Bockland
| Bockland | |
|---|---|
| Das Brandyschloss in Bockenburg (Bild: Matěj Čadil) | |
| Eckdaten | |
| Andere Namen | Ostmark (ab dem V. Z.)[1] |
| Ort | Bockland lag zwischen dem Baranduin und dem Altem Wald.[2][3] |
| Typ | Region |
| Bewohner und Geschichte | |
| Bewohner | Brandybocks, Hobbits |
| Gründung | 2340 D. Z. (740 A. Z.)[4] |
| Ereignisse | Sitz des Herrn von Bockland[5] |
Bockland (Original Buckland) ist im Legendarium der östlichste Teil des Auenlandes.
Geographie
Neben dem Nord-, Süd-, Ost- und Westviertel gehörte auch das östlich gelegene Bockland zum Auenland.[6] Es wurde im Westen vom Brandywein und im Osten vom Alten Wald begrenzt.[2][3] Die Landschaft war hügelig, von Höhenzügen und Hängen geprägt und war dicht besiedelt. Der Bockberg war der bekannteste Hügel in Bockland und der Hügel in dem sich das Brandygut befand.[5]
Die Entfernung von der Brandyweinbrücke bis zur Bockenburger Fähre betrug etwa 10 Meilen.[Anm. 1][7][8][9] Die Nord-Süd-Ausdehnung des Bocklandes maß rund 23 Meilen und die größte West-Ost-Ausdehnung etwa sechs Meilen.[Anm. 2][10]
Orte
- Bockenburg war der Hauptort des Bocklandes. Er lag hinter dem Brandygut nahe dem Brandywein.[3][5]
- Das Brandygut ist ein großes Smial und Stammsitz der Familie Brandybock sowie der Sitz des Herrn von Bockland. Es nahm nahezu den gesamten Teil des Bockbergs ein und lag an der ansteigenden Böschung des Brandyweins unweit der Bockenburger Fähre.[5][11]
- Hagsend war eine Siedlung an der Südspitze des Bocklands am Ende des Hohen Hags.[2][3][12][13]
- Krickloch lag im östlichen Bockland unweit von Bockenburg.[2][5]
- Neuburg befand sich im östlichen Bockland in der Nähe des Hohen Hags.[2][3]
- Steingrube war ein Ort im südlichen Bockland und war durch die Hauptstraße des Bocklands mit Bockenburg verbunden.[2][3]
Straßen und Wege
- Die Hauptstraße von Bockland verlief von der Brandyweinbrücke bis nach Steingrube.[2][3][14]
- Eine östliche Abzweigung der Hauptstraße führte im Norden des Bocklands in südöstliche Richtung nach Neuburg.[2][3]
- Östlich der Hauptstraße von Bockland führte ein Fußweg nach Krickloch.[5]
Brandywein-Übergänge
- Die Brandyweinbrücke im Norden Bocklands war Teil der Oststraße, die von den Grauen Anfurten bis nach Bruchtal führte.[2][3][6]
- Die Bockenburger Fähre lag auf der Höhe des Brandyguts und verband das Bockland mit dem Bruch am Westufer im Ostviertel.[2][5]
- Grindwall, eine Anlegestelle am östlichen Ufer des Brandyweins im südlichen Bockland, führte zum westlichen Ufer zu den Mithe Steps.[12]
Beschreibung
Bockland gehörte nicht zu dem Gebiet, das die Hobbits aus dem Breeland im Jahr 1601 D. Z. (1 A. Z.) von König Argeleb II. zugewiesen bekamen, um es zu besiedeln. Der König hatte ihnen die Erlaubnis erteilt, dass sie sich auf dem Land jenseits des Brandyweins ansiedeln können.[4][6]
