Pfeifenkraut: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Pfeifenkraut''' (Original ''Pipe-weed'') ist im [[Legendarium]] eine Nutz- und Zierpflanze.
'''Pfeifenkraut''' (Original ''Pipe-weed'') ist im [[Legendarium]] eine Nutz- und Zierpflanze, die im [[Auenland]] kultiviert wird.


== Beschreibung ==
== Beschreibung ==
Pfeifenkraut war vermutlich eine Art ''Nicotiana''.<ref name=“ReadComPrologue“>[[Wayne G. Hammond]], [[Christina Scull]]: ''[[The Lord of the Rings: A Reader’s Companion]]''. ''Prologue'', S. 30</ref> Es wurde in [[Eriador]] angebaut und wuchs in [[Gondor]], an den Südhängen von [[Bree]] und im [[Südviertel]] des [[Auenland]]es. Das beste Pfeifenkraut stammte aus dem Südviertel.<ref name=“Prolog“> [[J. R. R. Tolkien]]: ''[[Der Herr der Ringe]]''. Prolog: ''Über Pfeifenkraut''</ref> Mehrere [[Hobbits|Hobbit]]familien betrieben den Anbau von Pfeifenkraut, darunter die [[Sackheim-Beutlin]]s, die [[Straffgürtel]]s<ref name=“UnfinishedTales“>[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[Unfinished Tales]]''. Teil Drei: The End of the Third Age, Kapitel IV: ''The Hunt for the Ring'', ''Other Versions of the Story''</ref> und die [[Hornbläser]]s.<ref name=“HdR3,9“>[[J. R. R. Tolkien]]: ''[[Der Herr der Ringe]]''. Buch III, Neuntes Kapitel: ''Treibgut und Beute''</ref>


Pfeifenkraut ist wahrscheinlich eine Art ''Nicotiana''. Es wurde vor allem in [[Eriador]] und dort besonders im [[Südviertel]] des [[Auenland]]es und in [[Bree]] angebaut.  
Pfeifenkrautrauchen galt als die einzige Kunst, von der die [[Hobbits]] behaupten konnten, dass sie diese erfunden hatten. Mit Pfeifen aus Holz oder Ton saugten oder atmeten die Hobbits den Rauch der getrockneten, brennenden Blätter der Pflanzen ein.<ref name=“Prolog“></ref> Das Pfeifenkraut wurde üblicherweise in Tabaksbeuteln aufbewahrt.<ref name=“HdR5,8“>[[J. R. R. Tolkien]]: ''[[Der Herr der Ringe]]''. Buch V, Achtes Kapitel: ''Die Häuser der Heilung''</ref>


Nach der Ernte wurden die Blätter getrocknet und zerkleinert. Mit dem Blatt, stopften sich dann [[Hobbits]], [[Menschen]] und auch [[Zwerge]] aus der Gegend ihre verschiedenartigen Holz- oder Tonpfeifen, brannten das Blatt an und sogen den entstehenden Rauch ein.
Das Pfeifenkrautrauchen diente vor allem der Entspannung. Dem ausgestoßenen Rauch schrieb man die Fähigkeit zu, den Kopf von unangenehmen oder schweren Gedanken zu befreien. Der Rauch, so sagte man, verlieh Geduld und die Fähigkeit, sich in manchen Dingen in Nachsicht zu üben.<ref name=“UnfinishedTales“></ref> So traf man sich in Gasthäusern nicht nur auf ein Bier und einen Schwatz, sondern auch auf eine gute Pfeife Blatt. Es war beliebt, den Rauch in Form von Ringen auszublasen.<ref name=“Hobbit“> [[J. R. R. Tolkien]]: ''[[Der kleine Hobbit]]''. Erstes Kapitel: ''Eine unvorhergesehene Gesellschaft''</ref>


Das Pfeifenkrautrauchen diente der Entspannung. Der ausgestoßene Rauch vermochte es, den Kopf von unangenehemen oder schweren Gedanken zu befreien. Der Rauch, so sagte man, verlieh einem Geduld und die Fähigkeit sich in manchen Dingen in Nachsicht zu üben.
In [[Gondor]], wo das Pfeifenkraut reichlich wuchs, war das wildwachsende Kraut vor allem wegen seiner schönen, wohlriechenden Blüten bekannt. Die [[Menschen]] Gondors nannten die Pflanze daher „süße Galenas“.<ref name=“HdR5,8“></ref>


