Amrod: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Amrod'''
{{Charakterbox
|Name          = Amrod
|Bild          =
|Bildinfo      =


== Zeitangabe ==
|Bekannt für  =
|Bekannt für 2 =
|Bekannt für 3 =


* geboren vor 1400 [[Erstes Zeitalter|E. Z. (J. B.)]]
|Titel        = Prinz der Noldor<ref name="SilmarillionIX">[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[Das Silmarillion]]''. Quenta Silmarillion, Kapitel IX: ''Von der Verbannung der Noldor''.</ref>
* gestorben 538 [[Erstes Zeitalter|E. Z. (J. S.)]]


== Volk ==
|Aussprache    =
|Andere Namen  = ''Nityafinwë''<ref group="Anm.">''Nityafinwë'' ist der [[Namensgebung der Eldar|Vatername]] Amrods' in [[Quenya]] und bedeutet ''Little Finwë'' (‚Kleiner Finwë‘). Die Kurzform des Namens lautet ''Pityo''.</ref><br>''Ambarussa''<ref group="Anm.">''Ambarussa'' ist der [[Namensgebung der Eldar|Muttername]] Amrods in [[Quenya]].</ref><ref name="HoMeXII>[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[The History of Middle-earth]] Vol. XII [[The Peoples of Middle-earth]]''. Part Two: Late Writings, Kapitel XI: ''The Shibboleth of Fëanor'', ''The Names of the Sons of Fëanor with the legend of the fate of Amrod'', S. 353.</ref>


[[Elben]], [[Noldor]]
|Geboren      = vor 1400 [[Erstes Zeitalter|E. Z.]] [[Jahre der Bäume|(J. B.)]]<br>[[Tirion]]<ref name="SilmarillionV">[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[Das Silmarillion]]''. Quenta Silmarillion, Kapitel V: ''Von Eldamar und den Fürsten der Eldalië''.</ref>
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|Volk          = [[Elben]]
|Zugehörigkeit = [[Noldor]], Haus von Fëanor
|Ort          = [[Eldamar]], Ost-[[Beleriand]]<ref name="SilmarillionV"></ref>
|Sprache      =


== Beschreibung ==
|Eltern        = [[Fëanor]] & [[Nerdanel]]        <!--Nur verwenden, wenn beide Elternteile bekannt sind-->
|Mutter        =           <!--Nur verwenden, wenn nur die Mutter bekannt ist-->
|Vater        =           <!--Nur verwenden, wenn nur der Vater bekannt ist-->
|Geschwister  = [[Amras]], [[Maedhros]], [[Maglor]], [[Celegorm]], [[Caranthir]], [[Curufin]]<ref name="SilmarillionV"></ref>
|Ehepartner    =
|Kinder        =


'''Amrod''' und sein Zwillingsbruder [[Amras]] waren die jüngsten Söhne [[Feanor]]s. Sie herrschten über die offenen Gebiete zwischen [[Thargelion]] und [[Doriath]]. Nach der [[Dagor Bragollach]] zogen sie sich mit [[Caranthir]] über den [[Ramdal]] zurück und unterhielten auf dem [[Amon Ereb]] eine Festung mit einer kleinen Streitmacht. Sie kamen später beim [[Schlacht an den Sirionmündungen|Angriff auf die Sirionmündungen]] um.
|Geschlecht    =
|Körpergröße  =
|Haarfarbe    = Rot<ref name="HoMeXII></ref>
|Augenfarbe    =
|Kleidung      =
|Waffen        =
|Pferd        =


== Sonstiges ==
|Audio        =
|Audioinfo    =
|Galerie      =
}}'''Amrod''' ist ein [[Elb]] und ein Prinz der [[Noldor]]. Er und sein Zwillingsbruder [[Amras]] sind die jüngsten der sieben Söhne [[Feanor]]s.


