Adanel

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Adanel
Bekannt für
  • Weise Frau aus dem Hause Hador[1]
Eckdaten
Geboren 339 E. Z. (J. S.) [2]
Volk Menschen
Zugehörigkeit Edain
Ort Estolad, Beleriand[3]
Familie
Haus Haus Hador[3]
Mutter Zimrahin
Vater Malach
Geschwister Magor und weitere Geschwister[Anm. 1][4][5]
Ehepartner Belemir
Kinder Beren[4]

Adanel ist im Legendarium eine Frau aus dem Haus Hador. Sie gilt als weise Frau und ist die Urgroßmutter von Beren Erchamion.

Beschreibung

Adanel gehörte zum Volk Marachs, dem dritten der drei Häuser der Edain. Sie war das erste von zwei Kindern Malachs und wurde im Jahr 341 E. Z. (J. S.) geboren. Sie hatte einen jüngeren Bruder namens Magor. Adanel heiratete Belemir aus dem Hause Beor, einen Enkel von Belen, dem zweiten Sohn Beors. Adanel und Belemir hatten einen Sohn namens Beren. Dessen Tochter Emeldir war die Mutter von Beren Erchamion, wodurch Adanel dessen Urgroßmutter war.

Zum Zeitpunkt von Adanels Geburt war ihr Großvater Marach Stammesführer ihres Volkes. Nach dem Tod ihres Großvaters im Jahr 376 E. Z. (J. S.) war ihr Vater Malach für 22 Jahre das Oberhaupt des Volkes von Marach. Ihr Bruder Magor folgte ihm im Jahr 398 E. Z. (J. S.) nach.[4][6]

Adanel galt als weise Frau ihres Volkes.[1][7]

Legendarium

Adanels Vater Malach hatte vor seiner Geburt die Region um Estolad verlassen. Dies war das Gebiet, in dem das Volk Marachs lebte, nachdem sein Großvater Marach über die Blauen Berge nach Beleriand gezogen war. Malach hatte 14 Jahre in Hithlum bei den Elben unter Fingolfin, dem Hochkönig der Noldor, gelebt.[3] Wie auch ihr Vater sprach Adanel Sindarin.[4]

Adanel gehörte zu jenen Weisen, die von den Menschen hochgeschätzt wurden, da sie über Kenntnisse der Legenden aus alten Tagen verfügte.

Andreth, eine weise Frau aus dem Hause Beor lebte in ihrer Jugend einige Zeit bei Adanel, da Adanels Mann Belemir ein Verwandter Andreths war und die beiden ein enges Verhältnis hatten. Andreth lernte von Adanel viel über die Geschichte des Hauses Hador.[7] Adanel hatte Andreth erzählt, dass die Menschen nicht von Natur aus kurzlebig gewesen seien, sondern durch die Niedertracht des Dunklen Herrschers Melkor so geworden wären. Sie erzählt von einer Sage der Edain, die als „Die Geschichte Adanels“ bekannt ist.[8]

Die Geschichte Adanels

Die Erzählung beginnt in Hildorien, zu einer Zeit, bevor auch nur ein Mensch gestorben war. Damals sprach eine Stimme zu den Menschen:

Ihr seid meine Kinder. Ich habe euch gesandt hier zu wohnen. Mit der Zeit werdet ihr diese Erde erben, aber zuerst sollt ihr Kinder sein und lernen. Ruft mich an und ich werde euch hören, denn ich wache über euch.

— J. R. R. Tolkien: Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. X Morgoth's Ring. Harper Collins, London 2015. Part Four: Athrabeth Finrod ah Andreth, S. 345

Obwohl die Menschen noch nicht sprechen konnten, nahmen sie die Stimme in ihrem Herzen wahr und fühlten sich ermutigt, die Welt zu erkunden. Sie riefen die Stimme häufig an, erhielten aber den Rat, selbst nach Antworten zu suchen und die Freude am Finden zu entdecken, um so der Kindheit zu entwachsen und weise zu werden.

Eines Tages erschien ihnen ein schöner und mächtiger Mann. Er erzählte den Menschen, er sei aus Mitgefühl zu ihnen gekommen, da sie nicht alleine gelassen werden sollten und Führung benötigten. Er versprach ihnen ein leichteres Leben haben. Sie könnten die Dunkelheit aus ihrem Leben verbannen und das Licht bewahren, ja sie könnten sogar werden wie er. Er nannte sich den „Geber der Geschenke“ und versprach, die Geschenke würden niemals enden, solange sie ihm nur vertrauten. Die Menschen waren fasziniert und begannen, ihn zu verehren. Ihr früheres Leben erschien ihnen nun arm und hart. Sie glaubten, dass alles was er lehrte gut sei und waren geblendet von seinem Wissen. Immer öfter sprach er von der Dunkelheit, vor der er sie beschützen wollte, denn die Dunkelheit, sagte er, würde sie ohne ihn verschlingen. Als die Menschen ihm von der Stimme, die sie gehört hatten, erzählten, wurde er wütend und behauptete, dass es die Stimme der Finsternis sei, die sie von ihm fernhalten wolle.

