Cirith Ninniach

Aus Ardapedia
Cirith Ninniach
Eckdaten
Andere Namen Regenbogenspalte[1]
(Original Rainbow Cleft)[2]
Ort Ered Lómin
Beleriand
Typ Felsenschlucht[1]

Die Cirith Ninniach ist im Legendarium eine schmale Felsenschlucht durch die Ered Lómin in Beleriand.

Geographie

Die Cirith Ninniach war eine tiefe und enge Felsenschlucht in den Ered Lómin, den Echobergen im Nordwesten von Beleriand. Sie bildete einen natürlichen Durchgang durch die westlichen Berge von Dor-lómin und führte zu dem Fjord von Drengist und dem Großen Meer.[1][3]

Über die Pforte der Noldor, die Annon-in-Gelydh, gelangte man von Dor-lómin in einen unterirdischen Tunnel. Dieser führte unter dem Gebirge hindurch und durch ihn floss ein Wildbach. Am westlichen Ende trat der Tunnel in die Cirith Ninniach aus.[3][4] Dort strömte das Wasser durch eine hohe und schmale Felsspalte. Die steilen Felswände erhoben sich zu beiden Seiten des Flusses unmittelbar über dem Wasser. Innerhalb der Schlucht verlief der Strom über zahlreiche Felsstufen und zwischen großen, vom Wasser rund geschliffenen Blöcken. An seinen Fällen und Stromschnellen entstand eine feine Gischt, in der sich bei Morgen- und Abendlicht Regenbögen bildeten. Entlang der südlichen Felswand verlief stellenweise ein schmaler begehbarer Uferstreifen.

Nach Westen hin wurden die hohen und nahezu senkrechten Wände der Cirith Ninniach allmählich niedriger, während die Schlucht sich weitete. Der Bach wurde zu einem stärkeren Fluss, und von den umliegenden Höhen ergossen sich weitere Bäche und Wasserfälle in sein Bett. Die Cirith Ninniach ging so in ein breiteres Flusstal über, das von hohen Hügeln gesäumt war. Das Ende der Schlucht führte in das Gebiet der Echoberge an dem Fjord von Drengist, wo das Wasser und jeder Laut von den steinernen Wänden widerhallte.[1]

Tuor hatte der Felsenschlucht ihren Namen Cirith Ninniach gegeben.[5]

Legendarium

Im Jahr 495 E. Z. entsandte Círdan Arminas und Gelmir als Boten nach Nargothrond, um Orodreth vor der drohenden Gefahr für sein Reich zu warnen.[6]

Auf ihrem Weg trafen sie Tuor, der Hithlum verlassen wollte und nach der Pforte der Noldor suchte. Ulmo hatte es Tuor zuvor ins Herz gelegt, seine Heimat zu verlassen, und lenkte seinen Weg nach Westen. Als Tuor die beiden Elben traf, fragte er sie nach der Annon-in-Gelydh. Arminas und Gelmir zeigten ihm den Eingang und führten ihn ein Stück durch den unterirdischen Tunnel. Sie verabschiedeten sich am Fuße eines großen Wasserfalles, während Tuor dem Wasser durch die Dunkelheit folgte. Er gelangte schließlich in die enge Felsenschlucht. Tuor durchquerte die Schlucht über mehrere Tage. Dabei sah er bei den Wasserfällen und Stromschnellen immer wieder Regenbögen, die in der Morgen- und Abendsonne über dem Wasser erschienen. Nach diesem Anblick nannte er die Schlucht Cirith Ninniach, die „Regenbogenspalte“. Am westlichen Ende der Schlucht erreichte Tuor den Fjord von Drengist und damit das Meer. Von dort setzte er seine Reise durch Nevrast fort.[1]

Etymologie

Cirith Ninniach ist ein Sindarin-Name. Helmut W. Pesch führt cirith in seinem Großen Elbisch-Buch mit den Bedeutungen ‚Kluft‘, ‚hoher Pass‘ und ‚Hohlweg‘ auf. Weiter übersetzt Pesch Ninniach mit ‚Regenbogen‘ und die Cirith Ninniach als ‚Regenbogenspalte‘.[7][8][9]

Quellen

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Nachrichten aus Mittelerde. Teil Eins: Das Erste Zeitalter, Kapitel I: Von Tuor und seine Ankunft in Gondolin.
  2. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Unfinished Tales. Part One: The First Age, Kapitel I: Of Tuor and his Coming to Gondolin.
  3. 3,0 3,1 Karen Wynn Fonstad: The Atlas of Tolkien's Middle-Earth. The First Age: Beleriand and Lands to the North.
  4. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion: Kapitel XXIII: Von Tuor und der Fall von Gondolin.
  5. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Nachrichten aus Mittelerde: Index.
  6. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XXI: Von Túrin Turambar.
  7. Helmut W. Pesch: Das große Elbisch-Buch. Kapitel VII B: Wörterbuch Sindarin-Deutsch, Cirith.
  8. Helmut W. Pesch: Das große Elbisch-Buch. Kapitel VII B: Wörterbuch Sindarin-Deutsch, Ninniach.
  9. Helmut W. Pesch: Das große Elbisch-Buch. Kapitel VII B: Wörterbuch Sindarin-Deutsch, Cirith Ninniach.