Die Abenteuer des Tom Bombadil: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 30. Oktober 2025, 20:06 Uhr

Die Abenteuer des Tom Bombadil und andere Gedichte aus dem Roten Buch
Cover von Die Abenteuer des Tom Bombadil
Autor J. R. R. Tolkien
Übersetzer Ebba-Margareta von Freymann, Thelma von Freymann (Einleitung)
Illustrator Pauline Baynes
Verlag Klett-Cotta
Details
Format gebunden mit Schutzumschlag
Seiten 200
Sprache Deutsch und Englisch
ISBN 978-3-608-96091-4

Die Abenteuer des Tom Bombadil und andere Gedichte aus dem Roten Buch (Original: The Adventures of Tom Bombadil and other verses from The Red Book), kurz meist Die Abenteuer des Tom Bombadil genannt, ist eine Gedichtsammlung von J. R. R. Tolkien. Die Gedichte stammen der Fiktion nach aus dem Roten Buch und gehören damit zum Legendarium.[1]

Inhalt

  • Vorwort
  1. Die Abenteuer des Tom Bombadil (The Adventures of Tom Bombadil)
  2. Tom geht rudern (Bombadil Goes Boating)
  3. Irrfahrt (Errantry)
  4. Prinzessin Ich-Mi (Princess Mee)
  5. Der Mann im Mond trank gutes Bier (The Man in the Moon Stayed Up Too Late)
  6. Der Mann im Mond kam viel zu früh (The Man in the Moon Came Down Too Soon)
  7. Der Steintroll (The Stone Troll)
  8. Luftikus (Perry-the-Winkle)
  9. Die Muhlipps (The Mewlips)
  10. Olifant (Oliphaunt)
  11. Fastitokalon (Fastitocalon)
  12. Katz (Cat)
  13. Schattenbraut (Shadow-Bride)
  14. Der Hort (The Hoard)
  15. Muschelklang (The Sea-Bell)
  16. Das letzte Schiff (The Last Ship)

Im Vorwort enthalten sind außerdem einige Nonsens-Verse, die im Roten Buch als Marginalie zu Bilbo Beutlins Kommt erst der Winter wieder her eingefügt sind.[2]

Überlieferungsgeschichte

Tolkien berichtet im Vorwort zu Die Abenteuer des Tom Bombadil, die Gedichte dieses Bandes dem Roten Buch der Westmark entnommen zu haben. Er stieß darin auf einige flüchtig hingekritzelte Randnotizen und Anmerkungen, die sich beim genaueren Hinsehen als hobbitische Gedichte erwiesen.

Sie sind unterschiedlich im Ton – von den langzeiligen Tom-Bombadil-Balladen bis zu den kurzzeiligen Nonsens-Gedichten – und stammen aus unterschiedlichen Zeiten.

Bei den Gedichten Prinzessin Ich-Mi, Fastitokalon und Schattenbraut handelt es sich um auenländische Nonsensgedichte ähnlich den im Vorwort angeführten Versen. Es handelt sich dabei um eine hobbitische Gedichtform meist scherzhaften Inhalts und unbestimmten Ursprungs, deren Sinn für Außenstehende nicht immer leicht zu erraten ist.

Ein solches Nonsensgedicht ist auch Irrfahrt, welches im Gegensatz zu den anderen Beispielen Rückschlüsse auf den Verfasser zulässt: Es wurde höchstwahrscheinlich von Bilbo nach der Rückkehr von seiner ersten Reise verfasst, worauf der vergleichsweise ausgefeilte Stil und das Versmaß (welches sich nirgendwo sonst findet) hindeuten. Des weiteren zeigt es eine auffallende Verwandtschaft mit dem Lied über Earendil. Dieses ist wahrscheinlich eine überarbeitete Fassung von Irrfahrt; jedenfalls beruht die Bruchtaler Fassung auf elbischer Überlieferung, während die ältere Version diese nur oberflächlich imitiert.

