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Glorfindel

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Den Namen Glorfindel (Sindarin für Goldenhaar) tragen in J. R. R. Tolkiens Werk zwei noldorische Elben aus unterschiedlichen Schaffensperioden des Autors: Glorfindel aus Gondolin, der im Ersten Zeitalter auf der Flucht nach der erfolglosen Verteidigung seiner Stadt zu Tode kommt, und Glorfindel aus Bruchtal, der am Ende des Dritten Zeitalters den Ringträger Frodo Beutlin unterstützt.

Späte, unvollendete Schriften lassen Tolkiens Versuch erkennen, die Geschichte der beiden Figuren durch das Motiv der Wiedergeburt zu verbinden und so eine Identität herzustellen.[1]

Glorfindel aus Gondolin

Ecthelion und Glorfindel bereiten sich auf die bevorstehende Schlacht vor
(Zeichnung: Jenny Dolfen)

Zeitangabe

Volk

Elben, Noldor[5]

Beschreibung

Glorfindel’s Bane (Bild: Ted Nasmith)

Glorfindel war ein Elb aus Turgons Volk. Er wurde in Valinor geboren und lebte dort, bis er mit dem Großteil seines Volkes das Segensreich verließ und nach Mittelerde ging, wodurch auch er unter den Fluch der Noldor fiel.[6][7]

Wahrscheinlich lebte er in Mittelerde zunächst bei Turgon in Nevrast, bis er in dessen Gefolge in das verborgene Reich Gondolin zog. Unter dem Befehl von Turgon war Glorfindel einer der Hauptmänner Gondolins und Herr des Hauses der Goldenen Blume. Zusammen mit Ecthelion, dem Herrn des Hauses der Quelle, verteidigte er in der Nirnaeth Arnoediad die Flanken von Turgons Heer bei dessen Rückzug nach Gondolin.[8]

Als die Orks in der Schlacht um Gondolin gegen das Haus der Goldenen Blume marschierten, führte Glorfindel seine Soldaten in die Flanke des Feindes und sprengte dessen Reihen. Zum selben Zeitpunkt wurden seine eigenen Truppen angegriffen und erlitten schwere Verluste. Mit dem Rest seiner Soldaten führte Glorfindel die flüchtenden Gondolindrim zu den Echoriath, den Gondolin umgebenden Bergen. Unter den Flüchtlingen waren die Königstochter Idril, ihr Ehemann Tuor und ihr junger Sohn Earendil. Am Cirith Thoronath, einem entsetzlichen Pass in den Bergen, wurden die Flüchtlinge plötzlich von Orks unter der Führung eines Balrogs angegriffen. Glorfindel stürzte sich auf den Balrog und lieferte sich mit ihm ein tödliches Duell. Er trieb den Dämon zurück und schlug ihm dessen Peitsche schwingenden Arm ab. Voller Wut packte der Balrog Glorfindel am Haar und beide stürzten in den nahen Abgrund. Thorondor, der Herr der Adler, brachte den Elben den leblosen Körper Glorfindels, und diese erwiesen ihm die letzte Ehre.[3][4]

Glorfindel aus Bruchtal

Glorfindel aus Bruchtal mit seinem Pferd Asfaloth
(Zeichnung: Gregor Roffalski)

Zeitangaben

  • geboren: unbekannt[5]
  • 1975 D. Z.:[9] Im Krieg gegen Angmar schlägt er den Hexenkönig in die Flucht[10]
  • 3018 D. Z.: Glorfindel hilft dem schwer verwundeten Frodo dabei, Bruchtal rechtzeitig zu erreichen[11]
  • 25. Oktober 3018 D. Z.:[9] Teilnahme an Elronds Rat[12]

Volk

Elben, Noldor[5]

Beschreibung

Glorfindel war ein Elbenfürst und Krieger aus Bruchtal.[5]

Im Jahre 1974 des Dritten Zeitalters wurde Glorfindel mit einem Heer aus Bruchtal losgeschickt, um Arthedain, das letzte der drei arnorischen Königreiche, im Kampf gegen Angmar zu unterstützen. Gemeinsam mit den Elben aus Lindon, einem Heer aus Gondor unter der Führung Earnurs und den verbliebenen Truppen der Dúnedain des Nordens überschritt diese Streitmacht den Lhûn, um den Hexenkönig zum Kampf zu stellen, der in Fornost seinen Sitz genommen hatte.

