Haus Hador

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Das Haus Hador ist das dritte Haus der drei Häuser der Edain. Sie sind das dritte Volk der Menschen, die über die Blauen Berge nach Beleriand kommen.

Beschreibung

Das Haus Hador war zahlenmäßig das größte Volk der Menschen. Es kam als drittes Volk, nach dem Haus Beor und dem Haus Haleth, unter der Führung Marachs über die Blauen Berge nach Beleriand. Die Hadorianer waren große, kriegerische Menschen, die in geordneten Reihen marschierten.[1]

Aussehen und Eigenschaften

Die Menschen aus dem Hause Hador waren hellhäutig, meist blond und hatten blaue Augen. Sie waren größer und kräftiger als viele Elben. Ihr Wesen galt als leidenschaftlich. Sie konnten jähzornig sein und waren wild im Kampf, lachten jedoch leicht und waren großzügig gegenüber Freunden sowie entschlossen, treu und jung im Herzen. Alle drei Häuser der Edain übertrafen in ihrer Geschicklichkeit und Weisheit die Menschen, die noch östlich der Berge lebten und die Eldar nicht kannten.[2]

Legendarium

Die Menschen des Hauses Hador kamen im Jahr 311 E. Z. (J. S.)[3] über die Blauen Berge nach Beleriand. Sie ließen sich in der Nähe des Volkes vor Beor im Süden und Osten von Estolad nieder. Die beiden Völker lebten in enger Freundschaft miteinander.

Fingolfin, der Hochkönig der Noldor, sandte den Menschen eine Willkommensbotschaft. Viele Elben reisten zu den Menschen, um diese zu sehen, da deren Ankunft schon vor langer Zeit geweissagt worden war. Die Elbenfürsten hofften zudem, in den Menschen Verbündete im Kampf gegen Morgoth zu gewinnen, und luden jene ein, die unter ihrem Volk leben wollten.[1] Im Jahr 322 E. Z. (J. S.) zog Marachs Sohn Malach mit einem Großteil seiner Gefolgschaft nach Westen weiter und gelangte nach Hithlum. Er verweilte dort für 14 Jahre.[3] Malachs Sohn Magor blieb einige Zeit an den Südhängen der Ered Wethrin.

Mit der Zeit wiesen die Elbenfürsten den Menschen ihre eigenen Gebiete zu, in denen ihre Anführer frei regieren konnten.

Hador Lórindol, Sohn Hathols und Enkel Magors, kam in seiner Jugend in das Haus Fingolfins und wurde ein Liebling des Königs. Im Jahr 416 E. Z. (J. S.)[4] übertrug Fingolfing ihm die Herrschaft über Dor-lómin, woraufhin die meisten Menschen des Hauses Hador sich in diesem Gebiet niederließen. In Hadors Haus wurde vor allem Sindarin gesprochen, doch auch die eigene Sprache wurde nicht vergessen. Aus ihr entwickelte sich später die Sprache von Númenor.

Im Krieg waren die Menschen Verbündete der Eldar, zogen jedoch unter ihren eigenen Anführern aus. Die Menschen aller drei Häuser gediehen in dieser Zeit und ihre Stärke vermehrte die Kraft der Noldor. Das Haus Hador war das größte der Edainhäuser. Die Elben hofften, dass Morgoth durch Hadors Volk eingeschlossen und unter Druck gesetzt wurde, da die Hadorianer weder Kälte noch lange Märsche scheuten und häufig bis weit in den Norden unterwegs waren.[1]

Im Jahr 455 E. Z. (J. S.) endete die Belagerung von Angband und es kam zur vierten Schlacht von Beleriand, der Dagor Bragollach. Hador und sein Sohn Gundor fielen, als sie die Nachhut von Fingolfin verteidigten. Galdor der Lange folgte seinem Vater als Oberhaupt des Volkes. Nach dieser Schlacht überschattete Morgoths Macht die Nordlande und das Volk war in Hithlum eingeschlossen.

Die Söhne Galdors, Húrin und Huor, lebten zeitweise bei den Haladin und wurden von ihrem Onkel Haldir aufgezogen. Dort zogen sie mit den Haladin in eine Schlacht gegen Orks, die in Brethil eingefallen waren. Der Adler Thorondor rettete die beiden und brachte sie zu König Turgon nach Gondolin, der sie freundlich empfing. Sie lebten fast ein Jahr in der verborgenen Stadt.