Der Mann im Mond trank gutes Bier hat ebenfalls Bilbo zum Verfasser. Samweis Gamdschie ist der Autor der Gedichte Der Steintroll und Luftikus. Auch Katz wird Meister Samweis zugeschrieben. Tolkien vermutet jedoch, dass Samweis in diesem Fall lediglich älteres Überlieferungsgut neu gestaltete, da es sich um eine im Auenland volkstümliche Form handelt, in der Tiere zum Gegenstand scherzhafter Verse gemacht werden. Um ein solches volkstümliches Stück handelt es sich auch bei Olifant.

Völlig anderen Ursprungs sind Der Mann im Mond kam viel zu früh und Das letzte Schiff. Es handelt sich dabei um hobbitische Fassungen von Sagengut aus dem Südlichen Königreich, wie das gondorische Lokalkolorit der beiden Stücke beweist. Auch Der Hort muss ursprünglich aus Bruchtal stammen, da es elbische und númenórische Überlieferungen von Túrin und Mîm verarbeitet. Diese drei Stücke sind somit Beispiele für die durch die Ereignisse des Dritten Zeitalters verursachten kulturellen Umwälzungen, die sich auch auf die Literatur des Auenlands auswirkten.

Die Gedichte Die Abenteuer des Tom Bombadil und Tom geht rudern stammen unzweifelhaft aus Bockland, da die Verfasser mit seiner Geographie gut vertraut waren. Ersteres ist wohl eine Kompilation ursprünglich selbständiger Bombadil-Überlieferungen, letzteres ist jüngeren Datums; Tolkien vermutet, dass es erst nach dem Besuch Frodos und seiner Freunde in Bombadils Haus entstanden ist.

Rätselhaft ist Muschelklang, welches wohl als einziges der in den Abenteuern versammelten Gedichte aus dem Vierten Zeitalter stammt. Im Roten Buch weist es die Marginalie „Frodos Traum“ auf. Tolkien lehnt jedoch die Annahme einer Verfasserschaft Frodos als unbegründet ab.[2][3]

Über Ursprung und Verfasserschaft von Die Muhlipps ist nichts näheres bekannt.

