Númenor

Aus Ardapedia
Version vom 7. März 2026, 23:07 Uhr von Macar Irmo (Diskussion | Beiträge) (Nachvollziehbarkeit der Quellen, Gliederung)

Karte von Númenor

Die Insel Númenor wurde Anfang des Zweiten Zeitalters von Osse aus dem Meer gehoben. Es war ein Geschenk an die Edain, die den Eldar im Kampf gegen Morgoth beigestanden hatten. Deswegen hieß die Insel Andor, das Land der Gabe. Doch da es das westlichste aller sterblichen Lande war, wurde die Insel Westernis (in Quenya Númenóre) genannt. In der Wandlung der Welt versank Númenor im Belegaer. Von den Überlebenden stammen die Dúnedain, wie Aragorn und Faramir, aber auch die Schwarzen Númenórer wie der Fürst der Nazgûl und Saurons Mund, ab.

Zeitangaben

  • 32 Z. Z.: Die Edain besiedeln Númenor; Elros, Elronds Bruder und Sohn von Earendil, wird zum König Tar-Minyatur gekrönt.
  • 2251 Z. Z.: Auf Númenor bricht Unfrieden aus, da die Númenórer sich nach der Unsterblichkeit sehnen. Sie unterwerfen die in Mittelerde lebenden Menschen.
  • von 3262 bis 3310 Z. Z.: Sauron kommt als Gefangener nach Númenor; er betört den herrschenden König Ar-Pharazôn und bringt die Númenórer dazu, Morgoth anzubeten.
  • 3319 Z. Z.: Númenor geht unter; Elendil und die Getreuen entkommen nach Mittelerde und gründen die Exilreiche Gondor und Arnor.

Geographie

Númenor gehörte weder zu Mittelerde noch zu Aman, lag jedoch näher an Letzterem. Mit seiner sternförmigen Gestalt erstreckte sich die Insel über etwa 180.000 Quadratmeilen, rund 466.000 Quadratkilometer (zum Vergleich: Deutschland hat eine Fläche von etwa 357.000 Quadratkilometern).[1] Das Mittalmar (Inland) genannte zentrale Hochland der Insel maß von Norden nach Süden und von Osten nach Westen einen Durchmesser von etwa 250 Meilen, rund 400 km. In Mittalmar, fast exakt in der Mitte Númenors, ragte der Meneltarma (Himmelspfeiler) über 3.000 Fuß oder 900 Meter über die Ebene empor.[1] Von diesem Berg zogen sich fünf niedrige Bergketten, bekannt als die "Tarmasundar" (Wurzeln des Pfeilers), in Richtung der fünf Vorgebirge, in die Mittalmar überging:

Die südliche Landschaft war geprägt von grasbewachsenen Hügeln und flachen Gebieten, während die nördlichen Küsten von steilen Klippen dominiert wurden. Größter Fluss Númenors war der Siril, der am Meneltarma entsprang und neben dem Nunduine der einzige wirkliche Fluss der Insel war, da die anderen Fließgewäßer schnellfließende Sturzbäche waren.[2]

Die größten und bedeutendsten Städte waren Armenelos, gelegen am Fuße des Meneltarma, und Rómenna an der Ostküste. Zur Zeit der engen Beziehungen zu den Eldar lebten viele Menschen entlang der westlichen Küsten, insbesondere in Eldalonde und Andúnië. Dort residierte lange Zeit Elendil mit seiner Familie, bis sie schließlich nach Rómenna umziehen musste. Viele andere Númenórer hatten sich bereits zuvor, aus Misstrauen gegenüber den Eldar, in die goldene Hauptstadt Armenelos zurückgezogen, wo sich der weiße Baum Nimloth und später der Tempel Melkors befand.