Daraufhin verschwand er für lange Zeit und die Menschen vermissten seine Gaben. Schließlich kam eine Zeit, in der ein großer Schatten auf die Welt fiel und das Licht schwächer wurde. Da kehrte er zurück und erklärte, die Dunkelheit rücke näher und sie müssten sich entscheiden. Würden sie der Stimme folgen, würde er sie verlassen. Sollte sie sich aber für ihn entscheiden, müssten sie ihm dienen.

Die Menschen wählten ihn. Sie mussten ihm einen Tempel errichten und sich unterwerfen. Sie sollten zu ihm beten, Opfer bringen und immer grausamere Taten für ihn ausführen. Seine Gaben wurden seltener und die Stimme, die sie zu Begin gehört hatten, vernahmen sie nur noch einmal. Sie sprach zu den Menschen, dass auch wenn sie ihn verleugnet hätten, sie weiterhin seine Kinder blieben. Das Leben dass er den Menschen gegeben hatte sollte verkürzt werden und jeder von ihnen werde bald zu ihm kommen, um zu erkennen, wer ihr wahrer Herr sei. Derjenige, der sie erschaffen habe oder derjenige, den sie nun anbeten.

Die Menschen riefen ihren dunklen Herrn an, damit er sie vor dem Tode bewahre. Doch als er erschien, knechtete er die Menschen umso mehr und drohte ihnen mit dem Tode, wenn sie nicht seinen Willen täten. Sie folgten seinen Befehle, in der Hoffnung nicht sterben zu müssen, egal wie böse die auch sein mochten. Doch seine Gunst gewährte er nur den Stärksten und Grausamsten, die wiederum die Schwächeren versklavten.

Die wenigen Menschen, die bekannten, dass die erste Stimme der wahre Herr gewesen sei, wurden getötet und diejenigen, die flohen wurden gejagt. Die wenige, die entkommen konnten gingen als die Menschen der drei Häuser der Edain in die Geschichte ein.[9]

Stammbaum

Marach*
Zimrahin
Malach*
Imlach
Belemir
Adanel
Magor*
Amlach
Beren
Hathol*
Hador*
Beren Erchamion
Galdor*
Húrin*
Huor
Túrin
Tuor
Elwing
Earendil
Elrond
Elros
Arwen
Aragorn

*Stammesführer des Hauses Hador[4]

Zu den bedeutendsten Nachfahren Adanels zählen ihr Urenkel Beren Erchamion, Elrond und Elros. Alle Könige von Númenor, die Fürsten von Andúnië, die Könige von Andor sowie die Stammesführer der Dúnedain waren zudem Nachfahren von Elros.[10][11]

Werkgeschichte

  • In einer früheren Fassung war Harindor Lórindol der Stammesführer des dritten Hauses der Edain, der sein Volk über die Blauen Berge nach Beleriand führte. Adanel war in dieser Version noch seine Schwester, bevor sie in der späteren Fassung die Schwester von Hadors Großvater Magor und damit seine Großtante wurde.[6]
  • In einem früheren Entwurf, findet sich neben der Bemerkung, dass Magor und Adanel weitere Geschwister haben ein durchgestrichener Name. Für Christopher Tolkien war der Name nur teilweise lesbar: Sael …th the Wise. Im Zuge späterer Änderungen wurde Sael…th zunächst in Saelon geändert und anschließend wieder so durchgestrichen, dass die Buchstaben des ursprünglichen Namens nicht mehr lesbar waren.[5]

Links

Anmerkung

  1. In einem früheren Entwurf, vermerkte Tolkien, dass Magor und Adanel noch weitere Geschwister hatten, die in den Chroniken nicht vermerkt sind.

Quellen

  1. 1,0 1,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XI The War of the Jewels. Part Four: Index, S. 425
  2. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XI The War of the Jewels. Part Two: The Later Quenta Silmarillion, Kapitel XIV: Of the Coming of Men into the West, S. 234
  3. 3,0 3,1 3,2 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion: Kapitel XVII: Von den ersten Menschen im Westen
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 4,4 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XI The War of the Jewels. Part Two: The Later Quenta Silmarillion, Kapitel XIV: Of the Coming of Men into the West, S. 231
  5. 5,0 5,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XI The War of the Jewels. Part Two: The Later Quenta Silmarillion, Kapitel XIV: Of the Coming of Men into the West, S. 233
  6. 6,0 6,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XI The War of the Jewels. Part Two: The Later Quenta Silmarillion, Kapitel XIV: Of the Coming of Men into the West, (ii) The House of Hador,S. 232
  7. 7,0 7,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. X Morgoth's Ring. Part Four: Athrabeth Finrod ah Andreth, S. 305
  8. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. X Morgoth's Ring. Part Four: Athrabeth Finrod ah Andreth, S. 345
  9. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. X Morgoth's Ring. Part Four: Athrabeth Finrod ah Andreth, S. 345-349
  10. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Anhänge, Stammbäume II: Die Abkömmlinge von Olwe und Elwe
  11. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Anhänge, Stammbäume IV: Das Haus Hador von Dor-lómin