Haus Haleth

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Das Haus Haleth ist das zweite der drei Häuser der Edain. Sie sind das zweite Volk der Menschen, das über die Blauen Berge nach Beleriand kommt.

Beschreibung

Das Haus Haleths war nach dem Haus Beor das zweite und zahlenmäßig kleinste Volk der drei Häuser der Edain. Die Menschen dieses Volkes kamen im Jahr 312 E. Z. (J. S.) über die Blauen Berge nach Beleriand.[1][2]

Aussehen und Eigenschaften

Die Menschen des zweiten Hauses waren kleiner als jene des Hauses Beor. Ihre Körper waren breiter gebaut, ihre Beine kürzer und weniger flink. Ihr Temperament war weniger feurig, ihr Verstand arbeitete langsamer, doch galt er als tiefgründiger. Sie sprachen wenig, denn sie hatten Freude an der Stille.

Das Volk Haleths sprach eine eigene Sprache, an der es auch nach der Begegnung mit anderen Völkern festhielt. Für den Austausch mit Elben und anderen Menschen verwendeten sie Sindarin, das sie häufig aber nur stockend sprachen. Sie übernahmen nur ungern neue Bräuche und bewahrten viele ihrer alten Gewohnheiten. Den anderen beiden Häusern blieben sie fremd. Sie ähnelten den anderen Edain, waren jedoch meist kleiner und stämmiger und hatten eine dunklere Haut. Bei den Haladin lebten auch einige Drúedain.[3]

Alle drei Häuser übertrafen in ihrer Geschicklichkeit und Weisheit die Menschen, die noch östlich der Berge lebten und die Eldar nicht kannten.[4]

Legendarium

Nachdem die Haladin die Blauen Berge überquert hatten und bemerkten, dass ihnen die Grünelben von Ossiriand nicht wohlgesonnen waren, zogen sie weiter nach Norden nach Thargelion. Dort ließen sie sich für eine Zeit im südlichen Teil des Landes von Caranthir nieder und lebten für einige Zeit in Frieden. Zu dieser Zeit hatten sie noch keinen Fürsten und lebten auch nicht alle an einem Platz, sondern in einzelnen Gehöften, von denen jedes eine eigene Ordnung hatte.

Fingolfin, der Hochkönig aller Noldor, sandte den Menschen eine Willkommensbotschaft und viele Elben reisten zu den Menschen, um diese zu sehen, da deren Ankunft schon vor langer Zeit geweissagt worden war. Die Elbenfürsten erhofften sich von den Söhnen der Menschen Verstärkung im Kampf gegen Morgoth und luden diejenigen ein, die unter ihrem Volk leben wollten.[2]

Im Jahr 375 E. Z. (J. S.)[5] sandte Morgoth eine Schar Orks aus, um den Menschen zu schaden. Diese überfielen die Haladin in den südlichen Wäldern von Caranthirs Land. Haldad, ein furchtloser Mann, dessen Wort etwas galt, sammelte und vereinte das Volk. Sie zogen sich auf eine Landzunge zwischen den Flüssen Ascar und Gelion zurück und errichteten südlich von Sarn Athrad eine Palisade, hinter der sie Frauen und Kinder in Sicherheit brachten. Dort wurden die Haladin belagert, bis ihre Vorräte erschöpft waren.

Haldad und sein Sohn Haldar kamen ums Leben. Haldars Zwillingsschwester Haleth übernahm die Führung, bis Caranthir ihnen zu Hilfe kam. Die Haladin gingen nach Estolad und wählten Haleth zu ihrer Anführerin. Von dieser Zeit an wurden sie als Volk Haleths bezeichnet.

Obwohl viele ihres Volkes gegen ein Weiterziehen nach Westen waren, setzte Haleth ihren Entschluss durch. Unter größten Mühen zogen sie durch das gefährliche Land zwischen den Bergen des Grauens und dem Gürtel Melians über die Brithiach. Sie ließen sich in den Wäldern von Talath Dirnen südlich des Teiglin nieder. Einige wanderten weiter bis in das Land von Nargothrond. Welche, die Haleth folgen wollten, egal, wohin sie gingen, ließen sich mit Haleth im Wald von Brethil zwischen Teiglin und Sirion nieder. Diese Region gehörte zu Thingols Reich, der ihnen zunächst verbieten wollte, dort zu leben. Auf Bitten Finrods gestattete er ihnen, in diesem Gebiet zu wohnen, unter der Bedingung, dass sie die Übergänge über den Teiglin gegen alle Feinde der Eldar verteidigten.

Im Laufe der Zeit wiesen die Elbenfürsten den Menschen eigene Gebiete zu, in denen ihre Anführer frei regieren konnten. Im Krieg waren die Menschen Verbündete der Eldar. Sie zogen jedoch unter ihren eigenen Anführern in den Kampf. Die Völker aller drei Häuser gediehen und ihre Stärke vermehrte die Macht der Noldor.[2] Das Volk Haleths zeichnete sich dabei besonders durch seine Kampfführung in Waldgebieten aus.[3]

