Bindwehwald
Aus Ardapedia
| Bindwehwald | |
|---|---|
| Eckdaten | |
| Andere Namen | Schiefertonwald (bei Krege)[1] |
| Ort | Nordviertel, Auenland[2] |
| Typ | Wald |
Bindwehwald (Original Bindbole Wood) ist im Legendarium ein Wald im Auenland.
Geographie
Der Bindwehwald war ein Wald im südlichen Nordviertel des Auenlandes. Er befand sich nördlich von Hobbingen und Oberbühl sowie östlich des Binsenmoors und des Dorfes Nadelhohl. Östlich des Waldes floss ein Nebenfluss der Wässer.[2][3]
Etymologie
- Bindbole ist vermutlich mit bind oder bine, deutsch binden (vergleiche bindweed = Ackerwinde; woodbine = Heckenkirsche, Geißblatt) sowie mit bole (Baumstumpf) verwandt.[4]
- Bindbole Wood wurde mitunter irrtümlich als Bindbale Wood gelesen. Auf der Auenlandkarte von 1954 ähnelt das „o“ in Bindbole einem zusammengedrückten kursiven „a“. Christopher Tolkien bestätigte gegenüber Wayne G. Hammond und Christina Scull, dass die korrekte Lesart Bindbole lautet. Dennoch erscheint die Form Bindbale unter anderem auf der Auenlandkarte in der Ballantine-Ausgabe von Der Herr der Ringe, in den Karten von Barbara Strachey und Karen Wynn Fonstad, in Robert Fosters The Complete Guide to Middle-Earth (1978) und kurioserweise in einer handschriftlichen Notiz von Tolkien selbst. Dabei handelte es sich um eine Notiz, die er als Teil seiner Kommentare zu Namensvorschlägen für die niederländische Übersetzung von The Lord of the Rings im Jahr 1956 verfasste.[4]
- Der niederländische Übersetzer Max Schuchart ging daher von Bindbale Wood aus und übersetzte den Namen mit Het Boze Woud (Der Teufelswald). Tolkien widersprach dieser Übersetzung ausdrücklich und schlug stattdessen Formen wie Pakke-Baal oder Binde-Balen vor. Er bemerkte, leider ohne weitere Erläuterung, der Grund für den Namen sei natürlich nicht auf der Karte angegeben, es gebe jedoch eine entsprechende Erklärung.[4]
- In der veröffentlichten niederländischen Fassung erscheint Bindbole Wood als Pakkebaal Bos, abgeleitet von packen (greifen), baal (Sack, Ballen) und bos (Holz) – also wieder als Binbale Wood. Tolkien bezog sich in seiner Antwort offenbar auf die Karte von 1954, auf der Bindbole möglicherweise mit Blindbale missverstanden werden konnte. Auf der Karte von 1943 hingegen ist die Lesart Bindbole laut Christopher Tolkien eindeutig.[4]
Sonstiges
- Christopher Tolkien war sich sicher, dass Bindbole Wood ein realer Ortsname in England sei. Weder er noch Hammond oder Scull konnten jedoch einen entsprechenden Beleg finden.[4]
- Hammond und Scull äußern in The Art of the Hobbit die Vermutung, dass der Wald, der in Tolkiens Zeichnung Hobbiton-across-the Water im Hintergrund zu sehen ist, möglicherweise den Bindwehwald darstellt.[5]
Quellen
- ↑ J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Übersetzt von Wolfgang Krege. Klett-Cotta, Stuttgart 2002. Prolog: Ein Teil des Auenlands, S.36
- ↑ 2,0 2,1 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Prolog: Ein Teil des Auenlands
- ↑ Karen Wynn Fonstad: The Atlas of Tolkien's Middle-Earth. Regional Maps: The Shire
- ↑ 4,0 4,1 4,2 4,3 4,4 Wayne G. Hammond, Christina Scull: The Lord of the Rings: A Reader’s Companion. The Maps of The Lord of the Rings, S. lvii
- ↑ Wayne G. Hammond, Christina Scull: The Art of the Hobbit by J.R.R. Tolkien. The Hill : Hobbiton-across-the Water, S. 33