* Geboren wurde er als '''Pityafinwe''' ("kleiner Finwe"), was ihm den Rufnamen '''Pityo''' einbrachte. Seine Mutter nennt zunächst sowohl ihn als auch seinen Zwillingsbruder '''Ambarussa''' ("Rotgelber Kopf"), doch Feanor bittet sie einem der Kinder einen anderen Namen zu geben, sodass sie schließlich den älteren '''Umbarto''' ("vom Schicksal bestimmt") nennen will. Feanor ist irritiert und lässt ihn schließlich '''Ambarto''' ("der Erhabene") nennen, was Nerdanel resignierend hinnimmt. Daraus abgeleitet ist die Sindarinform '''Amrod'''. Die Zwillinge nennen einander jedoch stets ''Ambarussa''.
==Beschreibung==
* Ihre Mutter [[Nerdanel]] bittet Feanor, die Zwillinge bei ihr zu lassen, doch Feanor lehnt diese Bitte ab.
Amrod wurde im [[Erstes Zeitalter|Ersten Zeitalter]] während der [[Jahre der Bäume]] in [[Tirion]] in [[Valinor]] geboren. Er war der ältere der beiden Zwillinge und gemeinsam mit [[Amras]] der jüngste der sieben Söhne [[Feanor]]s und seiner Frau [[Nerdanel]]. Seine älteren Brüder waren [[Maedhros]], [[Maglor]], [[Celegorm]], [[Caranthir]] und [[Curufin]].<ref name="SilmarillionV"></ref>
* Amrod hat das rötliche Haar seiner Mutter geerbt, das unter den [[Eldar]] äußerst selten zu finden ist.
* In den Lost Tales heißt Amrod noch Damrod.


== Links ==
Amrods Vater Feanor war der Erschaffer der drei legendären [[Silmaril]]i.<ref name="SilmarillionVII">[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[Das Silmarillion]]''. Quenta Silmarillion, Kapitel VII: ''Von den Silmaril und der Unruhe der Noldor''.</ref>


* [[Medium:Ardapedia_Silmarillon_Genealogie.pdf|Silmarillion Stammbaum]] (PDF, ca. 108 kb)
Amrod und Amras hatten rotes Haar,<ref name="HoMeXII></ref>, glichen sich äußerlich sehr und besaßen ein ähnliches Wesen. Später wurden sie in Mittelerde große Jäger.<ref name="SilmarillionV"></ref>
* [https://web.archive.org/web/20250403151539/http://gernot-katzers-spice-pages.com/tolkien/edain.pdf Stammbaum der Eldar und Atani]


== Quellen ==
==Legendarium==
[[Morgoth]] hatte Zwietracht unter den Noldor gesät, wodurch es zwischen Amrods Vater Feanor und dessen Halbbruder [[Fingolfin]] zum Streit kam. Als Feanor zur Rechenschaft gezogen und für zwölf Jahre  in den Norden Valinors nach [[Formenos]] verbannt wurde, folgten ihm seine sieben Söhne ins Exil.<ref name="SilmarillionVII"></ref>


* [[Das Silmarillion]]: Quenta Silmarillion,  
Nachdem es Morgoth gelungen war, die Silmarili zu stehlen, leistete Feanor einen schrecklichen [[Feanors Eid|Eid]]. Alle seine Söhne schworen denselben Eid.
** XIV ''Von Beleriand und seinen Reichen''
{{Zitat|Text=Sie schworen einen Eid, wie keiner ihn brechen darf und keiner ihn schwören sollte, [...] und sie riefen das ewige Dunkel auf sich herab, wenn sie ihn nicht hielten; [...] gelobten sie, mit Hass und Rache bis ans Ende der Welt zu verfolgen jeden [...] wer immer einen Silmaril aus ihrem Besitz nehme, behalte oder verwahre.|Autor=[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.)|Quelle=''[[Das Silmarillion]]''. [[Klett-Cotta]], Stuttgart 2015. Quenta Silmarillion, Kapitel IX: ''Von der Verbannung der Noldor'', S. 1215.}}
** XXIV ''Von Earendils Fahrt und dem Krieg des Zorns''
Anschließend folgten Amrod und seine Brüder gemeinsam mit einem Großteil der Noldor ihrem Vater nach [[Mittelerde]]. Um das Meer mit Schiffen überqueren zu können, versuchte Feanor die [[Teleri]] zum Mitkommen zu bewegen. Als sie dies verweigerten, nahmen die Noldor die Schiffe mit Gewalt an sich und es kam zum [[Sippenmord von Alqualonde]]. An der nördlichen Grenze des bewachten Reiches erschien daraufhin eine mächtige Gestalt, die sie mit einem Fluch belegte. Damit fiel auch Amrod unter den [[Spruch der Noldor|Fluch der Noldor]].<ref name="SilmarillionIX"></ref>
 
