Nienor: Unterschied zwischen den Versionen
Charakterbox eingefügt. Text überarbeitet. Quellen zugeordnet. Legendarium, Stammbaum und Werkgeschichte eingefügt. Etymologie anstatt Sonstiges. Kategorie:Haus Hador eingefügt. Link Gateway und Link Kontuwiki eingefügt |
|||
| (5 dazwischenliegende Versionen von 4 Benutzern werden nicht angezeigt) | |||
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
{{Charakterbox | |||
|Name = Nienor | |||
|Bild = | |||
|Bildinfo = | |||
== | |Bekannt für = | ||
|Bekannt für 2 = | |||
|Bekannt für 3 = | |||
|Titel = | |||
== Volk == | |Aussprache = | ||
|Andere Namen = Níniel | |||
|Geboren = 473 [[Erstes Zeitalter|E. Z. (J. S.)]] | |||
|Gestorben = 499 E. Z. (J. S.)<ref name="HoMeXI">[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[The History of Middle-earth]] Vol. XI [[The War of the Jewels]]''. Part Two: The Later Quenta Silmarillion, Kapitel XIV: ''Of the Coming of Men into the West'', S. 234</ref> | |||
|Volk = [[Menschen]] | |||
|Zugehörigkeit = [[Edain]]<ref name="SilmarillionXVII">[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[Das Silmarillion]]''. Quenta Silmarillion: Kapitel XVII: ''Von den ersten Menschen im Westen''</ref> | |||
|Ort = [[Dor-lómin]],<ref name = "ChofHuIV">[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[The Children of Húrin]]''. Narn I Chîn Húrin, The Tale of the Children of Húrin, Kapitel IV: ''The Departure of Túrin''</ref><br/>[[Doriath]]<ref name = "ChofHuXIV">[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[The Children of Húrin]]''. Narn I Chîn Húrin, The Tale of the Children of Húrin, Kapitel XIV: ''The Journey of Morwen and Nienor to Nargothrond''</ref><br/>[[Brethil]] <ref name = "ChofHuXV">[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[The Children of Húrin]]''. Narn I Chîn Húrin, The Tale of the Children of Húrin, Kapitel XV: ''Niënor in Brethil''</ref> | |||
|Sprache = | |||
[[ | |Haus = [[Haus Hador]]<ref>[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[The History of Middle-earth]] Vol. XI [[The War of the Jewels]]''. Part Two: The Later Quenta Silmarillion, Kapitel XIV: ''Of the Coming of Men into the West'', (ii) ''The House of Hador'', S. 235</ref> | ||
|Familie = | |||
|Eltern = <!--Nur verwenden, wenn beide Elternteile bekannt sind--> | |||
|Mutter = [[Morwen Eledhwen]] <!--Nur verwenden, wenn nur die Mutter bekannt ist--> | |||
|Vater = [[Húrin Thalion]] <!--Nur verwenden, wenn nur die Mutter bekannt ist--> | |||
|Geschwister = [[Túrin Turambar|Túrin]] & [[Lalaith]] | |||
|Ehepartner = [[Túrin Turambar]] | |||
|Kinder = ungeborenes Kind <ref name="HoMeXI"></ref> | |||
|Geschlecht = | |||
|Körpergröße = groß | |||
|Haarfarbe = golden | |||
|Augenfarbe =grau<ref name = "ChofHuXIV"></ref> | |||
|Kleidung = | |||
|Waffen = | |||
|Pferd = | |||
|Audio = | |||
|AudioInfo = | |||
|Galerie = | |||
}}'''Nienor''' ist im [[Legendarium]] eine [[Menschen|Frau]] aus dem [[Haus Hador]]. Sie ist das jüngste Kind von [[Morwen Eledhwen]] und [[Húrin Thalion]] und die Schwester von [[Turin Turambar]]. | |||
