Amrod

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Amrod
Titel
Prinz der Noldor[1]
Eckdaten
Andere Namen Nityafinwë[Anm. 1]
Ambarussa[Anm. 2][2]
Geboren vor 1400 E. Z. (J. B.)
Tirion[3]
Gestorben 538 E. Z. (J. S.), Schlacht an den Sirionmündungen[4]
Volk Elben
Zugehörigkeit Noldor, Haus von Fëanor
Ort Eldamar, Ost-Beleriand[3]
Familie
Eltern Fëanor & Nerdanel
Geschwister Amras, Maedhros, Maglor, Celegorm, Caranthir, Curufin[3]
Körperliche Beschreibung
Haarfarbe Rot[2]

Amrod ist ein Elb und ein Prinz der Noldor. Er und sein Zwillingsbruder Amras sind die jüngsten der sieben Söhne Feanors.

Beschreibung

Amrod wurde im Ersten Zeitalter während der Jahre der Bäume in Tirion in Valinor geboren. Er war der ältere der beiden Zwillinge und gemeinsam mit Amras der jüngste der sieben Söhne Feanors und seiner Frau Nerdanel. Seine älteren Brüder waren Maedhros, Maglor, Celegorm, Caranthir und Curufin.[3]

Amrods Vater Feanor war der Erschaffer der drei legendären Silmarili.[5]

Amrod und Amras hatten rotes Haar,[2], glichen sich äußerlich sehr und besaßen ein ähnliches Wesen. Später wurden sie in Mittelerde große Jäger.[3]

Legendarium

Morgoth hatte Zwietracht unter den Noldor gesät, wodurch es zwischen Amrods Vater Feanor und dessen Halbbruder Fingolfin zum Streit kam. Als Feanor zur Rechenschaft gezogen und für zwölf Jahre in den Norden Valinors nach Formenos verbannt wurde, folgten ihm seine sieben Söhne ins Exil.[5]

Nachdem es Morgoth gelungen war, die Silmarili zu stehlen, leistete Feanor einen schrecklichen Eid. Alle seine Söhne schworen denselben Eid.

Sie schworen einen Eid, wie keiner ihn brechen darf und keiner ihn schwören sollte, [...] und sie riefen das ewige Dunkel auf sich herab, wenn sie ihn nicht hielten; [...] gelobten sie, mit Hass und Rache bis ans Ende der Welt zu verfolgen jeden [...] wer immer einen Silmaril aus ihrem Besitz nehme, behalte oder verwahre.

— J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Klett-Cotta, Stuttgart 2015. Quenta Silmarillion, Kapitel IX: Von der Verbannung der Noldor, S. 1215.

Anschließend folgten Amrod und seine Brüder gemeinsam mit einem Großteil der Noldor ihrem Vater nach Mittelerde. Um das Meer mit Schiffen überqueren zu können, versuchte Feanor die Teleri zum Mitkommen zu bewegen. Als sie dies verweigerten, nahmen die Noldor die Schiffe mit Gewalt an sich und es kam zum Sippenmord von Alqualonde. An der nördlichen Grenze des bewachten Reiches erschien daraufhin eine mächtige Gestalt, die sie mit einem Fluch belegte. Damit fiel auch Amrod unter den Fluch der Noldor.[1]

Nach ihrer Ankunft in Mittelerde lagerten die Noldor am Nordufer des Mithrimsees. Dort wurden sie von Morgoths Herr angegriffen. Es kam zur Schlacht unter Sternen, der Dagor-nuin-Giliath, aus der die Noldor siegreich hervorgingen. Feanor, von seinem Zorn getrieben, eilte seinem Heer voraus und wurde von Morgoths Dienern so schwer verwundet, dass er bald darauf starb. Vor seinem Tod trug er seinen Söhnen auf, ihren Eid zu erfüllen und ihren Vater zu rächen.[6]

Nach der Dagor Aglareb kam es zur Belagerung von Angband. Die Fürsten der Noldor teilten die Lande unter sich auf und legten einen Sperrgürtel um Morgoths Reich. Amrod und Amras herrschten nun über die offenen Gebiete zwischen Thargelion und Doriath im Süden Beleriands.[7]

Als mit dem Haus Beor die ersten Menschen die Blauen Berge überquerten, riet ihnen Finrod, sich an den Ostufern des Celon, südlich von Nan Elmoth, nahe der Grenze von Doriath, in den Landen von Amrod und Amras niederzulassen. Dieses Gebiet wurde fortan Estolad genannt. Später ließen sich dort auch die Menschen des Hauses Hador nieder.[8]

Im Jahr 455 E. Z. (J. B.) durchbrach Morgoth die Belagerung von Angband und es kam zur vierten Schlacht von Beleriand, der Dagor Bragollach. Dorthonion ging verloren und die Söhne Feanors mussten fliehen. Gemeinsam mit Caranthir zogen sich Amrod und Amras über Ramdal in den Süden zurück und errichteten auf dem Amon Ereb eine Wache und eine kleine Streitmacht.[9]

Im Jahr 466 gelang es Beren Erchamion und Lúthien, einen Silmaril von Morgoth zurückzugewinnen. Erst als ihr Sohn Dior den Silmaril trug, wurde der Eid der Söhne Feanors wieder erweckt und sie forderten den Silmaril zurück. Als Dior ihnen keine Antwort gab, stachelte Celegorm seine Brüder dazu an, Doriath anzugreifen. So kam es zum zweiten Morden von Elben an Elben und Doriath ging unter. Den Silmaril konnten die Söhne Feanors jedoch nicht zurückgewinnen, da Diors Tochter Elwing mit ihm geflohen war.[10]

