Helcaraxe

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Helcaraxe
Eckdaten
Andere Namen Malm-Eis[1]
(Original Grinding Ice)[2]
Ort Hoher Norden Ardas
Typ Vereiste Meeresenge
Regionen Aman, Mittelerde[3][4]
Bewohner und Geschichte
Ereignisse Überquerung von Melkor und Ungoliant
Überquerung durch Fingolfins Volk[3]

Die Helcaraxe (Original Helcaraxë) ist im Legendarium eine vereiste Meerenge im hohen Norden Ardas.

Geographie

Die Helcaraxe lag im hohen Norden Ardas zwischen dem nördlichen Landteil Araman von Aman im Westen und den Küsten Endors im Osten. Dort flossen die kalten Wasser des Ekkaia und die Wellen des Belegaers zusammen. Die Meerenge war von gewaltigen Eismassen, Eisbergen und Packeis bedeckt und zudem herrschten dort Nebel und eine tödliche Kälte. Die Strömungen waren vom Knirschen und Brechen des Eises erfüllt und machten die Helcaraxe zu einem äußerst gefährlichen Übergang.[3][4][5]

Legendarium

Orome führte die Eldar auf ihrer Großen Wanderung aufgrund des Eises und der extremen Kälte nicht über die Helcaraxe, sondern durch die milden Lande um den Strom Sirion.[5]

Nachdem Melkor und Ungoliant die Zwei Bäume zerstört und die Silmaril geraubt hatten, flohen sie über die Helcaraxe nach Mittelerde.

Nach der Rebellion der Noldor schlossen sich viele Elben Feanor an, um mit ihm Aman zu verlassen. Als sie zur Helcaraxe kamen, machte Feanor Halt und die Noldor berieten, welchen Weg sie nun nehmen sollten. Sie sahen sich vor die Wahl gestellt, die Meerenge über das Eis zu überqueren oder mit den Schiffen, die sie sich gewaltsam von den Teleri angeeignet hatten, das Meer in den Osten zu überqueren. Da die Schiffe nicht ausreichten, um das gesamte Volk auf einmal überzusetzen, und die Helcaraxe unüberquerbar schien, entschloss sich Fëanor, mit seinen Getreuen heimlich in See zu stechen. Nachdem er in Mittelerde gelandet war, ließ er die Schiffe in Losgar verbrennen und ließ Fingolfin und dessen Gefolge in Araman zurück.

Fingolfin und sein Gefolge sahen den Feuerschein der brennenden Schiffe in der Ferne. Da Fingolfin nicht in Schande nach Valinor zurückkehren wollte, wagten sie den gefährlichen Weg. Zusammen mit seinen Söhnen führte er die Elben über die Helcaraxe. Dabei wurden sie von Finrod und Galadriel unterstützt. Die Überquerung dauerte lange und forderte zahlreiche Opfer. Unter den Toten befand sich auch Elenwe, die Frau Turgons. Auch Nach der Ankunft in Mittelerde zog Fingolfin mit seinem Volk weiter nach Osten und gelangte schließlich nach Mithrim.[3][6]