== Beschreibung == | == Beschreibung == | ||
Nienor war die Tochter von [[Morwen Eledhwen]] aus dem [[Haus Beor]] und [[Húrin Thalion]] aus dem [[Haus Hador]] und wurde im Jahr 473 [[Erstes Zeitalter|E. Z. (J. S.)]] geboren. Ihr Bruder [[Turin Turambar|Túrin]] war neun Jahre älter als sie und ihre ältere Schwester [[Lalaith]] starb vier Jahre vor ihrer Geburt im Alter von drei Jahren. | |||
Nienors Vater Húrin war das Oberhaupt des Hauses Hador und der dritte Fürst von [[Dor-lómin]]. Zudem war sie eine Cousine von [[Tuor]]; ihr Vater Húrin war der ältere Bruder von Tuors Vater [[Huor]].<ref name="HoMeXI"></ref><ref name = "ChofHuIV"></ref> | |||
== Legendarium == | |||
Nach der [[Nirnaeth Arnoediad]], der fünften Schlacht von Beleriand, im Jahr 472 E. Z. (J. S.) belegte [[Morgoth]] Nienors Vater, seine Frau und seine Nachkommen mit einem Fluch, durch den Leid und Dunkelheit über sie kommen sollte.<ref>[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[Das Silmarillion]]''. Quenta Silmarillion, Kapitel XX: ''Von der fünften Schlacht: Nirnaeth Arnoediad''</ref> | |||
=== Kindheit und Jugend in Dor-lómin === | |||
Kurz vor Nienors Geburt kamen die [[Ostlinge]] in großer Zahl nach Dor-lómin und brachten viel Leid über die Menschen von Hadors Volk. Sie hielten Morwen für eine Hexe und wagten es nicht, ihr Leid anzutun oder sie zu vertreiben.<ref>[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[Unfinished Tales]]''. Teil Eins: The First Age, Kapitel II: ''Narn I Hîn Húrin''</ref> Damit sie Túrin und ihr ungeborenes Kind versorgen konnte, überwand Morwen ihren Stolz und nahm die Hilfe von [[Aerin]], einer Verwandten von Húrin, an. | |||
Morwen hatte große Angst um ihren Sohn und befürchtete, dass er zum Sklaven der Ostlinge werden könnte. Deshalb schickte sie ihn nach [[Doriath]] zum Elbenkönig [[Thingol]] mit der Bitte, ihn aufzunehmen. Kurz darauf wurde Nienor geboren. Thingol lud Morwen ein, ebenfalls nach Doriath zu kommen. Doch Morwen lehnte dieses Angebot ab, weil sie stolz war und sie ihr Haus nicht verlassen wollte, da Nienor noch ein kleines Baby war.<ref name = "ChofHuIV"></ref> | |||
== | === Der Weg von Nienor === | ||
Nach vielen Jahren flohen Morwen und Nienor vor der Tyrannei der Ostlinge unter [[Brodda]] nach Doriath. Dort mussten sie feststellen, dass Túrin nicht mehr da war. Gegen den Rat [[Melian]]s, die Dunkles ahnte, und trotz Thingols Bedenken verließ Morwen Doriath, um ihren Sohn zu suchen. Obwohl sie nicht wollte, dass Nienor mit ihr kam, folgte diese ihr heimlich, in der Hoffnung, dass ihre Mutter den Rat Melians befolgen würde und mit ihr zurückkehren werde. | |||
[[Mablung]], der zum Schutze Morwens mitgekommen war, konnte nicht verhindern, dass beide Frauen unter den Einfluss des [[Drachen]] [[Glaurung]] gerieten. Nienor blickte Glaurung direkt in die Augen und obwohl sie mutig und willensstark war, konnte sie sich seinem Willen nicht widersetzen. | |||