Der verhängnisvolle Eid führte zu einem dritten Morden unter dem Volk der Elben. Elwing und ihr Volk hatten sich an den Mündungen des Sirion niedergelassen. Erneut sandten die Brüder Botschaften und beharrten auf ihrer Forderung nach der Herausgabe des Silmarils. Da Elwing und ihr Volk den Stein nicht hergeben wollten, griffen Feanors Söhne an. Es kam zur Schlacht an den Sirionmündungen, bei der viele Leben vernichtet wurden. Während dieses Angriffs wurden Amrod und Amras erschlagen.[4]

Stammbaum

Mahtan
Míriel Serinde
Finwë
Indis
Nerdanel
Fëanor
Findis
Fingolfin
Írimë
Finarfin
Maedhros
Maglor
Celegorm
Caranthir
Curufin
Amrod
Amras
Celebrimbor

Werkgeschichte

  • In der frühesten Fassung der Geschichte trug Amrod noch den Namen Damrod.[11]
  • Die ursprüngliche Form von Nityafinwë war Pityafinwë[2][12][13]
  • In einer anderen Fassung nannte Nerdanel zunächst beide Zwillinge Ambarussa. Als Feanor sie bat, den beiden unterschiedliche Namen zu geben, schlug sie den Namen Umberto (‚vom Schicksal bestimmt‘) vor, ohne diesen Namen jedoch einem der Zwillinge zuzuweisen. Feanor beunruhigte der Klang dieses Namens. Er änderte ihn in Ambarto und gab ihn dem jüngeren Zwilling. Als Feanor mit all seinen Söhnen in die Verbannung ziehen wollte, bat Nerdanel ihn, wenigstens einen ihrer Söhne bei ihr zu lassen. Feanor lehnte dies ab und warf Nerdanel vor, ihn und ihre Söhne im Stich zu lassen. Darauf entgegnete sie, dass einer ihrer sieben Söhne niemals einen Fuß auf Mittelerde setzen werde. Später war Ambarto über die Taten seines Vaters entsetzt. Als die Noldor in Mittelerde ankamen, ging er nicht von Bord, sondern schlief auf einem der gestohlenen Schiffe. Es wird gemutmaßt, dass er die Absicht hatte, mit diesem Schiff nach Valinor zurückzusegeln und zu Nerdanel zurückzukehren. Feanor ließ jedoch die Schiffe verbrennen und bemerkte erst am nächsten Morgen, dass einer seiner Söhne fehlte. Seine Bestürzung verbarg er und behauptete, er habe ohnehin gerade dieses Schiff als Erstes zerstören wollen.[14]
  • Der Muttername Ambarto der früheren Fassung von Amrods Zwillingsbruder Amras war ursprünglich der Name des älteren Zwillings Amrod.[2]
  • Tolkien änderte den Namen Ambarto später zu Umbarto.[15]

Anmerkungen

  1. Nityafinwë ist der Vatername Amrods' in Quenya und bedeutet Little Finwë (‚Kleiner Finwë‘). Die Kurzform des Namens lautet Pityo.
  2. Ambarussa ist der Muttername Amrods in Quenya.

Quellen

  1. 1,0 1,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel IX: Von der Verbannung der Noldor.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XII The Peoples of Middle-earth. Part Two: Late Writings, Kapitel XI: The Shibboleth of Fëanor, The Names of the Sons of Fëanor with the legend of the fate of Amrod, S. 353.
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel V: Von Eldamar und den Fürsten der Eldalië.
  4. 4,0 4,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XXIV: Von Earendils Fahrt und dem Krieg des Zorns.
  5. 5,0 5,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel VII: Von den Silmaril und der Unruhe der Noldor.
  6. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XIII: Von der Rückkehr der Noldor.
  7. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XIV: Von Beleriand und seinen Reichen.
  8. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XVII: Von den ersten Menschen im Westen.
  9. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XVIII: Vom Verderben Beleriands und von Fingolfins Ende.
  10. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XX: Vom Untergang Doriaths.
  11. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. IV The Shaping of Middle-earth. Kapitel VI: The Earliest Annals of Valinor, S. 69.
  12. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XII The Peoples of Middle-earth. Part Two: Late Writings, Kapitel XI: The Shibboleth of Fëanor, The Names of the Sons of Fëanor with the legend of the fate of Amrod, S. 365, Note 59.
  13. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XII The Peoples of Middle-earth. Part Two: Late Writings, Kapitel XI: The Shibboleth of Fëanor, The Names of the Sons of Fëanor with the legend of the fate of Amrod, S. 366, Note 62.
  14. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XII The Peoples of Middle-earth. Part Two: Late Writings, Kapitel XI: The Shibboleth of Fëanor, The Names of the Sons of Fëanor with the legend of the fate of Amrod, S. 352-355.
  15. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XII The Peoples of Middle-earth. Part Two: Late Writings, Kapitel XI: The Shibboleth of Fëanor, The Names of the Sons of Fëanor with the legend of the fate of Amrod, S. 355.


Söhne Feanors
MaedhrosMaglorCelegormCaranthirCurufinAmrodAmras