Man pflegte oft einen Tabaksbeutel dabei zu haben, wenn man vor die Tür ging. So traf man sich in Gasthäusern nicht nur auf ein Bier und einen Schwatz sondern auch, auf eine gute Pfeife Blatt. So entwickelten sich auch kleine Spielereien, beim Blasen von Rauchringen angefangen, bis zu Punktspielen, dessen Ausübung sicherlich ein Gutteil magischer Begabung forderte<ref>Als Beispiel sei hier nur [[Thorin II.|Thorin Eichenschilds]] und [[Gandalf]]s Rauchringjagd aus ''[[Der kleine Hobbit|Der Hobbit]]'' genannt.</ref>.  
== Geschichte und Herkunft ==
Die Pflanze wurde vermutlich im [[Zweites Zeitalter|Zweiten Zeitalter]] von [[Númenor|Númenorern]] nach [[Mittelerde]] gebracht.<ref>[[Wayne G. Hammond]], [[Christina Scull]]: ''[[The Lord of the Rings: A Reader’s Companion]]''. The Fellowship of the Ring. Buch Sechs, Kapitel VI: ''Mount Doom'', S. 612</ref> Von Gondor gelangte sie viele Jahrhunderte nach der Ankunft [[Elendil der Lange|Elendils]] über den [[Grünweg]] nach Norden und kam so ins [[Breeland]].<ref name=“Prolog“></ref>


In [[Gondor]] wuchs das Pfeifenkraut wild und in einer größeren Art und war dort vor allem wegen seinen schönen, wohlriechenden Blüten bekannt. Die [[Dúnedain|Menschen]] Gondors nannten die Pflanze daher süße Galenas ([[Sindarin]] für ‚süße Pflanze‘<ref>''galenas'' stammt wohl von den Sindarinwörtern ''galas'' für ‚Trieb, Pflanze‘ und ''lend'' für ‚melodisch, süß‘ ab.</ref>) oder auch Westmannskraut (Original ''Westmansweed'').
Wann die Hobbits mit dem Rauchen begannen, ist nicht überliefert.<ref name=“Prolog“></ref> Die [[Bree-Hobbits]] beanspruchten für sich, die ersten gewesen zu sein, die Pfeifenkraut rauchten, und betonten, dass sie vor den Leuten im Auenland geraucht hätten. Als erster Hobbit des Auenlandes baute [[Tobold Hornbläser]] um das Jahr 2670 [[Drittes Zeitalter|D. Z.]] (1070 [[Auenland-Kalender|A. Z.]]) Pfeifenkraut in seinem Garten in [[Langgrund]] im [[Südviertel]] an. Bis zu seinem Tod verriet der alte Tobi nicht, wie er zu den Pflanzen gekommen war. Da er in seiner Jugend häufig in Bree gewesen war und nie weit gereist sein soll, ist es möglich, dass er das Kraut dort kennenlernte.<ref name=“Prolog“></ref>


== Geschichte und Herkunft ==
Heimat und Mittelpunkt des Pfeifenrauchens ist das [[Gasthaus „Zum Tänzelnden Pony“]] in Bree. Von dort aus verbreitete sich das Pfeifenkraut auch unter anderen Völkern, etwa Zwergen, [[Waldläufer des Nordens|Waldläufern]] sowie dem [[Istari|Zauberer]] [[Gandalf]].<ref name=“Prolog“></ref>
 
== Legendarium ==
Als Gandalf im April 2941 D. Z. (1341 A. Z.) [[Bilbo Beutlin|Bilbo]] aufsuchte, saß dieser vor seinem Zuhause [[Beutelsend]] und blies Rauchringe in die Luft.
 