Nach ihrer Ankunft in Mittelerde lagerten die Noldor am Nordufer des [[Mithrim]]sees. Dort wurden sie von Morgoths Herr angegriffen. Es kam zur Schlacht unter Sternen, der [[Dagor-nuin-Giliath]], aus der die Noldor siegreich hervorgingen. Feanor, von seinem Zorn getrieben, eilte seinem Heer voraus und wurde von Morgoths Dienern so schwer verwundet, dass er bald darauf starb. Vor seinem Tod trug er seinen Söhnen auf, ihren Eid zu erfüllen und ihren Vater zu rächen.<ref name="SilmarillionXIII">[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[Das Silmarillion]]''. Quenta Silmarillion, Kapitel XIII: ''Von der Rückkehr der Noldor''.</ref>
 
Nach der [[Dagor Aglareb]] kam es zur Belagerung von [[Angband]]. Die Fürsten der Noldor teilten die Lande unter sich auf und legten einen Sperrgürtel um Morgoths Reich. Amrod und Amras herrschten nun über die offenen Gebiete zwischen [[Thargelion]] und [[Doriath]] im Süden Beleriands.<ref name="SilmarillionXIV">[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[Das Silmarillion]]''. Quenta Silmarillion, Kapitel XIV: ''Von Beleriand und seinen Reichen''.</ref>
 
Als mit dem [[Haus Beor]] die ersten Menschen die [[Ered Luin|Blauen Berge]] überquerten, riet ihnen Finrod, sich an den Ostufern des [[Celon]], südlich von [[Nan Elmoth]], nahe der Grenze von [[Doriath]], in den Landen von Amrod und Amras niederzulassen. Dieses Gebiet wurde fortan [[Estolad]] genannt. Später ließen sich dort auch die Menschen des [[Haus Hador|Hauses Hador]] nieder.<ref name="SilmarillionXVII">[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[Das Silmarillion]]''. Quenta Silmarillion, Kapitel XVII: ''Von den ersten Menschen im Westen''.</ref>
 
Im Jahr 455 [[Erstes Zeitalter|E. Z. (J. B.)]] durchbrach Morgoth die Belagerung von Angband und es kam zur vierten Schlacht von Beleriand, der [[Dagor Bragollach]]. Dorthonion ging verloren und die Söhne Feanors mussten fliehen. Gemeinsam mit Caranthir zogen sich Amrod und Amras über [[Ramdal]] in den Süden zurück und errichteten auf dem [[Amon Ereb]] eine Wache und eine kleine Streitmacht.<ref name="SilmarillionXVIII">[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[Das Silmarillion]]''. Quenta Silmarillion, Kapitel XVIII: ''Vom Verderben Beleriands und von Fingolfins Ende''.</ref>
 
Im Jahr 466 gelang es [[Beren Erchamion]] und [[Lúthien]], einen Silmaril von Morgoth zurückzugewinnen. Erst als ihr Sohn [[Dior Aranel|Dior]] den Silmaril trug, wurde der Eid der Söhne Feanors wieder erweckt und sie forderten den Silmaril zurück. Als Dior ihnen keine Antwort gab, stachelte Celegorm seine Brüder dazu an, Doriath anzugreifen. So kam es zum zweiten Morden von Elben an Elben und Doriath ging unter. Den Silmaril konnten die Söhne Feanors jedoch nicht zurückgewinnen, da Diors Tochter [[Elwing]] mit ihm geflohen war.<ref name="SilmarillionXX">[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[Das Silmarillion]]''. Quenta Silmarillion, Kapitel XX: ''Vom Untergang Doriaths''.</ref>
 