Werkgeschichte

  • In der frühen Konzeption im Buch der Verschollenen Geschichten ist die Geographie der Helcaraxe noch anders gestaltet. Qerkaringa bezeichnet zunächst die eisige Meerenge, während Helkaraksë einen eisigen Landvorsprung bezeichnet. Im Verlauf der Überarbeitung wurde diese Zuordnung verändert. Der Name Qerkaringa wurde für die Meerenge beibehalten, während Helkaraksë zum Namen des eisigen Landvorsprungs wurde.[7] In einer späteren Fassung erscheint auch die Form Ikaraksë.[8] Weitere Entwicklungsstufen sind Helkaraksë[9], Helkaraxë[10] und schließlich Helcaraxë. Die Form Helcharaes ist als Noldorin-Entsprechung belegt.[11]
  • Auch unterscheidet sich die Erzählung von der Überquerung der Helcaraxë im Buch der Verschollenen Geschichten von der späteren Darstellung im Silmarillion. Die Noldoli versuchen zunächst, mit ihren Schiffen über das Meer zu gelangen. Dabei geht ein Schiff durch den gefährlichen Strudel Wiruin verloren. Da sie keinen sicheren Weg durch die eisige Region finden, errichten sie schließlich an deren Küste ein Lager.
    Erst Melkors Rückkehr in den hohen Norden und der damit verbundene erneute Wintereinbruch machen die Überquerung auf dem Eis möglich. Das Treibeis sammelt sich zwischen der Helkaraksë und den östlichen Landen und friert schließlich so stark zusammen, dass die Noldoli ihre Schiffe verlassen und den Übergang zu Fuß wagen können.
    Die Überquerung wird als äußerst beschwerlich und verlustreich geschildert. Viele Noldoli stürzen in Eisspalten, verirren sich oder erfrieren. Erst nach dieser langen Wanderung erreicht eine stark dezimierte Schar die östlichen Lande. Anders als in der späteren Fassung betrifft die beschwerliche Überquerung hier noch alle Noldoli und ist nicht die unmittelbare Folge von Feanors Verbrennung der Schiffe.[12]
    Auf Bitten der Elben wurde die Helcaraxe später von Aule und Tulkas zerstört, um Qerkaringa sowohl für die Noldor als auch für Melkor erneut unbegehbar zu machen.[13]

Etymologie

  • Die ältere Form Helkarakse ist in den Etymologies des fünften Bandes der The History of Middle-earth, The Lost Road and Other Writings, unter dem Eintrag KARAK- belegt. Dort wird Karakse als ‚Stachelhecke‘ angegeben und Helkarakse als Beispiel genannt.
  • Das erste Element hel- wird gewöhnlich mit der Wurzel Khelek- (‚Eis‘) in Verbindung gebracht. Unter dem Eintrag KHELEK- finden sich unter anderem Quenya helke ‚Eis‘ und Noldorin heleg ‚Eis‘.
  • Damit lässt sich Helkarakse sinngemäß als ‚Eisstachelhecke‘ verstehen. Die spätere Form Helcaraxë geht aus dieser älteren Form hervor.[11][14]

Quellen

  1. ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Anhänge: Namensregister, Helcaraxe.
  2. ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The Silmarillion. Index of Names, Helcaraxë.
  3. ↑ 3,0 3,1 3,2 3,3 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel IX: Von der Verbannung der Noldor.
  4. ↑ 4,0 4,1 Karen Wynn Fonstad: The Atlas of Tolkien's Middle-Earth. The First Age: Introducion, S. 4.
  5. ↑ 5,0 5,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel V: Von Eldamar und den Fürsten der Eldalië.
  6. ↑ Karen Wynn Fonstad: The Atlas of Tolkien's Middle-Earth. The First Age: The Flight of the Noldor, S. 18.
  7. ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. II The Book of Lost Tales, Part One. Kapitel VII: The Flight of the Noldoli, Notes and Commentary, S. 169, Note 5.
  8. ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. II The Book of Lost Tales, Part One. Kapitel VII: The Flight of the Noldoli, Notes and Commentary, S. 167.
  9. ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. X Morgoth's Ring. Part Three: The Later Quenta Silmarillion, II. The Second Phase, Laws and Customs among the Eldar, S. 194.
  10. ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XI The War of the Jewels. Part Two: The Later Quenta Silmarillion, Kapitel XI: Of Beleriand and its Realms, S. 191.
  11. ↑ 11,0 11,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. V The Lost Road and Other Writings. Part Three: The Ethymologies, KARAK-, S 362.
  12. ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. II The Book of Lost Tales, Part One. Kapitel VII: The Flight of the Noldoli.
  13. ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. II The Book of Lost Tales, Part One. Kapitel IX: The Hiding of Valinor, Notes and Commentary, S. 210.
  14. ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. V The Lost Road and Other Writings. Part Three: The Ethymologies, KHELEK-, S 364.