Die Besiedelung des Bocklandes begann im Jahr 2340 D. Z. (740 A. Z.), als Hobbits aus dem Bruch unter Führung von Gorhendad Altbock den Brandywein überquerten.[4] Gorhendad änderte seinen Namen zu Brandybock und begann mit dem Bau des Brandyguts. Seine Familie wuchs und mit ihr das Brandygut. Später begannen seine Angehörigen, ringsum Hügel auszuhöhlen und später auch Häuser zu bauen. So entstand Bockland.[5][15]
Die höchste Instanz des Bocklands war der Herr von Bockland, das jeweilige Familienoberhaupt der Brandybocks. Seine Oberhoheit wurde auch von den Bauern zwischen Stock und Rohrholm anerkannt.[5]
Im Westen durch den Brandywein geschützt, hatte man im Osten einst eine Hecke, den so genannten Hohen Hag, angelegt, um sich gegen die Schrecken des angrenzenden Alten Waldes zu schützen. Die Hecke erstreckte sich von der Brandyweinbrücke im Norden entlang der Grenze zum Alten Wald bis zum südlichen Hagsend, an der Stelle, an der die Weidenwinde aus dem Alten Wald in den Brandywein floss. Das Bocklandtor im nördlichen Teil des Hohen Hag bot Zugang zum Bockland.[3][5][16][17]
Bockländer
Viele der Bockländer stammten von den Starren ab. Noch am Ende des Dritten Zeitalters verwendeten sie einige eigentümliche Wörter und Namen ihrer einstigen Mundart und unterschieden sich auch in manch anderer Hinsicht von anderen Hobbits. So führten Bockländer Namen, die in den Ohren der Hobbits westlich des Brandyweins seltsam klangen.[15][18]
Wegen der Nähe zum Alten Wald galten die Bockländer als wachsam. Die Bockländer schlossen ihre Türen ab, was im Auenland nicht üblich war. Außerdem wurden sowohl das Bocklandtor im Norden[5] als auch die Anlegestelle Grindwall im Süden bewacht.[19] Verdächtige Reisende durften das Tor nicht passieren und bei Bedarf wurde dem Herrn von Bockland Meldung erstattet. Der Hohe Hag, der als Schutz gegen den Alten Wald diente, wurde beständig gepflegt.[5]
Westlich des Brandyweins galten die Bockländer als eigenartig, da sie Unarten pflegten, wie etwa Bootfahren auf dem Brandywein, und manche von ihnen sogar schwimmen konnten.[5] Hamfast Gamdschie bezeichnete das Brandygut aufgrund seiner Größe und der vielen Brandybocks, die es beherbergte, als „Kaninchenbau“. Zudem war Hamfast der Meinung, dass ein junger Hobbit unter diesen sonderbaren Bockländern nicht gut aufgehoben sei.[20]
In Brandygut, der Brandybocks, herrschten Trubel und Geselligkeit. Aber die Brandybocks hatten auch an Familienmitglieder gedacht, die diesem Trubel zeitweise entfliehen wollten, und ein kleines Gästehaus in Krickloch gebaut.[5]
Die Bockländer kannten Tom Bombadil. Der Name Bombadil ist bockländisch und vermutlich gaben sie ihm diesen Namen. Die Gedichte Die Abenteuer des Tom Bombadil und Tom geht rudern stammen aus dem Bockland.[12]
Legendarium
Während des Grausamen Winters 2911/12 D. Z. (1311/12 A. Z.) wurde das Auenland und auch das Bockland von den Weißen Wölfen aus dem Norden bedroht. Sie waren über den zugefrorenen Brandywein ins Land gekommen.[4]
Frodo Beutlin verbrachte einen Teil seiner Kindheit und Jugend im Bockland im Brandygut. Nachdem seine Eltern 2980 D. Z. (1380 A. Z.) bei einer nächtlichen Bootsfahrt auf dem Brandywein ertrunken waren, übernahm sein Onkel Rorimac Brandybock die Vormundschaft über ihn und holte Frodo ins Brandygut. Frodo war zu diesem Zeitpunkt zwölf Jahre alt. Er lebte neun Jahre in Bockland.[11][20]