Am folgenden Tag zeigten sowohl Gandalf als auch [[Thorin II.|Thorin Eichenschild]], die zusammen mit Thorins [[Thorin & Co.|Gefährten]] bei Bilbo zu Gast waren, ihre Fertigkeit in der Kunst des Pfeifenringeblasens. Thorin ließ die Ringe auf seinen Befehl hin in bestimmte Richtungen schweben, während Gandalf kleinere Ringe durch jene Thorins fliegen ließ.<ref name=“Hobbit“></ref>


Die Pflanze, die später als Pfeifenkraut bekannt wurde, wurde wohl von [[Númenor|Númenorern]] im [[Zweites Zeitalter|Zweiten Zeitalter]] nach [[Mittelerde]] gebracht. Von Gondor wurde es viele Jahrhunderte nach [[Elendil der Lange|Elendils]] Ankuft im Norden über den [[Grünweg]] herauf gebracht und kam so ins [[Breeland]].
[[Saruman]] bezeichnete das Pfeifenkraut abschätzig als „Kraut der Halblinge“ und warf Gandalf vor, dass es letzterem die Sicht vernebelte. Später jedoch fand Saruman ebenso Gefallen am Pfeifenkraut und begann, es heimlich aus dem Südviertel zu beziehen. Da er fürchtete, dass Gandalf ihn auslachen könnte, rauchte er das Kraut alleine in den innersten Kammern des [[Orthanc]].<ref>[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[Unfinished Tales]]''. Teil Drei: The End of the Third Age, Kapitel IV: ''The Hunt for the Ring'', ''Concernig Gandalf, Saruman and the Shire Notes'' S. 453</ref> Später kamen andere Motive hinzu. Er wollte seine Macht ausweiten. Durch den Handel mit dem Pfeifenkraut mehrte er seinen Einfluss und seine Einkünfte. Er korrumpierte einige der Hobbits, insbesondere Angehörige der Familien [[Straffgürtel]] und [[Sackheim-Beutlin]].<ref name=“UnfinishedTales“></ref>


Die [[Bree-Hobbits]] nahmen für sich in Anspruch, die ersten gewesen zu sein, die Pfeifenkraut rauchten. Tatsächlich entdeckte der auenländische Hobbit [[Tobold Hornbläser]] erst vor 2670 [[Drittes Zeitalter|D. Z.]] das seltsame Kraut in Bree, das er dann schließlich auch in seinem Hausgarten zog. So kam die Sitte des Blattrauchens wohl auch ins Auenland.
Nach September 3018 D. Z. (1418 A. Z.) strebte [[Lotho Sackheim-Beutlin]] die Vorherrschaft im Auenland an. Neben seinen geerbten Plantagen erwarb er weitere Pfeifenkrautpflanzungen. Schon vor diesem Zeitpunkt schien er eine Menge Pfeifenkraut außerhalb des Auenlandes verkauft zu haben.<ref name=“HdR6,8“>[[J. R. R. Tolkien]]: ''[[Der Herr der Ringe]]''. Buch VI, Achtes Kapitel: ''Die Befreiung des Auenlandes''</ref>


Vom [[Gasthaus „Zum Tänzelnden Pony“]] in Bree aus verbreitete sich das Pfeifenkraut auch unter anderen Völkern, den Zwergen, [[Waldläufer des Nordens|Waldläufern]] und auch anderen, wie etwa dem [[Istari|Zauberer]] [[Gandalf]].
[[Meriadoc Brandybock|Merry Brandybock]] und [[Peregrin Tuk|Pippin Tuk]] fanden im März des Jahres 3019 D. Z. (1419 A. Z.), nachdem die [[Ents]] [[Isengart]] überrannt hatten, ganze Fässer [[Langgrundblatt]] in Sarumans Vorratskammern.<ref name=“HdR3,9“></ref> König [[Théoden]] von [[Rohan]], der zum ersten Mal auf Halblinge traf und in Isengart die beiden Pfeife rauchenden Hobbits sah, äußerte erstaunt:
{{Zitat|Text=''Zuerst einmal habe ich nicht gehört, dass sie Rauch aus dem Mund ausspeien''.|Autor=[[J. R. R. Tolkien]]|Quelle=''[[Der Herr der Ringe]]''. Übersetzt von [[Margaret Carroux]]. 9. Auflage. [[Klett-Cotta]], Stuttgart 2025. Buch III, Achtes Kapitel: ''Der Weg nach Isengart'', S. 169}}


