Curufin
| Curufin | |
|---|---|
| Anke Eißmann, Curufin und Celegorm, 2005 | |
| Titel | |
| Prinz der Noldor[1] Herr von Himlad[2] | |
| Eckdaten | |
| Andere Namen | Der Geschickte[3][4] (Original The Crafty)[5][Anm. 1][6] Kurufinwe (Original Kurufinwë)[Anm. 2] Turko[Anm. 3][7] Atarinke (Original Atarinkë)[Anm. 4][8] |
| Geboren | In den Jahren der Bäume Tirion[4] |
| Gestorben | 506 E. Z. (J. S.)[9] Menegroth[10] |
| Volk | Elben |
| Zugehörigkeit | Noldor, Haus Feanor |
| Ort | Aman, Eldamar[4] Himlad[2] Nargothrond Himring[11] |
| Familie | |
| Eltern | Feanor & Nerdanel |
| Geschwister | Maedhros, Maglor, Celegorm, Caranthir, Amrod und Amras[4] |
| Ehepartner | Verheiratet[12] |
| Kinder | Celebrimbor[3] |
| Körperliche Beschreibung | |
| Waffen | Angrist[11] |
Curufin ist im Legendarium ein Elb und ein Prinz der Noldor. Er ist der fünfte Sohn der sieben Söhne von Feanor und Nerdanel.
Beschreibung
Curufin wurde während der Jahre der Bäume in Tirion in Valinor geboren. Er war der fünfte der sieben Söhne Feanors und seiner Frau Nerdanel. Seine älteren Brüder waren Maedhros, Maglor, Celegorm und Caranthir. Seine jüngeren Brüder waren die Zwillinge Amrod und Amras.[4] Curufin war verheiratet und hatte einen Sohn namens Celebrimbor.[12]
Curufins Vater Feanor war der Erschaffer der drei legendären Silmarili, der berühmten Juwelen, in denen das Licht der Bäume von Valinor bewahrt war.[13]
Curufin galt als Feanors Lieblingssohn. Von seinem Vater erbte er sowohl dessen außergewöhnliches handwerkliches Geschick als auch dessen Temperament.[8] Es hieß von ihm, er habe gefährliche Launen.[14] Auch in seinem Aussehen glich er seinem Vater. Seine handwerklichen Fähigkeiten gab Curufin wiederum an seinen Sohn Celebrimbor weiter.[8]
Im Gegensatz zu seinen Brüdern zeigte Curufin ein besonderes Interesse an Sprachen anderer Völker. Besonders interessierte er sich für Khuzdûl, die Sprache der Zwerge. Er war der einzige Noldor, dem es gelang, die Freundschaft der Zwerge zu gewinnen, und durch ihn erhielten die Gelehrten der Noldor die begrenzten Kenntnisse, die sie über Khuzdul besaßen.[15][16]
Curufin war im Besitz von Angrist, einem Messer, das der Zwergenschmied Telchar von Nogrod gefertigt hatte. Angrist konnte Eisen so leicht durchtrennen wie grünes Holz.[11]
Legendarium
Aman
Morgoth hatte Zwietracht unter den Noldor gesät, wodurch es zwischen Curufins Vater Feanor und dessen Halbbruder Fingolfin zum Streit kam. Als Feanor zur Rechenschaft gezogen und für zwölf Jahre in den Norden Valinors nach Formenos verbannt wurde, folgten ihm seine sieben Söhne ins Exil.[13]
Nachdem es Morgoth gelungen war, die Silmarili zu stehlen, leistete Feanor einen schrecklichen Eid und alle seine Söhne taten es ihm gleich.
| „ | Sie schworen einen Eid, wie keiner ihn brechen darf und keiner ihn schwören sollte, [...] und sie riefen das ewige Dunkel auf sich herab, wenn sie ihn nicht hielten; [...] gelobten sie, mit Hass und Rache bis ans Ende der Welt zu verfolgen jeden [...] wer immer einen Silmaril aus ihrem Besitz nehme, behalte oder verwahre. | “ |
— J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Klett-Cotta, Stuttgart 2015. Quenta Silmarillion, Kapitel IX: Von der Verbannung der Noldor, S. 1215. | ||
Curufin und seine Brüder folgten gemeinsam mit einem Großteil der Noldor ihrem Vater nach Mittelerde.[1] Auch Curufins Sohn Celebrimbor begleitete ihn, während seine Frau in Valinor zurückblieb.[8] Um das Meer mit Schiffen überqueren zu können, versuchte Feanor, die Teleri zum Mitkommen zu bewegen. Als sie dies verweigerten, nahmen die Noldor die Schiffe mit Gewalt an sich und es kam zum Sippenmord von Alqualonde. An der nördlichen Grenze des bewachten Reiches erschien daraufhin eine mächtige Gestalt, die sie mit einem Fluch belegte. Damit fiel auch Curufin unter den Fluch der Noldor.[1]
Himlad
Nach ihrer Ankunft in Mittelerde lagerten die Noldor am Nordufer des Mithrimsees. Dort wurden sie von Morgoths Heer angegriffen. Es kam zur Schlacht unter Sternen, der Dagor-nuin-Giliath, aus der die Noldor siegreich hervorgingen.