Auf der Ebene zwischen dem Evendim-See und den Nordhöhen kam es zu einer großen Schlacht, in der Angmars Heer besiegt wurde. Der Hexenkönig floh mit seinen verbliebenen Truppen nach Norden in Richtung Carn Dûm, wurde jedoch von der Reiterei Gondors mit Earnur an der Spitze an den Ettenöden eingeholt. Ein Trupp unter der Führung von Glorfindel stieß zu ihnen und Angmar wurde vernichtend geschlagen, so dass westlich des Nebelgebirges weder Mensch noch Ork unter feindlichem Befehl am Leben blieb.

Von Glorfindel stammte die Prophezeiung, dass der Hexenkönig von „keines Mannes Hand fallen“ würde, da er ihn in die Flucht schlug, es ihm allerdings nicht gelang, den Nazgûl zu töten.[10] Die Weissagung bewahrheitete sich bei der Schlacht auf dem Pelennor, als Éowyn dem Hexenkönig gegenübertrat und ihn mit Merrys Hilfe erschlug.[13][14]

Am 9. Oktober des Jahres 3018 D. Z. wurde Glorfindel von Elrond ausgeschickt,[9] um nach dem Ringträger zu suchen, da Nachricht gekommen war, dass dieser in größter Gefahr sei. Auf seinem Weg entlang der Oststraße vertrieb er drei Nazgûl von der Letzten Brücke über den Mitheithel und hinterließ dort einen Elbenstein als Zeichen, dass die Brücke gefahrlos zu überschreiten sei.[11] Nach neun Tagen[9] fand er Frodo, welcher von den Ringgeistern verfolgt wurde, in Begleitung der drei anderen Hobbits Sam, Merry und Pippin sowie Aragorns. Er führte sie auf den Weg nach Bruchtal. Als jedoch die Nazgûl sie einzuholen drohten, musste er Frodo auf seinem Pferd Asfaloth alleine vorausschicken. Bevor die Nazgûl Frodo am Ostufer der Lautwasser erreichen konnten, trieb Glorfindel sie in die von Elrond und Gandalf bewirkte Flut.[11]

Schließlich nahm er auch an Elronds Rat teil, wo er vorschlug, den Einen Ring entweder über das Meer in den Westen zu schicken und dort zu verbergen oder ihn zu vernichten.[12]

Nach dem Ringkrieg kam er mit vielen von Elronds Volk nach Gondor zur Vermählung von Elronds Tochter Arwen mit Aragorn, der als „Elessar“ zum König gekrönt worden war.[15]

Ob und wann Glorfindel die Sterblichen Lande verließ und nach Valinor fuhr, ist nicht überliefert.

Filmtrilogie

In Peter Jacksons Verfilmung wird Glorfindel durch den vorgezogenen Auftritt Arwens im ersten Teil ersetzt. Im dritten Teil ist er jedoch sowohl bei Arwens Ritt zu den Grauen Anfurten als auch bei Aragorns Krönung zu sehen. Im Abspann wird er allerdings nicht aufgeführt.[16]

Werkgeschichte

Die Figuren Glorfindel aus Gondolin und Glorfindel aus Bruchtal waren ursprünglich, als der Herr der Ringe geschrieben wurde, als unterschiedliche Personen konzipiert worden. Erst in den letzten Jahren seines Lebens beschäftigte sich J. R. R. Tolkien eingehend mit den beiden Figuren. Vor allem der doppelte Gebrauch des Namens widersprach Tolkiens späterem Konzept der Einmaligkeit elbischer Namen.[5]

Tolkiens Sohn Christopher zitiert in diesem Zusammenhang eine Aussage seines Vaters aus dem Jahre 1972:

[The use of Glorfindel] in The Lord of the Rings is one of the cases of the somewhat random use of the names found in the older legends, now referred to as The Silmarillion, which escaped reconsideration in the final published form of The Lord of the Rings.

