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Fredegar Bolger

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Fredegar „Dick“ Bolger
Eckdaten
Geboren 2980 D. Z. (1380 A. Z.)[1]
Gestorben unbekannt
Volk Hobbits
Ort Auenland
Familie
Eltern Rosamunde Tuk & Odovacar Bolger
Geschwister Estella[1]

Fredegar Bolger, genannt „Dick“ (Original „Fatty“), ist im Legendarium ein Hobbit aus dem Auenland. Fredegar ist ein Freund von Frodo.

Beschreibung

Fredegar war der Sohn von Odovacar Bolger und Rosamunde Tuk. Er hatte eine jüngere Schwester namens Estella.[1] Seine Familie stammte aus dem Ostviertel, aus Balgfurt in Brückenfelde.[2] Fredegar war ein dickerer Hobbit, weshalb er von seinen Freunden meistens „Dick“ genannt wurde. Fredegar war nicht nur ein Freund[3], sondern auch ein Verwandter von Frodo und Merry. Mütterlicherseits war Sigismund Tuk, der Großvater von Fredegar, ein Vetter von Frodos Mutter Primula Tuk, was Fredegar zu Frodos Neffen dritten Grades machte. Väterlicherseits war Frodos Vater Drogo Beutlin ein Vetter von Fredegars Großvater Herugar Bolger, was Fredegar auch von dieser Seite zu seinem Neffen dritten Grades machte.[1][4]

Fredegar war zu Gast auf Bilbos Abschiedsfest.[1]

Fredegar half Frodo Beutlin bei dessen Umzug nach Krickloch im September 3018 D. Z. (1418 A. Z.). Zusammen mit Pippin, Merry und Folko Boffin half er Frodo beim Packen und wohnte zu der Zeit bei ihm in Beutelsend. Am Abend vor dem Aufbruch feierten sie zusammen Frodos Abschied und Geburtstag. Am nächsten Tag, dem 23. September fuhr Fredegar zusammen mit Merry mit einem Karren mit dem restlichen Gepäck nach Krickloch.[5] Am Abend des 25. September kamen Frodo, Pippin und Samweis Gamdschie in Krickloch an. Fredegar und Merry hatten inzwischen das Haus wohnlich gemacht, drei Wannen für ein Bad vorbereitet und für das Abendessen gesorgt. Beim abendlichen Zusammensitzen offenbarten Frodos Freunde, dass sie gewusst hätten, dass er das Auenland verlassen wolle, und erzählten von ihrem Plan, den sie ohne sein Wissen geschmiedet hatten. Alle bis auf Fredegar wollten ihn begleiten. Nach dem Plan der "Verschwörer" sollte es Fredegars Aufgabe sein, neugierige Leute abzuwimmeln und den Schein aufrechtzuerhalten, dass Frodo in Krickloch wohnte. Er hatte sogar ein paar alte Kleidungsstücke von Frodo mitgebracht, um dessen Rolle spielen zu können. Außerdem gab es so die Möglichkeit, dass er Gandalf sagen könnte, welchen Weg Frodo und seine Freunde eingeschlagen hatten. Fredegar war froh, zurückzubleiben. Er war nie über die Brandyweinbrücke hinausgekommen und hatte kein Verlangen, das Auenland zu verlassen.[2]

In der Nacht des 30. Septembers kamen die Schwarzen Reiter nach Krickloch. Sobald Fredegar dunkle Schatten im Garten herankriechen sah, rannte er, so schnell er konnte, zum nächsten Haus. Die Brandybocks erkannten, dass Gefahr in Verzug war, und bliesen das Hornsignal von Bockland. Die Schwarzen Reiter verschwanden daraufhin aus Krickloch.[6]

Als die Strolche in das Auenland eingedrungen waren, bewies Fredegar dennoch Mut. Er war Anführer einer Schar von Rebellen. Aber schließlich wurden er und sein Trupp in ihrem Versteck, den Dachsbauten bei den Bergen von Schären, entdeckt und von den Strolchen ausgeräuchert und ins Loch in Michelbinge gesteckt. In der Gefangenschaft war Fredegar so stark abgemagert, dass er zu schwach zum Gehen war und sein Spitzname Dick gar nicht mehr zu ihm passte.[7] Pippin bemerkte: Du hättest schließlich besser dran getan, doch mit uns mitzukommen, armer Fredegar.[8]

Es ist nicht bekannt, ob Fredegar geheiratet hat.[1] Sein Freund Merry heiratete später seine Schwester Estella.[9]

Entwicklungsgeschichte

  • In früheren Fassungen des Legendariums variierte Tolkien sowohl Name, Charakter und Handlungsstrang des späteren Hobbits Fredegar Bolger. Er hieß sowohl Olo als auch Odo.[10][11] In einer Abschrift von Buch I des Herrn der Ringe, die Rayner Unwin vorab zu lesen bekam, hieß Fredegar Hamilcar (teilweise überschrieben mit Belasarius).[12]
  • In einer früheren Textfassung, in der Fredegar noch Hamilcar Bolger hieß, rettete ihn Gandalf vor den Schwarzen Reitern auf seinem Weg nach Bruchtal. Dort erzählte er den anderen Hobbits von ihren Abenteuern. Seine größere Rolle wurde später verworfen.[13]

Sonstiges

  • In den ersten Veröffentlichungen des Herrn der Ringe stand im fünften Kapitel Eine aufgedeckte Verschwörung statt fünf Ponys noch sechs Ponys. Dies war noch ein Teil der ursprünglichen Idee, dass fünf Hobbits mit je einem Pony und einem Pony für das Gepäck das Auenland verlassen sollten. Als dies verändert wurde und Dick Bolger in Krickloch blieb, wurde die Anzahl der Ponys nicht verändert. Die Zahl wurde in der 50. Jubiläumsausgabe auf fünf korrigiert.[2][14]

Quellen

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Anhang C, Ahnentafeln: Bolger von Balgfurt
  2. 2,0 2,1 2,2 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Buch I, Fünftes Kapitel: Eine aufgedeckte Verschwörung
  3. J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Buch I, Zweites Kapitel: Der Schatten der Vergangenheit
  4. J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Anhang C, Ahnentafeln: Tuk von Groß-Smials
  5. J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Buch I, Drittes Kapitel: Drei Mann Hoch
  6. J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Buch I, Elftes Kapitel: Ein Messer im Dunkeln
  7. J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Buch VI, Neuntes Kapitel: Die Grauen Anfurten
  8. J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Übersetzt von Margaret Carroux. Klett-Cotta, Stuttgart 2019. Buch VI, Neuntes Kapitel: Die Grauen Anfurten, S. 317
  9. J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Anhang C, Ahnentafeln: Brandybock von Bockland
  10. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. VI The Return of the Shadow. The Second Phase, Kapitel XVIII: Again from Buckland to the Withywindle
  11. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. VI The Return of the Shadow. The Third Phase, Kapitel XIX: The Journey to Bree
  12. J. R. R. Tolkien, Humphrey Carpenter (ed.): Briefe. Brief 109: An Sir Stanley Unwin
  13. Wayne G. Hammond, Christina Scull: The Lord of the Rings: A Reader’s Companion. A Brief History of the Lord of the Rings, S. xxiii
  14. Wayne G. Hammond, Christina Scull: The Lord of the Rings: A Reader’s Companion. The Fellowship of the Ring. Buch Eins, Kapitel V: A Conspiracy Unmasked, S. 119