Feanor, von seinem Zorn getrieben, eilte seinem Heer voraus und wurde von Morgoths Dienern so schwer verwundet, dass er bald darauf starb. Vor seinem Tod trug er seinen Söhnen auf, ihren Eid zu erfüllen und ihren Vater zu rächen.[17]
Nach der dritten Schlacht von Beleriand, der Dagor Aglareb, teilten die Elben die Gebiete Beleriands auf und legten einen Sperrgürtel um Morgoth an. Curufin und Celegorm herrschten über das Land von Himlad, befestigten den Aglon-Pass und hielten ihn mit einer großen Streitmacht besetzt.[2]
Im Jahr 455 des ersten Zeitalters griff Morgoth erneut an und es kam zur vierten Schlacht von Beleriand, der Dagor Bragollach. Morgoths Heer durchbrach den Aglon-Pass. Curufin und Celegorm wurden besiegt, flohen in den Südwesten und suchten bei Finrod Felagund in Nargothrond Zuflucht.[18]
Nargothrond
Im Jahr 465 E. Z. kam Beren nach Nargothrond und berichtete Finrod von seinem Vorhaben, einen Silmaril aus Morgoths Besitz zu gewinnen, um Thingols Tochter Lúthien zur Frau zu bekommen. Finrod erinnerte sich an seinen Eid, den er einst Berens Vater Barahir geschworen hatte, seinen Verwandten in Not beizustehen, und erzählte seinem Gefolge von seinem Vorhaben, Beren zu helfen. Daraufhin sprach Celegorm wutentbrannte Worte und drohte jedem, der einen Silmaril an sich nehmen sollte. Curufin sprach mit Bedacht. Aber er pflanzte Furcht in die Herzen der Elben. Der Fluch von Mandos wirkte über Curufin und Celegorm, und die beiden wollten Finrod in den Tod schicken, um anschließend möglicherweise den Thron Nargothronds an sich zu reißen. Finrod, der seinen Schwur nicht brechen wollte, gab die Krone von Nargothrond an seinen Bruder Orodreth weiter. Die Brüder sagten nichts mehr, sondern lächelten.
Als die Brüder eines Tages zusammen mit Celegorms Wolfshund Huan auf die Jagd gingen, fand Huan Lúthien, die gegen den Willen ihres Vaters Beren folgen wollte. Huan brachte Lúthien zu Celegorm. Dieser verliebte sich auf der Stelle in Lúthien. Er verschwieg ihr, dass er von Beren wusste, brachte sie nach Nargothrond und hielt sie dort fest. Curufin und Celegorm wollten König Thingol zwingen, Lúthien Celegorm zur Frau zu geben. Doch Huan, der ein gutes Herz hatte, half Lúthien und führte sie aus Nargothrond heraus.
Als es Lúthien gelungen war, Beren zu befreien, und die Kunde davon nach Nargothrond gelangte, erkannten viele, dass Curufin und Celegorm Verräter waren. Orodreth erlaubte nicht, die Brüder zu töten, verwies sie jedoch aus seinem Reich. Keiner der Elben aus ihrem Hause wollte sie begleiten. Selbst Curufins Sohn Celebrimbor sagte sich von den Taten seines Vaters los.[11]
Die letzten Jahre
Auf dem Weg zu ihrem Bruder Maedhros trafen Curufin und Celegorm auf Lúthien und Beren. Celegorm wollte Beren niederreiten, während Curufin Lúthien auf sein Pferd ziehen wollte. Beren konnte jedoch zuvor auf Curufins galoppierendes Pferd springen, Curufin vom Pferd reißen und ihn am Boden liegend würgen. Celegorm ritt mit dem Speer in der Hand auf ihn zu. In diesem Moment wandte sich Huan von Celegorm ab und sprang ihn an. Lúthien bat Beren, Curufin nicht zu töten. Beren ließ ihn daraufhin frei, nahm ihm jedoch seine Waffen, seine Kleider und sein Messer Angrist ab. Auch Curufins Pferd nahm er an sich. Celegorm nahm Curufin mit auf sein Pferd und die Söhne Feanors gaben vor, sie würden davonreiten. Curufin schoss jedoch mit Celegorms Bogen auf Lúthien und traf mit einem zweiten Schuss Beren. Huan verfolgte daraufhin die Brüder, die voller Furcht flohen.[11]
Curufins Bruder Maedhros versammelte unter Maedhros' Bund Kräfte, um Morgoth zu besiegen. Curufin zog mit in die fünfte Schlacht von Beleriand, die Nirnaeth Arnoediad. Curufin und seine Brüder überlebten die Schlacht, trugen jedoch schwere Wunden davon.[19]
Nachdem Beren und Lúthien gestorben waren und der Silmaril in den Besitz ihres Sohnes Dior gelangt war, erwachte der Eid der Söhne Feanors erneut. Sie forderten Dior auf, ihnen den Silmaril herauszugeben. Als Dior Feanors Söhnen nicht antwortete, wiegelte Celegorm seine Brüder auf und sie griffen Doriath an. So kam es im Jahr 506 E. Z. (J. S.)[9] zum Zweiten Sippenmord, als sie Menegroth angriffen. Curufin und Celegorm fielen in diesem Kampf, ebenso wie ihr Bruder Caranthir. Den Silmaril konnten die Söhne Feanors jedoch nicht zurückgewinnen, da Diors Tochter Elwing mit ihm floh.[10]
Stammbaum
