Caranthir
| Caranthir | |
|---|---|
| Matěj Čadil, Dor Caranthir, 2010 | |
| Titel | |
| Prinz der Noldor[1] Fürst von Thargelion[2] | |
| Eckdaten | |
| Andere Namen | Caranthir der Dunkle (Original Caranthir the Dark)[3] Morifinwe (Original Morifinwë)[Anm. 1] Moryo[Anm. 2][4] Carnistir[Anm. 3][4][5] |
| Geboren | in den Jahren der Bäume Tirion[6] |
| Gestorben | 506 E. Z. (J. S.)[7] Menegroth[8] |
| Volk | Elben |
| Zugehörigkeit | Noldor, Haus Feanor[6] |
| Ort | Aman, Eldamar[6] Thargelion[2] Amon Ereb[9] |
| Familie | |
| Eltern | Feanor & Nerdanel |
| Geschwister | Maedhros, Maglor, Celegorm, Curufin, Amrod und Amras[6] |
| Ehepartner | Verheiratet[10] |
| Körperliche Beschreibung | |
| Haarfarbe | Dunkel[4] |
Caranthir ist im Legendarium ein Elb und ein Prinz der Noldor. Er ist der vierte Sohn der sieben Söhne von Feanor und Nerdanel.
Beschreibung
Caranthir wurde während der Jahre der Bäume in Tirion in Valinor geboren. Er war der vierte der sieben Söhne Feanors und seiner Frau Nerdanel. Seine älteren Brüder waren Maedhros, Maglor und Celegorm. Seine jüngeren Brüder waren Curufin und die Zwillinge Amrod und Amras.[6]
Caranthirs Vater Feanor war der Erschaffer der drei legendären Silmarili, der berühmten Juwelen, in denen das Licht der Bäume von Valinor bewahrt war.[11]
Caranthir galt als hochmütig[12] und war der bitterste und jähzornigste der Söhne Feanors.[3] Caranthir hatte schwarze Haare, wie sein Großvater Finwe, und einen roten Teint, wie seine Mutter Nerdanel.[4]
Legendarium
Aman
Morgoth hatte Zwietracht unter den Noldor gesät, wodurch es zwischen Caranthirs Vater Feanor und dessen Halbbruder Fingolfin zum Streit kam. Als Feanor zur Rechenschaft gezogen und für zwölf Jahre in den Norden Valinors nach Formenos verbannt wurde, folgten ihm seine sieben Söhne ins Exil.[11]
Nachdem es Morgoth gelungen war, die Silmarili zu stehlen, leistete Feanor einen schrecklichen Eid und alle seine Söhne taten es ihm gleich.
| „ | Sie schworen einen Eid, wie keiner ihn brechen darf und keiner ihn schwören sollte, [...] und sie riefen das ewige Dunkel auf sich herab, wenn sie ihn nicht hielten; [...] gelobten sie, mit Hass und Rache bis ans Ende der Welt zu verfolgen jeden [...] wer immer einen Silmaril aus ihrem Besitz nehme, behalte oder verwahre. | “ |
— J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Klett-Cotta, Stuttgart 2015. Quenta Silmarillion, Kapitel IX: Von der Verbannung der Noldor, S. 1215. | ||
Caranthir und seine Brüder folgten gemeinsam mit einem Großteil der Noldor ihrem Vater nach Mittelerde. Um das Meer mit Schiffen überqueren zu können, versuchte Feanor, die Teleri zum Mitkommen zu bewegen. Als sie dies verweigerten, nahmen die Noldor die Schiffe mit Gewalt an sich und es kam zum Sippenmord von Alqualonde. An der nördlichen Grenze des bewachten Reiches erschien daraufhin eine mächtige Gestalt, die sie mit einem Fluch belegte. Damit fiel auch Caranthir unter den Fluch der Noldor.[1]
Thargelion
Nach ihrer Ankunft in Mittelerde lagerten die Noldor am Nordufer des Mithrimsees. Dort wurden sie von Morgoths Herr angegriffen. Es kam zur Schlacht unter Sternen, der Dagor-nuin-Giliath, aus der die Noldor siegreich hervorgingen. Feanor, von seinem Zorn getrieben, eilte seinem Heer voraus und wurde von Morgoths Dienern so schwer verwundet, dass er bald darauf starb. Vor seinem Tod trug er seinen Söhnen auf, ihren Eid zu erfüllen und ihren Vater zu rächen.[13]

