Groß-Smials: Unterschied zwischen den Versionen

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Die '''Groß-Smials''' sind der Stammsitz der vielköpfigen Familie [[Tuk]] bei [[Buckelstadt]] in [[Tukland]].
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}}Die '''Groß-Smials''' (Original ''Great Smials'') sind im [[Legendarium]] ein weitläufiger [[Smials|Hobbithöhlenkomplex]] und der Stammsitz der Familie [[Tuk]] im [[Auenland]].


==Beschreibung==
== Geographie ==
Die Groß-Smials befanden sich in [[Tuckbergen]], an den nordwestlichen Hängen der [[Grünbergland|Grünberge]] im [[Westviertel]] des [[Auenland]]es.<ref name=“HdR2,4“>[[J. R. R. Tolkien]]: ''[[Der Herr der Ringe]]''. Buch III, Viertes Kapitel: ''Baumbart''</ref><ref name=“Karte“></ref>


Ähnlich wie im [[Brandyschloss]], dem Sitz der [[Brandybock]]s von [[Bockland]], leben in den Groß-Smials mehrere Generationen gleichzeitig. Die größten Räume gebühren dem Oberhaupt der Familie, welches nicht notwendigerweise mit dem [[Thain]] identisch ist, da im Falle des Todes eines Thains und Familienoberhaupts das (ursprünglich militärische) Thain-Amt auf seinen nächsten männlichen Erben übergeht, während das Amt des Familienoberhauptes an die Frau des Verstorbenen weitergegeben wird, die es bis zu ihrem Tod ausfüllt. So kam es, dass [[Lalia Tuk|Lalia die Große]], nachdem ihr Mann, Thain [[Fortinbras Tuk II.|Fortinbras II.]], 1380 [[Auenland-Zeitrechnung|A.Z.]] starb, 22 Jahre lang ein tyrannisches Regiment ausübte, während der neue Thain, Lalias Sohn [[Ferumbras Tuk III.|Ferumbras III.]], in den Groß-Smials nur eine bescheidene Junggesellenwohnung innehatte, bis Lalia im Jahre 1402 unter anrüchigen Umständen starb.
== Beschreibung ==
Die Groß-Smials wurden im 27. Jahrhundert des [[Drittes Zeitalter|Dritten Zeitalters]] als Stammsitz der Familie [[Tuk]], einer angesehenen, wohlhabenden und einflussreichen Familie des Auenlandes, gegründet. [[Thain]] [[Isegrim Tuk II.]] begann um 2683 D. Z. (1083 [[Auenland-Kalender|A. Z.]]) mit den Grabungen.<ref name=“AnhangB“></ref><ref name=“Prolog“> [[J. R. R. Tolkien]]: ''[[Der Herr der Ringe]]''. Prolog: ''Über Hobbits''</ref><ref>[[J. R. R. Tolkien]], [[Humphrey Carpenter]] (ed.): ''[[Briefe]]''. [[Brief 25]]: ''An den Redakteur des Observers''</ref>


Über die Architektur der Groß-Smials ist wenig bekannt. Man weiß lediglich, dass es einen Haupteingang gibt, die Große Tür, der vom Garten aus über eine Treppe zu erreichen ist. Diese Treppe ist hoch genug, dass ein Sturz von ihr tödlich sein kann. Eine solche Höhe in einem Gebäude ist ungewöhnlich für [[Hobbit]]s; doch schließlich sind die Tuks auch eine ungewöhnliche Hobbitfamilie.
In dem weitverzweigten Höhlenkomplex lebten mehrere Generationen der Familie Tuk gleichzeitig. Das jeweilige Familienoberhaupt war die höchste Autorität und regelte das Zusammenleben im Familiensitz. Da [[Hobbits]] friedlich waren und sich untereinander nie bekämpft hatten, herrschten in den Groß-Smials im Allgemeinen Frieden und weitgehende Eintracht.<ref name=“Prolog“></ref>


Die Groß-Smials sind ein Überbleibsel der Zeit, als die Hobbits in Clanverbänden lebten, was zur Zeit des [[Ringkrieg]]s nur noch auf alte, traditionsreiche Familien wie die Tuks und die Brandybocks zutrifft.
Über die genaue Aufteilung der Räumlichkeiten  ist nur wenig bekannt. Der Haupteingang wurde als „[[Große Tür]]“ bezeichnet; von dort führten Treppenstufen in den darunterliegenden Garten. Bekannt ist, dass der [[Alter Tuk|Alte Tuk]] im „Alten Saal“ in den Groß-Smials lebte, einem sehr großen Raum, dessen Einrichtung über Generationen hinweg unverändert geblieben war. [[Peregrin Tuk]] verglich später den [[Fangorn|Fangornwald]] mit diesem Saal.<ref name=“HdR2,4“></ref> Ferner ist bekannt, dass [[Ferumbras Tuk III.]] in den Groß-Smials ein eigenes „Junggesellen-Appartment“ bewohnte.<ref name=“Brief214“>[[J. R. R. Tolkien]], [[Humphrey Carpenter]] (ed.): ''[[Briefe]]''. [[Brief 214]]: ''An A. C. Nunn''</ref>