Im Jahr 3018 D. Z. (1418 A. Z.) kaufte Frodo Beutlin ein Haus in Krickloch. Er gab vor, dorthin umziehen zu wollen, als er das Auenland verließ, um den Einen Ring nach Bruchtal zu bringen.[21]
Am 25. September 3018 D. Z. (1418 A. Z.) überquerten Frodo Beutlin, Samweis Gamdschie, Meriadoc Brandybock und Peregrin Tuk mit der Bockenburger Fähre den Brandywein und kamen ins Bockland. Gemeinsam mit Fredegar Bolger verbrachten die fünf Hobbits eine Nacht in Bockland.[5] Am nächsten Tag brachen sie auf und verließen das Bockland durch ein Tor im Hohen Hag, um sich auf den Weg nach Bruchtal zu machen. Fredegar blieb im Bockland.[22]
Nachdem die vier Hobbits das Auenland verlassen hatten, überfielen die Nazgûl Frodos Haus in Krickloch. Fredegar konnte sich aus dem Haus stehlen und die Bockländer informieren, die das Hornsignal von Bockland bliesen. Als die Nazgûl erkannten, dass der Eine Ring fort war, und sie das Hornsignal hörten, flohen sie eilig aus dem Auenland.[23]
Nach dem Ringkrieg lebten Meriadoc Brandybock und Peregrin Tuk für eine Weile gemeinsam in Krickloch.[24]
Im Jahr 14 V. Z. (1434 A. Z.) ernannte König Elessar den Herrn von Bockland zum Ratsherrn des Nördlichen Königreichs. Zu dieser Zeit war Meriadoc Brandybock der Herr von Bockland.[25]
Etymologie
- In der Nomenclature of The Lord of the Rings erläuterte J. R. R. Tolkien, dass in Buckland (Bockland) genau wie in Brandybuck (Brandybock) das Wortelement buck enthalten sein sollte. Das Wortelement buck entwickelte sich aus dem altenglischen bucc (male deer; männliches Rotwild, Hirsch) oder bucca (he-goat; Ziegenbock).[11][26]
- Buckland ist ein englischer Ortsname, der sich von book-land, altenglisch bócland, ableitet, ein Land, das mittels einer schriftlich festgehaltenen Besitzurkunde vergeben wurde.[26][27]
- Tom Shippey schreibt in The Road to Middle-earth, dass Buckland ein Ortsname aus Oxfordshire sei, der in ganz England verbreitet ist. Der Name bezog sich oft auf Land, das in den Besitz der Kirche kam (land booked to the church). Diese Ableitung war in Mittelerde nicht möglich. Shippey schreibt, dass Tolkien das Buckland konstruierte, indem eine Buck-Familie lebte.[26]
- Tolkien beschrieb, dass die Namen der Bockländer einen Stil hatten, der vielleicht vage als keltisch empfunden werden könne.[18][28]
Sonstiges
Das Hornsignal von Bockland ist ein Alarmsignal der Hobbits von Bockland und wurde genutzt, um im Falle einer Gefahr die Bevölkerung zu warnen oder zum Widerstand aufzurufen.[23]
Anmerkung
- ↑ Im Legendarium erwähnt Merry, die Bockenburger Fähre liege etwa zwanzig Meilen von der Brandyweinbrücke entfernt. Da diese Angabe nicht mit den Karten übereinstimmte, wurde die Entfernung in der 50th -Anniversary-Edition auf zehn Meilen korrigiert.
- ↑ In The History of the Hobbit ist aufgeführt, dass J. R. R. Tolkien erklärte, dass auf der Auenland-Karte 1 Millimeter etwa 5/9 einer Meile entspräche.
