Baranduin: Unterschied zwischen den Versionen
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Der '''Baranduin''', auch ''Brandywein'' (Original ''Brandywine'') genannt, ist im [[Legendarium]] ein Fluss in [[Eriador]], der die östliche Grenze des [[Auenland]]es bildet. | |||
== | == Beschreibung == | ||
Der Baranduin existierte seit dem [[Erstes Zeitalter|Ersten Zeitalter]] [[Mittelerde]]s. Sein Lauf hatte sich seitdem kaum verändert, wenngleich sich seine Länge infolge der Umgestaltung der Welt am Ende des Ersten Zeitalters deutlich verkürzte. Der Baranduin war etwa 573 [[Meilen]] lang und zeichnete sich durch seine goldbraune Färbung aus.<ref name=“WynnFonstadEriador“></ref><ref>[[Karen Wynn Fonstad]]: ''[[Historischer Atlas von Mittelerde|The Atlas of Tolkien's Middle-Earth]]''. The First Age: ''Introduction''</ref> | |||
=== Geographie === | |||
Bei Baranduin entsprang dem [[Evendim-See]] in den [[Evendim-Berge]]n im Norden [[Eriador]]s. Von dort floss er zunächst ostwärts die Ausläufer der Berge hinab. Nach etwa 85 Meilen änderte der Fluss seine Richtung und floss in südlicher Richtung.<ref name=“WynnFonstadEriador“></ref> Hierbei bildete er größtenteils die östliche Grenze des [[Auenland]]es. Eine Ausnahme stellte das [[Bockland]] dar, das sich auf der östlichen Flussseite befand.<ref name=“WynnFonstadShire“>[[Karen Wynn Fonstad]]: ''[[Historischer Atlas von Mittelerde|The Atlas of Tolkien's Middle-Earth]]''. Regional Maps: ''The Shire''</ref> Südlich des [[Alter Wald|Alten Waldes]] änderte der Fluss erneut seinen Lauf und strömte nach Südwesten,<ref name=“WynnFonstadEriador“></ref> ehe er nach insgesamt 300 Meilen in das [[Belegaer|Große Meer]] mündete. Im südlichen Eriador bildete der Barnaduin die südöstliche Grenze [[Harlindon]]s und die nordwestliche Grenze [[Minhiriath]]s.<ref>[[Karen Wynn Fonstad]]: ''[[Historischer Atlas von Mittelerde|The Atlas of Tolkien's Middle-Earth]]''. The Third Age: ''Introduction''</ref> | |||
Im Baranduin lag die Insel [[Insel Gürtenau|Gürtenau]]. Sie befand sich an der östlichen Grenze des [[Ostviertel]]s des Auenlandes, einige Meilen nördlich der [[Brandyweinbrücke]]. | |||
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=== Nebenflüsse des Baranduins === | |||
Zu den Nebenflüssen des Baranduins gehörten: | |||
* | * [[Die Wässer]], die unweit der [[Brandyweinbrücke]] von Westen her einmündete.<ref name=“WynnFonstadShire“></ref> | ||
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=== Bekannte Übergänge === | |||
* | *Die [[Brandyweinbrücke]] war eine steinerne Bogenbrücke aus der Hochzeit des [[Nördliches Königreich|Nördlichen Königreichs]]. Sie war Teil der [[Oststraße (Drittes Zeitalter)|Oststraße]], die von den [[Graue Anfurten|Grauen Anfurten]] bis nach [[Bruchtal]] führte.<ref name=“Prolog“>[[J. R. R. Tolkien]]: ''[[Der Herr der Ringe]]''. Prolog: ''Über Hobbits''</ref> | ||
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* Die | *Die westliche Anlegestelle [[Mithe Steps]] am Auenbronn führte zum östlich gelegenen Anleger [[Grindwall]] an der Weidenwinde.<ref name=“TomBVorw“></ref> | ||
*Die [[Sarnfurt]] war eine seichte steinerne Furt südlich des Auenlandes.<ref>[[Wayne G. Hammond]], [[Christina Scull]]: ''[[The Lord of the Rings: A Reader’s Companion]]''. The Fellowship of the Ring. Buch Eins, Kapitel X: ''Strider'', S. 162, 163</ref> Sie gehörte zu einer Straße, die vom Auenland zur [[Nordstraße]] führte.<ref name=“WynnFonstadEriador“></ref> | |||
== | == Legendarium == | ||
