Ents

Ents ist im Legendarium die Bezeichnung für die Baumhirten in der Sprache der Rohirrim. Sie sind riesenhafte, baumartige Wesen und die wohl ersten intelligenten Wesen Ardas.
Beschreibung
Weil jeder Ent einer bestimmten Baumart ähnelt, unterscheiden sie sich in Größe, Dicke und Farbe, auch die Zahl ihrer Finger und Zehen schwankt zwischen drei und neun. Gewöhnlich sind die Ents etwa 14 Fuß oder 4,2 Meter groß, besitzen eine feste, borkige Haut und wohnen in Höhlen oder Lauben in der Nähe von Quellen. Sie nehmen nur flüssige Nahrung zu sich und schlafen im Stehen. Auch wenn sie nicht unsterblich sind wie die Elben, werden die Ents doch sehr alt. Sie leben, denken und sprechen langsamer als die Kinder Ilúvatars. Die entische Sprache ist die langsamste bekannte Sprache Mittelerdes. Gemächlichkeit bestimmt ihr Dasein und gerne geben sie sich äußerst langwieriger Dichtkunst oder Gesang hin.[1] Verärgert man die Ents jedoch, können sie vor Zorn rasen und mit bloßen Händen dicke Mauern einreißen.[2]
Baumbart beschreibt die Entfrauen als gebückte Gestalten, die von der Sonne gebräunt sind und Wangen wie rote Äpfel haben.[1]
Im Ersten Zeitalter wanderten Ents überall in Mittelerde umher. Später kam es zur Entfremdung der Entmänner von den Entfrauen. Die Entfrauen zogen sich in das Gebiet südlich des Großen Grünwalds zurück, das gegen Ende des Zweiten Zeitalters von Sauron verwüstet wurde. Von den Entfrauen fehlt anschließend jede Spur, sodass es nicht weiter verwundert, dass die Ents im Dritten Zeitalter – genau wie die Elben und Zwerge – ein schwindendes Volk sind, weil keine jungen "Entings" mehr nachwachsen. Viele Ents wurden baumisch, sogenannte Huorns.[1]
Die meisten Ents haben sich nach Fangorn zurückgezogen, und nur selten bekommen die Bewohner von Mittelerde einen der Baumhirten zu Gesicht.[1]
Die Versammlung der Ents nennt man Entthing.[1]
Schlachten
Die Ents bleiben in militärischen Konflikte in der Regel neutral, da auch die Konfliktparteien selten auf Seiten der Bäume und ihrer Hirten stehen. Ents nehmen daher nur sehr selten an Schlachten in Mittelerde teil. Es sind jedoch vier Kämpfe, an denen die Ents oder Huorns beteiligt waren verzeichnet.
- 503 E. Z.: Nachdem die Zwerge von Nogrod, die Menegroth gestürmt hatten, mit dem erbeuteten Nauglamir auf dem Rückweg waren, wurden sie von den Grünelben unter der Führung von Beren bei Sarn Athrad aus dem Hinterhalt angegriffen. Bei diesem ersten Angriff wurde bereits ein Großteil des Zwergenheers vernichtet. Die Überlebenden flüchteten eng beieinander Richtung Osten in die Berge. Nachdem sie den Dolmed-Berg erklommen hatten, wurden sie nun von Ents angegriffen und in die Wälder der Ered Lindon getrieben. Kein Einziger soll je wieder in seine Heimat zurückgekehrt sein.[3]
- 2.-3. März 3019 D. Z.: Durch Beschluss des Entthing greifen die Ents Sarumans Feste Isengart an, um der Abholzung und Zerstörung Fangorns durch Sarumans Orks Einhalt zu gebieten. Nach dem Angriff der Ents bleibt nur noch der schwarze Turm Orthanc stehen.[4]
- 4. März 3019 D. Z.: Die Huorns unter der Führung einiger Ents vernichten die Reste von Sarumans Streitmacht, die sich am Morgen nach der Schlacht von Helms Klamm auf dem Rückzug befanden. Sie versperrten dazu den einzigen Ausgang und damit Fluchtmöglichkeit aus dem Klammtal. Alle fliehenden Orks, die versuchten durch den Huornwald zu fliehen, wurden nie wieder gesehen.[4]
- 12. März 3019 D. Z.: Nachdem ein Heer aus dem Morannon die Insel Cair Andros erobert hat, rückt es ins östliche Rohan vor. Dort wird es von den Ents vernichtet, ohne deren Hilfe Rohan verwüstet worden wäre.[4]
Hintergrund
Ents wurden von Eru in den Zeitaltern vor den Tagen für Yavanna geschaffen, um die Wälder von Mittelerde zu beschützen.[5] In den alten Listen, die die Ents über die Namen der ihnen bekannten Lebewesen erstellt haben, heißt es daher:
| „ | Lerne die Namen der lebenden Wesen!
