Lembas
| Lembas | |
|---|---|
| Typ | Wegzehrung |
| Andere Namen | Reisebrot (Original waybread) Coimas (Quenya für Lebensbrot)[1] |
| Ort | Aman Beleriand Lothlórien[2] |
| Besitzer | Elben[1] |
| Beschreibung | sehr dünner Kuchen, außen hellbraun und innen cremefarben[Anm. 1][2] |
| Schöpfer | Yavanna[1] |
Lembas ist im Legendarium ein besonderes Nahrungsmittel der Eldar, das als haltbare Wegzehrung für lange Reisen dient.
Beschreibung
Lembas hatte die Form eines sehr dünnen Kuchens aus Mehl. Beim Backen wurde die Außenseite leicht braun und das Innere hatte die Farbe von Sahne. Es war wohlschmeckend. Eingewickelt in seiner Blätterverpackung blieb Lembas, wenn es nicht angebrochen wurde, viele Tage frisch. Ein einzelnes Stück Lembas konnte selbst einem großen Menschen für einen anstrengenden Wandertag ausreichend Kraft geben.
Das Getreide, aus dem Lembas hergestellt wurde, stammte von Yavanna, einer Vala aus Aman. Die Aufbewahrung und die Weitergabe von Lembas oblag der Königin oder der höchsten Frau eines Elbenvolkes. Sie wurde massánie beziehungsweise besain (‚Brotgeberin‘) genannt.
Das Korn besaß die starke Lebenskraft Amans und konnte sie an diejenigen weitergeben, die das Brot benötigten und das Recht hatten, es zu erhalten. Es konnte zu jeder Jahreszeit, außer bei Frost, ausgesät werden. Das Getreide keimte bald und wuchs schnell. Allerdings gedieh es nicht im Schatten der Pflanzen Mittelerdes und hielt den Winden, die aus dem Norden kamen, als Morgoth dort wohnte, nicht stand. Ansonsten benötigte es wenig Sonnenlicht zum Reifen, da es die Kraft des einfallenden Lichtes rasch aufnehmen und vervielfachen konnte.
Die Eldar bauten das Getreide in bewachten Landen und sonnigen Lichtungen an. Die großen goldenen Ähren wurden einzeln von Hand geerntet und dabei wurden keine Klingen aus Metall verwendet. Die weißen Halme des Getreides wurden zu Körben geflochten, in denen das Korn aufbewahrt werden konnte. Das darin gelagerte Getreide war sicher vor Schädlingen und anderem Verfall.
Die Herstellung von Lembas war ein streng gehütetes Geheimnis. Vom Korn bis zum fertigen Brot durften sich nur die Yavannildi (Sindarin Ivonwin), die Dienerinnen Yavannas, darum kümmern. Nur sie allein hatten Kenntnis von der Zubereitung und hielten diese strengstens geheim.
Die Eldar gaben Lembas nicht an andere weiter, außer in besonderen Fällen an Einzelne, die sie liebten und die sich in großer Not befanden. Dies geschah nicht aus Geiz, sondern weil es ihnen aufgetragen war. Außerdem hieß es, dass Sterbliche, die oft von diesem Brot äßen, ihrer eigenen Sterblichkeit überdrüssig werden und sich danach sehnen würden, unter den Elben in den Landen Amans zu leben, die ihnen nicht zugänglich waren.[1]
Legendarium

Die Eldar überlieferten, dass sie Lembas zu Beginn ihrer Tage während der Großen Wanderung von den Valar erhalten hatten und es von Orome überbracht wurde.[1]
Melian, die Königin von Doriath, verfügte über Lembas und durfte es als Königin ausgeben. Als Beleg nach Doriath zurückkehrte, gab sie ihm Lembas für Túrin Turambar mit. Dies galt als besondere Gunst, da Lembas bis dahin noch keinem Menschen gegeben worden war.[1][3]
Später wurde die Kenntnis der Herstellung von Lembas an Galadriel und andere Elben weitergegeben.[1]
Auch im Zusammenhang mit der Reise nach Gondolin wird elbisches Wegbrot erwähnt. Die von Turgon ausgesandten Seefahrer führten für ihre Reise einen Vorrat davon mit. Voronwe, der den Untergang der Schiffe überlebte, bewahrte einen Teil des Wegbrotes auf und teilte es während seiner Reise mit Tuor.[4]
Vor ihrer Abreise aus Lothlórien wurden die Gefährten von den Galadhrim mit Lembas als Wegzehrung versorgt. Gimli hielt Lembas zunächst für eine Art Cram. Als er eine knusprige Ecke abgebrochen und gekostet hatte, stellte er jedoch fest, dass es diesem nicht ähnelte und weit angenehmer schmeckte.[2] Auf ihrem weiteren Weg wurde Lembas für die Gefährten zu einer wichtigen Nahrungsquelle. Insbesondere Frodo und Sam konnten sich auf ihrem Weg nach und durch Mordor über lange Zeit davon ernähren.[5]
Für Gollum war Lembas dagegen nicht genießbar. Als Frodo ihm in den Totensümpfen ein Stück anbot, probierte er davon, spuckte es jedoch wieder aus und erklärte, dass er es nicht essen könne.[6] Die Orks, die Frodo in Cirith Ungol gefangen nahmen, empfanden den Anblick und Geruch des Lembas als abstoßend.[7]
Etymologie
- Lembas ist ein Sindarin-Wort und hat sich aus der älteren Form lenn-mbass (‚Reisebrot‘) entwickelt. Christopher Tolkien weist auf die Wortwurzel MBAS (‚kneten‘) hin, aus der unter anderem Quenya masta und Noldorin bast ‚Brot‘ hervorgegangen sind.[1]
- In Quenya wurde es meist coimas (‚Lebensbrot‘) genannt.[1]
- Der zweite Wortbestandteil bas steht mit einem Wort für „Brot“ in Verbindung.[8]
Werkgeschichte
In zwei späteren Texten über die Herstellung von Lembas wird die Überlieferung ausführlicher dargestellt.