Zu Beginn des [[Drittes Zeitalter|Dritten Zeitalters]] siedelte sich das Volk von [[Elendil]] am Baranduin an.<ref>[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): [[Das Silmarillion]]. ''Von den Ringen der Macht und dem Dritten Zeitalter''</ref> | |||
Nach der Teilung [[Arnor]]s im Jahr 861 D. Z.<ref>[[J. R. R. Tolkien]]: ''[[Der Herr der Ringe]]''. Anhang B, Die Aufzählung der Jahre: ''Das Dritte Zeitalter''</ref> bildete der Fluss die nördliche Grenze [[Cardolan]]s und die südliche Grenze [[Arthedain]]s.<ref>[[J. R. R. Tolkien]]: ''[[Der Herr der Ringe]]''. Anhang A, Annalen der Könige und Herrscher: ''Die Númenórischen Könige'', ''Eriador, Arnor und Isildurs Erben'', ''Das Nördliche Königreich und die Dúnedain''</ref> | |||
= | Im Jahr 1601 D. Z. (1 [[Auenland-Kalender|A. Z.]]) überquerten die [[Falbhäute]]brüder [[Marcho]] und [[Blanco]] mit zahlreichen Hobbits den Baranduin. Von König [[Argeleb II.]] erhielten sie die Erlaubnis, sich jenseits des Flusses anzusiedeln. Fortan bildete der Baranduin die östliche Grenze des Auenlandes.<ref name=“AnhangB“>[[J. R. R. Tolkien]]: ''[[Der Herr der Ringe]]''. Anhang B, Die Aufzählung der Jahre: ''Die wichtigsten Tage nach dem Fall von Barad-Dûr bis zum Ende des Dritten Zeitalters''</ref> | ||
Während des [[Grausamer Winter|Grausamen Winters]] von 2911 D. Z. (1311 A. Z.) fror der Fluss zu. Weiße [[Wölfe]] überquerten ihn und konnten ins Auenland eindringen.<ref name=“AnhangB“></ref> | |||
== | Im Jahr 2980 D. Z. (1380 A. Z.) ertranken die Eltern von [[Frodo Beutlin]], [[Drogo Beutlin]] und [[Primula Beutlin|Primula Brandybock]] bei einer nächtlichen Bootsfahrt auf dem Baranduin.<ref>[[J. R. R. Tolkien]]: ''[[Der Herr der Ringe]]''. Buch I, Erstes Kapitel: ''Ein lang erwartetes Fest''</ref><ref>[[J. R. R. Tolkien]]: ''[[Der Herr der Ringe]]''. Anhang C, Ahnentafeln: ''Beutlin von Hobbingen''</ref> | ||
Am [[25. September]] 3018 D. Z. (1418 A. Z.) setzten Frodo Beutlin, [[Samweis Gamdschie]], [[Peregrin Tuk]], [[Meriadoc Brandybock]] und ein Pony auf dem Weg nach [[Krickloch]] mit der Bockenburger Fähre über den Baranduin. Als die Hobbits am Ostufer angekommen waren, erblickten sie an der Ablegestelle des Westufers einen [[Nazgûl]].<ref name=“HdR1,5“></ref> | |||
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== Etymologie == | |||
*In seiner ''[[Nomenclature of The Lord of the Rings]]'' erläuterte [[J. R. R. Tolkien]], dass ''Baranduin'' ein [[Sindarin]]-Name sei und „langer goldbrauner Fluss“ bedeute. ''Baran'' steht für ''braun'' oder ''gelbbraun'', ''duin'' für ''großer, langer Fluss''.<ref name=“ReadCom“>[[Wayne G. Hammond]], [[Christina Scull]]: ''[[The Lord of the Rings: A Reader’s Companion]]''. ''Prologue'', S. 19, 20</ref> Die Betonung liegt auf der zweiten Silbe.<ref name=“ReadCom“></ref> | |||
*Der Hobbitname ''Brandywein'' ist eine Abänderung des elbischen Namens ''Baranduin''. Auf den ersten Blick erscheint er wie eine moderne scherzhafte Bezeichnung. Der Name entwickelte sich jedoch aus dem älteren hobbitischen ''Branda-nîn'' (''Grenzwasser''), der genauer mit ''Markgrenze'' wiedergegeben worden wäre. Aufgrund eines Witzes, in Anspielung auf die Farbe des Flusses, wurde er ''Bralda-hîm'' (''berauschendes Bier'') genannt.<ref name=“AnhangF“></ref><ref name=“ReadCom“></ref> | |||
*Tolkien übersetzte das hobbitische ''Bralda-hîm'' ins Englische mit ''Brandywine''.<ref name=“ReadCom22“>[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[The History of Middle-earth]] Vol. XII [[The Peoples of Middle-earth]]''. Part One: The Prologue and Appendices to The Lord of the Rings, Kapitel II ''The Appendix on Languages'', S. 54</ref> | |||