{{Zitat|Text=Es schien ihr, als ob die Sonne erkranke und alles um sie herum trüb wurde; und langsam senkte sich eine große Dunkelheit über sie und in dieser Dunkelheit war Leere; sie wusste nichts, und sie hörte nichts, und erinnerte sich an nichts.|Autor=[[J. R. R. Tolkien]]|Quelle=[[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[The Children of Húrin]]''. 12. Auflage. [[Harper Collins]], London 2014. Narn I Chîn Húrin, The Tale of the Children of Húrin, Kapitel XIV: ''The Journey of Morwen and Nienor to Nargothrond'', S. 209}} | |||
= | Mablung und die [[Elben]] wollten Nienor nach Doriath zurückbringen. Sie kamen nur langsam voran, den Nienor musste wie ein Kind an der Hand geführt werden. Während einer Rast wurden sie von [[Orks]] überfallen und Nienor flüchtete in den Wald von [[Brethil]]. Mablung und die Elfen verloren sie aus den Augen.<ref name = "ChofHuXIV"></ref> | ||
=== Nienor und Túrin === | |||
* [ | Auf der Flucht entledigte sich Nienor ihrer Kleidung und rannte wie ein gehetztes Tier durch den Wald, bis der Wahn von ihr wich und sie schließlich völlig erschöpft zu Boden sank. Am nächsten Tag kam sie zum [[Haudh-en-Elleth]], wo ihr Bruder Túrin sie fand. Beide erkannten nicht, dass sie Bruder und Schwester waren. Aber als Nienor ihn erblickte, fühlte sie sich getröstet und es war ihr, als käme das Licht in die Dunkelheit zurück. Sie konnte Túrin weder sagen, wie sie hieß, noch wer sie war und brach in Tränen aus. So nannte er sie Niniel, „Tränenmädchen“. Da sah sie auf, schüttelte zwar den Kopf aber sagte: „''Niniel''“. Es war das erste Wort, das sie gesprochen hatte, seit ihre Sprache verstummt war. | ||
Túrin und seine Männer brachten Niniel nach [[Ephel Brandir]] zum [[Haus Haleth|Volk von Haleth]]. Dessen Anführer, [[Brandir der Lahme]], setzte all seine Fähigkeiten ein, um sie zu heilen. Als sie wieder genesen war und wieder sprechen gelernt hatte, suchte Niniel Brandir oft auf, da sie die Namen aller lebenden Dinge erfahren wollte. Brandir verliebte sich in sie, doch sie betrachtete ihn wie einen Bruder, während ihr Herz Túrin gehörte, in den sie sich verliebt hatte. | |||
Túrin wollte Niniel heiraten. Sie befolgte vorerst Brandirs Rat zu warten, da er einen Schatten auf ihm liegen sah. Im Frühjahr des Jahres 498 E. Z. (J. S.) erklärte Túrin Níniel, dass er nicht mehr länger warten wolle. Er werde erneut in den Krieg ziehen, es sei denn, sie würde seine Frau werden. Dann wolle er nie wieder in den Krieg ziehen, außer um sie zu schützen, falls ihre Heimat bedroht würde. Zur Sommersonnenwende wurden Níniel und Túrin getraut. Die Menschen von Brethil richteten ein großes Fest für sie aus und sie bezogen ein großes Haus auf dem [[Amon Obel]], das die Menschen eigens für sie gebaut hatten. Dort lebten sie in großem Glück und bald darauf erwarteten sie ein Kind.<ref name = "ChofHuXV"></ref> | |||