[...] Die ältesten aller, die Elbenkinder; Zwerg, der Schatzgräber, hausend im Dunkel; Ent, der Erdsproß, alt wie die Berge [...] |
“ |
— J. R. R. Tolkien: Herr der Ringe. Drittes Buch, Kapitel 4: Baumbart | ||
An Frodo Beutlins 50. Geburtstag behauptet Samweis Gamdschie im Gasthaus „Zum Grünen Drachen“, dass sich jenseits der Nordmoore Baummänner oder Riesen rumtreiben, die größer als ein Baum sind. Als Beweis führt er seinen Vetter Halfast von Oberbühl an, der ein Wesen so groß wie eine Ulme gesehen haben will, das mit drei Klafter (5,5 Meter) langen Schritten dort herumlief. Wenn es sich bei dieser Geschichte um keine Flunkerei handelt, könnte es sich bei dem gesichteten Wesen um eine Entfrau handeln.[6]
Bekannte Ents
Nur wenige Ents sind überhaupt namentlich bekannt. Der bekannteste ist sicherlich Fangorn (Baumbart). Weiter namentlich bekannte Ents sind:
- Bregalad (Flinkbaum)
- Fimbrethil (Schlankbirke/Schlankbuche)
- Finglas (Lockenblatt)
- Fladrif (Borkenhaut)
- Buchenbein[1]
Andere Namen
Etymologie
- Das Wort Ent stammt über das Wort ettin vom altenglischen eoten (Riese) ab.[8]
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Übersetzt von Margaret Carroux und Ebba-Margareta von Freymann. Klett-Cotta, Stuttgart 1969/1970. (Im Original erschienen 1954/55 unter dem Titel The Lord of the Rings.) Drittes Buch, Viertes Kapitel: Baumbart
- ↑ J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Übersetzt von Margaret Carroux und Ebba-Margareta von Freymann. Klett-Cotta, Stuttgart 1969/1970. (Im Original erschienen 1954/55 unter dem Titel The Lord of the Rings.) Drittes Buch, Neuntes Kapitel: Treibgut und Beute
- ↑ J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion. Herausgegeben von Christopher Tolkien. Übersetzt von Wolfgang Krege. Klett-Cotta, Stuttgart 1978. (Im Original erschienen 1977 unter dem Titel The Silmarillion.) Quenta Silmarillion, Kapitel 22: Vom Untergang Doriaths
- ↑ 4,0 4,1 4,2 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Übersetzt von Margaret Carroux und Ebba-Margareta von Freymann. Klett-Cotta, Stuttgart 1969/1970. (Im Original erschienen 1954/55 unter dem Titel The Lord of the Rings.) Anhang B. Die Aufzählung der Jahre (Zeittafel der Westlande): Die Großen Jahre
- ↑ J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion. Herausgegeben von Christopher Tolkien. Übersetzt von Wolfgang Krege. Klett-Cotta, Stuttgart 1978. (Im Original erschienen 1977 unter dem Titel The Silmarillion.) Quenta Silmarillion, Kapitel 2: Von Aule und Yavanna
- ↑ J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Übersetzt von Margaret Carroux und Ebba-Margareta von Freymann. Klett-Cotta, Stuttgart 1969/1970. (Im Original erschienen 1954/55 unter dem Titel The Lord of the Rings.) Erstes Buch, Zweites Kapitel: Der Schatten der Vergangenheit
- ↑ 7,0 7,1 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Übersetzt von Margaret Carroux und Ebba-Margareta von Freymann. Klett-Cotta, Stuttgart 1969/1970. (Im Original erschienen 1954/55 unter dem Titel The Lord of the Rings.) Anhang F, I. Sprachen und Völker des Dritten Zeitalters: Von anderen Rassen. Ents
- ↑ ettin, Eintrag im Online Etymologie Dictionary