| Mahtan | Míriel | Finwe | Indis | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Nerdanel | Feanor | Findis | Fingolfin | Írimë | Finarfin | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Maedhros | Maglor | Celegorm | Caranthir | Curufin | Amrod | Amras | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Celebrimbor | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Werkgeschichte
- Im Buch der Verschollenen Geschichten Teil 2 wird im Kapitel Das Nauglafring von dem Angriff auf Dior erzählt. In dieser Fassung tritt Curufin als Vertreter der Söhne Feanors bei Dior auf und fordert den Silmaril. In der darauf folgenden Schlacht überlebt Curufin jedoch, während andere Söhne Feanors sterben.[20]
- Im Leithian-Lied (Original Lay of Leithian) ist es Curufin und nicht sein Bruder Celegorm, der sich in Lúthien verliebt.[21]
- Zudem ist es im Leithian-Lied Celegorm und nicht Curufin, der die beiden Pfeile auf Lúthien abschießt.[22]
Anmerkungen
- ↑ Curufin wurde auch der Geschickte genannt. Er ähnelte seinem Vater am meisten in seiner handwerklichen Geschicklichkeit.
- ↑ Kurufinwe war der Vatername Curufins. Es ist der gleiche Name, den auch sein Vater Feanor trug. Weil Curufin Feanors Lieblingssohn war, wählte Feanor den gleichen Namen für ihn.
- ↑ Kurvo war die Kurzform von Curufins Vatername Kurufinwe.
- ↑ Atarinkë war der Muttername von Celegorm. Der Name bedeutet kleiner Vater (‚little father‘) und nimmt Bezug auf die äußerliche Ähnlichkeit zu seinem Vater.
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 1,2 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel IX: Von der Verbannung der Noldor.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XIV: Von Beleriand und seinen Reichen.
- ↑ 3,0 3,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Anhänge: Namensregister, Curufin
- ↑ 4,0 4,1 4,2 4,3 4,4 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel V: Von Eldamar und den Fürsten der Eldalië.
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The Silmarillion. Index of Names.
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. V The Lost Road and Other Writings. Part Two: Valinor and Middle-earth before the Lord of the Rings, Kapitel VI: Quenta Silmarillion, S. 299, 300.
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XII The Peoples of Middle-earth. Part Two: Late Writings, Kapitel XI: The Shibboleth of Fëanor, S. 352.
- ↑ 8,0 8,1 8,2 8,3 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XII The Peoples of Middle-earth. Part Two: Late Writings, Kapitel XI: The Shibboleth of Fëanor, S. 353.
- ↑ 9,0 9,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XI The War of the Jewels. Part Three: The Wanderings of Húrin and other Writings not forming Part of the Quenta Silmarillion, Kapitel V: The Tale of Years, S. 351.
- ↑ 10,0 10,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XX: Vom Untergang Doriaths.
- ↑ 11,0 11,1 11,2 11,3 11,4 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XIX: Von Beren und Lúthien.
- ↑ 12,0 12,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XII The Peoples of Middle-earth. Part Two: Late Writings, Kapitel X: Of Dwarves and Men, S. 318, Note 7.
- ↑ 13,0 13,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel VII: Von den Silmaril und der Unruhe der Noldor.
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XVI: Von Maeglin.
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XII The Peoples of Middle-earth. Part Two: Late Writings, Kapitel XI: The Shibboleth of Fëanor, S. 342.
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XII The Peoples of Middle-earth. Part Two: Late Writings, Kapitel XI: The Shibboleth of Fëanor, S. 358, Note 22.
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XIII: Von der Rückkehr der Noldor.
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XVIII: Vom Verderben Beleriands und von Fingolfins Ende.
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XX: Von der fünften Schlacht: Nirnaeth Arnoediad.
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. I The Book of Lost Tales, Part One. Kapitel IV: The Nauglafring, S. 241, 242.
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. III The Lays of Beleriand. Kapitel III: The Lay of Leithian, Canto VIII: Lúthien in Nargothrond.
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. III The Lays of Beleriand. Kapitel III: The Lay of Leithian, Canto X: The attack by Celegorm and Curufin, S. 265.
| Söhne Feanors | |
| Maedhros • Maglor • Celegorm • Caranthir • Curufin • Amrod • Amras | |