Als ein Jahr später Glaurung drohte, in Brethil einzufallen, zog Túrin aus, um den Drachen zu töten, auch wenn Níniel ihn angefleht hatte, nicht zu gehen. Gegen Brandirs Rat folgte Níniel ihm.<ref>[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[The Children of Húrin]]''. Narn I Chîn Húrin, The Tale of the Children of Húrin, Kapitel XVI: ''The Coming of Glaurung''</ref> Als Níniel Túrin und Glaurung erreichte, glaubte sie, dass beide tod seien. Während sie Túrin umarmte, küsste und bitterlich weinte, tat Glaurung seine letzte böse Tat. Er offenbarte ihr, dass sie in Wahrheit Nienor, die Tochter Húrins, und Túrin ihr Bruder sei und dass sie sein Kind unter ihrem Herzen trage. Mit Glaurungs Tod kehrte ihre Erinnerung zurück und ihr ganzer Körper war erschüttert von Entsetzen und Qual. Brandir versuchte noch sie aufzuhalten, doch sie lief zum Rand der Schlucht [[Cabed-en-Aras]] und stürzte sich in den Tod. Daraufhin tötete sich Túrin mit seinem Schwert [[Gurthang]].<ref>[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[The Children of Húrin]]''. Narn I Chîn Húrin, The Tale of the Children of Húrin, Kapitel XVII: ''The Death of Glaurung''</ref> | |||
Für die Kinder von Morwen und Húrin wurde auf Túrins Grab ein großer, grauer Stein errichtet, in den die Elben in den Runen von Doriath die Namen der beiden meißelten.<ref>[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[The Children of Húrin]]''. Narn I Chîn Húrin, The Tale of the Children of Húrin, Kapitel XVIII: ''The Death of Túrin''</ref><ref>[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[Das Silmarillion]]''. Quenta Silmarillion, Kapitel XXI: ''Von Túrin Turambar''</ref> | |||
== Stammbaum == | |||
{{Stammbaum/start}} | |||
{{Stammbaum| | | |MA|MA=[[Marach]]*}} | |||
{{Stammbaum| | | | |!}} | |||
{{Stammbaum| | | |MAL| | | | |MAL=[[Malach]]*}} | |||
{{Stammbaum| |,|-|-|^|-|-|.}} | |||
{{Stammbaum|AD| | | |MA|AD= [[Adanel]]|MA=[[Magor]]*}} | |||
{{Stammbaum| |:| | | | | |:}} | |||
{{Stammbaum| |:| | | | |HA|y|GI|HA=[[Hador Lórindol|Hador]]*|GI= [[Gildis]]}} | |||
{{Stammbaum| |:| | | |,|-|-|-|^|-|-|-|-|-|-|-|-|v|-|-|-|.}} | |||
{{Stammbaum|BER| |GL| | | | | | |HAR|y|GA| |GU|BER=[[Beren Erchamion]]|GL=[[Glóredhel]]|GA=[[Galdor (Sohn von Hador)|Galdor]]*|HAR=[[Hareth]]|GU=[[Gundor]]}} | |||
{{Stammbaum| |:| | | |!| | | | | | | | | |,|^|-|-|-|-|.|}} | |||
{{Stammbaum| |:| | |HA| | | |MO|y|HU| | | |HO|HA=[[Handir]]|MO=[[Morwen Eledhwen|Morwen]]|HU=[[Húrin Thalion|Húrin]]*|HO=[[Huor]]|RI=[[Rían (Mutter von Tuor)|Rían]]}} | |||
{{Stammbaum| |:| | | |!| | | |,|-|-|-|+|-|-|-|.| | | |!| | |}} | |||
{{Stammbaum| |:| | |BR| |TUR| |LA| |NI| |TU|BR=[[Brandir der Lahme]]|TUR=[[Túrin Turambar]]|LA=[[Lalaith]]|NI='''Nienor'''|TU=[[Tuor]]|boxstyle_NI=background-color: #e0edc1}} | |||
{{Stammbaum| |:| | | | | | | |L|~|~|~|~|~|~|~|J| | | |!}} | |||
{{Stammbaum|ELW|~|~|~|~|~|~|y|~|~|~|~|~|~|~|~|~|~|EA|ELW=[[Elwing]]|EA=[[Earendil der Seefahrer|Earendil]]}} | |||
{{Stammbaum| | | | | | | |,|-|^|-|.}} | |||
{{Stammbaum| | | | | | |ELR| |ELRO|ELR=[[Elrond]]|ELRO=[[Elros]]}} | |||
{{Stammbaum| | | | | | | |!| | | |:}} | |||
{{Stammbaum| | | | | | |ARW|~|ARA|ARW=[[Arwen]]|ARA=[[Aragorn]]}} | |||