== Werkgeschichte == | |||
*Bevor der Fluss den elbischen Namen ''Baranduin'' erhielt, trug der Fluss bei den [[Noldor]] den Namen ''Malvarn'' und die Hobbits nannten ihn ''Malvern''.<ref>[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[The History of Middle-earth]] Vol. XII [[The Peoples of Middle-earth]]''. Part One: The Prologue and Appendices to The Lord of the Rings, Kapitel II ''The Appendix on Languages'', S. 39</ref> | |||
*Später änderte Tolkien den noldorinischen Namen in ''Baranduin'', woraus bei den Hobbits der ''Brandywein'' wurde.<ref>[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[The History of Middle-earth]] Vol. XII [[The Peoples of Middle-earth]]''. Part One: The Prologue and Appendices to The Lord of the Rings, Kapitel II ''The Appendix on Languages'', S. 40</ref> | |||
*Als Tolkien feststellte, dass die Hobbits kein Wort wie ''Brandywein'' gekannt hätten, führte dies zur Einführung eines dritten Begriffes, den Tolkien „picturesque perversion“ („bildhafte Verfälschung“) nannte.<ref>[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[The History of Middle-earth]] Vol. XII [[The Peoples of Middle-earth]]''. Part One: The Prologue and Appendices to The Lord of the Rings, Kapitel II ''The Appendix on Languages'', S. 72</ref> Demnach verfälschten die Hobbits den Namen ''Baranduin'' bildhaft zu ''Branduhim'', was in ihrer Sprache etwa ''schäumendes Bier'' bedeutete. (''brand(u)'' = ''Schaum''; ''hím(a)'' = ''Bier''). Weiter führte Tolkien aus, dass er diese Bezeichnung im Englischen nachgeahmt habe und den Fluss ''Brandywein'' genannt hätte, weil es ähnlich im Klang und eine ähnliche Verfälschung des ''Baranduins'' sei, auch wenn sie im Sinne nicht sehr ähnlich seien und es keine Beweise für die Destillation von Branntwein im Auenland gab.<ref name=“ReadCom22“></ref> | |||
== Filmtrilogie == | |||
In ''[[Der Herr der Ringe: Die Gefährten]]'', dem ersten Teil der [[Der Herr der Ringe (Filmtrilogie)|Filmtrilogie]], werden Frodo, Samweis, Merry und Pippin von [[Nazgûl|Schwarzen Reitern]] verfolgt. Froddo offenbart Merry und Pippin, dass er das Auenland verlassen müsse, woraufhin Merry vorschlägt, die Bockenburger Fähre zu nehmen. Unter Merrys Führung erreichen die vier Hobbits die Fähre am Baranduin und entkommen nur knapp einem der Nazgûl. Frodo springt im letzten Moment von der Anlegestelle auf das Floß, während das Pferd des Nazgûl am Ufer scheut. Der Reiter stößt einen gellenden Schrei aus und reitet anschließend mit zwei weiteren Nazgûl davon, vermutlich in Richtung [[Brandyweinbrücke]].<ref>[[Peter Jackson]]: [[Der Herr der Ringe (Filmtrilogie)|Der Herr der Ringe - Filmtrilogie]]. [[New Line Cinema]], [[Metro-Goldwyn-Mayer]], [[WingNut Films]]</ref><ref>{{Internetquelle|autor=EgalmothOfGondolin01|url=https://www.youtube.com/watch?v=2rtpEbRyqbg|titel=LOTR The Fellowship of the Ring - Bucklebury Ferry|website=YT|abruf=16. Februar 2026}}</ref> | |||
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Aktuelle Version vom 16. Februar 2026, 18:53 Uhr
| Baranduin | |
|---|---|
| Eckdaten | |
| Andere Namen | Brandywein Branda-nîn Bralda-hîm[1] |
| Ort | Auenland, Eriador[2][3] |
| Typ | Fluss |
Der Baranduin, auch Brandywein (Original Brandywine) genannt, ist im Legendarium ein Fluss in Eriador, der die östliche Grenze des Auenlandes bildet.