== Hintergrund ==
Als Gandalf, [[Frodo Beutlin]], [[Samweis Gamdschie]], Peregrin Tuk und Meriadoc Brandybock am [[28. Oktober]] 3019 D. Z. (1419 A. Z.)<ref>[[J. R. R. Tolkien]]: ''[[Der Herr der Ringe]]''. Anhang B, Die Aufzählung der Jahre: ''Die wichtigsten Tage nach dem Fall von Barad-Dûr bis zum Ende des Dritten Zeitalters''</ref> auf ihrem Weg zurück ins Auenland nach Bree kamen, erzählte ihnen [[Gerstenmann Butterblume]], dass Pfeifenkraut knapp geworden sei, da aus dem Auenland in letzter Zeit kein Kraut mehr komme. Er versorgte die fünf jedoch mit einem Bündel ungeschnittener Blätter Südhang, einem Pfeifenkraut, das im Breeland angebaut wurde.<ref name=“HdR6,7“>[[J. R. R. Tolkien]]: ''[[Der Herr der Ringe]]''. Buch VI, Siebentes Kapitel: ''Auf der Heimfahrt''</ref> Als die vier Hobbits im Auenland angekommen waren, erfuhren sie, dass es nur noch für die Männer des [[Lotho Sackheim-Beutlin|Oberst]] Pfeifenkraut gab.<ref name=“HdR6,8“></ref>


* [[Saruman]] nannte es das Kraut der Halblinge und warf Gandalf vor, dass es letzterem die Sicht vernebelte. Später fand Saruman aber ebenso Gefallen am Pfeifenkraut und begann es heimlich aus dem Südviertel zu beziehen. Da er Angst davor hatte, dass Gandalf ihn auslachen könnte, rauchte er das Kraut nur noch alleine in den innersten Kammern des [[Orthanc]]. [[Meriadoc Brandybock|Merry Brandybock]] und [[Peregrin Tuk|Pippin Tuk]] fanden im Jahre 3019 D. Z., nachdem die [[Ents]] [[Isengart]] überrannt hatten, ganze Fässer [[Langgrundblatt]] in den Vorratskammern des Zauberers.
Nach dem [[Ringkrieg]] verfasste Meriadoc Brandybock ein Buch mit dem Titel ''[[Kräuterkunde vom Auenland]]'', indem er alle bekannten Informationen über das Pfeifenkraut zusammengetragen hatte.<ref name=“Prolog“></ref>
* Meriadoc Brandybock schrieb nach dem [[Ringkrieg]] ein Buch, das alle bekannten Informationen über das Pfeifenkraut zusammenfasste. Er gab ihm den Titel ''[[Kräuterkunde vom Auenland]]''.


== Bekannte Sorten ==
== Bekannte Sorten ==
 
Die einzelnen Sorten unterschieden sich im Geschmack. Manche galten als kräftiger, manche als milder und süßer.<ref name=“Prolog“></ref>
* [[Alter Tobi]] (Original ''Old Toby'')
* [[Alter Tobi]] war eine Sorte aus dem Südviertel.<ref name=“Prolog“></ref>
* [[Langgrundblatt]] (Original ''Longbottom Leaf'')
* [[Langgrundblatt]] war eine Sorte aus dem Südviertel.<ref name=“Prolog“></ref>
* [[Südstern]] (Original ''Southern Star'')
* [[Südstern]] war eine Sorte aus dem Südviertel.<ref name=“Prolog“></ref>
* [[Südhang]] (Original ''Southlinch'')
* [[Südhang]] war eine Sorte aus Bree.<ref name=“HdR6,7“></ref>