Klima

Das Klima war auf Númenor entweder wegen der Nähe zu Aman oder aufgrund der Gunst der Valar stets mild und ausgeglichen. Erst in den Tagen des Niedergangs, als die Númenórer sich gegen die Valar auflehnten, lernten sie widrige Wetterbedingungen kennen.[3]

Geschichte

Die hier genannten Daten folgen der Aufzählung der Jahre,[4] die vermutlich in den Groß-Smials auf Basis des von Peregrin Tuk und Meriadoc Brandybock gesammelten Materials zusammengestellt wurde. Hierbei ist zu beachten, dass die Daten oft Mutmaßungen sind.[5]

  • 32 bis 600 Z. Z.: Die Númenórer richten sich auf ihrer Insel ein, und man hört in Mittelerde nichts von ihnen. Die Eldar kommen aus Tol Eressea und bringen Geschenke.
Númenorer mit Fischhelm
  • 600 bis 1800 Z. Z.: Die Númenórer werden große Seefahrer. Sie segeln an die Küsten Mittelerdes und lehren und unterstützen die dort lebenden Menschen, die unter Sauron leiden.
  • 1800 bis 3175 Z. Z.: Die Númenórer errichten Festungen und unterwerfen die Menschen an den Küsten. Sie erheben Steuern und brechen den Kontakt mit den Eldar ab. Zu dieser Zeit beginnen die Númenórer, den Tod zu fürchten und nach Unsterblichkeit zu verlangen.
  • 3175 bis 3255 Z. Z.: Tar-Palantir bereut, und Bürgerkrieg bricht zwischen den Getreuen der Eldar und den den Valar feindlich gesinnten Númenórern aus.
  • 3255 Z. Z.: Ar-Pharazôn wird König. Sauron droht, die Küstenstädte der Númenórer einzunehmen.
  • 3261 Z. Z.: Ar-Pharazôn zieht mit einer großen Flotte nach Umbar gegen Sauron.
  • 3262 bis 3310 Z. Z.: Sauron, der sich angesichts der Übermacht unterwirft, wird als Gefangener nach Númenor gebracht, steigt jedoch in kurzer Zeit zu einem einflussreichen Ratgeber des Königs auf. Unter seinem Einfluss bilden sich die Sauronianer, die Melkor verehren und ihm einen Tempel errichten, damit er sie vom Tod erlöse. Stattdessen sterben die Menschen nun früher. Daher verleitet Sauron den König dazu, die Valar anzugreifen, im Glauben, so unsterblich werden zu können.
  • 3310 Z. Z.: Ar-Pharazôn beginnt, eine gewaltige Flotte aufzubauen.
  • 3319 Z. Z.: Ar-Pharazôn segelt nach Valinor. Die Überfahrt dauert 39 Tage. Am 40. Tag, als Ar-Pharazôn den Fuß auf Valinor setzt, vollzieht Ilúvatar die Wandlung der Welt und Númenor versinkt im Meer.

Kultur

Während der ersten zwei Jahrtausenden des Zweiten Zeitalters waren die Númenórer ein friedliebendes Volk. Schwerter waren in erster Linie Erbstücke der Vorfahren, darunter das Schwert Aranruth. Nur dem Nachfolger des Königs wurde für den Tag seiner Thronbesteigung ein eigenes Schwert gefertigt. Andere Waffen waren Äxte, Speere und Bögen, die für handwerkliche und sportliche Zwecke verwendet wurden. Beliebte Sportarten waren neben dem Bogenschießen Schwimmen und Tauchen sowie Ruder- und Segelwettkämpfe.[2]

Hauptnahrungsmittel der Númenórer waren Fische, aufgrund des Fischreichtums an den Küsten. Von den Fischern stammten die meisten der berühmten Seefahrer von Númenor ab, eine Tätigkeit, die seit etwa 600 Z. Z. zur prestigeträchtigsten Betätigung der Númenórer wurde, als Veantur auf der Entulesse als erster Mensch das Meer Richtung Mittelerde überquerte. Die Kunst des Schiffbaus und der Seefahrt hatten die Númenórer von den Eldar erlernt, nach Númenor kamen sie selbst auf Elbenschiffen unter elbischen Kommando.[2]

Neben der Fischerei und der Seefahrt betrieben die Númenórer vor allem Handwerk, das in Gilden organisiert war. Namentlich bekannt ist die Gilde der Waffenschmiede, die neben Waffen – zunächst nur, um ihre von den Noldor erlernten Kentnisse zu erhalten – vor allem Werkzeuge herstellte. Natürliche Rohstoffe auf Númenor waren Eisen und Kupfer, von den Elben von Tol Eressea erhielten die Númenórer Gold, Silber und Edelsteine als Geschenke. Zunächst liebten sie diese Reichtümer ihrer Schönheit wegen, woraus später aber Habgier erwuchs.[2]

