Nienor: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Nienor Níniel''', ist im [[Legendarium]] die jüngste Tochter von Húrin Thalion und Morwen Eledhwen''
{{Charakterbox
|Name          = Nienor
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== Zeitangabe ==
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|Bekannt für 3 =


* geboren 472 [[Erstes Zeitalter|E. Z. (J. S.)]]
|Titel        =
* gestorben 499 [[Erstes Zeitalter|E. Z. (J. S.)]]


== Volk ==
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[[Menschen]], [[Edain]], aus dem [[Haus Hador]]
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}}'''Nienor''' ist im [[Legendarium]] eine [[Menschen|Frau]] aus dem [[Haus Hador]]. Sie ist das jüngste Kind von [[Morwen Eledhwen]] und [[Húrin Thalion]] und die Schwester von [[Turin Turambar]].


== Beschreibung ==
== Beschreibung ==
Nienor war die Tochter von [[Morwen Eledhwen]] aus dem [[Haus Beor]] und [[Húrin Thalion]] aus dem [[Haus Hador]] und wurde im Jahr 473 [[Erstes Zeitalter|E. Z. (J. S.)]] geboren. Ihr Bruder [[Turin Turambar|Túrin]] war neun Jahre älter als sie und ihre ältere Schwester [[Lalaith]] starb vier Jahre vor ihrer Geburt im Alter von drei Jahren.
Nienors Vater Húrin war das Oberhaupt des Hauses Hador und der dritte Fürst von [[Dor-lómin]]. Zudem war sie eine Cousine von [[Tuor]]; ihr Vater Húrin war der ältere Bruder von Tuors Vater [[Huor]].<ref name="HoMeXI"></ref><ref name = "ChofHuIV"></ref>


Nienor ist die Tochter von [[Húrin Thalion]] und [[Morwen Eledhwen]]. Sie ist die jüngere Schwester von [[Túrin Turambar]] und [[Lalaith]].  
== Legendarium ==
Nach der [[Nirnaeth Arnoediad]], der fünften Schlacht von Beleriand, im Jahr 472 E. Z. (J. S.) belegte [[Morgoth]] Nienors Vater, seine Frau und seine Nachkommen mit einem Fluch, durch den Leid und Dunkelheit über sie kommen sollte.<ref>[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[Das Silmarillion]]''. Quenta Silmarillion, Kapitel XX: ''Von der fünften Schlacht: Nirnaeth Arnoediad''</ref>


Als die [[Ostlinge]] ihre Heimat [[Dor-lómin]] besetzen, wird Túrin nach [[Doriath]] geschickt. Morwen bleibt zunächst mit der noch ungeborenen Nienor zurück. Später folgen die beiden nach Doriath. Dort erfahren sie, dass Túrin inzwischen die Hallen von [[Elwe|König Thingol]] verlassen hat. Auf der Suche nach ihrem Bruder fällt Nienor unter den Bann des [[Drachen]]s [[Glaurung]]. Sie verliert ihr Gedächtnis und irrt in den Wäldern umher. Auf dem Hügel [[Haudh-en-Elleth]] wird sie von Túrin gefunden, der ihr den Namen ''Níniel'' gibt. Sie verlieben sich ineinander und heiraten, Nienor wird schwanger.  
=== Kindheit und Jugend in Dor-lómin ===
Kurz vor Nienors Geburt kamen die [[Ostlinge]] in großer Zahl nach Dor-lómin und brachten viel Leid über die Menschen von Hadors Volk. Sie hielten Morwen für eine Hexe und wagten es nicht, ihr Leid anzutun oder sie zu vertreiben.<ref>[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[Unfinished Tales]]''. Teil Eins: The First Age, Kapitel II: ''Narn I Hîn Húrin''</ref> Damit sie Túrin und ihr ungeborenes Kind versorgen konnte, überwand Morwen ihren Stolz und nahm die Hilfe von [[Aerin]], einer Verwandten von Húrin, an.