Caranthir und sein Volk ließen sich in Thargelion nieder, das auch Dor Caranthir (Land Caranthirs) genannt wurde. Die Region lag im Osten Beleriands, zwischen dem Fluss Gelion und den Blauen Bergen. Sie errichten eine Festung an den umliegenden Bergen des Sees Helevorn, um zu verhindern, dass Orks aus dem Norden durch Magors Lücke nach Beleriand einfallen konnten.[2]
Um das Jahr 150 E. Z. stießen Caranthirs Leute erstmals auf die Naugrim. Caranthir begegnete den Zwergen voller Hochmut und konnte seine Verachtung für deren Hässlichkeit kaum verbergen. Und obwohl zwischen den beiden Völkern wenig Freundschaft herrschte, schlossen sie ein Bündnis, da beide verband, dass sie Morgoth fürchteten. Die Zwerge handelten auf ihren Wegen durch Caranthirs Gebiet und brachten den Elben Eisen und andere Güter. Im Gegenzug erhielten sie Zugang zu der Handwerkskunst der Noldor. Durch den Handel erlangte Caranthir großen Reichtum.[12]
Nachdem die Haladin die Blauen Berge überschritten hatten, ließen sie sich in Thargelion nieder. Caranthirs Volk schenkte ihnen zunächst wenig Beachtung.[14] Im Jahr 375 E. Z. (J. S.)[15] sandte Morgoth eine Schar Orks aus, um den Menschen zu schaden. Diese überfielen die Haladin in den südlichen Wäldern von Caranthirs Land. Nach einer Woche des Kampfes kam Caranthir den Menschen mit seinem Heer zu Hilfe und schlug die Orks nieder. Als Caranthir den Mut der Menschen erkannte, bot er Haleth, der Stammesführerin, an, dass sie fortan unter seinem Schutz in seinem Land leben könnten. Haleth nahm dieses Angebot jedoch nicht an, da sie und ihr Volk nicht gewillt waren, sich unter den Schutz der Elben zu stellen.[14]
Im Jahr 455 E. Z. (J. B.) begann Morgoths Angriff, der zur vierten Schlacht von Beleriand, der Dagor Bragollach, führte. Die Orks durchbrachen den Pass von Aglon und überwanden die Lücke von Maglor. Sie nahmen Caranthirs Festung am Berge Rerir ein, verheerten ganz Thargelion und besudelten den Helevornsee. Caranthir floh mit den verbliebenen Elben seines Volkes. Gemeinsam mit den Elben aus den Gebieten seiner Brüder Amrod und Amras zog er sich in den Süden zurück. Auf dem Amon Ereb errichteten sie eine Wache und unterhielten dort eine kleine Streitmacht.[9]
Die letzten Jahre
Nach der Dagor Bragollach kamen die ersten Ostlinge nach Beleriand. Unter ihnen befanden sich Ulfang und seine Söhne Ulfast, Ulwarth und Uldor, die Caranthir ihre Treue schworen. Caranthirs Bruder Maedhros versammelte unter Maedhros' Bund Kräfte, um Morgoth zu besiegen, und Caranthir zog mit in die fünfte Schlacht von Beleriand, die Nirnaeth Arnoediad. Die Ostlinge, die sich in die Dienste Caranthirs gestellt hatten, verrieten die Noldor jedoch und fielen den Söhnen Feanors in den Rücken. Caranthir und seine Brüder überlebten die Schlacht, trugen jedoch schwere Wunden davon.[16] Nach der Niederlage zogen sich Caranthir und seine Brüder erneut zum Amon Ereb zurück.[17]
Im Jahr 466 E. Z. gelang es Beren und Lúthien, einen Silmaril aus Morgoths Krone zurückzugewinnen. Nachdem der Silmaril in den Besitz ihres Sohnes Dior gelangt war, erwachte der Eid der Söhne Feanors erneut. Sie forderten Dior auf, ihnen den Silmaril herauszugeben. Als Dior nicht antwortete, griffen die Söhne Feanors Doriath an. So kam es im Jahr 506 E. Z. (J. S.)[7] zum Zweiten Sippenmord, als sie Menegroth angriffen. Dior fiel in diesem Kampf und ebenso starben Caranthir und seine Brüder Celegorm und Curufin. Den Silmaril konnten die Söhne Feanors jedoch nicht zurückgewinnen, da Diors Tochter Elwing mit ihm geflohen war.[8]
