Harad

Harad (Sindarin für ‚Süden‘) ist im Legendarium die Bezeichnung für die weiten Lande Mittelerdes südlich von Gondor.
Geographie
Harad reichte im Norden bis zum Fluss Harnen und bis an die Südgrenze von Khand, dem Land südlich von Mordor. Zeitweise gehörte auch Harondor zu Harad.
Harad war kartographisch in Nah- und Weit-Harad aufgeteilt.
Die Ausdehnung nach Süden und Osten ist unbekannt, jedoch lässt sich folgendem Zitat Aragorns entnehmen, dass es weit auf die Südhabkugel reichte, da es dort andere Sterne gab:
| „ | :»Viele Gebirge und viele Flüsse habe ich überquert und so manche Ebene durchwandert bis zu so fernen Ländern wie Rhûn und Harad, wo die Sterne fremd sind.« | “ |
— J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Zweites Buch, Zweites Kapitel: Der Rat von Elrond. | ||
Beschreibung
In Harad lebten die Haradrim innerhalb vieler, sich bekriegender Kleinkönigreiche. In Umbar hatten die Corsaren ihre Stadt, nahe Verwandte und Nachfahren Schwarzer Númenórer, die auch kleinere Küstensiedlungen an Harads Westküste gegründet hatten. Im Süden Harads lebten Schwarze Menschen, wie halbe Trolle mit roten Zungen und weißen Augen.
Ein Großteil von Harad bestand wohl aus Wüsten und Ödlanden. In dem großen Gebiet muss es Erzvorkommen gegeben haben, da die Haradrim sich Rüstungen aus Bronzeplatten fertigten. Im Süden wurde von großen dunklen Wäldern berichtet in denen die monströsen Mûmakil und andere Tiere, wie zum Beispiel Affen lebten.
Geschichte
Zweites Zeitalter
- Um 600 • Erste númenórische Schifffahrer erkunden Mittelerdes Küsten.
- Um 1000 – 3441 • Dunkle Jahre. Sauron erreicht den Höhepunkt seiner Macht in Mittelerde. Königstreue Númenórer besiedeln die Westküste Harads, sie werden als Schwarze Númenórer bekannt. Viele Númenórer, unter ihnen Herumor und Fuinur, werden zu großen Herrschern in den Königreichen Harads. Viele werden jedoch schließlich vom Dunklen Herrscher verführt. Harad, durch seinen Bund mit Sauron und ihrem Vasallendienst, erreicht seine Blütezeit. Große, wehrhafte Städte entstehen.
Drittes Zeitalter
- 1050 • Nach langen Kämpfen bezwingt Hyarmendacil I. die Menschen von Harad. Oberherrschaft des Königreichs Gondor über Harad. Die haradrischen Könige müssen sich dem gondorischen König beugen und ihm huldigen. Die Harad-Straße wird errichtet.
- 1448 – 1551 • Harad wird durch flüchtige Anhänger des Thronräubers Castamir in den Sippenstreit Gondors verwickelt. Harad lehnt sich erfolglos gegen Gondor auf. Harondor wird zum Niemandsland und Gondor büßt Herrschaftsgebiete in Harad ein.
- 3018 – 3019 • Viele Völker Harads treten auf Seiten des Dunklen Herrschers in den Ringkrieg ein und ziehen über die verfallene Harad-Straße gen Norden in den Kampf gegen die Freien Völker des Westens. Nach ihrer Niederlage schließen jedoch Gesandte vieler der besiegten Völker Friede mit Gondor unter ihrem neuen König Elessar.
Sonstiges
- Nach den Karten in der Ambarkanta war das Südland Mittelerdes bis zu Krieg der Mächte vom Grauen Gebirge im Westen und dem Gelben Gebirge im Osten geprägt, zwischen denen das große Binnenmeer von Ringil lag, das durch den Sturz Ormals entstanden sein soll.[1] Im Krieg der Mächte ging das Gelbe Gebirge im neu entstandenen Ostmeer unter, das nun das Südland vom Osten Mittelerdes trennte. Dabei wurde Dunkelland vom Südland abgetrennt, das nun etwa die Form des heutigen Afrika annahm.[2]
- In der zweiten Stabreimversion der Narn i Hín Húrin wird ein Weinanbaugebiet Dor-Winion erwähnt, das im brennenden Süden (burning South) lag, möglicherweise in Harad.[3]
Andere Namen
- Haradwaith (Sindarin für ‚Südvolk, Südregion‘).
- Südland (Original Southland) oder auch Süderland (Original Southern land).
- Sonnenlande (Original Sunlands), so genannt von den Hobbits.
Quellen
- ↑ J. R. R. Tolkien: The Shaping of Middle-earth. (The History of Middle-earth, Band IV.) Herausgegeben von Christopher Tolkien. HarperCollins, London 1992. Map IV
- ↑ J. R. R. Tolkien: The Shaping of Middle-earth. (The History of Middle-earth, Band IV.) Herausgegeben von Christopher Tolkien. HarperCollins, London 1992. Map V
- ↑ J. R. R. Tolkien: The Lays of Beleriand. (The History of Middle-earth, Band III.) Herausgegeben von Christopher Tolkien. George Allen & Unwin, London 1985. I The Lay of the Children of Húrin. The second version of the Lay. II. Túrin‘s Fostering
- J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe.
- Zweites Buch, Zweites Kapitel: Der Rat von Elrond.
- Drittes Buch, Siebtes Kapitel: Helms Klamm.
- Viertes Buch,
- Drittes Kapitel: Das Schwarze Tor ist versperrt.
- Viertes Kapitel: Kräuter und Kaninchenpfeffer.
- Fünftes Buch, Sechstes Kapitel: Die Schlacht auf den Pelennor-Feldern.
- Sechstes Buch, Fünftes Kapitel: Der Truchsess und der König.
- Anhang A (II.), 3. Eriador, Arnor und Isildurs Erben.
- Anhang B, Die Aufzählung der Jahre (Zeittafel der Westlande).
- J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion. Herausgegeben von Christopher Tolkien.
- Von den Ringen der Macht und dem Dritten Zeitalter.
- J. R. R. Tolkien: Nachrichten aus Mittelerde. Herausgegeben von Christopher Tolkien.
- Teil IV, II. Die Istari (siehe auch Anmerkungen (10)).