Der verhängnisvolle Eid führte zu einem dritten Morden unter dem Volk der Elben. Elwing und ihr Volk hatten sich an den [[Mündungen des Sirion]] niedergelassen. Erneut sandten die Brüder Botschaften und beharrten auf ihrer Forderung nach der Herausgabe des Silmarils. Da Elwing und ihr Volk den Stein nicht hergeben wollten, griffen Feanors Söhne an. Es kam zur [[Schlacht an den Sirionmündungen]], bei der viele Leben vernichtet wurden. Während dieses Angriffs wurden Amrod und Amras erschlagen.<ref name="SilmarillionXXIV"></ref>
 
==Stammbaum==
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==Werkgeschichte==
* In der frühesten Fassung der Geschichte trug ''Amrod'' ''noch den Namen Damrod''.<ref>[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[The History of Middle-earth]] Vol. IV [[The Shaping of Middle-earth]]''. Kapitel VI: ''The Earliest Annals of Valinor'', S. 69.</ref>
* Die ursprüngliche Form von ''Nityafinwë'' war ''Pityafinwë''<ref name="HoMeXII></ref><ref>[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[The History of Middle-earth]] Vol. XII [[The Peoples of Middle-earth]]''. Part Two: Late Writings, Kapitel XI: ''The Shibboleth of Fëanor'', ''The Names of the Sons of Fëanor with the legend of the fate of Amrod'', S. 365, Note 59.</ref><ref>[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[The History of Middle-earth]] Vol. XII [[The Peoples of Middle-earth]]''. Part Two: Late Writings, Kapitel XI: ''The Shibboleth of Fëanor'', ''The Names of the Sons of Fëanor with the legend of the fate of Amrod'', S. 366, Note 62.</ref>
* In einer anderen Fassung nannte Nerdanel zunächst beide Zwillinge ''Ambarussa''. Als Feanor sie bat, den beiden unterschiedliche Namen zu geben, schlug sie den Namen ''Umberto'' (‚vom Schicksal bestimmt‘) vor, ohne diesen Namen jedoch einem der Zwillinge zuzuweisen. Feanor beunruhigte der Klang dieses Namens. Er änderte ihn in ''Ambarto'' und gab ihn dem jüngeren Zwilling. Als Feanor mit all seinen Söhnen in die Verbannung ziehen wollte, bat Nerdanel ihn, wenigstens einen ihrer Söhne bei ihr zu lassen. Feanor lehnte dies ab und warf Nerdanel vor, ihn und ihre Söhne im Stich zu lassen. Darauf entgegnete sie, dass einer ihrer sieben Söhne niemals einen Fuß auf Mittelerde setzen werde. Später war ''Ambarto'' über die Taten seines Vaters entsetzt. Als die Noldor in Mittelerde ankamen, ging er nicht von Bord, sondern schlief auf einem der gestohlenen Schiffe. Es wird gemutmaßt, dass er die Absicht hatte, mit diesem Schiff nach Valinor zurückzusegeln und zu Nerdanel zurückzukehren. Feanor ließ jedoch die Schiffe verbrennen und bemerkte erst am nächsten Morgen, dass einer seiner Söhne fehlte. Seine Bestürzung verbarg er und behauptete, er habe ohnehin gerade dieses Schiff als Erstes zerstören wollen.<ref>[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[The History of Middle-earth]] Vol. XII [[The Peoples of Middle-earth]]''. Part Two: Late Writings, Kapitel XI: ''The Shibboleth of Fëanor'', ''The Names of the Sons of Fëanor with the legend of the fate of Amrod'', S. 352-355.</ref>
* Der Muttername ''Ambarto'' der früheren Fassung von Amrods Zwillingsbruder Amras war ursprünglich der Name des älteren Zwillings Amrod.<ref name="HoMeXII></ref>
* [[J. R. R. Tolkien|Tolkien]] änderte den Namen ''Ambarto'' später zu ''Umbarto''.<ref>[[J. R. R. Tolkien]], [[Christopher Tolkien]] (ed.): ''[[The History of Middle-earth]] Vol. XII [[The Peoples of Middle-earth]]''. Part Two: Late Writings, Kapitel XI: ''The Shibboleth of Fëanor'', ''The Names of the Sons of Fëanor with the legend of the fate of Amrod'', S. 355.</ref>
 