{{Stammbaum/ende}} | |||
<nowiki>*</nowiki>''Stammesführer des Hauses Hador<ref name="HoMeXI"></ref> | |||
== Etymologie == | |||
*Der Name ''Nienor'' bedeutet ''Trauer''.<ref>[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[The Children of Húrin]]''. Narn I Chîn Húrin, The Tale of the Children of Húrin, Kapitel IV: ''The Depature of Túrin''</ref> | |||
*Der Name ''Níniel'' bedeutet ''Tränenmädchen''. Das Wort setzt sich aus den [[Sindarin]]silben ''nîn'' (''Träne'') und ''-iel'' (''Tochter, Mädchen'') zusammen.<ref>[[Wolfgang Krege]]: ''[[Elbisches Wörterbuch]]''. [[Klett-Cotta]], Stuttgart 2025. Teil I: ''Elbisch Deutsch'', ''iëll'', S. 109</ref><ref>[[Wolfgang Krege]]: ''[[Elbisches Wörterbuch]]''. [[Klett-Cotta]], Stuttgart 2025. Teil I: ''Elbisch Deutsch'', ''Träne'', S. 254</ref> | |||
== Werkgeschichte == | |||
*In einem frühen Entwurf ''„Turambar and the Foalókë“'' war ''Nienors'' Name ''Vainóni''. Ihr Gedächtnisverlust wurde dort durch einen Trank verursacht, den ihr „Kurúki“, ein böser Zauberer, verabreicht hatte. Dieser Zauber wurde später von Glaurung gebrochen.<ref>[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[The History of Middle-earth]] Vol. II [[The Book of Lost Tales, Part One]]''. Kapitel II: ''Turambar and the Foalókë'', Notes and Commentary, S. 138</ref> | |||
*Im ausgearbeiteten Text von ''„Turambar and the Foalókë“'' wurde der Name ''Vainóni'' in ''Nienóri'' geändert.<ref>[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[The History of Middle-earth]] Vol. II [[The Book of Lost Tales, Part One]]''. Kapitel II: ''Turambar and the Foalókë'', S. 71</ref> | |||
== Links == | |||
*[[Medium:Ardapedia_Silmarillon_Genealogie.pdf|Silmarillion Stammbaum]] (PDF, ca. 108 kb) | |||
*[https://web.archive.org/web/20250403151539/http://gernot-katzers-spice-pages.com/tolkien/edain.pdf Stammbaum der Eldar und Atani] | |||
== Quellen == | == Quellen == | ||
<references/> | |||
[[Kategorie:Personen]] | [[Kategorie:Personen]] | ||
[[Kategorie:Menschen]] | [[Kategorie:Menschen]] | ||
[[Kategorie:Edain]] | [[Kategorie:Edain]] | ||
[[Kategorie:Haus Hador]] | |||
[[en:Nienor]] | |||
[[fi:Niënor]] | |||
[[fr:encyclo/personnages/hommes/1a/peuple_de_hador/nienor]] | [[fr:encyclo/personnages/hommes/1a/peuple_de_hador/nienor]] | ||
Aktuelle Version vom 7. Mai 2026, 11:45 Uhr
| Nienor | |
|---|---|
| Eckdaten | |
| Andere Namen | Níniel |
| Geboren | 473 E. Z. (J. S.) |
| Gestorben | 499 E. Z. (J. S.)[1] |
| Volk | Menschen |
| Zugehörigkeit | Edain[2] |
| Ort | Dor-lómin,[3] Doriath[4] Brethil [5] |
| Familie | |
| Haus | Haus Hador[6] |
| Mutter | Morwen Eledhwen |
| Vater | Húrin Thalion |
| Geschwister | Túrin & Lalaith |
| Ehepartner | Túrin Turambar |
| Kinder | ungeborenes Kind [1] |
| Körperliche Beschreibung | |
| Körpergröße | groß |
| Haarfarbe | golden |
| Augenfarbe | grau[4] |
Nienor ist im Legendarium eine Frau aus dem Haus Hador. Sie ist das jüngste Kind von Morwen Eledhwen und Húrin Thalion und die Schwester von Turin Turambar.