Später starben drei weitere, weil sie den Eid ihres Vaters erfüllen wollten. Amras und Amrod wurden erschlagen, als sie an den Mündungen des Sirion versuchten, den Silmaril an sich zu reißen. Nach dem Krieg des Zorns gelangten die beiden verbliebenen Silmaril in die Obhut Eonwes. Maedhros und Maglor schlichen sich in das Lager und raubten die beiden Juwelen. Maedhros' Hand wurde durch den Silmaril versengt und er stürzte sich in einen Abgrund voller Feuer und starb. Maglor konnte den Schmerz ebenfalls nicht ertragen und warf den Silmaril ins Meer. Danach wanderte er für immer an den Küsten Mittelerdes umher und sang in Schmerz und Trauer.[18]
Stammbaum
| Mahtan | Míriel | Finwe | Indis | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Nerdanel | Feanor | Findis | Fingolfin | Írimë | Finarfin | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Maedhros | Maglor | Celegorm | Caranthir | Curufin | Amrod | Amras | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Celebrimbor | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Etymologie
Caranthir ist die Sindarin-Form seines Quenya-Namens Carnistir (‚der Rotgesichtige‘).[5]
Anmerkungen
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel IX: Von der Verbannung der Noldor.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XIV: Von Beleriand und seinen Reichen.
- ↑ 3,0 3,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Anhänge: Namensregister, Caranthir
- ↑ 4,0 4,1 4,2 4,3 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XII The Peoples of Middle-earth. Part Two: Late Writings, Kapitel XI: The Shibboleth of Fëanor, S. 353.
- ↑ 5,0 5,1 Helmut W. Pesch: Das große Elbisch-Buch. Kapitel VII Wörterbuch Quenya-Deutsch, Carnistir.
- ↑ 6,0 6,1 6,2 6,3 6,4 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel V: Von Eldamar und den Fürsten der Eldalië.
- ↑ 7,0 7,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XI The War of the Jewels. Part Three: The Wanderings of Húrin and other Writings not forming Part of the Quenta Silmarillion, Kapitel V: The Tale of Years, S. 351.
- ↑ 8,0 8,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XX: Vom Untergang Doriaths.
- ↑ 9,0 9,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XVIII: Vom Verderben Beleriands und von Fingolfings Ende.
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XII The Peoples of Middle-earth. Part Two: Late Writings, Kapitel X: Of Dwarves and Men, S. 318, Note 7.
- ↑ 11,0 11,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel VII: Von den Silmaril und der Unruhe der Noldor.
- ↑ 12,0 12,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XI The War of the Jewels. Part One: The Grey Annals, S. 45, §114.
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XIII: Von der Rückkehr der Noldor.
- ↑ 14,0 14,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion: Kapitel XVII: Von den ersten Menschen im Westen.
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XI The War of the Jewels. Part Two: The Later Quenta Silmarillion, Kapitel XIV: Of the Coming of Men into the West, S. 227, § 24.
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XX: Von der fünften Schlacht: Nirnaeth Arnoediad.
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. V The Lost Road and Other Writings. Part Two: Valinor and Middle-earth before the Lord of the Rings, Kapitel III: The Later Annals of Beleriand, S. 143.
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XXIV: Von Earendils Fahrt und dem Krieg des Zorns.
| Söhne Feanors | |
| Maedhros • Maglor • Celegorm • Caranthir • Curufin • Amrod • Amras | |
