Eonwe

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Eonwe
Bekannt für
Titel
Bannerträger und Herald von Manwe[1]
Eckdaten
Volk Ainur, Maiar
Ort Aman[1]

Eonwe (Original Eönwë) ist im Legendarium ein Maia und der Bannerträger und Herold Manwes.

Beschreibung

Eonwe war ein Maia und der Herold und Bannerträger des Vala Manwe. Er war Heerführer im Krieg des Zorns, der letzten großen Schlacht gegen Morgoth.[2] Es heißt, Eonwe sei einer der mächtigsten Maiar Valinors gewesen und an Waffengewalt von keinem Wesen in Arda übertroffen worden.[1]

Legendarium

Eonwe war der Erste, der Eärendil begrüßte, als dieser die Küsten Amans erreichte, um die Valar um Hilfe zu bitten.[3]

Gegrüßt seist du, Earendil, der Seefahrer Ruhmreichster, Erwarteter, der unversehens da ist, Ersehnter jenseits allen Hoffens!

— J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Klett-Cotta, Stuttgart 2015. Quenta Silmarillion, Kapitel XXIV: Von Earendils Fahrt und dem Krieg des Zorns, S. 390.

Manwe erhörte diesen Hilferuf und sandte seinen mächtigen Herold Eonwe gemeinsam mit einem Heer nach Mittelerde.
Es folgte der Krieg des Zorns (545 bis 587 E. Z.), bis Morgoth schließlich besiegt wurde.

Auf Geheiß der Valar nahm Eonwe die beiden verbliebenen Silmaril in seine Obhut. Er warnte Maedhros und Maglor, die weiterhin den Eid ihres Vaters Feanor erfüllen und die Silmarilli für sich beanspruchen wollten. Eonwe teilte ihnen mit, dass ihr Anspruch durch ihre Taten verwirkt sei. Dennoch schlichen sich die Brüder in Eonwes Lager, erschlugen die Wachen und waren bereit, bis zum Letzten zu kämpfen. Eonwe wollte jedoch nicht zulassen, dass die Söhne Feanors erschlagen wurden, und ließ sie ziehen.

Sauron, Morgoths gefährlichster Diener, unterwarf sich Eonwe und schwor seinen früheren Untaten ab. Doch es stand nicht in Eonwes Macht, einem anderen Maia zu verzeihen, und er befahl ihm, nach Aman zurückzukehren und dort das Urteil Manwes zu erwarten. Sauron kam dieser Aufforderung nicht nach.[4]

Die Menschen aus den drei Häusern Beor, Hador und Haleth hatten die Valar im Kampf gegen Morgoth unterstützt und wurden dafür reich belohnt. Eonwe lehrte sie und sie empfingen Weisheit, größere Macht und ein längeres Leben.[5]

Prophezeiung

In der Dagor Dagorath, der Prophezeiung von der Schlacht am Ende aller Tage, spielt Fionwe, Eonwes Vorgänger in der Werkgeschichte, eine wichtige Rolle. Gemeinsam mit Tulkas Astaldo und Túrin Turambar wird er den zurückgekehrten Morgoth besiegen.[6][7]

Werkgeschichte

In der frühen Fassung der Mythologie, wie sie im Buch der Verschollenen Geschichten überliefert ist, war Fionwë, der Sohn von Manwe und Varda, Eonwes Vorgänger.[8] Er war zudem der Bruder Ilmares. Als Tolkien die Vorstellung verwarf, dass die Valar Kinder hatten, wurde Fionwë zu Manwes Herold und erhielt den Namen Eönwë. Im Zuge dieser Überarbeitung verschwand Nornorë, auch Drondor genannt, eine frühe Version von Thorondor, der zuvor der Herold gewesen war.[9][10]

In The History of Middle-earth findet sich eine Fassung der Erzählung, in der Eönwë selbst Morgoth tötet.[11] Christopher bemerkte hierzu, dass sein Vater Eönwë nach dessen Umgestaltung vom Sohn Manwes zu dessen Herold vermutlich eine geringere Rolle zugedacht hätte, falls er diesen Teil der Geschichte noch einmal überarbeitet hätte. Aus diesem Grund verzichtete Christopher Tolkien im veröffentlichten Silmarillion auf diese Passage. Später betrachtete er diese Entscheidung als Fehler. Da es keine Hinweise darauf gebe, dass sein Vater Eönwës Rolle habe schmälern wollen, wären Änderungen am ursprünglichen Text nicht nötig gewesen.[9]

Quellen

  1. 1,0 1,1 1,2 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Valaquenta, Von den Maiar.
  2. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. X Morgoth's Ring. Part Three: The Later Quenta Silmarillion, II. The Second Phase, The Valaquenta, S. 203.
  3. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XXIV: Von Earendils Fahrt und dem Krieg des Zorns.
  4. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Von den Ringen der Macht und dem Dritten Zeitalter.
  5. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Akallabêth: Der Untergang von Númenor.
  6. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. V The Lost Road and Other Writings. Part Two: Valinor and Middle-earth before the Lord of the Rings, Kapitel VI: Quenta Silmarillion, S. 333.
  7. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. II The Book of Lost Tales, Part One. Kapitel II: Turambar and the Foalókë, Notes and Commentary, S. 116.
  8. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. II The Book of Lost Tales, Part One. Index, S. 362.
  9. 9,0 9,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XII The Peoples of Middle-earth. Part One: The Prologue and Appendices to The Lord of the Rings, Kapitel V: The History of the Akallabêth, S. 143.
  10. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XI The War of the Jewels. Teil II: The Later Quenta Silmarillion, Kapitel XV: Of the Ruin of Beleriand and the Fall of Fingolfin, The Last Chapters, S. 246.
  11. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. II The Book of Lost Tales, Part One. Kapitel VI: The History of Eriol or Ælfwine and the End of the Tales, S. 281.