Beschreibung
Nienor war die Tochter von Morwen Eledhwen aus dem Haus Beor und Húrin Thalion aus dem Haus Hador und wurde im Jahr 473 E. Z. (J. S.) geboren. Ihr Bruder Túrin war neun Jahre älter als sie und ihre ältere Schwester Lalaith starb vier Jahre vor ihrer Geburt im Alter von drei Jahren.
Nienors Vater Húrin war das Oberhaupt des Hauses Hador und der dritte Fürst von Dor-lómin. Zudem war sie eine Cousine von Tuor; ihr Vater Húrin war der ältere Bruder von Tuors Vater Huor.[1][3]
Legendarium
Nach der Nirnaeth Arnoediad, der fünften Schlacht von Beleriand, im Jahr 472 E. Z. (J. S.) belegte Morgoth Nienors Vater, seine Frau und seine Nachkommen mit einem Fluch, durch den Leid und Dunkelheit über sie kommen sollte.[7]
Kindheit und Jugend in Dor-lómin
Kurz vor Nienors Geburt kamen die Ostlinge in großer Zahl nach Dor-lómin und brachten viel Leid über die Menschen von Hadors Volk. Sie hielten Morwen für eine Hexe und wagten es nicht, ihr Leid anzutun oder sie zu vertreiben.[8] Damit sie Túrin und ihr ungeborenes Kind versorgen konnte, überwand Morwen ihren Stolz und nahm die Hilfe von Aerin, einer Verwandten von Húrin, an.
Morwen hatte große Angst um ihren Sohn und befürchtete, dass er zum Sklaven der Ostlinge werden könnte. Deshalb schickte sie ihn nach Doriath zum Elbenkönig Thingol mit der Bitte, ihn aufzunehmen. Kurz darauf wurde Nienor geboren. Thingol lud Morwen ein, ebenfalls nach Doriath zu kommen. Doch Morwen lehnte dieses Angebot ab, weil sie stolz war und sie ihr Haus nicht verlassen wollte, da Nienor noch ein kleines Baby war.[3]
Der Weg von Nienor
Nach vielen Jahren flohen Morwen und Nienor vor der Tyrannei der Ostlinge unter Brodda nach Doriath. Dort mussten sie feststellen, dass Túrin nicht mehr da war. Gegen den Rat Melians, die Dunkles ahnte, und trotz Thingols Bedenken verließ Morwen Doriath, um ihren Sohn zu suchen. Obwohl sie nicht wollte, dass Nienor mit ihr kam, folgte diese ihr heimlich, in der Hoffnung, dass ihre Mutter den Rat Melians befolgen würde und mit ihr zurückkehren werde.
Mablung, der zum Schutze Morwens mitgekommen war, konnte nicht verhindern, dass beide Frauen unter den Einfluss des Drachen Glaurung gerieten. Nienor blickte Glaurung direkt in die Augen und obwohl sie mutig und willensstark war, konnte sie sich seinem Willen nicht widersetzen.