Durch Glaurungs Tod wird auch sein Bann über sie gebrochen, was ihr enthüllt, dass Túrin ihr Bruder ist. Nienor stürzt sich daraufhin in die Schlucht von [[Cabed-en-Aras]] (Hirschsprung), die seither den Namen Cabed Naeramarth (Sprung des Entsetzlichen Schicksals) hat.
Morwen hatte große Angst um ihren Sohn und befürchtete, dass er zum Sklaven der Ostlinge werden könnte. Deshalb schickte sie ihn nach [[Doriath]] zum Elbenkönig [[Thingol]] mit der Bitte, ihn aufzunehmen. Kurz darauf wurde Nienor geboren. Thingol lud Morwen ein, ebenfalls nach Doriath zu kommen. Doch Morwen lehnte dieses Angebot ab, weil sie stolz war und sie ihr Haus nicht verlassen wollte, da Nienor noch ein kleines Baby war.<ref name = "ChofHuIV"></ref>


== Sonstiges ==
=== Der Weg von Nienor ===
Nach vielen Jahren flohen Morwen und Nienor vor der Tyrannei der Ostlinge unter [[Brodda]] nach Doriath. Dort mussten sie feststellen, dass Túrin nicht mehr da war. Gegen den Rat [[Melian]]s, die Dunkles ahnte, und trotz Thingols Bedenken verließ Morwen Doriath, um ihren Sohn zu suchen. Obwohl sie nicht wollte, dass Nienor mit ihr kam, folgte diese ihr heimlich, in der Hoffnung, dass ihre Mutter den Rat Melians befolgen würde und mit ihr zurückkehren werde.


* Nienor bedeutet übersetzt "Trauer".
[[Mablung]], der zum Schutze Morwens mitgekommen war, konnte nicht verhindern, dass beide Frauen unter den Einfluss des [[Drachen]] [[Glaurung]] gerieten. Nienor blickte Glaurung direkt in die Augen und obwohl sie mutig und willensstark war, konnte sie sich seinem  Willen nicht widersetzen.  
* Níniel bedeutet "Tränenmädchen".
{{Zitat|Text=Es schien ihr, als ob die Sonne erkranke und alles um sie herum trüb wurde; und langsam senkte sich eine große Dunkelheit über sie und in dieser Dunkelheit war Leere; sie wusste nichts, und sie hörte nichts, und erinnerte sich an nichts.|Autor=[[J. R. R. Tolkien]]|Quelle=[[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[The Children of Húrin]]''. 12. Auflage. [[Harper Collins]], London 2014. Narn I Chîn Húrin, The Tale of the Children of Húrin, Kapitel XIV: ''The Journey of Morwen and Nienor to Nargothrond'', S. 209}}
* In den ''[[Nachrichten aus Mittelerde]]'' findet sich mit der [[Narn i Hín Húrin]] (Geschichte von den Kindern Húrins) eine ausführlichere, aber unvollendete Fassung der Erzählung von Nienor und Túrin.


== Externe Links ==
Mablung und die [[Elben]] wollten Nienor nach Doriath zurückbringen. Sie kamen nur langsam voran, den Nienor musste wie ein Kind an der Hand geführt werden. Während einer Rast wurden sie von [[Orks]] überfallen und Nienor flüchtete in den Wald von [[Brethil]]. Mablung und die Elfen verloren sie aus den Augen.<ref name = "ChofHuXIV"></ref>


* [http://gernot-katzers-spice-pages.com/tolkien/edain.pdf Stammbaum der Eldar und Atani]
=== Nienor und Túrin ===
* [http://ardapedia.herr-der-ringe-film.de/images/f/f3/Ardapedia_Silmarillon_Genealogie.pdf Silmarillion Stammbaum herunterladen (PDF, ca. 108 kb)]
Auf der Flucht entledigte sich Nienor ihrer Kleidung und rannte wie ein gehetztes Tier durch den Wald, bis der Wahn von ihr wich und sie schließlich völlig erschöpft zu Boden sank. Am nächsten Tag kam sie zum [[Haudh-en-Elleth]], wo ihr Bruder Túrin sie fand. Beide erkannten nicht, dass sie Bruder und Schwester waren. Aber als Nienor ihn erblickte, fühlte sie sich getröstet und es war ihr, als käme das Licht in die Dunkelheit zurück. Sie konnte Túrin weder sagen, wie sie hieß, noch wer sie war und brach in Tränen aus. So nannte er sie Niniel, „Tränenmädchen“. Da sah sie auf, schüttelte zwar den Kopf aber sagte: „''Niniel''“. Es war das erste Wort, das sie gesprochen hatte, seit ihre Sprache verstummt war.
 
Túrin und seine Männer brachten Niniel nach [[Ephel Brandir]] zum [[Haus Haleth|Volk von Haleth]]. Dessen Anführer, [[Brandir der Lahme]], setzte all seine Fähigkeiten ein, um sie zu heilen. Als sie wieder genesen war und wieder sprechen gelernt hatte, suchte Niniel Brandir oft auf, da sie die Namen aller lebenden Dinge erfahren wollte. Brandir verliebte sich in sie, doch sie betrachtete ihn wie einen Bruder, während ihr Herz Túrin gehörte, in den sie sich verliebt hatte.
 