== Andere Bezeichnungen ==
== Andere Bezeichnungen ==
* ''Blatt''<ref name=“Prolog“></ref><ref name=“HdR5,8“></ref>
*''Kraut''<ref name=“HdR5,8“></ref>
* ''Kraut der Halblinge''<ref name=“UnfinishedTales“></ref> 
* ''Tabak''<ref name=“Hobbit“></ref><ref>[[Wayne G. Hammond]], [[Christina Scull]]: ''[[The Lord of the Rings: A Reader’s Companion]]''. The Fellowship of the Ring. Buch Eins, Kapitel III: ''Three is Company'', S. 98</ref>
*''Westmannskraut'' (Bezeichnung der einfachen Gondorianer).<ref name=“HdR5,8“></ref><ref name=“ReadCom583“>[[Wayne G. Hammond]], [[Christina Scull]]: ''[[The Lord of the Rings: A Reader’s Companion]]''. The Fellowship of the Ring. Buch Fünf, Kapitel VIII: ''The House of Healing'', S. 583</ref>
*''Galenas'' (Bezeichnung der noblen Gondorianer)<ref name=“HdR5,8“></ref><ref name=“ReadCom583“></ref>


* ''Blatt'' (Original ''Leaf'', [[Wolfgang Krege|Krege]]: ''Kraut'')  
== Etymologie ==
* ''Kraut der Halblinge'' (Original ''Halfling's Leaf'')
*Der englische Begriff ''Pipe-weed'' (''Pfeifenkraut'') ist eine Ersatzbezeichnung für Tabak. [[J. R. R. Tolkien|Tolkiens]] Hinweis auf Nicotiana legt nahe, dass es sich bei Pfeifenkraut um Tabak oder zumindest um eine Pflanze derselben Gattung handelt.<ref name=“ReadComPrologue“></ref>
* ''Tabak'' (Original ''Tobacco'')
*''Pipe-weed'' ist eher ein Hobbitwort, da es das schlichtere Wort ''weed'' (''Kraut'') verwendet. Das Wort ''Tobacco'' (''Tabak''), das vom spanischen ''tabaco'' amerikanischen Ursprungs abstammt, hätte in Mittelerde sprachlich deplatziert gewirkt.<ref name=“ReadComPrologue“></ref>
*''Westmannskraut'' (''westmansweed'') spiegelt den Ursprung des Krautes  wider: Das Kraut, das die Menschen des Westens nach Mittelerde gebracht haben.<ref name=“ReadCom583“></ref>
*''Galenas'' ist [[Sindarin]] für Pfeifenkraut und wurde in Gonor von der noblen Bevölkerung verwendet.<ref name=“HdR5,8“></ref><ref name=“ReadCom583“></ref><ref>[[Wolfgang Krege]]: ''[[Elbisches Wörterbuch]]''. [[Klett-Cotta]], Stuttgart 2025. Teil I: ''Elbisch Deutsch'', S. 96</ref>


== Anmerkungen ==
== Werkgeschichte ==
Im Kapitel ''Der Weg nach Isengart'' beginnt Merry, König Théoden die Geschichte des Pfeifenkrauts zu erzählen.<ref>[[J. R. R. Tolkien]]: ''[[Der Herr der Ringe]]''. Buch III, Achtes Kapitel: ''Der Weg nach Isengart''</ref> In einem früheren Entwurf zum Kapitel führte Merry die Geschichte an dieser Stelle im Kapitel weiter aus. Diese Passage wurde, als sie zu lang wurde, in den Prolog verlegt.<ref>[[Wayne G. Hammond]], [[Christina Scull]]: ''[[The Lord of the Rings: A Reader’s Companion]]''. The Fellowship of the Ring. Buch Drei, Kapitel VIII: ''The Road to Isengard'', S. 423</ref>


<references/>
== Sonstiges ==
*Bilbo Beutlin liebte es, kunstvolle Rauchringe zu blasen.<ref name=“Hobbit“></ref>
*Tolkien selbst hatte die gleiche erstaunliche Angewohnheit wie die Hobbits, Pfeife zu rauchen.<ref name=“ReadComPrologue“></ref>


