Galdor (Sohn von Hador)
| Galdor | |
|---|---|
| Titel | |
| Oberhaupt des Hauses Hador[1] Fürst von Dor-Lómin[2][3] | |
| Eckdaten | |
| Andere Namen | Galdor Orchal Galdor der Lange (Original Galdor the Tall)[4] |
| Geboren | 417 E. Z. (J. S.) |
| Gestorben | 462 E. Z. (J. S.) [5] Eithel Sirion[3] |
| Volk | Menschen |
| Zugehörigkeit | Edain[2] |
| Ort | Dor-lómin, Beleriand[2] |
| Familie | |
| Haus | Haus Hador |
| Eltern | Hador Lórindol |
| Mutter | Gildis |
| Geschwister | Glóredhel & Gundor |
| Ehepartner | Hareth |
| Kinder | Húrin & Huor[5] |
| Körperliche Beschreibung | |
| Waffen | Drachenhelm von Dor-Lómin[6] |
Galdor ist im Legendarium ein Mensch aus dem Haus Hador. Er ist das sechste Oberhaupt seines Hauses und der zweite Fürst von Dor-lómin.
Beschreibung
Galdor gehörte zum Volk Marachs, dem dritten der drei Häuser der Edain, und wurde im Jahr 417 E. Z. (J. S.) geboren. Er war der Sohn von Gildis und Hador Lórindol, dem Anführer seines Hauses. Galdor hatte eine ältere Schwester namens Glóredhel und einen jüngeren Bruder namens Gundor. Er war verheiratet mit Hareth, der Tochter des Oberhauptes des Hauses Haleth. Sie hatten zwei Söhne:
Galdors Vater Hador war nicht nur Oberhaupt des Hauses Hador, sondern seit dem Jahr 416 E. Z. (J. S.)[7] auch Fürst von Dor-lómin. Hador war in jungen Jahren in das Haus Fingolfins gekommen und war ein Liebling des Königs, der ihm die Herrschaft über dieses Gebiet übertrug.[2] Zudem wurde Galdors Vater Hador Lórindol zu den mächtigen Elbenfreunden gezählt.[8]
Galdor war neben seinem Vater Hador der einzige seines Volkes, der stark genug gewesen war, den Drachenhelm von Dor-Lómin zu tragen. Der Helm war ein Zwergenhelm, der ursprünglich nicht für Männer oder Elben gemacht worden war.[6][9]
Legendarium
Im Jahr 436 E. Z. (J. S.)[10] feierten Galdor und seine Schwester Glóredhel ihre Doppelhochzeit mit einem großen Fest.[2] Sie heirateten Hareth und Haldir, die Kinder Halmirs, des Oberhauptes des Hauses Haleth.[11] Im Jahr 441 E. Z. (J. S.) wurde Galdors Sohn Húrin geboren, im Jahr 444 E. Z. (J. S.) folgte sein zweiter Sohn Huor.[12][13]
Wie es zu jener Zeit unter den Menschen Brauch war, lebten Galdors Söhne zeitweise bei ihrem Onkel Haldir unter den Haladin in Brethil. Als die Haladin gegen Orks in den Kampf zogen, nahmen auch Húrin und Huor an der Schlacht teil. Dabei gerieten sie in eine ausweglose Lage, wurden jedoch von dem Adler Thorondir gerettet und nach Gondolin gebracht, das bis dahin noch kein Mensch betreten hatte. Nach einem Jahr brachten die Adler Galdors Söhne zurück nach Dor-lómin. Sie wollten nicht einmal ihrem Vater erklären, wo sie gewesen waren. Galdor erfuhr nicht, wo sie sich aufgehalten hatten, da König Turgon ihnen auferlegt hatte, nicht darüber zu sprechen.[3]
| „ | Habt ihr wohl ein Jahr in der Wildnis gehaust? Oder haben euch die Adler in ihren Horsten beherbergt? Aber ihr habt Nahrung und feine Kleider gefunden und kehrt heim wie junge Prinzen, nicht wie Waldläufer. | “ |
— J. R. R. Tolkien: Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Übersetzt von Wolfgang Krege. 27. Auflage. Klett-Cotta, Stuttgart 2015. Quenta Silmarillion, Kapitel XVIII: Vom Verderben Beleriands und von Fingolfings Ende, S. 247 | ||
Galdors Vater Hador und sein Bruder Gundor fielen im Jahr 455 E. Z. (J. S.) in der Dagor Bragollach, der vierten Schlacht von Beleriand. Galdor trat daraufhin die Nachfolge als Oberhaupt des Hauses Hador und als zweiter Fürst von Dor-lómin an. Nach der Schlacht nahm Galdors Volk die Frauen und Kinder des Hauses Haleth auf. Sie hatten aufgrund der aussichtslosen Lage den Wald von Brethil verlassen und waren unter der Führung von Emeldir über die Berge nach Dor-lómin gekommen.