==Geschichte==
In den Groß-Smials befand sich außerdem eine umfangreiche Bibliothek. Während seiner Zeit als Thain sammelte Peregrin Tuk zahlreiche Handschriften aus Gondor, insbesondere Abschriften oder Zusammenfassungen der Geschichte [[Elendil der Lange|Elendils]] und seiner Nachfahren, darunter die Geschichte [[Númenor]]s und den Aufstieg [[Sauron]]s. Das [[Buch des Thains]], die erste Abschrift des [[Rotes Buch der Westmark|Roten Buches der Westmark]], wurde hier aufbewahrt. Vermutlich wurden in den Groß-Smials auch die ''Erzählung der Jahre'' zusammengestellt<ref>[[J. R. R. Tolkien]]: ''[[Der Herr der Ringe]]''. Prolog: ''Vom Ringfund'', ''Anmerkungen zu den Aufzeichnungen vom Auenland''</ref> sowie das Jahrbuch von Tuckbergen, die sogenannte [[Gelbhülle]], aufbewahrt.<ref>[[J. R. R. Tolkien]]: ''[[Der Herr der Ringe]]''. Anhang D: ''Die Kalender''</ref>


Museumscharakter hat in den Groß-Smials das Zimmer des [[Gerontius Tuk|Alten Tuk]], in dem dieser jahrein, jahraus lebte und nie auch nur ein Möbelstück verrücken ließ. Auch nach dem Tod des Alten Tuk blieb der Raum jahrhundertelang unverändert. Es steht zu vermuten, dass Thain [[Peregrin Tuk|Peregrin I.]] dieser Sitte ein Ende machte.
== Legendarium ==
[[Lalia Tuk]], das damalige Oberhaupt der Familie Tuk, ließ sich häufig an schönen Tagen in ihrem Rollstuhl zur Großen Tür schieben, um dort die Morgenluft zu genießen. Im Frühling des Jahres 3002 D. Z. (1402 A. Z.) stürzte sie in Folge eines Unfalls und kam dabei ums Leben. Ihre tollpatschige Begleiterin hatte den Rollstuhl über die Schwelle gewuchtet, wodurch Lalia die Treppenstufen hinunter in den Garten stürzte.  
Obwohl die Familie [[Tuk]] bemüht war, keine Gerüchte aufkommen zu lassen, wurde weithin darüber gesprochen, dass [[Peregrin Tuk|Pippins]] Schwester [[Perle Tuk|Perle]] für das Missgeschick verantwortlich gewesen war.<ref name=“Brief214“></ref><ref>[[J. R. R. Tolkien]]: ''[[Der Herr der Ringe]]''. Anhang C, Ahnentafeln: ''Tuk von Groß-Smials''</ref>


Während der Besetzung des [[Auenland]]es durch [[Scharrer]] boten die Groß-Smials den Tuks Schutz vor dessen Schlägertrupps.
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==Siehe auch==
== Etymologie ==
Das Wort ''Smial'' ist eine von [[J. R. R. Tolkien]] auf der Grundlage des altenglischen Wortes ''smygel'' konstruierte Übersetzung des [[hobbitisch]]en ''trân'', das mit dem [[Sprache der Rohirrim|rohirrischen]] ''trahan'' verwandt ist. Alle diese Begriffe bezeichnen einen Höhlenbau.<ref>[[J. R. R. Tolkien]]: ''[[Der Herr der Ringe]]'', Anhang F. II: ''Zur Übersetzung''.</ref>


* [[Smial]]
== Sonstiges ==
Neben den Groß-Smials von Tuckbergen gab es nur einen weiteren hobbitischen Familiensitz in vergleichbarer Größe: das [[Brandygut]] in [[Bockland]].<ref name=“Prolog“></ref>


==Quellen==
== Quellen ==
<references/>


* [[Der Herr der Ringe]]
[[Kategorie:Gebäude und Festungen]]
* [[Briefe]] Nr. 214
* [[Handbuch der Weisen von Mittelerde]]


[[Kategorie:Gebäude und Festungen]]
[[en:Great Smials]]
[[fi:Suuret Smialit]]

Aktuelle Version vom 7. Februar 2026, 11:43 Uhr

Groß-Smials
Eckdaten
Andere Namen Große Behausung der Tuks[1]
Großes Smial der Tuks[2]
Ort Tuckbergen, Westviertel, Auenland[3][4]
Typ Hobbithöhlen
Bewohner und Geschichte
Bewohner Tuks
Gründung 2683 D. Z. (1083 A. Z.)[5]

Die Groß-Smials (Original Great Smials) sind im Legendarium ein weitläufiger Hobbithöhlenkomplex und der Stammsitz der Familie Tuk im Auenland.

