Ar-Adûnakhôr

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Ar-Adûnakhôr
Titel
König von Númenor[1]
Eckdaten
Andere Namen Tar-Herunúmen (Quenya)[1]
Geboren 2709 Z. Z.
Gestorben 2962 Z. Z.
Volk Menschen, Dúnedain
Ort Númenor
Sprache Adûnaïsch[2]
Familie
Vater Tar-Ardamin
Kinder Ar-Zimrathôn[3]

Ar-Adûnakhôr ist im Legendarium der zwanzigste König von Númenor.

Zeitangabe

  • König von Númenor ab 2899 Z. Z. (63 Jahre Regierungszeit)
  • Er starb 2962 Z. Z. im Alter von 253 Jahren.[2]

Beschreibung

Ar-Adûnakhôr war der Sohn von Tar-Ardamin, dem neunzehnten König von Númenor. Als sein Vater starb, folgte er ihm als zwanzigster König Númenors nach. Sein Nachfolger war sein Sohn Ar-Zimrathôn.[2]

Die Zeit, in der Ar-Adûnakhôr König wurde, war von zunehmender Entfremdung der Könige und ihrer Anhänger von den Valar und den Eldar geprägt. Das Leben der Könige war kürzer geworden, weil sie sich gegen die Valar aufgelehnt hatten. Umso mehr hatte sich ihr Herz verhärtet.[1] Trotzdem nahmen in Ar-Adûnakhôrs Regierungszeit Macht und Reichtum der Númenórer weiterhin zu.[3]

Legendarium

Ar-Adûnakhôr nahm bei der Übernahme des Zepters von Númenor den adûnaïschen Königstitel Ar-Adûnakhôr an. In den königlichen Aufzeichnungen wurde weiterhin die Quenyaform Tar-Herunúmen verwendet. Die Könige scheuten sich, mit dieser Gewohnheit zu brechen, um kein Unheil heraufzubeschwören.[4] Im Gegensatz zu den Gefolgsleuten des Königs betrachteten die Getreuen Númenors den Titel „Herr des Westens“ als anmaßend, da dieser Titel bisher nur einem der Valar, insbesondere Manwe, gegolten hatte.[3][5]

Unter der Herrschaft Ar-Adûnakhôrs wurden die Elbensprachen zunehmend unterdrückt. Insbesondere wurde der Gebrauch des Quenya eingeschränkt und dessen Weitergabe an die Kinder des Königs untersagt.[4] Ar-Adûnakhôr ließ die Getreuen verfolgen und jene bestrafen, die die Elbensprache öffentlich gebrauchten.[3] Die Beziehungen zwischen Númenor und den Eldar verschlechterten sich weiter. Die Besuche der Elben aus Tol Eressea wurden seltener und sie segelten heimlich zu den westlichen Küsten Númenors.[4]

Stammbaum

Earendil
Elwing
Elros*
Elrond
Tar-Elendil*
Silmarien
Tar-Meneldur*
Tar-Calmacil*
Tar-Ardamin*
Gimilzagar
Ar-Adûnakhôr*
Ar-Zimrathôn*
Ar-Pharazôn*
Isildur
Aragorn
Arwen

* Könige von Númenor[3][6]

Etymologie

Der Name Ar-Adûnakhôr stammt aus dem Adûnaïschen und bedeutet ‚Herr des Westens‘. Die Entsprechung in Quenya lautet Tar-Herunúmen.[1][3]

Sonstiges

In verschiedenen Buchausgaben des Silmarillions und des Herrn der Ringe finden sich unterschiedliche Angaben zu Ar-Adûnakhôr. Einmal wird er als neunzehnter und an anderer Stelle als zwanzigster König bezeichnet. In Nachrichten aus Mittelerde erklärt Christopher Tolkien in einer Anmerkung zu Ar-Adûnakhôr, wie diese verschiedenen Angaben entstanden seien.

In der Liste der Könige und Königinnen von Númenor in den Anhängen zum Herrn der Ringe ist Ar-Adûnakhôr der Herrscher, der dem 18. Herrscher Tar-Calmacil folgt. Andererseits wird er im Anhang A als der 20. König Númenors genannt. Tolkien äußerte sich 1964 gegenüber einem Briefpartner zu dieser Unstimmigkeit. Er erklärt, dass Ar-Adûnakhôr der Genealogie zufolge als sechzehnter König, aber als neunzehnter Herrscher bezeichnet werden sollte. Möglicherweise müsse die Zahl neunzehn als zwanzig gelesen werden. Ebenso sei es jedoch möglich, dass ein Name in der Liste ausgelassen worden sei. Da ihm seine Aufzeichnungen zu diesem Zeitpunkt nicht vorlagen, konnte er die Frage nicht abschließend klären.

Bei der Herausgabe des Silmarillions änderte Christopher Tolkien die ursprüngliche Angabe des zwanzigsten Königs in die des neunzehnten Königs. Dabei hatte er noch nicht berücksichtigt, dass in der ausführlicheren Herrscherfolge „Die Linie von Elros“ zwischen Tar-Calmacil und Ar-Adûnakhôr Tar-Ardamin aufgeführt war. Christopher Tolkien kam später zu dem Schluss, dass Tar-Ardamin wahrscheinlich versehentlich aus der Königsliste in Der Herr der Ringe ausgelassen worden war. Er wies jedoch auch darauf hin, dass die Überlieferung möglicherweise eine kompliziertere Textgeschichte aufweise.[7]

Quellen

  1. ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Anhänge: Namensregister, Adûnakhor.
  2. ↑ 2,0 2,1 2,2 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (Hrsg.): Nachrichten aus Mittelerde. Übersetzt von Hans J. Schütz. 22. Auflage. Klett-Cotta, Stuttgart 2022. Teil Zwei: Das Zweite Zeitalter, Kapitel III: Die Linie von Elros: Könige von Númenor.
  3. ↑ 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 3,5 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Anhang A, Annalen der Könige und Herrscher: Die Númenórischen Könige, I. Númenor.
  4. ↑ 4,0 4,1 4,2 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Akallabêth, Der Untergang von Númenor.
  5. ↑ J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Buch II, Erstes Kapitel: Viele Begegnungen.
  6. ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Anhänge, Stammbäume II: Die Abkömmlinge von Olwe und Elwe.
  7. ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (Hrsg.): Nachrichten aus Mittelerde. Übersetzt von Hans J. Schütz. 22. Auflage. Klett-Cotta, Stuttgart 2022. Teil Zwei: Das Zweite Zeitalter, Kapitel III: Die Linie von Elros: Könige von Númenor, Anmerkung 11, S. 365.


Vorgänger 20. König von Númenor Nachfolger
Tar-Ardamin 2899 – 2962 Z. Z. Ar-Zimrathôn