Auf dem flachen Gipfel des Meneltarma befand sich das Heiligtum Erus, wo das Tragen von Waffen und sogar das Sprechen untersagt war. Eine Ausnahme bildete der König, der hier an den drei Feiertagen zu Eru betete:

Zu diesen Zeiten flogen Adler über dem Heiligtum, die von Manwe selbst gesandt worden sein sollen, um über den Meneltarma und Númenor zu wachen. Andere Vögel fanden sich dort nicht. Ab der Regentschaft Tar-Ancalimons wurde das Heiligtum nicht mehr aufgesucht, erst Tar-Palantir nahm die Tradition wieder auf. Sein Nachfolger Ar-Pharazôn jedoch schwor unter Saurons Einfluss der Verehrung Erus entgültig ab. Erst unter seiner Regentschaft entstanden die ersten Tempel in Númenor, darunter der Tempel Melkors.[2]

Die Könige von Númenor

Ursprünglich erbte der älteste Sohn des Königs den Thron. Als der sechste König Tar-Aldarion nur eine Tochter zurückließ, wurde das Gesetz geändert, sodass das älteste Kind den Thron erbte, unabhängig vom Geschlecht.[6] Tar-Ancalime wurde so die erste Königin Númenors, sehr zum Missfallen der männlichen Nachkommen Elros‘, besonders ihres Cousins Soronto.[7] Insgesamt regierten 24 Herrscher über Númenor, drei davon waren Frauen. Bis zum 18. König trugen alle Herrscher hochelbische Namen. Doch als die Númenórer sich stolz und verblendet von den Valar und den Eldar abwandten, wählten sie adûnaïsche Namen. Erst der 23. König bedauerte die Entscheidung seiner Vorfahren und nannte sich Tar-Palantir (Quenya: "der Weitsehende"). Er versuchte die Númenórer und Eldar wieder zu versöhnen, doch dies misslang ihm. Seine Tochter hätte die vierte Königin (Tar-Míriel) werden müssen, doch Tar-Palantirs Neffe riss das Zepter an sich und nannte sich Ar-Pharazôn der Goldene. Er war der letzte König; er brachte den gefangenen Sauron auf die Insel, verfiel seinen Einflüsterungen und fuhr schließlich mit einer gewaltigen Armee Richtung Valinor, um Krieg gegen die Valar zu führen.[3]

Liste der Könige von Númenor

  1. Elros Tar-Minyatur
  2. Vardamir
  3. Tar-Amandil
  4. Tar-Elendil
  5. Tar-Meneldur
  6. Tar-Aldarion
  7. Tar-Ancalime (erste Königin)
  8. Tar-Anárion
  9. Tar-Súrion
  10. Tar-Telperien (zweite Königin)
  11. Tar-Minastir
  12. Tar-Ciryatan
  13. Tar-Atanamir der Große
  14. Tar-Ancalimon
  15. Tar-Telemmaite
  16. Tar-Vanimelde (dritte Königin) und Herucalmo Tar-Anducal
  17. Tar-Alcarin
  18. Tar-Calmacil
  19. Tar-Ardamin (in Der Herr der Ringe nicht aufgeführt)
  20. Ar-Adûnakhôr, nahm als erster einen adûnaïschen Namen an
  21. Ar-Zimrathôn
  22. Ar-Sakalthôr
  23. Ar-Gimilzôr
  24. Tar-Palantir, nahm wieder einen Quenya-Namen an
  25. Ar-Pharazôn der Goldene

Stammbaum der Linie Elros’

Elros Tar-Minyatur
starb 442
Vardamir Nólimon
61–471
TindómielManwendil*Atanalcar*
Tar-Amandil
192–603
Vardilme
203–
Aulendil*
213–
Nolondil
222–
Tar-Elendil
350–751
Mairen
377–
Earendur
361–
Yávien
371–
Oromendil
382–
Axantur
395–
Silmarien
521–
Elatan von Andúnië
Isilme
532–
Tar-Meneldur
543–942
Almarian
Caliondo
512–900
Lindisse
551–
Ardamir*
562–
Cemendur
575–
Valandil
630–
Fürst von Andúnië
Tar-Aldarion
700–1098
Erendis
Ailinel
712–
Orchaldor
Almiel
729–
Malantur*
670–
Írilde
700–
Hallatan
711–
Tar-Ancalime
873–1286
Hallacar
Soronto
799–
Nessanie
840–
Hallacar
852–1211
Tar-Ancalime
Tar-Anárion
1003–1404