Beschreibung
Der Baranduin existierte seit dem Ersten Zeitalter Mittelerdes. Sein Lauf hatte sich seitdem kaum verändert, wenngleich sich seine Länge infolge der Umgestaltung der Welt am Ende des Ersten Zeitalters deutlich verkürzte. Der Baranduin war etwa 573 Meilen lang und zeichnete sich durch seine goldbraune Färbung aus.[3][4]
Geographie
Bei Baranduin entsprang dem Evendim-See in den Evendim-Bergen im Norden Eriadors. Von dort floss er zunächst ostwärts die Ausläufer der Berge hinab. Nach etwa 85 Meilen änderte der Fluss seine Richtung und floss in südlicher Richtung.[3] Hierbei bildete er größtenteils die östliche Grenze des Auenlandes. Eine Ausnahme stellte das Bockland dar, das sich auf der östlichen Flussseite befand.[5] Südlich des Alten Waldes änderte der Fluss erneut seinen Lauf und strömte nach Südwesten,[3] ehe er nach insgesamt 300 Meilen in das Große Meer mündete. Im südlichen Eriador bildete der Barnaduin die südöstliche Grenze Harlindons und die nordwestliche Grenze Minhiriaths.[6]
Im Baranduin lag die Insel Gürtenau. Sie befand sich an der östlichen Grenze des Ostviertels des Auenlandes, einige Meilen nördlich der Brandyweinbrücke.
An der Grenze zwischen Ost- und Südviertel lagen die Oberbronn-Marschen am Ufer des Baranduins.[5]
Nebenflüsse des Baranduins
Zu den Nebenflüssen des Baranduins gehörten:
- Die Wässer, die unweit der Brandyweinbrücke von Westen her einmündete.[5]
- Der Stockbach, der südlich von Stock von Westen kommend in den Fluss mündete.[5]
- Die Weidenwinde, die durch den Alten Wald floss und bei Hagsend an der Anlegestelle Grindwall von Osten her in den Baranduin mündete.[7]
- Der Auenbronn floss aus westlicher Richtung bei Tiefenhain in das Mündungsgebiet Meite des Baranduins.[7]
Bekannte Übergänge
- Die Brandyweinbrücke war eine steinerne Bogenbrücke aus der Hochzeit des Nördlichen Königreichs. Sie war Teil der Oststraße, die von den Grauen Anfurten bis nach Bruchtal führte.[8]
- Die Bockenburger Fähre lag nahe dem Damm, südlich von Stock und nördlich von Rohrholm. Sie verband den Bruch am Westufer mit dem Bockland, nahe Bockenburg.[9]
- Die westliche Anlegestelle Mithe Steps am Auenbronn führte zum östlich gelegenen Anleger Grindwall an der Weidenwinde.[7]
- Die Sarnfurt war eine seichte steinerne Furt südlich des Auenlandes.[10] Sie gehörte zu einer Straße, die vom Auenland zur Nordstraße führte.[3]
Legendarium
Zu Beginn des Dritten Zeitalters siedelte sich das Volk von Elendil am Baranduin an.[11]
Nach der Teilung Arnors im Jahr 861 D. Z.[12] bildete der Fluss die nördliche Grenze Cardolans und die südliche Grenze Arthedains.[13]
Im Jahr 1601 D. Z. (1 A. Z.) überquerten die Falbhäutebrüder Marcho und Blanco mit zahlreichen Hobbits den Baranduin. Von König Argeleb II. erhielten sie die Erlaubnis, sich jenseits des Flusses anzusiedeln. Fortan bildete der Baranduin die östliche Grenze des Auenlandes.[14]
Während des Grausamen Winters von 2911 D. Z. (1311 A. Z.) fror der Fluss zu. Weiße Wölfe überquerten ihn und konnten ins Auenland eindringen.[14]
Im Jahr 2980 D. Z. (1380 A. Z.) ertranken die Eltern von Frodo Beutlin, Drogo Beutlin und Primula Brandybock bei einer nächtlichen Bootsfahrt auf dem Baranduin.[15][16]