==Anmerkungen==
<references group="Anm."/>
 
==Quellen==
<references/>


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[[en:Amrod]]
[[en:Amrod]]
[[fr:encyclo/personnages/elfes/noldor/amrod]]
[[fi:Amrod]]
[[fi:Amrod]]

Aktuelle Version vom 6. August 2026, 14:31 Uhr

Amrod
Titel
Prinz der Noldor[1]
Eckdaten
Andere Namen Nityafinwë[Anm. 1]
Ambarussa[Anm. 2][2]
Geboren vor 1400 E. Z. (J. B.)
Tirion[3]
Gestorben 538 E. Z. (J. S.), Schlacht an den Sirionmündungen[4]
Volk Elben
Zugehörigkeit Noldor, Haus von Fëanor
Ort Eldamar, Ost-Beleriand[3]
Familie
Eltern Fëanor & Nerdanel
Geschwister Amras, Maedhros, Maglor, Celegorm, Caranthir, Curufin[3]
Körperliche Beschreibung
Haarfarbe Rot[2]

Amrod ist ein Elb und ein Prinz der Noldor. Er und sein Zwillingsbruder Amras sind die jüngsten der sieben Söhne Feanors.

Beschreibung

Amrod wurde im Ersten Zeitalter während der Jahre der Bäume in Tirion in Valinor geboren. Er war der ältere der beiden Zwillinge und gemeinsam mit Amras der jüngste der sieben Söhne Feanors und seiner Frau Nerdanel. Seine älteren Brüder waren Maedhros, Maglor, Celegorm, Caranthir und Curufin.[3]

Amrods Vater Feanor war der Erschaffer der drei legendären Silmarili.[5]

Amrod und Amras hatten rotes Haar,[2], glichen sich äußerlich sehr und besaßen ein ähnliches Wesen. Später wurden sie in Mittelerde große Jäger.[3]

Legendarium

Morgoth hatte Zwietracht unter den Noldor gesät, wodurch es zwischen Amrods Vater Feanor und dessen Halbbruder Fingolfin zum Streit kam. Als Feanor zur Rechenschaft gezogen und für zwölf Jahre in den Norden Valinors nach Formenos verbannt wurde, folgten ihm seine sieben Söhne ins Exil.[5]

Nachdem es Morgoth gelungen war, die Silmarili zu stehlen, leistete Feanor einen schrecklichen Eid. Alle seine Söhne schworen denselben Eid.

Sie schworen einen Eid, wie keiner ihn brechen darf und keiner ihn schwören sollte, [...] und sie riefen das ewige Dunkel auf sich herab, wenn sie ihn nicht hielten; [...] gelobten sie, mit Hass und Rache bis ans Ende der Welt zu verfolgen jeden [...] wer immer einen Silmaril aus ihrem Besitz nehme, behalte oder verwahre.

— J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Klett-Cotta, Stuttgart 2015. Quenta Silmarillion, Kapitel IX: Von der Verbannung der Noldor, S. 1215.

