Menschen
Die Menschen wurden, wie die Elben, von Eru erschaffen. Von den Elben werden sie unter anderem "die Zweitgeborenen" (Quenya Atani, wörtlich das zweite Volk) genannt, da sie die Jüngeren der Eruhíni sind. Im Gegensatz zu den Elben sind die Menschen nicht an Ea gebunden, sondern streben über die materielle Welt hinaus, die sie nach ihrem Tod verlassen.
Geschichte
Die Menschen waren die jüngeren der Kinder Ilúvatars. Sie erwachten beim Aufgang der Sonne in Hildórien. Sie waren kleiner, schwächer und weniger weise als die Elben, vermehrten sich jedoch schnell und breiteten sich rasch über die Länder jenseits der Ered Luin aus. Einige Völker begannen nach Westen zu ziehen, denn sie erhofften sich dort ein besseres Leben. [1]
Die ersten Menschen, die 310 Jahre nach den Noldor nach Beleriand kamen, waren aus dem Haus Beors. Sie und die beiden nachfolgenden Völker, die Häuser Haleths und Marachs, schlossen sich den Elben im Kampf gegen Morgoth an. Sie werden im allgemeinen als die Edain bezeichnet (siehe auch Drei Häuser der Edain). Viele Edain verließen Mittelerde im Zweiten Zeitalter, um auf Númenor zu wohnen, gerieten jedoch unter Saurons Einfluss, was zum Untergang von Númenor führte.[2]
Die Edain stellten jedoch nur einen kleinen Teil der Menschenvölker. Viele Menschen, unter ihnen die so genannten Ostlinge, gerieten rasch unter Morgoths Einfluss und kämpften auf seiner Seite. Nach seiner Niederlage zogen sie sich nach Rhûn zurück.
Im Dritten Zeitalter wurden von den Dúnedain drei Gruppen von Menschen unterschieden:[3]
- Die Hohen oder Menschen des Westens: Die Dúnedain. Sie lebten in Gondor und Arnor. Sie stammten von den drei Häusern der Edain (Haus Beor, Haus Hador und Haus Haleth) ab.
- Die Mittleren oder Menschen des Zwielichts: Die Nordmenschen. Von ihnen stammen die Menschen von Rhovanion, die Waldmenschen des Düsterwalds, die Rohirrim, die Beorninger, sowie die Menschen von Thal und die Menschen am Langen See. Sie sind stammverwandt mit dem Haus Hador und eventuell die Nachfahren der Menschen der Nordallianz. Die Hobbits, die früher auch dort lebten, gehören nicht zu dieser Menschengruppe, übernahmen aber deren Sprache. Viele Menschen dieser Gruppe misstrauten den Elben, was sich gut aus Éomers Reaktion auf die Erwähnung Galadriels erkennen lässt.[4]
- Die Wilden oder Menschen der Dunkelheit. Sie umfassten alle übrigen Völker:
- Zu ihnen gehörten die Menschen des Gebirges und die Gwathuirim, die Vorfahren der Dunländer und der Menschen von Bree, eventuell auch die Bergmenschen von Rhudaur.[5]
- Die Forodwaith lebten im gleichnamigen Gebiet im Norden. Von ihnen wiederum stammen die Lossoth ab.[6]
- Die so genannten Puckelmänner, die Drúedain, tauchten schon in Beleriand im Wald von Brethil auf. Ihre Verwandten wohnten westlich des Weißen Gebirges zwischen dem Lefnui und dem Angren.
- Die Ostlinge lebten östlich des Meeres von Rhûn, wobei hier keine wirkliche Trennung der Völker möglich ist, da über diese und ihre Ländereien kaum Aufzeichnungen existieren. Ein bekanntes Teilvolk waren die Wagenfahrer und die mit ihnen verwandten Balchoth.
- Die Südländer waren die Menschen aus Khand, Harad und anderen unerforschten südlichen Ländern, wobei auch hier keine wirkliche Trennung möglich ist, da über diese Völker und ihre Ländereien kaum Aufzeichnungen existieren.
Die Hobbit-Stämme der Harfüße, Falbhäute und Starren siedeln im Dritten Zeitalter am Anduin, in Bree sowie im Auenland. Ursprünglich stammen sie aber alle aus den Anduin-Tälern. Obschon mit dem großen Volk eng verwandt, wurden sie nicht zu ihnen gezählt, weder von anderen noch von sich selbst.[7]
Andere Namen
Die Elben hatten viele Namen für die Menschen:
- Hildor, die Nachkömmlinge
- Apanónar, die Nachzügler
- Engwar, die Kränklichen
- Fírimar, die Sterblichen
- "die Fremden", "die Unbegreiflichen", "die Selbstverfluchten", "die Tolpatsche", "die Nachtfürchtigen" und "Kinder der Sonne".
Sonstiges
- Die Sterblichkeit der Menschen wird von den Elben als Gabe Ilúvatars bezeichnet.
- Nach nur fragmentarisch erhaltenen Aufzeichnungen erwachen die Menschen sehr viel früher, etwa 50 bis 100 Valische Jahre (7.200 bis 14.400 Sonnenjahre) nach dem Erwachen der Quendi und noch vor dem Krieg der Mächte. Dies soll vor etwa 80.000 Sonnenjahren geschehen sein (siehe auch Runde Welt).[8]
- Einer Notiz J. R. R. Tolkiens zufolge leben die Menschen seit dem Jahr 1 nach Christus im Siebten Zeitalter.[9]
Quellen
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien: Das Silmarillion: Quenta Silmarillion, XII Von den Menschen
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien: Das Silmarillion: Akallabêth
- ↑ J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe, Viertes Buch, Fünftes Kapitel: Das Fenster nach Westen
- ↑ J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe: Drittes Buch, Zweites Kapitel: Die Reiter von Rohan
- ↑ J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe, Anhang F, I. Sprachen und Völker des Dritten Zeitalters: Von den Menschen
- ↑ J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe: Anhang A, Annalen der Könige und Herrscher. I. Die Númenórischen Könige: 3. Eriador, Arnor und Isildurs Erben, Das Nördliche Königreich und die Dúnedain
- ↑ J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe: Prolog. I. Über Hobbits
- ↑ J. R. R. Tolkien, Carl F. Hostetter: Natur und Wesen von Mittelerde. Erster Teil: Zeit und Altern. Kapitel 20 Zeit und deren Wahrnehmung
- ↑ J. R. R. Tolkien, Carl F. Hostetter: Natur und Wesen von Mittelerde. Erster Teil: Zeit und Altern. Kapitel 6 Das Erwachen der Quendi