Túrin wollte Niniel heiraten. Sie befolgte vorerst Brandirs Rat zu warten, da er einen Schatten auf ihm liegen sah. Im Frühjahr des Jahres 498 E. Z. (J. S.) erklärte Túrin Níniel, dass er nicht mehr länger warten wolle. Er werde erneut in den Krieg ziehen, es sei denn, sie würde seine Frau werden. Dann wolle er nie wieder in den Krieg ziehen, außer um sie zu schützen, falls ihre Heimat bedroht würde. Zur Sommersonnenwende wurden Níniel und Túrin getraut. Die Menschen von Brethil richteten ein großes Fest für sie aus und sie bezogen ein großes Haus auf dem [[Amon Obel]], das die Menschen eigens für sie gebaut hatten. Dort lebten sie in großem Glück und bald darauf erwarteten sie ein Kind.<ref name = "ChofHuXV"></ref>
 
Als ein Jahr später Glaurung drohte, in Brethil einzufallen, zog Túrin aus, um den Drachen zu töten, auch wenn Níniel ihn angefleht hatte, nicht zu gehen. Gegen Brandirs Rat folgte Níniel ihm.<ref>[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[The Children of Húrin]]''.  Narn I Chîn Húrin, The Tale of the Children of Húrin, Kapitel XVI: ''The Coming of Glaurung''</ref> Als Níniel Túrin und Glaurung erreichte, glaubte sie, dass beide tod seien. Während sie Túrin umarmte, küsste und bitterlich weinte, tat Glaurung seine letzte böse Tat. Er offenbarte ihr, dass sie in Wahrheit Nienor, die Tochter Húrins, und Túrin ihr Bruder sei und dass sie sein Kind unter ihrem Herzen trage. Mit Glaurungs Tod kehrte ihre Erinnerung zurück und ihr ganzer Körper war erschüttert von Entsetzen und Qual. Brandir versuchte noch sie aufzuhalten, doch sie lief zum Rand der Schlucht [[Cabed-en-Aras]] und stürzte sich in den Tod. Daraufhin tötete sich Túrin mit seinem Schwert [[Gurthang]].<ref>[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[The Children of Húrin]]''. Narn I Chîn Húrin, The Tale of the Children of Húrin, Kapitel XVII: ''The Death of Glaurung''</ref>
 
Für die Kinder von Morwen und Húrin wurde auf Túrins Grab ein großer, grauer Stein errichtet, in den die Elben in den Runen von Doriath die Namen der beiden meißelten.<ref>[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[The Children of Húrin]]''. Narn I Chîn Húrin, The Tale of the Children of Húrin, Kapitel XVIII: ''The Death of Túrin''</ref><ref>[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[Das Silmarillion]]''. Quenta Silmarillion, Kapitel XXI: ''Von Túrin Turambar''</ref>
 
== Stammbaum ==
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<nowiki>*</nowiki>''Stammesführer des Hauses Hador<ref name="HoMeXI"></ref>
 
== Etymologie ==
*Der Name ''Nienor'' bedeutet ''Trauer''.<ref>[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[The Children of Húrin]]''. Narn I Chîn Húrin, The Tale of the Children of Húrin, Kapitel IV: ''The Depature of Túrin''</ref>
*Der Name ''Níniel'' bedeutet ''Tränenmädchen''. Das Wort setzt sich aus den [[Sindarin]]silben ''nîn'' (''Träne'') und ''-iel'' (''Tochter, Mädchen'') zusammen.<ref>[[Wolfgang Krege]]: ''[[Elbisches Wörterbuch]]''. [[Klett-Cotta]], Stuttgart 2025. Teil I: ''Elbisch Deutsch'', ''iëll'', S. 109</ref><ref>[[Wolfgang Krege]]: ''[[Elbisches Wörterbuch]]''. [[Klett-Cotta]], Stuttgart 2025. Teil I: ''Elbisch Deutsch'', ''Träne'', S. 254</ref>
 