Quellen
- ↑ J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Prolog: Von der Ordnung im Auenland
- ↑ 2,00 2,01 2,02 2,03 2,04 2,05 2,06 2,07 2,08 2,09 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Prolog: Ein Teil des Auenlands
- ↑ 3,00 3,01 3,02 3,03 3,04 3,05 3,06 3,07 3,08 3,09 Karen Wynn Fonstad: The Atlas of Tolkien's Middle-Earth. Regional Maps: The Shire, S. 70, 71
- ↑ 4,0 4,1 4,2 4,3 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Anhang B, Die Aufzählung der Jahre: Das Dritte Zeitalter
- ↑ 5,00 5,01 5,02 5,03 5,04 5,05 5,06 5,07 5,08 5,09 5,10 5,11 5,12 5,13 5,14 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Buch I, Fünftes Kapitel: Eine aufgedeckte Verschwörung
- ↑ 6,0 6,1 6,2 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Prolog: Über Hobbits
- ↑ J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Übersetzt von Margaret Carroux. 12. Auflage. Klett-Cotta, Stuttgart 1984. Buch I, Fünftes Kapitel: Eine entlarvte Verschwörung, S. 129
- ↑ J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Übersetzt von Margaret Carroux. 9. Auflage. Klett-Cotta, Stuttgart 2025. Buch I, Fünftes Kapitel: Eine aufgedeckte Verschwörung, S. 118
- ↑ Wayne G. Hammond, Christina Scull: The Lord of the Rings: A Reader’s Companion. The Fellowship of the Ring. Buch Eins, Kapitel V: A Conspiracy Unmasked, S. 116
- ↑ John D. Rateliff: The History of the Hobbit: The Fifth Phase: The 1960 Hobbit, Distances and Itinerary
- ↑ 11,0 11,1 11,2 Wayne G. Hammond, Christina Scull: The Lord of the Rings: A Reader’s Companion. Prolog: Brandybucks of Brandy Hall, S. 29
- ↑ 12,0 12,1 12,2 J. R. R. Tolkien: Die Abenteuer des Tom Bombadil. Vorwort
- ↑ J. R. R. Tolkien: The Adventures of Tom Bombadil. Commentary
- ↑ Wayne G. Hammond, Christina Scull: The Lord of the Rings: A Reader’s Companion. The Maps of The Lord of the Rings, S. lix
- ↑ 15,0 15,1 Wayne G. Hammond, Christina Scull: The Lord of the Rings: A Reader’s Companion. Prologue, S. 41
- ↑ Wayne G. Hammond, Christina Scull: The Lord of the Rings: A Reader’s Companion. The Fellowship of the Ring. Buch Eins, Kapitel V: A Conspiracy Unmasked, S. 116
- ↑ Wayne G. Hammond, Christina Scull: The Lord of the Rings: A Reader’s Companion. The Fellowship of the Ring. Buch Eins, Kapitel V: A Conspiracy Unmasked, S. 119
- ↑ 18,0 18,1 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Anhang F, Sprachen und Völker des Dritten Zeitalters: Zur Übersetzung
- ↑ J. R. R. Tolkien: Die Abenteuer des Tom Bombadil. Gedicht II: Tom geht rudern
- ↑ 20,0 20,1 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Buch I, Erstes Kapitel: Ein lang erwartetes Fest
- ↑ J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Buch I, Drittes Kapitel: Drei Mann hoch
- ↑ J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Buch I, Sechstes Kapitel: Der Alte Wald
- ↑ 23,0 23,1 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Buch I, Elftes Kapitel: Ein Messer im Dunkeln
- ↑ J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Buch VI, Neuntes Kapitel: Die Grauen Anfurten
- ↑ J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Anhang B, Die Aufzählung der Jahre: Spätere Ereignisse, die Angehörige der Gemeinschaft des Ringes betreffen
- ↑ 26,0 26,1 26,2 Wayne G. Hammond, Christina Scull: The Lord of the Rings: A Reader’s Companion. The Fellowship of the Ring. Buch Eins, Kapitel I: A Long-Expected Party, S. 57, 58
- ↑ bóc-land, Bosworth-Toller Anglo-Saxon Dictionary, abgerufen am 24. Februar 2026.
- ↑ Wayne G. Hammond, Christina Scull: The Lord of the Rings: A Reader’s Companion. The Two Towers. Buch Drei, Kapitel I: The Road to Isengard, S. 422
| Viertel und Marken des Auenlandes | |
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