== Quellen ==
== Quellen ==
 
<references/>
* [[J. R. R. Tolkien]]: ''Der Hobbit''.
** Kapitel I: ''Eine unvorhergesehene Gesellschaft''.
* J. R. R. Tolkien: ''[[Der Herr der Ringe]]''.
** Erstes Buch, Einführung: ''Über Pfeifenkraut''.
** Drittes Buch, Neuntes Kapitel: ''Treibgut und Beute''.
* J. R. R. Tolkien: ''[[Nachrichten aus Mittelerde]]''. Herausgegeben von [[Christopher Tolkien]].
** Teil Drei, Das Dritte Zeitalter: IV ''Die Jagd nach dem Ring''.
* [[Helmut W. Pesch]]: ''[[Elbisch (Buch)|Elbisch]]''.
** Wörterbuch Sindarin – Deutsch, Eintragungen für ''galas'' und ''lend''.


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[[fr:essais/divers/herbe_a_pipe]]
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Aktuelle Version vom 26. Februar 2026, 18:48 Uhr

Tabakplantagen in Langgrund (Bild: Matěj Čadil)

Pfeifenkraut (Original Pipe-weed) ist im Legendarium eine Nutz- und Zierpflanze, die im Auenland kultiviert wird.

Beschreibung

Pfeifenkraut war vermutlich eine Art Nicotiana.[1] Es wurde in Eriador angebaut und wuchs in Gondor, an den Südhängen von Bree und im Südviertel des Auenlandes. Das beste Pfeifenkraut stammte aus dem Südviertel.[2] Mehrere Hobbitfamilien betrieben den Anbau von Pfeifenkraut, darunter die Sackheim-Beutlins, die Straffgürtels[3] und die Hornbläsers.[4]

Pfeifenkrautrauchen galt als die einzige Kunst, von der die Hobbits behaupten konnten, dass sie diese erfunden hatten. Mit Pfeifen aus Holz oder Ton saugten oder atmeten die Hobbits den Rauch der getrockneten, brennenden Blätter der Pflanzen ein.[2] Das Pfeifenkraut wurde üblicherweise in Tabaksbeuteln aufbewahrt.[5]

Das Pfeifenkrautrauchen diente vor allem der Entspannung. Dem ausgestoßenen Rauch schrieb man die Fähigkeit zu, den Kopf von unangenehmen oder schweren Gedanken zu befreien. Der Rauch, so sagte man, verlieh Geduld und die Fähigkeit, sich in manchen Dingen in Nachsicht zu üben.[3] So traf man sich in Gasthäusern nicht nur auf ein Bier und einen Schwatz, sondern auch auf eine gute Pfeife Blatt. Es war beliebt, den Rauch in Form von Ringen auszublasen.[6]

In Gondor, wo das Pfeifenkraut reichlich wuchs, war das wildwachsende Kraut vor allem wegen seiner schönen, wohlriechenden Blüten bekannt. Die Menschen Gondors nannten die Pflanze daher „süße Galenas“.[5]

Geschichte und Herkunft

Die Pflanze wurde vermutlich im Zweiten Zeitalter von Númenorern nach Mittelerde gebracht.[7] Von Gondor gelangte sie viele Jahrhunderte nach der Ankunft Elendils über den Grünweg nach Norden und kam so ins Breeland.[2]

Wann die Hobbits mit dem Rauchen begannen, ist nicht überliefert.[2] Die Bree-Hobbits beanspruchten für sich, die ersten gewesen zu sein, die Pfeifenkraut rauchten, und betonten, dass sie vor den Leuten im Auenland geraucht hätten. Als erster Hobbit des Auenlandes baute Tobold Hornbläser um das Jahr 2670 D. Z. (1070 A. Z.) Pfeifenkraut in seinem Garten in Langgrund im Südviertel an. Bis zu seinem Tod verriet der alte Tobi nicht, wie er zu den Pflanzen gekommen war. Da er in seiner Jugend häufig in Bree gewesen war und nie weit gereist sein soll, ist es möglich, dass er das Kraut dort kennenlernte.[2]

Heimat und Mittelpunkt des Pfeifenrauchens ist das Gasthaus „Zum Tänzelnden Pony“ in Bree. Von dort aus verbreitete sich das Pfeifenkraut auch unter anderen Völkern, etwa Zwergen, Waldläufern sowie dem Zauberer Gandalf.[2]

Legendarium

Als Gandalf im April 2941 D. Z. (1341 A. Z.) Bilbo aufsuchte, saß dieser vor seinem Zuhause Beutelsend und blies Rauchringe in die Luft.

