelbinge geworfen und Lotho wohnte alleine in Beutelsend. Im September 3019 D. Z. (1419 A. Z.) kam Saruman nach Hobbingen und übernahm die Macht. Mit ihm war auch Gríma Schlangenzunge ins Auenland gekommen. Schlangenzunge tötete Lotho. Ob Saruman oder Schlangenzunge in Beutelsend wohnten oder was zu dieser Zeit dort geschah, wird im Text nicht näher beschrieben.
Als Frodo Beutlin, Samweis Gamdschie, Peregrin Tuk und Meriadoc Brandybock ins Auenland zurückkehrten und nach Hobbingen kamen, fanden sie Beutelsend verwüstet vor. Der Garten war voller Hütten und Schuppen, die teilweise dicht vor den Fenstern standen. Der Festbaum war gefällt worden und überall waren Müllhaufen. Die Tür war zerschrammt, die Glockenkette hing lose herab und die Glocke war zerstört. Im Inneren war alles in Unordnung und voller Dreck, es stank und Ratten und Mäuse befanden sich in den Räumlichkeiten. Beutelsend wirkte unbewohnt.[10]
Nach der Befreiung des Auenlandes und dem Ende des Ringkriegs wurde mit den Aufräumarbeiten begonnen. Lobelia wollte nicht nach Beutelsend zurückkehren und gab es Frodo zurück. Als die gröbsten Arbeiten beendet waren, kehrte Frodo nach Beutelsend zurück.
Im Frühjahr 3020 D. Z. (1420 A. Z.) heiratete Samweis Gamdschie Rosie Hüttinger und die beiden zogen zu Frodo nach Beutelsend. Am 25. März 3021 D. Z. (1421 A. Z.) wurde ihre erste Tochter Elanor geboren. Bis zum 21. September 3021 D. Z. (1421 A. Z.) lebten Frodo, Sam, Rosie und Elanor gemeinsam in Beutelsend. An diesem Tag verließ Frodo Beutelsend, um zu den Grauen Anfurten zu gehen und Mittelerde zu verlassen.[8]
Die letzten Worte in Der Herr der Ringe werden in Beutelsend gesprochen, als Sam von den Grauen Anfurten heimkehrt:
| „ | Ja, ich bin zurück, sagte er. | “ |
— J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Übersetzt von Margaret Carroux. Klett-Cotta, Stuttgart 2019. Buch VI, Neuntes Kapitel: Die Grauen Anfurten, S. 328 | ||
Samweis und Rosie lebten fortan mit ihren Kindern Elanor, Frodo, Rose, Merry, Pippin, Goldlöckchen, Hamfast, Margerite, Primula, Bilbo, Rubinie, Robi und Tolman in Beutelsend. Nachkommen von Samweis und Rosie wohnten über mehrere Generationen in Beutelsend. Es wird angenommen, dass nach ihrem Tod Frodo Gärtner der Herr von Beutelsend wurde und dort mit seiner Frau und seinem Sohn Holfast Gärtner lebte, der wiederum mit seinem Sohn Harding vom Bühl dort lebte.[9]
Gärtner in Beutelsend
- Holman Grünhand arbeitete als Gärtner in Hobbingen und betreute den Garten von Beutelsend.[1]
- Hamfast Gamdschie, sein Neffe, half ihm um das Jahr 2940 D. Z. (1340 A. Z.) bei der Gartenarbeit und ging anschließend bei ihm in die Lehre. Im Jahr 2961 D. Z. (1361 A. Z.) übernahm er das Amt des Gärtners.[1]
- Samweis Gamdschie half seinem Vater bei den Arbeiten im Garten von Beutelsend.[1] Seit dem 21. September 3019 D. Z. (1419 A. Z.) war er Besitzer von Beutelsend.[8]
- Frodo Gärtner, der Sohn von Samweis und Rosie, wurde nach Sam der Eigentümer von Beutelsend und war ebenfalls Gärtner.[9]
Etymologie
- Tolkien schrieb in seiner Nomenclature of The Lord of the Rings, dass Bag End mit dem Begriff „cul-de-sac“ (Sackgasse, wörtl. unterer Teil eines Sackes) in Verbindung stehe. Zudem war Bag End der lokale Name der Farm Dormston Manor in Worcestershire, die seiner Tante Jane Neave gehörte und am Ende eines Weges lag. Beutelsend befand sich am Ende der Straße, die auf den Bühl führte.[16]
- Tom Shippey bemerkte in Der Weg nach Mittelerde, dass cul-de-sac zugleich amüsant und geradezu ärgerlich sei. Der Begriff gehöre keiner Sprache wirklich an, da die Franzosen impasse und die Engländer dead-end sagten. Das Wort habe seinen Ursprung im Snobismus, dem schwachen Restgefühl, dass englische Wörter seit der normannischen Eroberung niederer gewesen wären und dass französische oder sogar englische Wörter aus dem Französischen besser wären. Cul-de-sac sei deswegen ein besonders lächerliches Stück englischen Klassengefühls – und Bag End eine trotzige englische Reaktion darauf.[16]
- In The Hobbit wird Bag End auch Bag-End geschrieben.[5]
Link
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Buch I, Erstes Kapitel: Ein lang erwartetes Fest
- ↑ 2,0 2,1 Wayne G. Hammond, Christina Scull: The Art of the Hobbit by J.R.R. Tolkien. The Hill : Hobbiton, S. 32, 33
- ↑ 3,0 3,1 Karen Wynn Fonstad: The Atlas of Tolkien's Middle-Earth. The Lord of the Rings: Hobbiton and Bag End
- ↑ 4,0 4,1 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Prolog: Ein Teil des Auenlands
- ↑ 5,0 5,1 5,2 5,3 5,4 5,5 5,6 J. R. R. Tolkien: Der kleine Hobbit. Erstes Kapitel: Eine unvorhergesehene Gesellschaft
- ↑ J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Buch I, Erstes Kapitel: Ein lang erwartetes Fest
- ↑ 7,0 7,1 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Buch I, Drittes Kapitel: Drei Mann hoch
- ↑ 8,0 8,1 8,2 8,3 8,4 8,5 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Buch VI, Neuntes Kapitel: Die Grauen Anfurten
- ↑ 9,0 9,1 9,2 9,3 9,4 9,5 9,6 9,7 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Anhang C, Ahnentafeln: Stammbaum von Master Samweis
- ↑ 10,0 10,1 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Buch VI, Achtes Kapitel: Die Befreiung des Auenlandes
- ↑ 11,0 11,1 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Buch I, Zweites Kapitel: Der Schatten der Vergangenheit
- ↑ 12,0 12,1 J. R. R. Tolkien: Der kleine Hobbit. Neunzehntes Kapitel: Das letzte Kapitel
- ↑ J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Prolog: Vom Ringfund
- ↑ J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Anhang B, Die Aufzählung der Jahre: Die Grossen Jahre
- ↑ J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Übersetzt von Margaret Carroux. Klett-Cotta, Stuttgart 2019. Buch I, Drittes Kapitel: Drei Mann hoch, S. 86
- ↑ 16,0 16,1 Wayne G. Hammond, Christina Scull: The Lord of the Rings: A Reader’s Companion. The Fellowship of the Ring. Buch Eins, Kapitel I: A Long-Expected Party, S. 51
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