Angrod
| Angrod | |
|---|---|
| Titel | |
| Elbenfürst von Dorthonion[1] | |
| Eckdaten | |
| Geboren | zwischen 1300 und 1362 E. Z. (J. B.)[2] |
| Gestorben | 455 E. Z. (J. S.) Dagor Bragollach[3] |
| Volk | Elben |
| Zugehörigkeit | Noldor |
| Ort | Eldamar[4] Dorthonion[1] |
| Sprache | Quenya, Sindarin[4] |
| Familie | |
| Eltern | Finarfin & Earwen |
| Geschwister | Finrod, Orodreth, Aegnor, Galadriel[5] |
| Ehepartner | Eldalóte[Anm. 1][6] |
Angrod ist im Legendarium ein Sohn Finarfins und ein Elbenfürst der Noldor.
Beschreibung
Angrod war ein Elb aus dem Volk der Noldor aus dem Hause Finarfin. Er war das dritte von fünf Kindern Finarfins und Earwens. Seine Mutter Earwen war eine Elbin aus dem Volk der Teleri. Seine beiden älteren Brüder waren Finrod Felagund und Orodreth. Sein jüngerer Bruder hieß Aegnor und seine jüngere Schwester war Galadriel.[4] Angrod war ehrlich, klug [7] und stark.[8]
Die vier Brüder waren mit Fingolfins Söhnen Fingon, Turgon und Argon so eng befreundet, als wären sie alle Brüder gewesen.[4]
Legendarium
Nachdem Feanor seinen Eid geschworen hatte und Aman verlassen wollte, um die Silmaril zurückzugewinnen, drängte Fingon seinen Vater Fingolfin, ihn zu begleiten. Angrod wollte seinen Freund nach Mittelerde begleiten. So folgten Angrod und seine Geschwister mit einem Großteil der Noldor Feanor. Da sie die Nachhut bildeten, waren sie nicht am ersten Sippenmord, dem Töten von Elben durch Elben, beteiligt. Feanor hatte versucht, die Teleri dazu zu bewegen, ihnen ihre Schiffe für die Überfahrt nach Mittelerde zu überlassen. Als diese sich weigerten, nahmen die Noldor die Schiffe mit Gewalt an sich, woraufhin es zum Sippenmord von Alqualonde kam. An der nördlichen Grenze des bewachten Reiches erschien daraufhin eine mächtige Gestalt, die sie mit einem Fluch belegte. Angrods Vater Finarfin kehrte daraufhin um. Angrod und seine Geschwister setzten ihren Weg jedoch fort, da sie sich nicht von den Söhnen Fingolfins trennen wollten. Feanor betrog die Elben, die Fingolfing unter sich versammelt hatte, segelte mit seinen Getreuen nach Mittelerde und schickte die Schiffe nicht zurück, sondern verbrannte sie in Losgar. So musste auch Angrod den beschwerlichen Weg über die Helcaraxe antreten, bei dem viele der Noldor ums Leben kamen, bevor sie schließlich Beleriand erreichten.[9]
Die Noldor schickten Boten aus, um Beleriand zu erkunden. Angrod wurde von seinem Bruder Finrod zu König Thingol nach Menegroth ausgesandt. Angrod war der erste der Verbannten, der nach Menegroth kam. Dort sprach er lange mit dem König und erzählte ihm, wie viele Elben nach Beleriand gekommen waren und wie stark ihre Streitmacht war. Er verschwieg jedoch, warum sie Valinor verlassen hatten, und berichtete auch nichts vom Sippenmord. König Thingol teilte ihm mit, wo sich die Noldor niederlassen durften und wie sie sich zu verhalten hatten. Er machte deutlich, dass er der Herr von Beleriand sei, und untersagte jedem den Zutritt nach Doriath.