Könige sind fett, Töchter kursiv markiert. * bezeichnet Personen mit Nachkommen in männlicher Linie zur Zeit der Gesetzesänderung.

Andere Namen

  • vor dem Untergang:
    • Elenna (zu dem Stern hin, Sternwärts; Original: starwards), entstand von der Tatsache, dass die ersten Bewohner Númenors die Insel fanden, indem sie Earendils Stern folgten.[3]
    • Andor (Land der Gabe), adûnaïsch Yôzâyan[3]
    • Westernis, Quenya Númenóre, adûnaïsch Anadûnê[3]
  • nach dem Untergang:
    • Akallabêth (die Versunkene), adûnaïscher Name Númenors nach dessen Zerstörung, Quenya Atalante (die Versunkene)[3]
    • Mar-nu-Falmar (Zuhause unter den Wellen)[3]

Sonstiges

  • Die Akallabêth berichtet über den Untergang von Númenor.
  • Die Quenya-Bezeichnung für Menschen númenórischer Abstammung lautet Tarcil.
  • Angeblich soll der Meneltarma noch aus den Fluten ragen. Viele Abenteurer haben nach ihm gesucht, ihn aber nie gefunden.
  • Der Untergang von Númenor hat sich tief in das kollektive Gedächtnis der Dúnedain eingeprägt, sodass sie wie Faramir noch in späteren Zeitaltern davon träumten.[8]
  • J. R. R. Tolkien träumte wiederholt von Atlantis, das er mit Númenor gleichsetzte.[9]
  • Númenor wird erwähnt im Podcast zu Brief 2

Links

Quellen

  1. 1,0 1,1 J. R. R. Tolkien, Carl F. Hostetter: Natur und Wesen von Mittelerde. Dritter Teil: Die Welt und ihre Länder und Bewohner. Kapitel 13 Über das Land und die Tiere von Númenor
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 J. R. R. Tolkien: Nachrichten aus Mittelerde. Herausgegeben von Christopher Tolkien. Übersetzt von Hans J. Schütz. Klett-Cotta, Stuttgart 1983. (Im Original erschienen 1980 unter dem Titel Unfinished Tales of Númenor and Middle-earth.) Teil 2: Das Zweite Zeitalter. I Eine Beschreibung der Insel Númenor
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 3,5 3,6 J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion. Herausgegeben von Christopher Tolkien. Übersetzt von Wolfgang Krege. Klett-Cotta, Stuttgart 1978. (Im Original erschienen 1977 unter dem Titel The Silmarillion.) Akallabêth, Der Untergang von Númenor.
  4. J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Anhang B: Die Aufzählung der Jahre (Zeittafel der Westlande). Das Zweite Zeitalter.
  5. J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Prolog. Anmerkungen zu den Aufzeichungen vom Auenland
  6. J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Anhang A: Annalen der Könige und Herrscher. I. Die Númenórischen Könige
  7. J. R. R. Tolkien: Nachrichten aus Mittelerde. Herausgegeben von Christopher Tolkien. Übersetzt von Hans J. Schütz. Klett-Cotta, Stuttgart 1983. (Im Original erschienen 1980 unter dem Titel Unfinished Tales of Númenor and Middle-earth.) Teil 2: Das Zweite Zeitalter. III Die Linie von Elros: Könige von Númenor.
  8. J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Übersetzt von Margaret Carroux. Klett-Cotta, Stuttgart 2019. Buch VI, Fünftes Kapitel: Der Truchsess und der König
  9. J. R. R. Tolkien; Humphrey Carpenter (ed.): The Letters of J. R. R. Tolkien. Letter 276: To Dick Plotz, ‘Thain’ of the Tolkien Society of America, 12. September 1967.