| „ | Es schien ihr, als ob die Sonne erkranke und alles um sie herum trüb wurde; und langsam senkte sich eine große Dunkelheit über sie und in dieser Dunkelheit war Leere; sie wusste nichts, und sie hörte nichts, und erinnerte sich an nichts. | “ |
— J. R. R. Tolkien: Christopher Tolkien (ed.): The Children of Húrin. 12. Auflage. Harper Collins, London 2014. Narn I Chîn Húrin, The Tale of the Children of Húrin, Kapitel XIV: The Journey of Morwen and Nienor to Nargothrond, S. 209 | ||
Mablung und die Elben wollten Nienor nach Doriath zurückbringen. Sie kamen nur langsam voran, den Nienor musste wie ein Kind an der Hand geführt werden. Während einer Rast wurden sie von Orks überfallen und Nienor flüchtete in den Wald von Brethil. Mablung und die Elfen verloren sie aus den Augen.[4]
Nienor und Túrin
Auf der Flucht entledigte sich Nienor ihrer Kleidung und rannte wie ein gehetztes Tier durch den Wald, bis der Wahn von ihr wich und sie schließlich völlig erschöpft zu Boden sank. Am nächsten Tag kam sie zum Haudh-en-Elleth, wo ihr Bruder Túrin sie fand. Beide erkannten nicht, dass sie Bruder und Schwester waren. Aber als Nienor ihn erblickte, fühlte sie sich getröstet und es war ihr, als käme das Licht in die Dunkelheit zurück. Sie konnte Túrin weder sagen, wie sie hieß, noch wer sie war und brach in Tränen aus. So nannte er sie Niniel, „Tränenmädchen“. Da sah sie auf, schüttelte zwar den Kopf aber sagte: „Niniel“. Es war das erste Wort, das sie gesprochen hatte, seit ihre Sprache verstummt war.
Túrin und seine Männer brachten Niniel nach Ephel Brandir zum Volk von Haleth. Dessen Anführer, Brandir der Lahme, setzte all seine Fähigkeiten ein, um sie zu heilen. Als sie wieder genesen war und wieder sprechen gelernt hatte, suchte Niniel Brandir oft auf, da sie die Namen aller lebenden Dinge erfahren wollte. Brandir verliebte sich in sie, doch sie betrachtete ihn wie einen Bruder, während ihr Herz Túrin gehörte, in den sie sich verliebt hatte.
Túrin wollte Niniel heiraten. Sie befolgte vorerst Brandirs Rat zu warten, da er einen Schatten auf ihm liegen sah. Im Frühjahr des Jahres 498 E. Z. (J. S.) erklärte Túrin Níniel, dass er nicht mehr länger warten wolle. Er werde erneut in den Krieg ziehen, es sei denn, sie würde seine Frau werden. Dann wolle er nie wieder in den Krieg ziehen, außer um sie zu schützen, falls ihre Heimat bedroht würde. Zur Sommersonnenwende wurden Níniel und Túrin getraut. Die Menschen von Brethil richteten ein großes Fest für sie aus und sie bezogen ein großes Haus auf dem Amon Obel, das die Menschen eigens für sie gebaut hatten. Dort lebten sie in großem Glück und bald darauf erwarteten sie ein Kind.[5]
Als ein Jahr später Glaurung drohte, in Brethil einzufallen, zog Túrin aus, um den Drachen zu töten, auch wenn Níniel ihn angefleht hatte, nicht zu gehen. Gegen Brandirs Rat folgte Níniel ihm.[9] Als Níniel Túrin und Glaurung erreichte, glaubte sie, dass beide tod seien. Während sie Túrin umarmte, küsste und bitterlich weinte, tat Glaurung seine letzte böse Tat. Er offenbarte ihr, dass sie in Wahrheit Nienor, die Tochter Húrins, und Túrin ihr Bruder sei und dass sie sein Kind unter ihrem Herzen trage. Mit Glaurungs Tod kehrte ihre Erinnerung zurück und ihr ganzer Körper war erschüttert von Entsetzen und Qual. Brandir versuchte noch sie aufzuhalten, doch sie lief zum Rand der Schlucht Cabed-en-Aras und stürzte sich in den Tod. Daraufhin tötete sich Túrin mit seinem Schwert Gurthang.[10]
Für die Kinder von Morwen und Húrin wurde auf Túrins Grab ein großer, grauer Stein errichtet, in den die Elben in den Runen von Doriath die Namen der beiden meißelten.[11][12]
Stammbaum