Anschließend folgten Amrod und seine Brüder gemeinsam mit einem Großteil der Noldor ihrem Vater nach Mittelerde. Um das Meer mit Schiffen überqueren zu können, versuchte Feanor die Teleri zum Mitkommen zu bewegen. Als sie dies verweigerten, nahmen die Noldor die Schiffe mit Gewalt an sich und es kam zum Sippenmord von Alqualonde. An der nördlichen Grenze des bewachten Reiches erschien daraufhin eine mächtige Gestalt, die sie mit einem Fluch belegte. Damit fiel auch Amrod unter den Fluch der Noldor.[1]

Nach ihrer Ankunft in Mittelerde lagerten die Noldor am Nordufer des Mithrimsees. Dort wurden sie von Morgoths Herr angegriffen. Es kam zur Schlacht unter Sternen, der Dagor-nuin-Giliath, aus der die Noldor siegreich hervorgingen. Feanor, von seinem Zorn getrieben, eilte seinem Heer voraus und wurde von Morgoths Dienern so schwer verwundet, dass er bald darauf starb. Vor seinem Tod trug er seinen Söhnen auf, ihren Eid zu erfüllen und ihren Vater zu rächen.[6]

Nach der Dagor Aglareb kam es zur Belagerung von Angband. Die Fürsten der Noldor teilten die Lande unter sich auf und legten einen Sperrgürtel um Morgoths Reich. Amrod und Amras herrschten nun über die offenen Gebiete zwischen Thargelion und Doriath im Süden Beleriands.[7]

Als mit dem Haus Beor die ersten Menschen die Blauen Berge überquerten, riet ihnen Finrod, sich an den Ostufern des Celon, südlich von Nan Elmoth, nahe der Grenze von Doriath, in den Landen von Amrod und Amras niederzulassen. Dieses Gebiet wurde fortan Estolad genannt. Später ließen sich dort auch die Menschen des Hauses Hador nieder.[8]

Im Jahr 455 E. Z. (J. B.) durchbrach Morgoth die Belagerung von Angband und es kam zur vierten Schlacht von Beleriand, der Dagor Bragollach. Dorthonion ging verloren und die Söhne Feanors mussten fliehen. Gemeinsam mit Caranthir zogen sich Amrod und Amras über Ramdal in den Süden zurück und errichteten auf dem Amon Ereb eine Wache und eine kleine Streitmacht.[9]

Im Jahr 466 gelang es Beren Erchamion und Lúthien, einen Silmaril von Morgoth zurückzugewinnen. Erst als ihr Sohn Dior den Silmaril trug, wurde der Eid der Söhne Feanors wieder erweckt und sie forderten den Silmaril zurück. Als Dior ihnen keine Antwort gab, stachelte Celegorm seine Brüder dazu an, Doriath anzugreifen. So kam es zum zweiten Morden von Elben an Elben und Doriath ging unter. Den Silmaril konnten die Söhne Feanors jedoch nicht zurückgewinnen, da Diors Tochter Elwing mit ihm geflohen war.[10]

Der verhängnisvolle Eid führte zu einem dritten Morden unter dem Volk der Elben. Elwing und ihr Volk hatten sich an den Mündungen des Sirion niedergelassen. Erneut sandten die Brüder Botschaften und beharrten auf ihrer Forderung nach der Herausgabe des Silmarils. Da Elwing und ihr Volk den Stein nicht hergeben wollten, griffen Feanors Söhne an. Es kam zur Schlacht an den Sirionmündungen, bei der viele Leben vernichtet wurden. Während dieses Angriffs wurden Amrod und Amras erschlagen.[4]

Stammbaum

Mahtan
Míriel Serinde
Finwë
Indis
Nerdanel
Fëanor
Findis
Fingolfin
Írimë
Finarfin
Maedhros
Maglor
Celegorm
Caranthir
Curufin
Amrod
Amras
Celebrimbor

