Haus Beor

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Das Haus Beor ist das erste der drei Häuser der Edain. Es sind die ersten Menschen, die über die Blauen Berge nach Beleriand kommen und dort erstmals auf die Elben treffen.

Beschreibung

Ein Teil der Sippe und der Gefolgschaft Balans gehörten zu den ersten Menschen, die im Jahr 310 E. Z. (J. S.) aus dem Osten über die Blauen Berge nach Beleriand kamen.[1] Sie befanden sich auf der Flucht vor Morgoth und den Schatten seiner Macht.[2][3]

Aussehen und Eigenschaften

Die Angehörigen des Hauses Beors hatten dunkles oder braunes Haar und graue Augen. Ihre Gesichter waren schön anzusehen, ihre Statur war wohlgeformt, ausdauernd und robust. In ihrem Erscheinungsbild ähnelten sie den Elben jener Zeit und waren nicht größer als diese. Sie waren wissbegierig, geschickt mit ihren Händen und verfügten über einen schnellen Verstand sowie ein gutes Gedächtnis. Alle drei Häuser der Edain übertrafen in Geschicklichkeit und Weisheit jene Menschen, die noch östlich der Berge lebten und die Eldar nicht kannten.[4]

Legendarium

Nachdem Balan und sein Volk die Blauen Berge überquert hatten und in Ossiriand weilten, trafen sie in einem Tal unterhalb der Quellen von Thalos auf Finrod Felagund. Finrod war der erste Elb, der Menschen begegnete. Zwischen ihm und den Menschen des Hauses Beor entwickelte sich rasch eine Freundschaft.

Die Grünelben von Ossiriand wollten jedoch keine Neuankömmlinge in ihrem Land. Daher sammelte Balan auf den Rat von Felagund alle Angehörigen seines Volkes und sie zogen gemeinsam über den Gelion. Schließlich ließen sie sich im Land der Söhne Fëanors, Amrod und Amras, nieder. An den Ostufern des Celon, südlich von Nan Elmoth, nahe an der Grenze von Doriath im Lande Estolad. Balan selbst trat nach einem Jahr in die Dienste Felagunds und ging mit ihm nach Nargothrond. Dort erhielt er den Namen Beor der Alte.

Fingolfin, der Hochkönig der Noldor, sandte den Menschen eine Willkommensbotschaft und viele Elben reisten zu den Menschen, um diese zu sehen, da deren Ankunft schon vor langer Zeit geweissagt worden war. Die Elbenfürsten erhofften sich von den Söhnen der Menschen Verstärkung im Kampf gegen Morgoth und luden diejenigen ein, die unter ihrem Volk leben wollten. So zog ein Teil des Volkes Beors nach Dorthonion, das vom Haus Finarfin regiert wurde.[2] Von den Menschen, die weiterhin in Estolad lebten, verließ ein Teil im Jahr 369 E. Z. (J. S.) unter der Führung Beregs das Land und zog nach Süden. Andere kehrten über die Berge nach Eriador zurück. Amlach ging nach Norden und trat in den Dienst von Maedhros.[5]

Im Laufe der Zeit wiesen die Elbenfürsten den Menschen ihre eigenen Gebiete zu, in denen ihre Anführer frei regieren konnten. Im Krieg waren die Menschen Verbündete der Eldar, zogen jedoch unter ihren eigenen Anführern in den Kampf. Die Völker aller drei Häuser gediehen und ihre Stärke vermehrte die Macht der Noldor.[2]

Dem Volk Beors wurde 410 E. Z. (J. S.) das Gebiet von Ladros gegeben und Boromir, ein Enkel Beors, des Alten, wurde der erste Fürst von Ladros.[6]

Im Jahr 455 E. Z. (J. S.) endete die Belagerung Angbands und es kam zur vierten Schlacht von Beleriand, der Dagor Bragollach. Viele Krieger aus Beors Volk fielen, darunter auch Bregolas, der Fürst ihres Hauses und Enkel Boromirs. Sein Bruder Barahir rettete mit seinen tapfersten Gefährten Finrod Felagund vor dem sicheren Tod. Finrod schwor daraufhin den Eid, Barahir und seinem Volk in der Not Freundschaft und Hilfe zu gewähren, und gab ihm zum Zeichen dieses Gelöbnisses seinen Ring.