| Marach* | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Malach* | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Adanel | Magor* | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Hador* | Gildis | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Beren Erchamion | Glóredhel | Hareth | Galdor* | Gundor | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Handir | Morwen | Húrin* | Huor | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Brandir der Lahme | Túrin Turambar | Lalaith | Nienor | Tuor | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Elwing | Earendil | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Elrond | Elros | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Arwen | Aragorn | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
*Stammesführer des Hauses Hador[1]
Etymologie
- Der Name Nienor bedeutet Trauer.[13]
- Der Name Níniel bedeutet Tränenmädchen. Das Wort setzt sich aus den Sindarinsilben nîn (Träne) und -iel (Tochter, Mädchen) zusammen.[14][15]
Werkgeschichte
- In einem frühen Entwurf „Turambar and the Foalókë“ war Nienors Name Vainóni. Ihr Gedächtnisverlust wurde dort durch einen Trank verursacht, den ihr „Kurúki“, ein böser Zauberer, verabreicht hatte. Dieser Zauber wurde später von Glaurung gebrochen.[16]
- Im ausgearbeiteten Text von „Turambar and the Foalókë“ wurde der Name Vainóni in Nienóri geändert.[17]
Links
- Silmarillion Stammbaum (PDF, ca. 108 kb)
- Stammbaum der Eldar und Atani
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XI The War of the Jewels. Part Two: The Later Quenta Silmarillion, Kapitel XIV: Of the Coming of Men into the West, S. 234
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion: Kapitel XVII: Von den ersten Menschen im Westen
- ↑ 3,0 3,1 3,2 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The Children of Húrin. Narn I Chîn Húrin, The Tale of the Children of Húrin, Kapitel IV: The Departure of Túrin
- ↑ 4,0 4,1 4,2 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The Children of Húrin. Narn I Chîn Húrin, The Tale of the Children of Húrin, Kapitel XIV: The Journey of Morwen and Nienor to Nargothrond
- ↑ 5,0 5,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The Children of Húrin. Narn I Chîn Húrin, The Tale of the Children of Húrin, Kapitel XV: Niënor in Brethil
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XI The War of the Jewels. Part Two: The Later Quenta Silmarillion, Kapitel XIV: Of the Coming of Men into the West, (ii) The House of Hador, S. 235
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XX: Von der fünften Schlacht: Nirnaeth Arnoediad
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Unfinished Tales. Teil Eins: The First Age, Kapitel II: Narn I Hîn Húrin
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The Children of Húrin. Narn I Chîn Húrin, The Tale of the Children of Húrin, Kapitel XVI: The Coming of Glaurung
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The Children of Húrin. Narn I Chîn Húrin, The Tale of the Children of Húrin, Kapitel XVII: The Death of Glaurung
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The Children of Húrin. Narn I Chîn Húrin, The Tale of the Children of Húrin, Kapitel XVIII: The Death of Túrin
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XXI: Von Túrin Turambar
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The Children of Húrin. Narn I Chîn Húrin, The Tale of the Children of Húrin, Kapitel IV: The Depature of Túrin
- ↑ Wolfgang Krege: Elbisches Wörterbuch. Klett-Cotta, Stuttgart 2025. Teil I: Elbisch Deutsch, iëll, S. 109
- ↑ Wolfgang Krege: Elbisches Wörterbuch. Klett-Cotta, Stuttgart 2025. Teil I: Elbisch Deutsch, Träne, S. 254
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. II The Book of Lost Tales, Part One. Kapitel II: Turambar and the Foalókë, Notes and Commentary, S. 138
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. II The Book of Lost Tales, Part One. Kapitel II: Turambar and the Foalókë, S. 71