Geographie

Die Groß-Smials befanden sich in Tuckbergen, an den nordwestlichen Hängen der Grünberge im Westviertel des Auenlandes.[3][4]

Beschreibung

Die Groß-Smials wurden im 27. Jahrhundert des Dritten Zeitalters als Stammsitz der Familie Tuk, einer angesehenen, wohlhabenden und einflussreichen Familie des Auenlandes, gegründet. Thain Isegrim Tuk II. begann um 2683 D. Z. (1083 A. Z.) mit den Grabungen.[5][6][7]

In dem weitverzweigten Höhlenkomplex lebten mehrere Generationen der Familie Tuk gleichzeitig. Das jeweilige Familienoberhaupt war die höchste Autorität und regelte das Zusammenleben im Familiensitz. Da Hobbits friedlich waren und sich untereinander nie bekämpft hatten, herrschten in den Groß-Smials im Allgemeinen Frieden und weitgehende Eintracht.[6]

Über die genaue Aufteilung der Räumlichkeiten ist nur wenig bekannt. Der Haupteingang wurde als „Große Tür“ bezeichnet; von dort führten Treppenstufen in den darunterliegenden Garten. Bekannt ist, dass der Alte Tuk im „Alten Saal“ in den Groß-Smials lebte, einem sehr großen Raum, dessen Einrichtung über Generationen hinweg unverändert geblieben war. Peregrin Tuk verglich später den Fangornwald mit diesem Saal.[3] Ferner ist bekannt, dass Ferumbras Tuk III. in den Groß-Smials ein eigenes „Junggesellen-Appartment“ bewohnte.[8]

In den Groß-Smials befand sich außerdem eine umfangreiche Bibliothek. Während seiner Zeit als Thain sammelte Peregrin Tuk zahlreiche Handschriften aus Gondor, insbesondere Abschriften oder Zusammenfassungen der Geschichte Elendils und seiner Nachfahren, darunter die Geschichte Númenors und den Aufstieg Saurons. Das Buch des Thains, die erste Abschrift des Roten Buches der Westmark, wurde hier aufbewahrt. Vermutlich wurden in den Groß-Smials auch die Erzählung der Jahre zusammengestellt[9] sowie das Jahrbuch von Tuckbergen, die sogenannte Gelbhülle, aufbewahrt.[10]

Legendarium

Lalia Tuk, das damalige Oberhaupt der Familie Tuk, ließ sich häufig an schönen Tagen in ihrem Rollstuhl zur Großen Tür schieben, um dort die Morgenluft zu genießen. Im Frühling des Jahres 3002 D. Z. (1402 A. Z.) stürzte sie in Folge eines Unfalls und kam dabei ums Leben. Ihre tollpatschige Begleiterin hatte den Rollstuhl über die Schwelle gewuchtet, wodurch Lalia die Treppenstufen hinunter in den Garten stürzte. Obwohl die Familie Tuk bemüht war, keine Gerüchte aufkommen zu lassen, wurde weithin darüber gesprochen, dass Pippins Schwester Perle für das Missgeschick verantwortlich gewesen war.[8][11]

Während der Besetzung des Auenlandes wollte der amtierende Thain Paladin Tuk II. von Anfang an nichts mit dem Aufrührer Lotho Sackheim-Beutlin zu tun haben. Nachdem Lotho Strolche ins Tukland geschickt hatte, kamen drei von ihnen ums Leben, woraufhin sich die Tuks in den Groß-Smials verschanzten. Bis zum Ende des Ringkriegs standen die Smials nun unter ständiger Bewachung.[12]

Etymologie

Das Wort Smial ist eine von J. R. R. Tolkien auf der Grundlage des altenglischen Wortes smygel konstruierte Übersetzung des hobbitischen trân, das mit dem rohirrischen trahan verwandt ist. Alle diese Begriffe bezeichnen einen Höhlenbau.[13]

Sonstiges

Neben den Groß-Smials von Tuckbergen gab es nur einen weiteren hobbitischen Familiensitz in vergleichbarer Größe: das Brandygut in Bockland.[6]

Quellen

  1. J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Übersetzt von Margaret Carroux. 9. Auflage. Klett-Cotta, Stuttgart 2025. Buch III, Viertes Kapitel: Baumbart, S. 51
  2. J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Übersetzt von Wolfgang Krege. Klett-Cotta, Stuttgart 2002. Buch III, Viertes Kapitel: Baumbart, S. 57
  3. 3,0 3,1 3,2 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Buch III, Viertes Kapitel: Baumbart
  4. 4,0 4,1 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Prolog: Ein Teil des Auenlands
  5. 5,0 5,1 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Anhang B, Die Aufzählung der Jahre: Das Dritte Zeitalter
  6. 6,0 6,1 6,2 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Prolog: Über Hobbits
  7. J. R. R. Tolkien, Humphrey Carpenter (ed.): Briefe. Brief 25: An den Redakteur des Observers
  8. 8,0 8,1 J. R. R. Tolkien, Humphrey Carpenter (ed.): Briefe. Brief 214: An A. C. Nunn
  9. J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Prolog: Vom Ringfund, Anmerkungen zu den Aufzeichnungen vom Auenland
  10. J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Anhang D: Die Kalender
  11. J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Anhang C, Ahnentafeln: Tuk von Groß-Smials
  12. J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Buch VI, Achtes Kapitel: Die Befreiung des Auenlandes
  13. J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe, Anhang F. II: Zur Übersetzung.