Im Jahr 455 E. Z. (J. S.) endete die Belagerung Angbands und es kam zur vierten Schlacht von Beleriand, der Dagor Bragollach. Nach dieser Schlacht überschattete Morgoths Macht die Nordlande. Haleths Volk war von dem Krieg im Norden vorerst nicht betroffen gewesen. Erst als Orks in Brethil eindrangen, kam es zum Kampf. Halmir, der nun das Oberhaupt der Haladin war, sandte eine Nachricht an Thingol, der Beleg Cúthalion mit seinen Männern zu Hilfe schickte. Gemeinsam gelang es ihnen, die Orks aufzuhalten. Zu dieser Zeit lebten auch Húrin und Huor, die Söhne Galdors aus dem Hause Hador, bei den Haladin und waren mit in die Schlacht gezogen. Der Adler Thorondor rettete die beiden und brachte sie zu König Turgon nach Gondolin, der sie freundlich empfing.[6]

Im Jahr 472 E. Z. (J. S.) wagten die Elben Beleriands unter Maedhros’ Bund gemeinsam mit Zwergen und Menschen einen großen Angriff gegen Morgoth. Auch die Haladin nahmen an dieser Schlacht teil. In der Nirnaeth Arnoediad obsiegte Morgoth, viele Haladin fielen und auch Haldir starb. Nur noch wenige ihres Volkes lebten in Brethil und Handir, Haldirs Sohn war ihr Oberhaupt.[7]

Im Jahr 583 E. Z. (J. S.) kam es zum Krieg des Zorns, der letzten und gewaltigsten Schlacht in Beleriand. Auch die wenigen noch lebenden Menschen aus den drei Häusern der Edain nahmen daran teil. Morgoth wurde schließlich besiegt, doch nach dem Krieg war die Welt verändert. Beleriand war vom Meer verschlungen.[8] Die überlebenden Menschen wurden nach dem Sieg belohnt. Eonwe kam zu ihnen und lehrte sie. Sie empfingen Weisheit, Macht und ein längeres Leben. Für die Edain wurde ein neues Land geschaffen, das weder zu Mittelerde noch zu Valinor gehören sollte: Andor, das Land der Gabe, später Númenor genannt.[9]

Besonderheiten

Eine Besonderheit des Volkes Haleths war, dass sich auch Frauen unter ihren Kriegern befanden, wenngleich nur wenige von ihnen an den großen Schlachten teilnahmen.[3]

Die Bevölkerung des Hauses Haleths wuchs langsamer als die der anderen Edain. Viele Frauen, die weniger als die Männer waren, blieben unverheiratet.[10]

Eine weitere Eigenheit bestand darin, dass unter ihnen - in eigenen Familien, jedoch in Freundschaft und als Teil der Gemeinschaft - einige Angehörige der Drúedain lebten, die sie selbst Drûg nannten.[3]

Stammbaum

Haldad
Haleth
Haldar*
Haldan*
Halmir*
Glóredhel
Haldir*
Hundar
Hareth
Galdor
Hiril
Enthor
Handir*
Hunleth
Hundad
Morwen
Húrin
Huor
Rían
Meleth
Agathor
Brandir der Lahme*
Hardang*
Túrin Turambar
Lalaith
Nienor
Tuor
Idril
Hunthor
Manthor
Dorlas
Elwing
Earendil
Avranc*
Celebrian
Elrond
Elros
Elrohir
Elladan
Arwen
Aragorn
Eldarion
mindestens zwei Töchter

* Stammesführer des Hauses Haleth[11]

Berühmte Familienmitglieder

  • Haldad vereinte das Volk der Haladin und übernahm die Führung, als sie von Orks angegriffen wurden.[2]
  • Haleth führte ihr Volk weiter in den Westen und war namensgebend für ihr Volk.[2]

Andere Namen

Etymologie

Das Wort Halad stammt aus der alten Sprache der Haladin und bedeuted Wächter.[15]

Links

Quellen

  1. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XI The War of the Jewels. Part Two: The Later Quenta Silmarillion, Kapitel XIV: Of the Coming of Men into the West, §13, S. 227
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XVII: Von den ersten Menschen im Westen
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Unfinished Tales. Teil Vier: The Drúedain, Kapitel I: Notes, S. 497
  4. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. VI The Return of the Shadow. Part Two: Valinor and Middle-earth vefore the Lord of the Rings, Kapitel VI: Quenta Silmarillion, S. 276
  5. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XI The War of the Jewels. Part Two: The Later Quenta Silmarillion, Kapitel XIV: Of the Coming of Men into the West, § 24, S. 227
  6. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XVIII: Vom Verderben Beleriands und von Fingolfings Ende
  7. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XX: Von der Fünften Schlacht: Nirnaeth Arnoediad
  8. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XXIV: Von Earendils Fahrt und dem Krieg des Zorns
  9. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Akallabêth: Der Untergang von Númenor
  10. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XII The Peoples of Middle-earth. Part Two: Late Writings, Kapitel X: Of Dwarves and Men, S. 326
  11. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XI The War of the Jewels. Part Two: The Later Quenta Silmarillion, Kapitel XIV: Of the Coming of Men into the West, S. 237
  12. 12,0 12,1 12,2 12,3 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Anhänge Namensregister
  13. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The Children of Húrin. Narn i chîn Húrin, Kapitel XVII: The Death of Glaurung, S. 247
  14. 14,0 14,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Anhänge, Stammbäume IV und V: Das Haus Hador und das Volk Haleths
  15. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XI The War of the Jewels. Part Three: The Wanderings of Húrin and other Writings not forming Part of the Quenta Silmarillion, Kapitel I: The Wanderings of Húrin, S. 270