Links

Quellen

  1. J. R. R. Tolkien: Geschichten aus dem gefährlichen Königreich. Übersetzt u. a. von Ebba-Margareta von Freymann und Thelma von Freymann. Die Abenteuer des Tom Bombadil. Klett-Cotta, Stuttgart 2011.
  2. 2,0 2,1 J. R. R. Tolkien: Geschichten aus dem gefährlichen Königreich. Übersetzt u. a. von Ebba-Margareta von Freymann und Thelma von Freymann. Die Abenteuer des Tom Bombadil, Vorwort. Klett-Cotta, Stuttgart 2011.
  3. J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe.
Veröffentlichungen
Werke J. R. R. Tolkiens
Belletristik Songs for the Philologists (1936) • Der Hobbit (1937) • The Lay of Aotrou and Itroun (1945) • Blatt von Tüftler (1947) • Bauer Giles von Ham (1949) • The Homecoming of Beorhtnoth Beorhthelm’s Son (1953) • Der Herr der Ringe (1. Die Gefährten (1954) • 2. Die Zwei Türme (1954) • 3. Die Rückkehr des Königs (1955)) • Die Abenteuer des Tom Bombadil und andere Gedichte aus dem Roten Buch (1962) • Baum und Blatt (1964, Sammelband) • The Tolkien Reader (1966, Sammelband) • The Road Goes Ever On (1967) • Der Schmied von Großholzingen (1967)
Posthum veröffentlichte Belletristik Briefe vom Weihnachtsmann (1976) • Das Silmarillion (1977) • Nachrichten aus Mittelerde (1980) • Herr Glück (1982) • The History of Middle-earth (I. Das Buch der Verschollenen Geschichten Teil 1 (1983) • 2. Das Buch der Verschollenen Geschichten Teil 2 (1984) • 3. The Lays of Beleriand (1985) • 4. The Shaping of Middle-earth (1986) • 5. The Lost Road and Other Writings (1987) • 6. The Return of the Shadow (1988) • 7. The Treason of Isengard (1993) • 8. The War of the Ring (1992) • 9. Sauron Defeated (1992) • 10. Morgoth’s Ring (1993) • 11. The War of the Jewels (1994) • 12. The Peoples of Middle-earth (1996)) • Bilbos Abschiedslied (1990) • Geschichten aus dem gefährlichen Königreich (1997, Sammelband) • Roverandom (1998) • Die Kinder Húrins (2007) • The History of The Hobbit (2007) • Die Legende von Sigurd und Gudrún (2009) • König Arthurs Untergang (2013) • Die Geschichte von Kullervo (2015) • Beren und Lúthien (2017) • Der Fall von Gondolin (2018) • Natur und Wesen von Mittelerde (2021) • Der Untergang von Númenor (2022) • Die Schlacht von Maldon und Die Heimkehr von Beorhtnoth (2023) • The Collected Poems of J. R. R. Tolkien (2024) • Die Bovadium-Fragmente (2025)
Akademische Werke A Middle English Vocabulary (1922) • Sir Gawain and the Green Knight (Mittelenglischer Text, 1925) • The Devil’s Coach-Horses (1925) • Ancrene Wisse and Hali Meiðhad (1929) • Sigelwara Land (1932–34) • The Name Nodens (1932) • Chaucer as a Philologist: The Reeve’s Tale (1934) • Beowulf: Die Ungeheuer und ihre Kritiker (1936) • Über Märchen (1939) • Zur Übersetzung des Beowulf (1940) • Sir Orfeo (1944) • Ancrene Wisse (1962) • English and Welsh (1963) • Beiträge zur Jerusalemer Bibel (als Übersetzer und Lexikograph, 1966)
Posthume akademische Veröffentlichungen Sir Gawain and the Green Knight, Pearl, and Sir Orfeo (1975) • Exodus (1981) • Finn and Hengest (1982) • Die Ungeheuer und ihre Kritiker (1983) • Beowulf and the Critics (2002) • Beowulf: A Translation and Commentary together with Sellic Spell (2014) • A Secret Vice (2016)
Werke anderer Autoren
Über das Legendarium Das große Mittelerde-Lexikon (1978) • The Lord of the Rings: A Reader’s Companion (2005) • The Maps of Middle-earth (2024)
Tolkien-Biographien J. R. R. Tolkien: Eine Biographie (1977) • The Inklings (1978) • Tolkien und der Erste Weltkrieg (2003)
Wissenschaftliche Werke Der Weg nach Mittelerde (1982) • The Keys of Middle-earth (2005) • The J. R. R. Tolkien Companion and Guide (2005) • The Ring of Words (2006) • A Companion to J. R. R. Tolkien (2014) • Tolkien’s Lost Chaucer (2019) • Tolkien’s Library (2019) • The Great Tales Never End (2022) • Tolkien on Chaucer, 1913–1959 (2024)
Wissenschaftliche Zeitschriften Tolkien Studies • (The Chronology)
Andere Werke Tolkiens
Linguistische Zeitschriften Vinyar Tengwar (seit 1988; verschiedene Ausgaben) • Parma Eldalamberon (seit 1971; Ausgabe 11–23)
Sammlungen von Kunst und Manuskripten Pictures by J. R. R. Tolkien (1979) • J. R. R. Tolkien: Life and Legend (1992) • J. R. R. Tolkien – Der Künstler (1995) • Die Kunst des Hobbit (2011) • Die Kunst des Herr der Ringe (2015) • Tolkien: Schöpfer von Mittelerde (2018) • Tolkien: Treasures (2018) • J. R. R. Tolkien: The Art of the Manuscript (2022)
BibliographieJ. R. R. Tolkien Briefe