Am folgenden Tag zeigten sowohl Gandalf als auch Thorin Eichenschild, die zusammen mit Thorins Gefährten bei Bilbo zu Gast waren, ihre Fertigkeit in der Kunst des Pfeifenringeblasens. Thorin ließ die Ringe auf seinen Befehl hin in bestimmte Richtungen schweben, während Gandalf kleinere Ringe durch jene Thorins fliegen ließ.[6]

Saruman bezeichnete das Pfeifenkraut abschätzig als „Kraut der Halblinge“ und warf Gandalf vor, dass es letzterem die Sicht vernebelte. Später jedoch fand Saruman ebenso Gefallen am Pfeifenkraut und begann, es heimlich aus dem Südviertel zu beziehen. Da er fürchtete, dass Gandalf ihn auslachen könnte, rauchte er das Kraut alleine in den innersten Kammern des Orthanc.[8] Später kamen andere Motive hinzu. Er wollte seine Macht ausweiten. Durch den Handel mit dem Pfeifenkraut mehrte er seinen Einfluss und seine Einkünfte. Er korrumpierte einige der Hobbits, insbesondere Angehörige der Familien Straffgürtel und Sackheim-Beutlin.[3]

Nach September 3018 D. Z. (1418 A. Z.) strebte Lotho Sackheim-Beutlin die Vorherrschaft im Auenland an. Neben seinen geerbten Plantagen erwarb er weitere Pfeifenkrautpflanzungen. Schon vor diesem Zeitpunkt schien er eine Menge Pfeifenkraut außerhalb des Auenlandes verkauft zu haben.[9]

Merry Brandybock und Pippin Tuk fanden im März des Jahres 3019 D. Z. (1419 A. Z.), nachdem die Ents Isengart überrannt hatten, ganze Fässer Langgrundblatt in Sarumans Vorratskammern.[4] König Théoden von Rohan, der zum ersten Mal auf Halblinge traf und in Isengart die beiden Pfeife rauchenden Hobbits sah, äußerte erstaunt:

Zuerst einmal habe ich nicht gehört, dass sie Rauch aus dem Mund ausspeien.

— J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Übersetzt von Margaret Carroux. 9. Auflage. Klett-Cotta, Stuttgart 2025. Buch III, Achtes Kapitel: Der Weg nach Isengart, S. 169

Als Gandalf, Frodo Beutlin, Samweis Gamdschie, Peregrin Tuk und Meriadoc Brandybock am 28. Oktober 3019 D. Z. (1419 A. Z.)[10] auf ihrem Weg zurück ins Auenland nach Bree kamen, erzählte ihnen Gerstenmann Butterblume, dass Pfeifenkraut knapp geworden sei, da aus dem Auenland in letzter Zeit kein Kraut mehr komme. Er versorgte die fünf jedoch mit einem Bündel ungeschnittener Blätter Südhang, einem Pfeifenkraut, das im Breeland angebaut wurde.[11] Als die vier Hobbits im Auenland angekommen waren, erfuhren sie, dass es nur noch für die Männer des Oberst Pfeifenkraut gab.[9]

Nach dem Ringkrieg verfasste Meriadoc Brandybock ein Buch mit dem Titel Kräuterkunde vom Auenland, indem er alle bekannten Informationen über das Pfeifenkraut zusammengetragen hatte.[2]

Bekannte Sorten

Die einzelnen Sorten unterschieden sich im Geschmack. Manche galten als kräftiger, manche als milder und süßer.[2]

Andere Bezeichnungen

  • Blatt[2][5]
  • Kraut[5]
  • Kraut der Halblinge[3]
  • Tabak[6][12]
  • Westmannskraut (Bezeichnung der einfachen Gondorianer).[5][13]
  • Galenas (Bezeichnung der noblen Gondorianer)[5][13]