Angrod überbrachte den Fürsten der Noldor, die in Mithrim Rat hielten, Thingols Worte. Die Söhne Feanors stellten Thingols Herrschaft außerhalb Doriaths infrage. Caranthir, der bitterste unter Feanors Söhnen, wollte nicht, dass Angrod und seine Brüder als Botschafter der Noldor auftraten, und verwies darauf, dass ihre Mutter einem anderen Geschlecht angehöre. Daraufhin wurde Angrod zornig und verließ den Rat.[7]
Nach der Dagor Aglareb kam es zur Belagerung von Angband. Die Fürsten der Noldor teilten die Lande unter sich auf und legten einen Sperrgürtel um Morgoths Reich. Angrod und sein Bruder Aegnor besetzten als Vasallen ihres Bruders Finrod die kargen Nordhänge Dorthonions. Das Land war unfruchtbar und ihr Volk war klein.[1]
Thingol hatte inzwischen vom Sippenmord von Alqualonde erfahren. Als Angrod und seine Brüder bei Thingol zu Gast waren, um ihre Schwester Galadriel zu besuchen, konfrontierte Thingol Finrod mit dieser Untat. Finrod wollte die anderen Prinzen der Noldor nicht anklagen. Angrod erinnerte sich aber an die Worte Caranthirs, erzählte Thingol die Wahrheit und sprach sich gegen Feanors Söhne aus:
| „ | Womit sollen wir, die wir über das Malm-Eis gekommen sind, die Beschimpfung als Sippenmörder und Verräter verdient haben? | “ |
— J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed): Das Silmarillion. Klett-Cotta, Stuttgart 2015. Quenta Silmarillion, Kapitel XV: Von den Noldor in Beleriand, S. 199. | ||
Als Fingolfin später einen erneuten Angriff auf Angband in Erwägung zog, waren Angrod und Aegnor die einzigen Fürsten der Noldor, die diesen Plan unterstützten. Da sie in unmittelbarer Nähe zu Thangorodrim lebten, war ihnen die von Morgoth ausgehende Gefahr bewusst. Letztlich wurden die Pläne nicht umgesetzt.
Im Jahr 455 E. Z. (J. B.) war Morgoth seinerseits zum Angriff bereit und es kam zur vierten Schlacht von Beleriand, der Dagor Bragollach. Angrod und Aegnor fielen in dieser Schlacht.[3]
Stammbaum
Etymologie
Der Name Angrod war die Sindarinform seines Namens. Sein Muttername war Angaráto, ein Teleriename. Das Namenselement ang- leitet sich vom elbischen Wort angã (‚Eisen‘) ab. Das zweite Element -aráto steht mit ‚edel‘ oder ‚erhaben‘ in Verbindung.[8]
Anmerkung
- ↑ Der Sindarinname von Angrods Frau Eldalóte war Eðellos. Sie wird in dem posthum erschienenen Essay The Shibboleth of Fëanor erwähnt, der sich mit den Namen der noldorischen Königsfamilie beschäftigt. Da sie nur in den späten Schriften Tolkiens erscheint, wurde sie nicht mehr in die Geschichte des Silmarillions integriert. Durch diese Ehe ist Angrod nach dieser späteren Fassung der Vater Orodreths und somit Großvater von Gil-galad und Finduilas.
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 1,2 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XIV: Von Beleriand und seinen Reichen.
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. X Morgoth's Ring. Part Two: The Annals of Aman, S. 106.
- ↑ 3,0 3,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XVIII: Vom Verderben Beleriands und von Fingolfins Ende.
- ↑ 4,0 4,1 4,2 4,3 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel V: Von Eldamar und den Fürsten der Eldalië.
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Anhänge, Stammbäume I: Das Haus Finwe und die noldorische Abstammung von Elrond und Elros.
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XII The Peoples of Middle-earth. Part Two: Late Writings, Kapitel XI: The Shibboleth of Fëanor, S. 346.
- ↑ 7,0 7,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XIII: Von der Rückkehr der Noldor.
- ↑ 8,0 8,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XII The Peoples of Middle-earth. Part Two: Late Writings, Kapitel XI: The Shibboleth of Fëanor, S. 346, 347.
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel IX: Von der Verbannung der Noldor.