— J. R. R. Tolkien , Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. VI The Return of the Shadow. Harper Collins, London 2015. The First Phase, Kapitel XII: At Rivendell, S. 214

„[Die Verwendung des Namens Glorfindel] in Der Herr der Ringe ist einer dieser Fälle, in denen Namen, die in den älteren Legenden zu finden sind, die heute als Das Silmarillion bekannt sind, eher zufällig übernommen wurden und in der letztendlich veröffentlichten Fassung von Der Herr der Ringe einer erneuten Überprüfung entgingen.“

Übersetzung: Ardapedia

Um den Widerspruch zweier verschiedener Figuren mit demselben Namen aufzuheben, dachte Tolkien darüber nach, für beide Glorfindel eine Identität herzustellen. Da Glorfindel aus Gondolin im Kampf mit dem Balrog starb, griff Tolkien auf das Motiv der Wiedergeburt, die den Elben vorbehalten war, zurück:

The Elves were destined to be by nature ‘immortal’, within the unknown limits of the life of the Earth as a habitable realm, and their disembodiment was a grievous thing. It was the duty, therefore, of the Valar to restore them, if they were slain, to incarnate life, if they desired it [...]. When they were re-embodied they could remain in Valinor, or return to Middle-earth if their home had been there. We can therefore reasonably suppose that Glorfindel, after the purging or forgiveness of his part in the rebellion of the Noldor, was released from Mandos and became himself again, but remained in the Blessed Realm – for Gondolin was destroyed and all or most of his kin had perished.

— J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XII The Peoples of Middle-earth. Harper Collins, London 2015. Part Two: Late Writings, Kapitel XIII: Last Writings, S. 378

„Die Elben waren ihrer Natur nach dazu bestimmt, ‚unsterblich‘ zu sein, innerhalb der unbekannten Grenzen der Lebensdauer der Erde als bewohnbarem Reich, und ihre Entkörperung war eine schmerzliche Sache. Deswegen war es die Pflicht der Valar, sie, wenn sie erschlagen worden waren, zu reinkarnieren, falls sie es wünschten [...]. Nachdem sie erneut einen Körper erhalten hatten, konnten sie in Valinor bleiben oder nach Mittelerde zurückkehren, falls dort ihre Heimat gewesen war. Daher können wir vernünftigerweise annehmen, dass Glorfindel nach der Reinigung oder Vergebung seines Anteils an der Rebellion der Noldor von Mandos entlassen und wieder ganz er selbst wurde, aber im Gesegneten Reich blieb – denn Gondolin war zerstört und alle oder die meisten seiner Sippe waren umgekommen.“

Übersetzung: Ardapedia

Wiedergeburt und Rückkehr

Glorfindel
(Zeichnung: Gregor Roffalski)

Gemäß Tolkiens Überlegungen wurde Glorfindel in Aman wiedergeboren. Um seine Anwesenheit in Bruchtal zu erklären, musste er folglich nach Mittelerde zurückgereist sein. Von Tolkien sind zwei mögliche Versionen der Rückkehr Glorfindels nach Mittelerde überliefert. Zum einen gibt es eine Version der Rückkehr Glorfindels für die erste Hälfte des Dritten Zeitalters. Glorfindel reist dort in Begleitung der Istari nach Mittelerde.[17]

An Elf who had once known Middle-earth and had fought in the long wars against Melkor would be an eminently suitable companion for Gandalf. We could then reasonably suppose that Glorfindel (possibly as one of a small party, [...] more probably as a sole companion) landed with Gandalf-Olórin about Third Age 1000. This supposition would indeed explain the air of special power and sanctity that surrounds Glorfindel [...].

— J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XII The Peoples of Middle-earth. Harper Collins, London 2015. Part Two: Late Writings, Kapitel XIII: Last Writings, S. 377

„Ein Elb, der einst Mittelerde gekannt und in den langen Kriegen gegen Melkor gekämpft hatte, wäre ein außerordentlich geeigneter Begleiter für Gandalf gewesen. Daher dürfen wir vernünftigerweise annehmen, dass Glorfindel (möglicherweise als Teil einer kleinen Gruppe, [...] wahrscheinlicher als einzelner Begleiter) mit Gandalf-Olórin um 1000 des Dritten Zeitalters ankam. Diese Annahme würde in der Tat die Aura besonderer Macht und Heiligkeit erklären, die Glorfindel umgibt [...].“