Werkgeschichte

  • In der frühesten Fassung der Geschichte trug Amrod noch den Namen Damrod.[11]
  • Die ursprüngliche Form von Nityafinwë war Pityafinwë[2][12][13]
  • In einer anderen Fassung nannte Nerdanel zunächst beide Zwillinge Ambarussa. Als Feanor sie bat, den beiden unterschiedliche Namen zu geben, schlug sie den Namen Umberto (‚vom Schicksal bestimmt‘) vor, ohne diesen Namen jedoch einem der Zwillinge zuzuweisen. Feanor beunruhigte der Klang dieses Namens. Er änderte ihn in Ambarto und gab ihn dem jüngeren Zwilling. Als Feanor mit all seinen Söhnen in die Verbannung ziehen wollte, bat Nerdanel ihn, wenigstens einen ihrer Söhne bei ihr zu lassen. Feanor lehnte dies ab und warf Nerdanel vor, ihn und ihre Söhne im Stich zu lassen. Darauf entgegnete sie, dass einer ihrer sieben Söhne niemals einen Fuß auf Mittelerde setzen werde. Später war Ambarto über die Taten seines Vaters entsetzt. Als die Noldor in Mittelerde ankamen, ging er nicht von Bord, sondern schlief auf einem der gestohlenen Schiffe. Es wird gemutmaßt, dass er die Absicht hatte, mit diesem Schiff nach Valinor zurückzusegeln und zu Nerdanel zurückzukehren. Feanor ließ jedoch die Schiffe verbrennen und bemerkte erst am nächsten Morgen, dass einer seiner Söhne fehlte. Seine Bestürzung verbarg er und behauptete, er habe ohnehin gerade dieses Schiff als Erstes zerstören wollen.[14]
  • Der Muttername Ambarto der früheren Fassung von Amrods Zwillingsbruder Amras war ursprünglich der Name des älteren Zwillings Amrod.[2]
  • Tolkien änderte den Namen Ambarto später zu Umbarto.[15]

Anmerkungen

  1. Nityafinwë ist der Vatername Amrods' in Quenya und bedeutet Little Finwë (‚Kleiner Finwë‘). Die Kurzform des Namens lautet Pityo.
  2. Ambarussa ist der Muttername Amrods in Quenya.

Quellen

  1. 1,0 1,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel IX: Von der Verbannung der Noldor.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XII The Peoples of Middle-earth. Part Two: Late Writings, Kapitel XI: The Shibboleth of Fëanor, The Names of the Sons of Fëanor with the legend of the fate of Amrod, S. 353.
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel V: Von Eldamar und den Fürsten der Eldalië.
  4. 4,0 4,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XXIV: Von Earendils Fahrt und dem Krieg des Zorns.
  5. 5,0 5,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel VII: Von den Silmaril und der Unruhe der Noldor.
  6. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XIII: Von der Rückkehr der Noldor.
  7. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XIV: Von Beleriand und seinen Reichen.
  8. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XVII: Von den ersten Menschen im Westen.
  9. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XVIII: Vom Verderben Beleriands und von Fingolfins Ende.
  10. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XX: Vom Untergang Doriaths.
  11. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. IV The Shaping of Middle-earth. Kapitel VI: The Earliest Annals of Valinor, S. 69.
  12. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XII The Peoples of Middle-earth. Part Two: Late Writings, Kapitel XI: The Shibboleth of Fëanor, The Names of the Sons of Fëanor with the legend of the fate of Amrod, S. 365, Note 59.
  13. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XII The Peoples of Middle-earth. Part Two: Late Writings, Kapitel XI: The Shibboleth of Fëanor, The Names of the Sons of Fëanor with the legend of the fate of Amrod, S. 366, Note 62.
  14. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XII The Peoples of Middle-earth. Part Two: Late Writings, Kapitel XI: The Shibboleth of Fëanor, The Names of the Sons of Fëanor with the legend of the fate of Amrod, S. 352-355.
  15. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XII The Peoples of Middle-earth. Part Two: Late Writings, Kapitel XI: The Shibboleth of Fëanor, The Names of the Sons of Fëanor with the legend of the fate of Amrod, S. 355.


Söhne Feanors
MaedhrosMaglorCelegormCaranthirCurufinAmrodAmras