Im Jahr 462 E. Z. (J. S.) griff Morgoth erneut an und schickte eine Streitmacht gegen Hithlum. Galdor, der die Festung Eithel Sirion für Fingon verteidigte, wurde dabei getötet. Sein Sohn Húrin wurde daraufhin der dritte Fürst von Dor-Lomien.[5]

Im Jahr 472 E. Z. (J. S.) wagten unter Maedhros’ Bund die Elben Beleriands, Zwerge und Menschen einen großangelegten Angriff auf Morgoth. Auch das Haus von Haleth bereitete sich auf diese Schlacht vor. In der Nirnaeth Arnoediad siegte Morgoth und viele Männer des Hauses Hador fielen. Huor starb, während Húrin von Gothmog, dem Herrn der Balrogs, gefangen genommen wurde. Morgoth schickte die Ostlinge, die ihm gedient hatten, nach Hithlum. Dort durften sie die Überlebenden von Hadors Volk, die Frauen, Kinder und alten Leute, schinden und plündern.[6]

Im Jahr 583 E. Z. (J. S.) kam es zum Krieg des Zorns, der letzten und gewaltigsten Schlacht in Beleriand. Auch die wenigen noch lebenden Menschen aus den drei Häusern der Edain nahmen daran teil. Morgoth wurde schließlich besiegt, doch nach dem Krieg war die Welt verändert. Beleriand war vom Meer verschlungen.[7] Die überlebenden Menschen wurden nach dem Sieg belohnt. Eonwe kam zu ihnen und lehrte sie. Sie empfingen Weisheit, Macht und ein längeres Leben. Für die Edain wurde ein neues Land geschaffen, das weder zu Mittelerde noch zu Valinor gehören sollte: Andor, das Land der Gabe, später Númenor genannt.[8]

Stammbaum

Marach*
Meldis
Malach*
Imlach
Belemir
Adanel
Magor*
Amlach
Beren
Hathol*
Barahir
Emeldir
zwei Kinder
Hador*
Gildis
Beren Erchamion
Haldir
Glóredhel
Galdor*
Hareth
Gundor
Dior
Handir
Morwen
Húrin*
Huor
Rían
Túrin
Lalaith
Nienor
Tuor
Idril
Elwing
Earendil
Celebrian
Elrond
Elros
Elrohir
Elladan
Arwen
Aragorn
Eldarion
mindestens zwei Töchter

* Stammesführer des Hauses Hador[9]

Berühmte Familienmitglieder

Alle Könige von Númenor, die Fürsten von Andúnië, die Könige von Andor sowie die Stammesführer der Dúnedain waren Nachfahren von Elros, dem Urenkel Ríans.[10][11][12]

  • Marach führte sein Volk über die Blauen Berge nach Beleriand.[1]
  • Hador Lórindol war der erste Fürst von Dor-lómin und galt als mächtiger Elbenfreund.[1][13]
  • Húrin Thalion war der Vater von Túrin Turambar, kämpfte tapfer in der Nirnaeth Arnoediad und hielt Morgoth unter 28 Jahren Folter stand.[14] Auch er galt als mächtiger Elbenfreund.[5][13]
  • Huor war der Vater Túors und weissagte das Kommen von Earendil.[6][14]
  • Turin Turambar war ein tragischer Held und galt als Mächtiger unter den Elbenfreunden.[13][14]
  • Tuor war der Vater von Earendil und die letzte Hoffnung der Noldor.[15]
  • Earendil der Seefahrer war Fürsprecher der Menschen und der Elben und erleuchtete mit einem Silmaril den Himmel. Er war der Vater von Elrond und Elros.[7]

Andere Namen

  • Das Dritte Haus der Edain[16]
  • Das Haus Marach[9]
  • Haus Hador von Dor-lómin[12][16]
  • Strohköpfe, eine Bezeichnung, die die Ostlinge den Hadorianern gaben.[1][17]

Links

Quellen

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XVII: Von den ersten Menschen im Westen
  2. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. VI The Return of the Shadow. Part Two: Valinor and Middle-earth vefore the Lord of the Rings, Kapitel VI: Quenta Silmarillion, S. 276
  3. 3,0 3,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XI The War of the Jewels. Part Two: The Later Quenta Silmarillion, Kapitel XIV: Of the Coming of Men into the West, §13, S. 227
  4. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XI The War of the Jewels. Part Two: The Later Quenta Silmarillion, Kapitel XIV: Of the Coming of Men into the West, §31, S. 228
  5. 5,0 5,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XVIII: Vom Verderben Beleriands und von Fingolfings Ende
  6. 6,0 6,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XX: Von der Fünften Schlacht: Nirnaeth Arnoediad
  7. 7,0 7,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XXIV: Von Earendils Fahrt und dem Krieg des Zorns
  8. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Akallabêth: Der Untergang von Númenor
  9. 9,0 9,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XI The War of the Jewels. Part Two: The Later Quenta Silmarillion, Kapitel XIV: Of the Coming of Men into the West, S. 234
  10. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Anhänge, Stammbäume II: Die Abkömmlinge von Olwe und Elwe
  11. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Anhänge, Stammbäume III: Das Haus Beor
  12. 12,0 12,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Anhänge, Stammbäume IV und V: Das Haus Hador und das Volk Haleths
  13. 13,0 13,1 13,2 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Buch II, Zweites Kapitel: Der Rat von Elrond
  14. 14,0 14,1 14,2 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XXI: Von Túrin Turambar
  15. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XXIII: Von Tuor und dem Fall von Gondolin
  16. 16,0 16,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Anhänge Namensregister
  17. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The Children of Húrin. List of Names, S. 247