Übersetzung: Ardapedia

Noch weitaus wahrscheinlicher als Glorfindels Rückkehr im Dritten Zeitalter erschien Tolkien die Rückkehr im Zweiten Zeitalter, vor Númenors Untergang, als die Dúnedain noch Freundschaft mit den Elben hielten:

After his purging of any guilt that he had incurred in the rebellion, he was released from Mandos, and Manwë restored him. [...] When did Glorfindel return to Middle-earth? This must probably have occurred before the end of the Second Age, and the ‘Change of the World’ and the Drowning of Númenor, after which no living embodied creature, ‘humane’ or of lesser kinds, could return from the Blessed Realm which had been ‘removed from the Circles of the World’.

— J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XII The Peoples of Middle-earth. Harper Collins, London 2015. Part Two: Late Writings, Kapitel XIII: Last Writings, S. 381

„Nachdem er von jeglicher Schuld gereinigt worden war, die er bei der Rebellion auf sich geladen hatte, wurde er von Mandos entlassen und Manwe gab ihm seine frühere Gestalt zurück. [...] Wann kehrte Glorfindel nach Mittelerde zurück? Dies geschah wahrscheinlich vor dem Ende des Zweiten Zeitalters und der ‚Veränderung der Welt‘ und dem Untergang Númenors, nachdem keine lebende, körperliche Kreatur von ‚menschlicher‘ oder geringerer Art aus dem gesegneten Reich, das aus ‚den Kreisen der Welt entrückt worden war‘, zurückkehren konnte.“

Übersetzung: Ardapedia

Glorfindel erscheint als besonders mächtige Person, da er als Noldo zu den Lichtelben gezählt wird, also jenen Elben, die im Segensreich Aman gelebt hatten. Besonders deutlich wurde die Macht der Noldor im Vergleich zu den Sindar, denen sie körperlich und geistig überlegen waren.[18]

We can thus understand why he seems so powerful a figure and almost ‘angelic’. For he had returned to the primitive innocence of the First-born, and had then lived among those Elves who had never rebelled, and in the companionship of the Maiar [...] for ages: from the last years of the First Age, through the Second Age, to the end of the first millennium of the Third Age: before he returned to Middle-earth.

— J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XII The Peoples of Middle-earth. Harper Collins, London 2015. Part Two: Late Writings, Kapitel XIII: Last Writings, S. 378

„So können wir verstehen, weshalb er als eine so machtvolle Person erscheint, beinahe ‚engelhaft‘ wirkt. Denn er war zur ursprünglichen Unschuld der Erstgeborenen zurückgekehrt und hat dann unter jenen Elben gelebt, die niemals rebelliert hatten, und in der Gemeinschaft der Maiar [...] für lange Zeit: von den letzten Jahren des Ersten Zeitalters, über das Zweite Zeitalter bis zum Ende des ersten Jahrtausends des Dritten Zeitalters: bevor er nach Mittelerde zurückkehrte.“

Übersetzung: Ardapedia

Die Entscheidung, Glorfindel nach Mittelerde zurückzuschicken, lag in der Hoffnung der Valar begründet, dass er mit Hilfe der ihm zuteilgewordenen Macht Gil-galad und Elrond dabei helfen könne, dem neuen Dunklen Herrscher Sauron entgegenzutreten.[19]

It seems far more likely that he was sent in the crisis of the Second Age, when Sauron invaded Eriador, to assist Elrond, and that though not (yet) mentioned in the annals recording Sauron’s defeat he played a notable and heroic part in the war.

— J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XII The Peoples of Middle-earth. Harper Collins, London 2015. Part Two: Late Writings, Kapitel XIII: Last Writings, S. 378, 379

„Es scheint weit wahrscheinlicher, dass er in der Krise des Zweiten Zeitalters, als Sauron in Eriador einfiel, zur Unterstützung Elronds entsandt wurde, und obwohl er in den Annalen, die Saurons Niederlage betreffen, (noch) nicht erwähnt wurde, dürfte er im Krieg eine bedeutende und heldenhafte Rolle gespielt haben.“

Übersetzung: Ardapedia

Problematik

Christopher Tolkien bemerkt zur Frage von Glorfindel in den Werken seines Vaters in Bezug auf eine Formulierung in einem Manuskript zum Herrn der Ringe folgendes:

Also very notable is ‘Glorfindel tells of his ancestry in Gondolin.’ Years later, long after the publication of The Lord of the Rings, my father gave a great deal of thought to the matter of Glorfindel [...]. He came to the conclusion that Glorfindel of Gondolin, who fell to his death in combat with a Balrog after the sack of the city [...], and Glorfindel of Rivendell were one and the same: he was released from Mandos and returned to Middle-earth in the Second Age.

