Quenta Silmarillion
| Das Silmarillion |
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Die Quenta Silmarillion (Quenya für die Geschichte von den Silmaril) ist eine Zusammenstellung der Berichte und Legenden der Eldar über die Zeitalter vor den Tagen und die Ältesten Tage.
Es soll eine von Pengolodh verfasste Zusammenfassung der drei Großen Geschichten Beleriands sein: Der Fall von Gondolin, das Leithian-Lied und die Narn i Hín Húrin.[1]
Möglicherweise bildet es einen der drei Bände der Übersetzungen aus dem Elbischen von Bilbo Beutlin.[2]
Sie bildet das inhaltliche Kernstück, umfangreichste Einheit und namensgebenden Bestandteil des von J. R. R. Tolkiens Sohn Christopher herausgegebenen Werks Das Silmarillion.
Inhalt
Die Quenta Silmarillion beginnt mit einem Bericht über die Zeit, nachdem die Valar und Maiar Arda betreten hatten, den Ersten Krieg gegen Melkor und den Frühling von Arda. Nach der Zerstörung der zwei Leuchten Illuin und Ormal zogen sich die Valar in ihr Reich, das von den Zwei Bäumen Telperion und Laurelin beschienene Valinor in Aman, zurück und überließen Mittelerde Melkor.[3] In dieser Zeit werden die ersten Zwerge und Onodrim geschaffen.[4] Da das Erwachen der Elben bevorstand, zogen die Valar im Krieg der Mächte nach Mittelerde, besiegten Melkor und hielten ihn in Mandos für drei Valische Zeitalter gefangen.[5] Die drei Elbenvölker der Vanyar, Noldor und Teleri zogen nach Aman und besidelten Eldamar,[6] die Sindar verblieben jedoch in Beleriand und wurden von Elu Thingol und der Maia Melian regiert.[7]
Nachdem Melkor aus Mandos entlassen worden war, sähte er heimlich Misstrauen unter den Noldor gegen die Valar.[8] Die für die Geschichte namensgebenden Silmaril, die größten Werke der Elben, wurden zu dieser Zeit in Aman von Feanor mit dem Licht der Zwei Bäume geschaffen.[9] Nachdem Feanor sich geweigert hatte, Melkor die Silmaril auszuhändigen, überredete dieser Ungoliant dazu, die Zwei Bäume zu zerstören und so Valinor zu verdunkeln.[10] Melkor ging in die Noldorfestung Formenos, ermordete Feanors Vater Finwe, stahl die Silmaril und floh nach Mittelerde. Seitdem wurde er von den Elben nur noch Morgoth, Schwarzer Feind der Welt, genannt. Feanor und sein Bruder Fingolfin führten daraufhin den Großteil der Noldor zurück nach Mittelerde, wo sie Melkor im Juwelenkrieg bekämpften, der fast 600 Jahre andauern sollte.[11] Zuvor jedoch schwörten sie einen verhängisvollen Eid und verübten den Sippenmord von Alqualonde an den Teleri, die sich geweigert hatten, ihre Schiffe den Noldor zur Verfügung zu stellen. Im Spruch der Noldor wurden Feanor und seine Anhänger deshalb aus Aman verbannt. In Mittelerde werden sie von Tod und Verrat verfolgt werden.[12]
Die Valar verhüllten Valinor und schufen Sonne und Mond.[13] In dieser Zeit erwachten auch die Menschen, die 310 Jahre später nach Beleriand kamen, wo Feanors Söhne Melkors Festung Angband belagerten. Die drei Häuser der Edain kämpften auf Seiten der Noldor und wurden ihre Vasallen.[14] In der Dagor Bragollach brach Melkor den Belagerungsring um Angband und die von ihm gezüchteten Orks terrorisierten weite Teile Beleriands.[15] Jedoch gelang es Beren, mit Hilfe seiner Geliebten Lúthien, der Tochter Thingols und Melians, einen der Silmaril aus Melkors Krone zu entwenden, den er Thingol als Brautgeschenk für Lúthien gab.[16]
Ermutigt von diesen Erfolg bildete sich Maedhros’ Bund, der in der Nirnaeth Arnoediad aber vernichtend geschlagen wurde.[17]
Thingol ließ sich von Zwergen das Nauglamír fertigen, in das der Silmaril eingesetzt wurde. Über das Nauglamír und den Silmaril brach zwischen den Zwergen und Thingol Streit aus, infolgedessen Thingol getötet wurde und die Zwerge das Nauglamír stahlen. Später wurde es von Beren zurückerobert und nach dessen Tod an seinen Sohn Dior vererbt, der in Doriath lebte. Die Söhne Feanors griffen daraufhin Doriath an, das unterging.[18] Diors Tochter Elwing entkam mit überlebenden Sindar und dem Silmaril an die Sirionmündungen. Viele Jahre später wurden sie erneut angegriffen, im dritten Morden von Elben an Elben.