Am 25. September 3018 D. Z. (1418 A. Z.) setzten Frodo Beutlin, Samweis Gamdschie, Peregrin Tuk, Meriadoc Brandybock und ein Pony auf dem Weg nach Krickloch mit der Bockenburger Fähre über den Baranduin. Als die Hobbits am Ostufer angekommen waren, erblickten sie an der Ablegestelle des Westufers einen Nazgûl.[9]
Am 30. Oktober 3019 D. Z. (1419 A. Z.)[14] kehrten Frodo, Samweis, Peregrin und Meriadoc ins Auenland zurück und überquerten den Brandywein über die Brandyweinbrücke. Diese fanden sie jedoch mit zwei Toren versperrt vor. Hugo Feldhüter öffnete zwar das westliche Tor, verweigerte ihnen jedoch die Überquerung der Brücke. Daraufhin kletterten Merry und Pippin über das östliche Tor und zwangen Lutz Farning, der alarmiert worden war, das Tor zu öffnen.[17]
Etymologie
- In seiner Nomenclature of The Lord of the Rings erläuterte J. R. R. Tolkien, dass Baranduin ein Sindarin-Name sei und „langer goldbrauner Fluss“ bedeute. Baran steht für braun oder gelbbraun, duin für großer, langer Fluss.[18] Die Betonung liegt auf der zweiten Silbe.[18]
- Der Hobbitname Brandywein ist eine Abänderung des elbischen Namens Baranduin. Auf den ersten Blick erscheint er wie eine moderne scherzhafte Bezeichnung. Der Name entwickelte sich jedoch aus dem älteren hobbitischen Branda-nîn (Grenzwasser), der genauer mit Markgrenze wiedergegeben worden wäre. Aufgrund eines Witzes, in Anspielung auf die Farbe des Flusses, wurde er Bralda-hîm (berauschendes Bier) genannt.[1][18]
- Tolkien übersetzte das hobbitische Bralda-hîm ins Englische mit Brandywine.[19]
Werkgeschichte
- Bevor der Fluss den elbischen Namen Baranduin erhielt, trug der Fluss bei den Noldor den Namen Malvarn und die Hobbits nannten ihn Malvern.[20]
- Später änderte Tolkien den noldorinischen Namen in Baranduin, woraus bei den Hobbits der Brandywein wurde.[21]
- Als Tolkien feststellte, dass die Hobbits kein Wort wie Brandywein gekannt hätten, führte dies zur Einführung eines dritten Begriffes, den Tolkien „picturesque perversion“ („bildhafte Verfälschung“) nannte.[22] Demnach verfälschten die Hobbits den Namen Baranduin bildhaft zu Branduhim, was in ihrer Sprache etwa schäumendes Bier bedeutete. (brand(u) = Schaum; hím(a) = Bier). Weiter führte Tolkien aus, dass er diese Bezeichnung im Englischen nachgeahmt habe und den Fluss Brandywein genannt hätte, weil es ähnlich im Klang und eine ähnliche Verfälschung des Baranduins sei, auch wenn sie im Sinne nicht sehr ähnlich seien und es keine Beweise für die Destillation von Branntwein im Auenland gab.[19]
Filmtrilogie
In Der Herr der Ringe: Die Gefährten, dem ersten Teil der Filmtrilogie, werden Frodo, Samweis, Merry und Pippin von Schwarzen Reitern verfolgt. Froddo offenbart Merry und Pippin, dass er das Auenland verlassen müsse, woraufhin Merry vorschlägt, die Bockenburger Fähre zu nehmen. Unter Merrys Führung erreichen die vier Hobbits die Fähre am Baranduin und entkommen nur knapp einem der Nazgûl. Frodo springt im letzten Moment von der Anlegestelle auf das Floß, während das Pferd des Nazgûl am Ufer scheut. Der Reiter stößt einen gellenden Schrei aus und reitet anschließend mit zwei weiteren Nazgûl davon, vermutlich in Richtung Brandyweinbrücke.[23][24]