== Werkgeschichte ==
*In einem frühen Entwurf ''„Turambar and the Foalókë“'' war ''Nienors'' Name ''Vainóni''. Ihr Gedächtnisverlust wurde dort durch einen Trank verursacht, den ihr „Kurúki“, ein böser Zauberer, verabreicht hatte. Dieser Zauber wurde später von Glaurung gebrochen.<ref>[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[The History of Middle-earth]] Vol. II [[The Book of Lost Tales, Part One]]''. Kapitel II: ''Turambar and the Foalókë'', Notes and Commentary, S. 138</ref>
*Im ausgearbeiteten Text von ''„Turambar and the Foalókë“'' wurde der Name ''Vainóni'' in ''Nienóri'' geändert.<ref>[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[The History of Middle-earth]] Vol. II [[The Book of Lost Tales, Part One]]''. Kapitel II: ''Turambar and the Foalókë'', S. 71</ref>
 
== Links ==
*[[Medium:Ardapedia_Silmarillon_Genealogie.pdf|Silmarillion Stammbaum]] (PDF, ca. 108 kb)
*[https://web.archive.org/web/20250403151539/http://gernot-katzers-spice-pages.com/tolkien/edain.pdf Stammbaum der Eldar und Atani]


== Quellen ==
== Quellen ==
 
<references/>
* [[Das Silmarillion]]: Quenta Silmarillion, XXII ''Von Túrin Turambar''


[[Kategorie:Personen]]
[[Kategorie:Personen]]
[[Kategorie:Menschen]]
[[Kategorie:Menschen]]
[[Kategorie:Edain]]
[[Kategorie:Edain]]
[[Kategorie:Haus Hador]]
[[en:Nienor]]
[[fi:Niënor]]
[[fr:encyclo/personnages/hommes/1a/peuple_de_hador/nienor]]
[[fr:encyclo/personnages/hommes/1a/peuple_de_hador/nienor]]

Aktuelle Version vom 7. Mai 2026, 11:45 Uhr

Nienor
Eckdaten
Andere Namen Níniel
Geboren 473 E. Z. (J. S.)
Gestorben 499 E. Z. (J. S.)[1]
Volk Menschen
Zugehörigkeit Edain[2]
Ort Dor-lómin,[3]
Doriath[4]
Brethil [5]
Familie
Haus Haus Hador[6]
Mutter Morwen Eledhwen
Vater Húrin Thalion
Geschwister Túrin & Lalaith
Ehepartner Túrin Turambar
Kinder ungeborenes Kind [1]
Körperliche Beschreibung
Körpergröße groß
Haarfarbe golden
Augenfarbe grau[4]

Nienor ist im Legendarium eine Frau aus dem Haus Hador. Sie ist das jüngste Kind von Morwen Eledhwen und Húrin Thalion und die Schwester von Turin Turambar.

Beschreibung

Nienor war die Tochter von Morwen Eledhwen aus dem Haus Beor und Húrin Thalion aus dem Haus Hador und wurde im Jahr 473 E. Z. (J. S.) geboren. Ihr Bruder Túrin war neun Jahre älter als sie und ihre ältere Schwester Lalaith starb vier Jahre vor ihrer Geburt im Alter von drei Jahren.

Nienors Vater Húrin war das Oberhaupt des Hauses Hador und der dritte Fürst von Dor-lómin. Zudem war sie eine Cousine von Tuor; ihr Vater Húrin war der ältere Bruder von Tuors Vater Huor.[1][3]

Legendarium

Nach der Nirnaeth Arnoediad, der fünften Schlacht von Beleriand, im Jahr 472 E. Z. (J. S.) belegte Morgoth Nienors Vater, seine Frau und seine Nachkommen mit einem Fluch, durch den Leid und Dunkelheit über sie kommen sollte.[7]

Kindheit und Jugend in Dor-lómin

Kurz vor Nienors Geburt kamen die Ostlinge in großer Zahl nach Dor-lómin und brachten viel Leid über die Menschen von Hadors Volk. Sie hielten Morwen für eine Hexe und wagten es nicht, ihr Leid anzutun oder sie zu vertreiben.[8] Damit sie Túrin und ihr ungeborenes Kind versorgen konnte, überwand Morwen ihren Stolz und nahm die Hilfe von Aerin, einer Verwandten von Húrin, an.

