Der Fall von Gondolin

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Der Fall von Gondolin
Autor J. R. R. Tolkien
Vorwort von Christopher Tolkien
Herausgeber Christopher Tolkien
Übersetzer Helmut W. Pesch
Illustrator Alan Lee
Verlag Klett-Cotta
Erschienen 25. August 2018[1]
Engl. Erstausgabe:
30. August 2018[2]
Details
Format Gebunden mit Schutzumschlag
Seiten 352
Sprache Deutsch[1]
ISBN 978-3-608-96378-6

Der Fall von Gondolin (Original The Fall of Gondolin) ist der dritte Band der von Christopher Tolkien zwischen 2007 und 2018 herausgegebenen Sammlung der drei großen Geschichten des Ersten Zeitalters und erschien am 25. August 2018. Wie auch Die Kinder Húrins (2007) und Beren und Lúthien (2017) wurde das Buch von Helmut W. Pesch übersetzt und von Alan Lee illustriert.

Beschreibung

Das Werk enthält verschiedene Fassungen und Bearbeitungsstufen von J. R. R. Tolkiens Geschichte von Tuor und dem Fall der verborgenen Stadt Gondolin. Es dokumentiert damit zugleich die Entwicklung der Erzählung über einen Zeitraum von mehr als drei Jahrzehnten.[1]

Der erste Teil des Buches enthält die ursprüngliche Geschichte von Tuor und dem Fall von Gondolin, die Tolkien um 1916/17 während seines Lazarettaufenthalts nach dem Ersten Weltkrieg verfasste. Sie gehört zu den frühesten erhaltenen Erzählungen seines Legendariums und wurde später im Buch der Verschollenen Geschichten Teil 2 veröffentlicht. Die Geschichte wird hier von Winzigherz in der Hütte des vergessenen Spiels erzählt. Die Fassung verwendet zahlreiche frühere Namensformen und unterscheidet sich in vielen Einzelheiten von der späteren Überlieferung (z. B. Gnome für Noldor oder Isfin für Aredhel).[3]

Daraufhin folgten der früheste erhaltene Text zu dieser Geschichte und das Fragment Turlin und die Verbannten von Gondolin. Laut Christopher Tolkien stellt dieses Fragment einen neuen Versuch dar, die Geschichte zu erzählen. Der Text stammt von einer losen Seite und nimmt im Buch lediglich drei Seiten ein. Der Text endet bereits nach der Einführung durch Winzigherz (hier Ilfiniol genannt) und das Auftreten Tuors. Am Titel dieses Textes zeigt sich die in diesem Kapitel von Christopher Tolkien angesprochene Wechselhaftigkeit im Namen Tuors: So heißt er zunächst Turlin und später auch Turgon.[4][5]

Als nächstes folgt die Fassung aus der Skizze der Mythologie (Sketch of the Mythology), einer frühen zusammenfassenden Darstellung der Mythologie, die Tolkien in den 1920er Jahren ausarbeitete. Dieser verfasste Auszug ist im Gegensatz zum Vorgänger vollständig im Präsens geschrieben und weist einige Änderungen auf. Die Geschichte nähert sich nun in ihren Grundzügen der später bekannten Überlieferung an. So wird Tuor erstmals als Sohn Huors genannt und Maeglins Rolle im Fall Gondolins ändert sich dahingehend, dass er nun derjenige ist, der Morgoth den Standort Gondolins verrät.[6]

Anschließend enthält der Band die entsprechende Fassung aus der Quenta Noldorinwa. Sie ist ebenfalls stark zusammenfassend und stellt eine wichtige Grundlage für Christophers spätere Bearbeitung des Silmarillion dar.[7]

Die letzte erzählerische Fassung verfasste Tolkien wahrscheinlich 1951. Diese Fassung ist wesentlich ausführlicher. Besonders ausführlich werden Tuors Herkunft, seine Reise durch Beleriand und sein Weg nach Gondolin geschildert. Dieser Text ist möglicherweise eine der detailreichsten Schriften im Legendarium. Allerdings gab Tolkien die Arbeit bereits auf, bevor er den eigentlichen Untergang der Stadt schildern konnte. Der Text endet bei Tuors Ankunft bzw. beim ersten Anblick Gondolins. Christopher Tolkien veröffentlichte ihn bereits 1980 in Nachrichten aus Mittelerde unter dem Titel Von Tuor und seiner Ankunft in Gondolin, der den tatsächlichen Inhalt genauer beschreibt.[8]

Das Buch enthält darüber hinaus Christophers Darstellung der Entwicklung der Geschichte, verschiedene Schlussfassungen und ergänzende Materialien, darunter ein Namensverzeichnis, weitere Anmerkungen und genealogische Übersichten.[1]