— J. R. R. Tolkien , Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. VI The Return of the Shadow. Harper Collins, London 2015. The First Phase, Kapitel XII: At Rivendell, S. 214, 215

„Ebenfalls sehr bemerkenswert ist, dass ‘Glorfindel von seinen Vorfahren in Gondolin erzählt.’ Jahre später, lange nach der Veröffentlichung von Der Herr der Ringe machte sich mein Vater viele Gedanken zum Thema Glorfindel [...]. Er gelangte zu dem Schluss, dass Glorfindel aus Gondolin, der nach der Plünderung der Stadt im Kampf mit einem Balrog zu Tode stürzte [...], und Glorfindel aus Bruchtal ein und derselbe waren: Er wurde von Mandos entlassen und kehrte im Zweiten Zeitalter nach Mittelerde zurück.“

Übersetzung: Ardapedia

Das Problem der Identität Glorfindels besteht in der Quellenlage. Tolkien verstarb vor der Fertigstellung des Silmarillions. Er versuchte zwar in mehreren essayistischen Texten, die beiden Figuren zu einer zu verschmelzen, einen erzählerischen Text, der Glorfindels Wiedergeburt ins Silmarillion integriert, hinterließ er aber nicht.

Somit steht zwar fest, dass Tolkien Überlegungen zur Identität der beiden Elben anstellte, jedoch hielt er nichts Konkretes fest. Es ist schwierig, auf der Grundlage der privaten Notizen Tolkiens eine „kanonische Version“ zu postulieren. Selbst wenn die Version, nach der Glorfindel im Zweiten Zeitalter nach Mittelerde zurückkehrte, als die wahrscheinlichere anzusehen ist, steht ihr immer noch die Version von Glorfindels Rückkehr im Dritten Zeitalter gegenüber. Darüber hinaus ist nicht bekannt, ob Tolkien nicht vielleicht sogar weitere Versionen für Glorfindels Rückkehr ersann. Ebenso ist ungewiss, ob Tolkien den Namen Glorfindels aus Gondolin nicht vielleicht sogar zu ändern beabsichtigte.[1]

Sonstiges

  • Innerhalb der Tolkien-Fangemeinde wird die Debatte um die Identität Glorfindels und dessen mögliche Wiedergeburt sehr kontrovers geführt. Gerade die unklare Quellenlage und das daraus resultierende unklare Verhältnis der beiden gleichnamigen Figuren zueinander bieten Raum für Spekulationen.
  • In der Ardapedia entschied man sich dafür, den Themenkomplex um die beiden Figuren Glorfindel – jeweils aus Gondolin und Bruchtal – in einem gemeinsamen Artikel zu behandeln. Gerade vor dem Hintergrund des Wiedergeburts-Motivs mit seinen möglichen Konsequenzen für die Identität der beiden Glorfindel schien dies die optimale und übersichtlichste Lösung zu sein. Anders als es zum Teil in anderen Enzyklopädien der Fall ist, bezieht die Ardapedia gemäß dem Wiki-Grundsatz des Neutralen Standpunkts weder Position für noch gegen die Identität beider Personen.
  • In anderen Tolkien- bzw. arda-bezogenen Enzyklopädien wird die inhaltliche Beschäftigung mit Glorfindel unterschiedlich gehandhabt:
    • Robert Foster übernimmt die Identität Glorfindels aus Gondolin und Glorfindels aus Bruchtal und führt sie in seinem Mittelerde-Lexikon unter Ausblendung der oben genannten Problematik unter einem gemeinsamen Lemma auf.[20]
    • Wolfgang Krege beschreibt in seinem Handbuch der Weisen von Mittelerde unter dem Lemma „Glorfindel“ hauptsächlich jenen Elben aus Bruchtal. Es werden nur sehr wenige Informationen zu Glorfindel aus Gondolin präsentiert. Die Beziehung zwischen den beiden Figuren bleibt offen.[21]
    • Friedhelm Schneidewind führt in seinem Tolkien-Lexikon die beiden Glorfindel jeweils unter eigenem Lemma – „Glorfindel (1)“ und „Glorfindel (2)“ – auf. Auf den unklaren Status der Beziehung beider Figuren zueinander wird nur andeutungsweise eingegangen.[22]
    • Die englischsprachige Encyclopedia of Arda führt beide Glorfindel ebenfalls unter jeweils eigenen Lemmata und erläutert die herrschende Problematik, ohne sich auf eine Version als vermeintlich „kanonisch“ festzulegen.
    • Das ebenfalls englischsprachige Tolkien Gateway behandelt die Figuren Glorfindel aus Gondolin und Bruchtal unter einem gemeinsamen Lemma. Die Kontroverse um ihre Identität wird angesprochen. Dennoch werden beide als identisch angesehen.
  • Der Name Glorfindel ist vermutlich eine Übersetzung des Quenya-Namens Laurefindil ins Sindarin.