Nach dieser Schlacht überschattete Morgoths Macht die Nordlande. Barahir kehrte nach Dorthonien zurück, während viele seines Volkes Zuflucht in Hithlum suchten. Morgoth tötete fast alle vom Volke Barahirs. Barahirs Frau Emeldir führte die Frauen und Kinder nach Brethil. Manche wurden von den Haladin aufgenommen, manche zogen weiter über die Berge Dor-lómins zu den Hadorians. Barahir konnte nur noch zwölf Getreue um sich scharen, die nicht gestorben waren. Sie versuchten, sich zunächst vor Morgoth zu verbergen.[7] Im Jahr 460 E. Z. (J. S.)[8] gelang es Sauron durch eine List, Gorlim zur Preisgabe des Verstecks Barahirs zu bewegen. Daraufhin wurden alle Gefährten Barahirs getötet, mit Ausnahme seines Sohnes Beren, der sich zu diesem Zeitpunkt nicht im Lager befand.[9]

Im Jahr 583 E. Z. (J. S.) kam es zum Krieg des Zorns, der letzten und gewaltigsten Schlacht in Beleriand. Auch die wenigen noch lebenden Menschen aus den drei Häusern der Edain nahmen daran teil. Morgoth wurde schließlich besiegt, doch nach dem Krieg war die Welt verändert. Beleriand war vom Meer verschlungen.[10] Die überlebenden Menschen wurden nach dem Sieg belohnt. Eonwe kam zu ihnen und lehrte sie. Sie empfingen Weisheit, Macht und ein längeres Leben. Für die Edain wurde ein neues Land geschaffen, das weder zu Mittelerde noch zu Valinor gehören sollte: Andor, das Land der Gabe, später Númenor genannt.[11]

Stammbaum

Beor der Alte*
Baran*
Belen
Boron*
Baranor
Beldir
Boromir*
Belegor
Bereg
Belemir
Adanel
Bregor*
Andreth
Beril
Beren
Bregil
Arachon
Hirwen
Bregolas*
Gilwen
Barahir*
Emeldir
zwei Kinder
Brandir
Beldis
Handir
Beleth
Baragund
Belegund
Hiril
Beren Erchamion*
Luthien
Brandir der Lahme
Húrin
Morwen
Rían
Huor
Dior
Nimloth
Túrin Turambar*
Lalaith*
Nienor
Tuor
Idril
Eluréd
Elruín
Earendil
Elwing
Celebrian
Elrond
Elros
Elladan
Elrohir
Arwen
Aragorn
Eldarion
mindestens zwei Töchter

* Stammesführer des Hauses Beor[8]

Berühmte Familienmitglieder

Alle Könige von Númenor, die Fürsten von Andúnië, die Könige von Andor sowie die Stammesführer der Dúnedain waren Nachfahren von Elros, dem Urenkel von Rían.[12][13]

Andere Namen

  • Bar Beora[16]
  • Beorians[16]
  • Das Erste Haus der Edain[17]
  • Das älteste Haus der Menschen[17]
  • Volk Beors[17]

Links

Quellen

  1. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XI The War of the Jewels. Part Two: The Later Quenta Silmarillion, Kapitel XIV: Of the Coming of Men into the West, §1 S. 215
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion: Kapitel XVII: Von den ersten Menschen im Westen
  3. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XII The Peoples of Middle-earth. Part Two: Late Writings, Kapitel X: Of Dwarves and Men, S. 306, 307
  4. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. VI The Return of the Shadow. Part Two: Valinor and Middle-earth before the Lord of the Rings, Kapitel VI: Quenta Silmarillion, S. 276
  5. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XI The War of the Jewels. Part Two: The Later Quenta Silmarillion, Kapitel XIV: Of the Coming of Men into the West, S. 227
  6. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XI The War of the Jewels. Part Two: The Later Quenta Silmarillion, Kapitel XIV: Of the Coming of Men into the West, § 31,S. 228, 229
  7. 7,0 7,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XVIII: Vom Verderben Beleriands und von Fingolfings Ende
  8. 8,0 8,1 8,2 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XI The War of the Jewels. Part Two: The Later Quenta Silmarillion, Kapitel XIV: Of the Coming of Men into the West, S. 231
  9. 9,0 9,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XIX: Von Beren und Lúthien
  10. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XXIV: Von Earendils Fahrt und dem Krieg des Zorns
  11. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Akallabêth: Der Untergang von Númenor
  12. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Anhänge, Stammbäume II: Die Abkömmlinge von Olwe und Elwe
  13. 13,0 13,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Anhänge, Stammbäume III: Das Haus Beor
  14. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. X Morgoth's Ring. Part Four: Athrabeth Finrod ah Andreth, S. 301
  15. J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Buch II, Zweites Kapitel: Der Rat von Elrond
  16. 16,0 16,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. VIII The War of the Ring. Part One: The Fall of Saruman, Kapitel III: The Road to Isengard, S. 229-232
  17. 17,0 17,1 17,2 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Anhänge: Namensregister