Inhaltsangabe

Vorwort
Prolog

DER FALL VON GONDOLIN

Die ursprüngliche Geschichte
Der früheste Text
Turlin und die Verbannten von Gondolin
Die Geschichte in der Fassung der Skizze der Mythologie
Die Geschichte in der Fassung der Quenta Noldorinwa
Die letzte Fassung
Die Entwicklung der Geschichte
Der Schluss
Der Schluss der Skizze der Mythologie
Der Schluss der Quenta Noldorinwa

ANHANG

Verzeichnis der Namen
Weitere Anmerkungen
Stammbäume

LISTE DER ABBILDUNGEN

Schwanenhafen
Turgon verstärkt die Wache
Der Turm des Königs stürzt ein
Glorfindel und der Balrog
Die Regenbogenspalte
Berg Taras
Ulmo erscheint vor Tuor
Orfalch Echor

ILLUSTRATIONEN

Tuor schlägt einen Ton auf der Harfe an
Tuor steigt zum verborgenen Fluss hinab
Isfin und Eol
Mithrimsee
Die Berge und das Meer
Adler über den Umzingelnden Bergen
Das Delta des Sirion
Geschnitzte Galionsfigur von Glorfindel vor Elbenschiffen
Rían durchsucht den Hügel der Erschlagenen
Der Eingang zum Haus des Königs
Tuor folgt den Schwänen nach Vinyamar
Gondolin im Schnee
Der Palast Ecthelions
Elwing empfängt die Überlebenden von Gondolin
Earendels Wahrzeichen über dem Meer

Stammbäume der Fürsten der Noldor und des Hauses Beor
Karte

Ausgaben

Am 30. August 2018 erschien das englische Original bei HarperCollins.[9] Die deutsche Übersetzung von Helmut W. Pesch erschien fünf Tage vorher, am 25. August 2018, bei Klett-Cotta.[10] Beide Ausgaben wurden von Alan Lee illustriert und sind auch im Taschenbuch- und E-Book-Format erhältlich.[11][12][13][14]

Englische Erstausgabe

  • Titel: The Fall of Gondolin
  • Art: gebunden mit Schutzumschlag
  • Seitenzahl: 304
  • Illustrator: Alan Lee
  • Verlag: HarperCollins
  • Erscheinungsdatum: 30. August 2018
  • ISBN: 9780008302757[2]

Deutsche Erstausgabe

  • Titel: Der Fall von Gondolin
  • Art: gebunden mit Schutzumschlag
  • Seitenzahl: 352
  • Übersetzer: Helmut W. Pesch
  • Illustrator: Alan Lee
  • Verlag: Klett-Cotta
  • Erscheinungsdatum: 25. August 2018
  • ISBN: 978-3-608-96378-6[1]