Etymologie

  • Der englische Begriff Pipe-weed (Pfeifenkraut) ist eine Ersatzbezeichnung für Tabak. Tolkiens Hinweis auf Nicotiana legt nahe, dass es sich bei Pfeifenkraut um Tabak oder zumindest um eine Pflanze derselben Gattung handelt.[1]
  • Pipe-weed ist eher ein Hobbitwort, da es das schlichtere Wort weed (Kraut) verwendet. Das Wort Tobacco (Tabak), das vom spanischen tabaco amerikanischen Ursprungs abstammt, hätte in Mittelerde sprachlich deplatziert gewirkt.[1]
  • Westmannskraut (westmansweed) spiegelt den Ursprung des Krautes wider: Das Kraut, das die Menschen des Westens nach Mittelerde gebracht haben.[13]
  • Galenas ist Sindarin für Pfeifenkraut und wurde in Gonor von der noblen Bevölkerung verwendet.[5][13][14]

Werkgeschichte

Im Kapitel Der Weg nach Isengart beginnt Merry, König Théoden die Geschichte des Pfeifenkrauts zu erzählen.[15] In einem früheren Entwurf zum Kapitel führte Merry die Geschichte an dieser Stelle im Kapitel weiter aus. Diese Passage wurde, als sie zu lang wurde, in den Prolog verlegt.[16]

Sonstiges

  • Bilbo Beutlin liebte es, kunstvolle Rauchringe zu blasen.[6]
  • Tolkien selbst hatte die gleiche erstaunliche Angewohnheit wie die Hobbits, Pfeife zu rauchen.[1]

Quellen

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Wayne G. Hammond, Christina Scull: The Lord of the Rings: A Reader’s Companion. Prologue, S. 30
  2. 2,00 2,01 2,02 2,03 2,04 2,05 2,06 2,07 2,08 2,09 2,10 2,11 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Prolog: Über Pfeifenkraut
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Unfinished Tales. Teil Drei: The End of the Third Age, Kapitel IV: The Hunt for the Ring, Other Versions of the Story
  4. 4,0 4,1 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Buch III, Neuntes Kapitel: Treibgut und Beute
  5. 5,0 5,1 5,2 5,3 5,4 5,5 5,6 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Buch V, Achtes Kapitel: Die Häuser der Heilung
  6. 6,0 6,1 6,2 6,3 J. R. R. Tolkien: Der kleine Hobbit. Erstes Kapitel: Eine unvorhergesehene Gesellschaft
  7. Wayne G. Hammond, Christina Scull: The Lord of the Rings: A Reader’s Companion. The Fellowship of the Ring. Buch Sechs, Kapitel VI: Mount Doom, S. 612
  8. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Unfinished Tales. Teil Drei: The End of the Third Age, Kapitel IV: The Hunt for the Ring, Concernig Gandalf, Saruman and the Shire Notes S. 453
  9. 9,0 9,1 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Buch VI, Achtes Kapitel: Die Befreiung des Auenlandes
  10. J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Anhang B, Die Aufzählung der Jahre: Die wichtigsten Tage nach dem Fall von Barad-Dûr bis zum Ende des Dritten Zeitalters
  11. 11,0 11,1 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Buch VI, Siebentes Kapitel: Auf der Heimfahrt
  12. Wayne G. Hammond, Christina Scull: The Lord of the Rings: A Reader’s Companion. The Fellowship of the Ring. Buch Eins, Kapitel III: Three is Company, S. 98
  13. 13,0 13,1 13,2 13,3 Wayne G. Hammond, Christina Scull: The Lord of the Rings: A Reader’s Companion. The Fellowship of the Ring. Buch Fünf, Kapitel VIII: The House of Healing, S. 583
  14. Wolfgang Krege: Elbisches Wörterbuch. Klett-Cotta, Stuttgart 2025. Teil I: Elbisch Deutsch, S. 96
  15. J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Buch III, Achtes Kapitel: Der Weg nach Isengart
  16. Wayne G. Hammond, Christina Scull: The Lord of the Rings: A Reader’s Companion. The Fellowship of the Ring. Buch Drei, Kapitel VIII: The Road to Isengard, S. 423