Weblinks

Quellen

  1. 1,0 1,1 Wayne G. Hammond, Christina Scull: The Lord of the Rings: A Reader’s Companion. The Fellowship of the Ring. Buch Eins, Kapitel XII: Flight to the Ford, S. 192-194
  2. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XI The War of the Jewels. Part Three: The Wanderings of Húrin and other Writings not forming Part of the Quenta Silmarillion, Kapitel V: The Tale of Years, S. 351
  3. 3,0 3,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The Fall of Gondolin. The Fall of Gondolin: The Original Tale
  4. 4,0 4,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XXIII: Von Tuor und dem Fall von Gondolin
  5. 5,0 5,1 5,2 5,3 5,4 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XII The Peoples of Middle-earth. Part Two: Late Writings, Kapitel XIII: Last Writings, S. 379
  6. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XII The Peoples of Middle-earth. Part Two: Late Writings, Kapitel XIII: Last Writings, S. 380
  7. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XII The Peoples of Middle-earth. Part Two: Late Writings, Kapitel XIII: Last Writings, S. 389, note 9
  8. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XX: Von der fünften Schlacht: Nirnaeth Arnoediad
  9. 9,0 9,1 9,2 9,3 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Anhang B, Die Aufzählung der Jahre: Das Dritte Zeitalter
  10. 10,0 10,1 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Anhang A, Annalen der Könige und Herrscher: I Die Númenórischen Könige, 4. Gondor und Anárions Erben
  11. 11,0 11,1 11,2 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Buch I, Zwölftes Kapitel: Flucht zur Furt
  12. 12,0 12,1 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Buch II, Zweites Kapitel: Der Rat von Elrond
  13. J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Buch V, Sechstes Kapitel: Die Schlacht auf den Pelennor-Feldern
  14. J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Anhang A, Annalen der Könige und Herrscher: II Das Haus von Eorl, Éomer Éadig
  15. J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Buch VI, Fünftes Kapitel: Der Truchsess und der König
  16. Peter Jackson: Der Herr der Ringe - Filmtrilogie. New Line Cinema, Metro-Goldwyn-Mayer, WingNut Films
  17. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XII The Peoples of Middle-earth. Part Two: Late Writings, Kapitel XIII: Last Writings, S. 377
  18. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XII The Peoples of Middle-earth. Part Two: Late Writings, Kapitel XIII: Last Writings, S. 378
  19. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XII The Peoples of Middle-earth. Part Two: Late Writings, Kapitel XIII: Last Writings, S. 378, 379
  20. Robert Foster: Das große Mittelerde-Lexikon. Übersetzt von Helmut W. Pesch. Bastei Lübbe, Bergisch Gladbach 2002. (Im Original erschienen 1978 unter dem Titel The Complete Guide to Middle-Earth.)
  21. Wolfgang Krege: Handbuch der Weisen von Mittelerde. Klett-Cotta, Stuttgart 1996.
  22. Friedhelm Schneidewind: Das große Tolkien-Lexikon. Schwarzkopf, 2001.


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