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Anhang F, Sprachen und Völker des Dritten Zeitalters: Zur Übersetzung, Anmerkungen zu drei Namen: Hobbit, Gamdschie und Brandywein
- ↑ J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Prolog: Ein Teil des Auenlands
- ↑ 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 Karen Wynn Fonstad: The Atlas of Tolkien's Middle-Earth. Regional Maps: Eriador
- ↑ Karen Wynn Fonstad: The Atlas of Tolkien's Middle-Earth. The First Age: Introduction
- ↑ 5,0 5,1 5,2 5,3 Karen Wynn Fonstad: The Atlas of Tolkien's Middle-Earth. Regional Maps: The Shire
- ↑ Karen Wynn Fonstad: The Atlas of Tolkien's Middle-Earth. The Third Age: Introduction
- ↑ 7,0 7,1 7,2 J. R. R. Tolkien: Die Abenteuer des Tom Bombadil. Vorwort
- ↑ J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Prolog: Über Hobbits
- ↑ 9,0 9,1 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Buch I, Fünftes Kapitel: Eine aufgedeckte Verschwörung
- ↑ Wayne G. Hammond, Christina Scull: The Lord of the Rings: A Reader’s Companion. The Fellowship of the Ring. Buch Eins, Kapitel X: Strider, S. 162, 163
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Von den Ringen der Macht und dem Dritten Zeitalter
- ↑ J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Anhang B, Die Aufzählung der Jahre: Das Dritte Zeitalter
- ↑ J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Anhang A, Annalen der Könige und Herrscher: Die Númenórischen Könige, Eriador, Arnor und Isildurs Erben, Das Nördliche Königreich und die Dúnedain
- ↑ 14,0 14,1 14,2 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Anhang B, Die Aufzählung der Jahre: Die wichtigsten Tage nach dem Fall von Barad-Dûr bis zum Ende des Dritten Zeitalters
- ↑ J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Buch I, Erstes Kapitel: Ein lang erwartetes Fest
- ↑ J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Anhang C, Ahnentafeln: Beutlin von Hobbingen
- ↑ J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Buch VI, Achtes Kapitel: Die Befreiung des Auenlandes
- ↑ 18,0 18,1 18,2 Wayne G. Hammond, Christina Scull: The Lord of the Rings: A Reader’s Companion. Prologue, S. 19, 20
- ↑ 19,0 19,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XII The Peoples of Middle-earth. Part One: The Prologue and Appendices to The Lord of the Rings, Kapitel II The Appendix on Languages, S. 54
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XII The Peoples of Middle-earth. Part One: The Prologue and Appendices to The Lord of the Rings, Kapitel II The Appendix on Languages, S. 39
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XII The Peoples of Middle-earth. Part One: The Prologue and Appendices to The Lord of the Rings, Kapitel II The Appendix on Languages, S. 40
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XII The Peoples of Middle-earth. Part One: The Prologue and Appendices to The Lord of the Rings, Kapitel II The Appendix on Languages, S. 72
- ↑ Peter Jackson: Der Herr der Ringe - Filmtrilogie. New Line Cinema, Metro-Goldwyn-Mayer, WingNut Films
- ↑ EgalmothOfGondolin01: LOTR The Fellowship of the Ring - Bucklebury Ferry, YouTube, abgerufen am 16. Februar 2026.