Elwing entkam mit dem Silmaril erneut und wurde vom Vala Ulmo zu ihrem Mann Earendil geführt, der das Meer befuhr, um die Valar zur Unterstützung gegen Melkor zu gewinnen. Die Valar entschlossen sich, in den Krieg in Mittelerde einzugreifen und schlugen Melkor im Krieg des Zorns. Die dabei eroberten beiden Silmaril wurden von den zwei überlebenden Söhnen Feanors Maedhros und Maglor gestohlen. Durch die von ihnen verübten Gewalttaten hatten sie aber das Anrecht auf die Silmaril verwirkt, die ihnen unerträgliche Schmerzen bereiteten. Maedhros stürzte sich mit seinem Silmaril in eine Lavaspalte, Maglor warf den seinen in das Meer. Nur der Silmaril, der von Beren über Dior und Elwing zu Earendil gekommen war, blieb erhalten: Mit ihm auf der Stirn befährt Earendil als Morgenstern seitdem Ilmen. Melkor wurde in die Äußere Leere verbannt. Damit endete das Erste Zeitalter und die Quenta Silmarillion.[19]
Neben der Geschichte von den Silmaril beinhaltet die Quenta Kurzfassungen des Leithian-Lieds,[16] der Narn i Hín Húrin[20] und der Geschichte vom Fall von Gondolin.[21]
Gliederung
Die gesamte Quenta ist in 24 Kapitel gegliedert:
- Vom Anbeginn der Tage
- Von Aule und Yavanna
- Vom Erwachen der Elben und von Melkors Gefangenschaft
- Von Thingol und Melian
- Von Eldamar und den Fürsten der Eldalië
- Von Feanor und der Loskettung Melkors
- Von den Silmaril und der Unruhe der Noldor
- Von der Verdunkelung Valinors
- Von der Verbannung der Noldor
- Von den Sindar
- Von Sonne und Mond und der Verhüllung Valinors
- Von den Menschen
- Von der Rückkehr der Noldor
- Von Beleriand und seinen Reichen
- Von den Noldor in Beleriand
- Von Maeglin
- Von den ersten Menschen im Westen
- Vom Verderben Beleriands und von Fingolfins Ende
- Von Beren und Lúthien
- Von der Fünften Schlacht: Nirnaeth Arnoediad
- Von Túrin Turambar
- Vom Untergang Doriaths
- Von Tuor und dem Fall von Gondolin
- Von Earendils Fahrt und dem Krieg des Zorns
Quellen
- ↑ J. R. R. Tolkien; Humphrey Carpenter, Christopher Tolkien (Hrsg.): J. R. R. Tolkien Briefe, Brief 115 (datiert 15. Juni, year unknown (possibly 1948).)
- ↑ J. R. R. Tolkien: Das Buch der Verschollenen Geschichten Teil 1. Herausgegeben von Christopher Tolkien. Übersetzt von Hans J. Schütz. Klett-Cotta, Stuttgart 1999. (Im Original erschienen 1983 unter dem Titel The Book Of Lost Tales. Part One.) Vorwort
- ↑ J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion. Herausgegeben von Christopher Tolkien. Quenta Silmarillion, I Vom Anbeginn der Tage.
- ↑ J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion. Herausgegeben von Christopher Tolkien. Quenta Silmarillion, II Von Aule und Yavanna.
- ↑ J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion. Herausgegeben von Christopher Tolkien. Quenta Silmarillion, III Vom Erwachen der Elben und von Melkors Gefangenschaft.
- ↑ J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion. Herausgegeben von Christopher Tolkien. Quenta Silmarillion, V Von Eldamar und den Fürsten der Eldalië.
- ↑ J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion. Herausgegeben von Christopher Tolkien. Quenta Silmarillion, IV Von Thingol und Melian.
- ↑ J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion. Herausgegeben von Christopher Tolkien. Quenta Silmarillion, VI Von Feanor und der Loskettung Melkors.
- ↑ J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion. Herausgegeben von Christopher Tolkien. Quenta Silmarillion, VII Von den Silmaril und der Unruhe der Noldor.
- ↑ J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion. Herausgegeben von Christopher Tolkien. Quenta Silmarillion, VIII Von der Verdunkelung Valinors.
- ↑ J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion. Herausgegeben von Christopher Tolkien. Quenta Silmarillion, XIII Von der Rückkehr der Noldor.
- ↑ J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion. Herausgegeben von Christopher Tolkien. Quenta Silmarillion, IX Von der Verbannung der Noldor.
- ↑ J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion. Herausgegeben von Christopher Tolkien. Quenta Silmarillion, XI Von Sonne und Mond und der Verhüllung Valinors.
- ↑ J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion. Herausgegeben von Christopher Tolkien. Quenta Silmarillion, XVII Von den ersten Menschen im Westen.
- ↑ J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion. Herausgegeben von Christopher Tolkien. Quenta Silmarillion, XVIII Vom Verderben Beleriands und von Fingolfins Ende.
- ↑ 16,0 16,1 J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion. Herausgegeben von Christopher Tolkien. Quenta Silmarillion, XIX Von Beren und Lúthien.
- ↑ J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion. Herausgegeben von Christopher Tolkien. Quenta Silmarillion, XX Von der Fünften Schlacht: Nirnaeth Arnoediad.
- ↑ J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion. Herausgegeben von Christopher Tolkien. Quenta Silmarillion, XXII Vom Untergang Doriaths.
- ↑ J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion. Herausgegeben von Christopher Tolkien. Quenta Silmarillion, XXIV Vom Untergang Doriaths.
- ↑ J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion. Herausgegeben von Christopher Tolkien. Quenta Silmarillion, XXI Von Túrin Turambar.
- ↑ J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion. Herausgegeben von Christopher Tolkien. Quenta Silmarillion, XXIII Von Tuor und dem Fall von Gondolin.