Morwen hatte große Angst um ihren Sohn und befürchtete, dass er zum Sklaven der Ostlinge werden könnte. Deshalb schickte sie ihn nach Doriath zum Elbenkönig Thingol mit der Bitte, ihn aufzunehmen. Kurz darauf wurde Nienor geboren. Thingol lud Morwen ein, ebenfalls nach Doriath zu kommen. Doch Morwen lehnte dieses Angebot ab, weil sie stolz war und sie ihr Haus nicht verlassen wollte, da Nienor noch ein kleines Baby war.[3]

Der Weg von Nienor

Nach vielen Jahren flohen Morwen und Nienor vor der Tyrannei der Ostlinge unter Brodda nach Doriath. Dort mussten sie feststellen, dass Túrin nicht mehr da war. Gegen den Rat Melians, die Dunkles ahnte, und trotz Thingols Bedenken verließ Morwen Doriath, um ihren Sohn zu suchen. Obwohl sie nicht wollte, dass Nienor mit ihr kam, folgte diese ihr heimlich, in der Hoffnung, dass ihre Mutter den Rat Melians befolgen würde und mit ihr zurückkehren werde.

Mablung, der zum Schutze Morwens mitgekommen war, konnte nicht verhindern, dass beide Frauen unter den Einfluss des Drachen Glaurung gerieten. Nienor blickte Glaurung direkt in die Augen und obwohl sie mutig und willensstark war, konnte sie sich seinem Willen nicht widersetzen.

Es schien ihr, als ob die Sonne erkranke und alles um sie herum trüb wurde; und langsam senkte sich eine große Dunkelheit über sie und in dieser Dunkelheit war Leere; sie wusste nichts, und sie hörte nichts, und erinnerte sich an nichts.

— J. R. R. Tolkien: Christopher Tolkien (ed.): The Children of Húrin. 12. Auflage. Harper Collins, London 2014. Narn I Chîn Húrin, The Tale of the Children of Húrin, Kapitel XIV: The Journey of Morwen and Nienor to Nargothrond, S. 209

Mablung und die Elben wollten Nienor nach Doriath zurückbringen. Sie kamen nur langsam voran, den Nienor musste wie ein Kind an der Hand geführt werden. Während einer Rast wurden sie von Orks überfallen und Nienor flüchtete in den Wald von Brethil. Mablung und die Elfen verloren sie aus den Augen.[4]

Nienor und Túrin

Auf der Flucht entledigte sich Nienor ihrer Kleidung und rannte wie ein gehetztes Tier durch den Wald, bis der Wahn von ihr wich und sie schließlich völlig erschöpft zu Boden sank. Am nächsten Tag kam sie zum Haudh-en-Elleth, wo ihr Bruder Túrin sie fand. Beide erkannten nicht, dass sie Bruder und Schwester waren. Aber als Nienor ihn erblickte, fühlte sie sich getröstet und es war ihr, als käme das Licht in die Dunkelheit zurück. Sie konnte Túrin weder sagen, wie sie hieß, noch wer sie war und brach in Tränen aus. So nannte er sie Niniel, „Tränenmädchen“. Da sah sie auf, schüttelte zwar den Kopf aber sagte: „Niniel“. Es war das erste Wort, das sie gesprochen hatte, seit ihre Sprache verstummt war.

Túrin und seine Männer brachten Niniel nach Ephel Brandir zum Volk von Haleth. Dessen Anführer, Brandir der Lahme, setzte all seine Fähigkeiten ein, um sie zu heilen. Als sie wieder genesen war und wieder sprechen gelernt hatte, suchte Niniel Brandir oft auf, da sie die Namen aller lebenden Dinge erfahren wollte. Brandir verliebte sich in sie, doch sie betrachtete ihn wie einen Bruder, während ihr Herz Túrin gehörte, in den sie sich verliebt hatte.

Túrin wollte Niniel heiraten. Sie befolgte vorerst Brandirs Rat zu warten, da er einen Schatten auf ihm liegen sah. Im Frühjahr des Jahres 498 E. Z. (J. S.) erklärte Túrin Níniel, dass er nicht mehr länger warten wolle. Er werde erneut in den Krieg ziehen, es sei denn, sie würde seine Frau werden. Dann wolle er nie wieder in den Krieg ziehen, außer um sie zu schützen, falls ihre Heimat bedroht würde. Zur Sommersonnenwende wurden Níniel und Túrin getraut. Die Menschen von Brethil richteten ein großes Fest für sie aus und sie bezogen ein großes Haus auf dem Amon Obel, das die Menschen eigens für sie gebaut hatten. Dort lebten sie in großem Glück und bald darauf erwarteten sie ein Kind.[5]