Im ersten Text von The Making of Lembas wird berichtet, dass Orome den Elben während der Großen Wanderung die Herstellung des Wegbrotes lehrte. Er brachte als Geschenk Manwes und Vardas den Samen des Weizens und unterwies die Quendi im Anbau, in der Ernte und in der Aufbewahrung des Getreides. Das Mahlen des Korns sowie das Kneten und Backen des ungesäuerten Brotes wurden dagegen den sogenannten „Brotfrauen“ übertragen. Diese wurden in der gemeinsamen Eldarin-Sprache hávanissi genannt.
Im zweiten Text wird erzählt, dass Orome den drei ältesten Elbenfrauen die Kunst des Wegbrotes zeigte. Laut Carl F. Hostetter sind damit Iminyë, Tatië und Enelyë gemeint, die in der Cuivienyarna, der Überlieferung des Erwachens der Elben, zu den ersten sechs Elben gehörten. Das von Orome gebrachte Getreide wird als „Westliches Korn“ bezeichnet. Während der Großen Wanderung verlor es aufgrund des schwachen Sonnenlichts allmählich an Kraft. Als die Elben Beleriand erreichten, war kein Saatgut mehr vorhanden. Als die Noldor nach Mittelerde zurückkehrten, brachten sie jedoch neues Korn mit. Durch eine besondere Gnade Manwes und Vardas blieb dieses fruchtbar und bewahrte seine Kraft bis zum Ende des Ersten Zeitalters.
Weiter wird ausgeführt, dass Galadriel zu den wichtigsten Erbinnen des Westlichen Korns und der mit ihm verbundenen Herstellungskunst gehörte. Zur Zeit des Herrn der Ringe überlebte das Westliche Korn nur noch in Lothlórien. Die Kenntnis der Herstellung des Wegbrotes war nur noch Galadriel, ihrer Tochter Celebrían und deren Tochter Arwen bekannt. Mit Galadriels Fortgang aus Mittelerde und Arwens Tod gingen das Westliche Korn und die Kunst der Herstellung des Wegbrotes in Mittelerde endgültig verloren.[1][9]
Filmtrilogie
In Peter Jacksons Verfilmung von Der Herr der Ringe wird Lembas als flaches, helles Gebäck dargestellt, das in Blätter eingewickelt ist. Die einzelnen Stücke sind annähernd quadratisch und lassen sich entlang einer diagonal verlaufenden Bruchlinie in zwei Teile teilen.
Die Übergabe des Lembas durch Galadriel, die im Roman mit dem Abschied der Gemeinschaft aus Lóthlorien geschildert wird, wird im Ersten Teil der Filmtrilogie Die Gefährten so nicht gezeigt. Stattdessen erklärt Legolas vor dem Aufbruch Merry und Pippin die besondere Sättigungskraft des Brotes. In „Die zwei Türme“ und „Die Rückkehr des Königs“ dient Lembas Frodo und Sam als wesentliche Wegzehrung. Gollum ist nicht in der Lage, Lembas zu essen.[10]
Anmerkung
- ↑ Lembas wird in der deutschen Übersetzung des Herrn der Ringe als Kuchen (Original cake) und Waffel bezeichnet.
Quellen
- ↑ 1,00 1,01 1,02 1,03 1,04 1,05 1,06 1,07 1,08 1,09 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XII The Peoples of Middle-earth. Part Three: Teachings of Penegolod, Kapitel XV: Of Lembas, S. 403-405.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Buch II, Achtes Kapitel: Abschied von Lórien.
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XXI: Von Túrin Turambar.
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Nachrichten aus Mittelerde. Teil Eins: Das Erste Zeitalter, Kapitel II: Von Tuor und seiner Ankunft in Gondolin.
- ↑ J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Buch VI, Zweites Kapitel: Das Land des Schattens.
- ↑ J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Buch IV, Zweites Kapitel: Die Durchquerung der Sümpfe.
- ↑ J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Buch VI, Erstes Kapitel: Der Turm von Cirith Ungol.
- ↑ Helmut W. Pesch: Das große Elbisch-Buch. Kapitel VII Wörterbuch Sindarin-Deutsch, bass, S. 462.
- ↑ J. R. R. Tolkien, Carl F. Hostetter [ed.]: The Nature of Middle-Earth. Teil Drei: The World, its Lands, and iths Inhabitants, Kapitel IV: The Making of Lembas.
- ↑ Peter Jackson: Der Herr der Ringe - Filmtrilogie. New Line Cinema, Metro-Goldwyn-Mayer, WingNut Films.