Quellen

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 J. R. R. Tolkien: Der Fall von Gondolin. Übersetzt von Helmut W. Pesch. Klett-Cotta, Stuttgart 2018.
  2. 2,0 2,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The Fall of Gondolin. HarperCollins, London 2018.
  3. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The Fall of Gondolin. The Fall of Gondolin: The Originale Tale.
  4. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The Fall of Gondolin. The Fall of Gondolin: The Earliest Text.
  5. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The Fall of Gondolin. The Fall of Gondolin: Turlin and the Exiles of Gondolin.
  6. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The Fall of Gondolin. The Fall of Gondolin: The Story Told in the Sketch of the Mythology.
  7. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The Fall of Gondolin. The Fall of Gondolin: The Story Told in the Quenta Noldorinwa.
  8. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The Fall of Gondolin. The Fall of Gondolin: The Last Version.
  9. The Fall of Gondolin. harpercollins.co.uk, abgerufen am 16. März 2026.
  10. Der Fall von Gondolin. klett-cotta.de, abgerufen am 16. März 2026.
  11. The Fall of Gondolin. (Taschenbuch) harpercollins.co.uk, abgerufen am 16. März 2026.
  12. Der Fall von Gondolin. (Taschenbuch) klett-cotta.de, abgerufen am 16. März 2026.
  13. The Fall of Gondolin. (E-Book) harpercollins.co.uk, abgerufen am 16. März 2026.
  14. Der Fall von Gondolin. (E-Book) klett-cotta.de, abgerufen am 16. März 2026.
Veröffentlichungen
Werke J. R. R. Tolkiens
Belletristik Songs for the Philologists (1936) • Der Hobbit (1937) • The Lay of Aotrou and Itroun (1945) • Blatt von Tüftler (1947) • Bauer Giles von Ham (1949) • The Homecoming of Beorhtnoth Beorhthelm’s Son (1953) • Der Herr der Ringe (1. Die Gefährten (1954) • 2. Die Zwei Türme (1954) • 3. Die Rückkehr des Königs (1955)) • Die Abenteuer des Tom Bombadil und andere Gedichte aus dem Roten Buch (1962) • Baum und Blatt (1964, Sammelband) • The Tolkien Reader (1966, Sammelband) • The Road Goes Ever On (1967) • Der Schmied von Großholzingen (1967)
Posthum veröffentlichte Belletristik Briefe vom Weihnachtsmann (1976) • Das Silmarillion (1977) • Nachrichten aus Mittelerde (1980) • Herr Glück (1982) • The History of Middle-earth (1. Das Buch der Verschollenen Geschichten Teil 1 (1983) • 2. Das Buch der Verschollenen Geschichten Teil 2 (1984) • 3. The Lays of Beleriand (1985) • 4. The Shaping of Middle-earth (1986) • 5. The Lost Road and Other Writings (1987) • 6. The Return of the Shadow (1988) • 7. The Treason of Isengard (1993) • 8. The War of the Ring (1992) • 9. Sauron Defeated (1992) • 10. Morgoth’s Ring (1993) • 11. The War of the Jewels (1994) • 12. The Peoples of Middle-earth (1996)) • Bilbos Abschiedslied (1990) • Geschichten aus dem gefährlichen Königreich (1997, Sammelband) • Roverandom (1998) • Die Kinder Húrins (2007) • The History of The Hobbit (2007) • Die Legende von Sigurd und Gudrún (2009) • König Arthurs Untergang (2013) • Die Geschichte von Kullervo (2015) • Beren und Lúthien (2017) • Der Fall von Gondolin (2018) • Natur und Wesen von Mittelerde (2021) • Der Untergang von Númenor (2022) • Die Schlacht von Maldon und Die Heimkehr von Beorhtnoth (2023) • The Collected Poems of J. R. R. Tolkien (2024) • Die Bovadium-Fragmente (2025)
Akademische Werke A Middle English Vocabulary (1922) • Sir Gawain and the Green Knight (Mittelenglischer Text, 1925) • The Devil’s Coach-Horses (1925) • Ancrene Wisse and Hali Meiðhad (1929) • Sigelwara Land (1932–34) • The Name Nodens (1932) • Chaucer as a Philologist: The Reeve’s Tale (1934) • Beowulf: Die Ungeheuer und ihre Kritiker (1936) • Über Märchen (1939) • Zur Übersetzung des Beowulf (1940) • Sir Orfeo (1944) • ‘iþþlen’ in Sawles Warde (1947) • A Fourteenth-Century Romance (1953) • Ancrene Wisse (1962) • English and Welsh (1963) • Beiträge zur Jerusalemer Bibel (als Übersetzer und Lexikograph, 1966)
Posthume akademische Veröffentlichungen Sir Gawain and the Green Knight, Pearl, and Sir Orfeo (1975) • The Old English Exodus (1982) • Finn and Hengest (1982) • Die Ungeheuer und ihre Kritiker (1983) • Beowulf and the Critics (2002) • Beowulf: A Translation and Commentary together with Sellic Spell (2014) • A Secret Vice (2016)
Werke anderer Autoren
Über das Legendarium Das große Mittelerde-Lexikon (1978) • The Lord of the Rings: A Reader’s Companion (2005) • The Maps of Middle-earth (2024)
Tolkien-Biographien J. R. R. Tolkien: Eine Biographie (1977) • The Inklings (1978) • Tolkien und der Erste Weltkrieg (2003)
Wissenschaftliche Werke Der Weg nach Mittelerde (1982) • The Keys of Middle-earth (2005) • The J. R. R. Tolkien Companion and Guide (2005) • The Ring of Words (2006) • A Companion to J. R. R. Tolkien (2014) • Tolkien’s Lost Chaucer (2019) • Tolkien’s Library (2019) • The Great Tales Never End (2022) • Tolkien on Chaucer, 1913–1959 (2024)
Wissenschaftliche Zeitschriften Tolkien Studies • (The Chronology)
Andere Werke Tolkiens
Linguistische Zeitschriften Vinyar Tengwar (seit 1988; verschiedene Ausgaben) • Parma Eldalamberon (seit 1971; Ausgabe 11–23)
Sammlungen von Kunst und Manuskripten Pictures by J. R. R. Tolkien (1979) • J. R. R. Tolkien: Life and Legend (1992) • J. R. R. Tolkien – Der Künstler (1995) • Die Kunst des Hobbit (2011) • Die Kunst des Herr der Ringe (2015) • Tolkien: Schöpfer von Mittelerde (2018) • Tolkien: Treasures (2018) • J. R. R. Tolkien: The Art of the Manuscript (2022)
BibliographieBriefe