Als ein Jahr später Glaurung drohte, in Brethil einzufallen, zog Túrin aus, um den Drachen zu töten, auch wenn Níniel ihn angefleht hatte, nicht zu gehen. Gegen Brandirs Rat folgte Níniel ihm.[9] Als Níniel Túrin und Glaurung erreichte, glaubte sie, dass beide tod seien. Während sie Túrin umarmte, küsste und bitterlich weinte, tat Glaurung seine letzte böse Tat. Er offenbarte ihr, dass sie in Wahrheit Nienor, die Tochter Húrins, und Túrin ihr Bruder sei und dass sie sein Kind unter ihrem Herzen trage. Mit Glaurungs Tod kehrte ihre Erinnerung zurück und ihr ganzer Körper war erschüttert von Entsetzen und Qual. Brandir versuchte noch sie aufzuhalten, doch sie lief zum Rand der Schlucht Cabed-en-Aras und stürzte sich in den Tod. Daraufhin tötete sich Túrin mit seinem Schwert Gurthang.[10]

Für die Kinder von Morwen und Húrin wurde auf Túrins Grab ein großer, grauer Stein errichtet, in den die Elben in den Runen von Doriath die Namen der beiden meißelten.[11][12]

Stammbaum

Marach*
Malach*
Adanel
Magor*
Hador*
Gildis
Beren Erchamion
Glóredhel
Hareth
Galdor*
Gundor
Handir
Morwen
Húrin*
Huor
Brandir der Lahme
Túrin Turambar
Lalaith
Nienor
Tuor
Elwing
Earendil
Elrond
Elros
Arwen
Aragorn

*Stammesführer des Hauses Hador[1]

Etymologie

  • Der Name Nienor bedeutet Trauer.[13]
  • Der Name Níniel bedeutet Tränenmädchen. Das Wort setzt sich aus den Sindarinsilben nîn (Träne) und -iel (Tochter, Mädchen) zusammen.[14][15]

Werkgeschichte

  • In einem frühen Entwurf „Turambar and the Foalókë“ war Nienors Name Vainóni. Ihr Gedächtnisverlust wurde dort durch einen Trank verursacht, den ihr „Kurúki“, ein böser Zauberer, verabreicht hatte. Dieser Zauber wurde später von Glaurung gebrochen.[16]
  • Im ausgearbeiteten Text von „Turambar and the Foalókë“ wurde der Name Vainóni in Nienóri geändert.[17]

Links

Quellen

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XI The War of the Jewels. Part Two: The Later Quenta Silmarillion, Kapitel XIV: Of the Coming of Men into the West, S. 234
  2. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion: Kapitel XVII: Von den ersten Menschen im Westen
  3. 3,0 3,1 3,2 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The Children of Húrin. Narn I Chîn Húrin, The Tale of the Children of Húrin, Kapitel IV: The Departure of Túrin
  4. 4,0 4,1 4,2 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The Children of Húrin. Narn I Chîn Húrin, The Tale of the Children of Húrin, Kapitel XIV: The Journey of Morwen and Nienor to Nargothrond
  5. 5,0 5,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The Children of Húrin. Narn I Chîn Húrin, The Tale of the Children of Húrin, Kapitel XV: Niënor in Brethil
  6. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XI The War of the Jewels. Part Two: The Later Quenta Silmarillion, Kapitel XIV: Of the Coming of Men into the West, (ii) The House of Hador, S. 235
  7. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XX: Von der fünften Schlacht: Nirnaeth Arnoediad
  8. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Unfinished Tales. Teil Eins: The First Age, Kapitel II: Narn I Hîn Húrin
  9. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The Children of Húrin. Narn I Chîn Húrin, The Tale of the Children of Húrin, Kapitel XVI: The Coming of Glaurung
  10. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The Children of Húrin. Narn I Chîn Húrin, The Tale of the Children of Húrin, Kapitel XVII: The Death of Glaurung
  11. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The Children of Húrin. Narn I Chîn Húrin, The Tale of the Children of Húrin, Kapitel XVIII: The Death of Túrin
  12. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XXI: Von Túrin Turambar
  13. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The Children of Húrin. Narn I Chîn Húrin, The Tale of the Children of Húrin, Kapitel IV: The Depature of Túrin
  14. Wolfgang Krege: Elbisches Wörterbuch. Klett-Cotta, Stuttgart 2025. Teil I: Elbisch Deutsch, iëll, S. 109
  15. Wolfgang Krege: Elbisches Wörterbuch. Klett-Cotta, Stuttgart 2025. Teil I: Elbisch Deutsch, Träne, S. 254
  16. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. II The Book of Lost Tales, Part One. Kapitel II: Turambar and the Foalókë, Notes and Commentary, S. 138
  17. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. II The Book of Lost Tales, Part One. Kapitel II: Turambar and the Foalókë, S. 71