Sieben Jahre später, im Jahr 462 E. Z. (J. S.), sandte Morgoth eine große Streitmacht nach Hithlum. Galdor wurde während der Belagerung von Eithel Sirion durch einen Pfeil getötet.[3] Da der Angriff plötzlich erfolgt war, hatte er den Drachenhelm von Dor-Lómin nicht bei sich.[6]
Im Jahr 472 E. Z. (J. S.) fiel Galdors Sohn Huor im Alter von 28 Jahren in der Nirnaeth Arnoediad, der fünften Schlacht von Beleriand. Galdors Sohn Húrin und seine Familie wurden von Morgoth mit einem Fluch belegt.[14] Morgoth verdammte Húrin über 28 Jahre hinweg, das Leiden und die Tragödien seiner Familie, gemischt mit seinen Lügen, mitanzusehen.[15]
Das dritte Haus der Menschen, das Volk von Marach, erhielt im Lauf der Geschichte den Namen von Galdors Vater Hador und wurde als Haus Hador bekannt.[Anm. 1][16]
Stammbaum
*Stammesführer des Hauses Hador[5]
Zu den bedeutendsten Nachfahren Galdors zählen sein Sohn Húrin Thalion, seine Enkel Túrin Turambar und Tuor. Außerdem Earendil, Elrond und Elros. Alle Könige von Númenor, die Fürsten von Andúnië, die Könige von Andor sowie die Stammesführer der Dúnedain waren zudem Nachfahren von Elros.[17][18]
Etymologie
Galdors Sindarin-Beiname Orchal bedeutet sowohl überlegen, überragend als auch groß und hoch.[4][19]
Werkgeschichte
In einem früheren Entwurf trug Galdor den Namen Galion. In dieser Version heiratete er nicht Hareth, die Tochter von Hador, sondern eine Tochter von Haleth the Hunter (Haleth der Jäger), der in dieser Schaffensphase noch das Oberhaupt der Haladin war.[20][21]
Links
- Silmarillion Stammbaum (PDF, ca. 108 kb)
- Stammbaum der Eldar und Atani
Anmerkung
- ↑ Christopher Tolkien schreibt in The War of the Jewels, dass der Name Hador für das dritte Haus der Edain bereits so verfestigt war, dass sein Vater diesen Namen nicht aufgeben wollte, selbst als Hador nicht mehr der erste Stammesführer dieses Volkes war. Zudem sollte der Name Hador mit der Lordschaft von Dor-lómin verbunden bleiben, da die Bedeutung dieses Hauses in engem Zusammenhang stand. Es scheint jedoch, dass Tolkien sich zu diesem Thema nicht mehr geäußert hat.
Quellen
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XI The War of the Jewels. Part Two: The Later Quenta Silmarillion, Kapitel XIV: Of the Coming of Men into the West, (ii) The House of Hador
- ↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion: Kapitel XVII: Von den ersten Menschen im Westen
- ↑ 3,0 3,1 3,2 3,3 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XVIII: Vom Verderben Beleriands und von Fingolfings Ende
- ↑ 4,0 4,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XI The War of the Jewels. Part Three: The Wanderings of Húrin and other Writings not forming Part of the Quenta Silmarillion, Kapitel I: The Wanderings of Húrin, S. 308, Note 48
- ↑ 5,0 5,1 5,2 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XI The War of the Jewels. Part Two: The Later Quenta Silmarillion, Kapitel XIV: Of the Coming of Men into the West, S. 234
- ↑ 6,0 6,1 6,2 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Unfinished Tales. Teil Eins: The First Age, Kapitel II: Narn I Hîn Húrin, S. 98
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XI The War of the Jewels. Part Two: The Later Quenta Silmarillion, Kapitel XIV: Of the Coming of Men into the West, §31, S. 228
- ↑ J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Buch II, Zweites Kapitel: Der Rat von Elrond
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The Children of Húrin. Narn I Chîn Húrin, The Tale of the Children of Húrin, Kapitel IV: The Depature of Túrin
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XI The War of the Jewels. Part One: The Grey Annals, S. 126, § 161
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Anhänge, Stammbäume IV, V: Das Haus Marach, Das Volk Haleths
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XI The War of the Jewels. Part One: The Grey Annals, S. 51, § 141
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XI The War of the Jewels. Part One: The Grey Annals, S. 51, § 143
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XX: Von der fünften Schlacht: Nirnaeth Arnoediad
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XXI: Von Túrin Turambar
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XI The War of the Jewels. Part Two: The Later Quenta Silmarillion, Kapitel XIV: Of the Coming of Men into the West, (ii) The House of Hador, S. 235
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Anhänge, Stammbäume II: Die Abkömmlinge von Olwe und Elwe
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Anhänge, Stammbäume IV: Das Haus Hador von Dor-lómin
- ↑ Wolfgang Krege: Elbisches Wörterbuch. Klett-Cotta, Stuttgart 2025. Teil I: Elbisch Deutsch, meldir, S. 143
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XI The War of the Jewels. Part One: The Grey Annals, S. 126, § 161
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XI The War of the Jewels. Part Three: The Wanderings of Húrin and other Writings not forming Part of the Quenta Silmarillion, Kapitel I: The Wanderings of Húrin, S. 268
