Flora von Mittelerde

Aus Ardapedia

In seinen Werken legte J. R. R. Tolkien großes Augenmerk auf die Beschreibung der vielfältigen Pflanzenwelt, vor allem von Bäumen und Blumen. Schon in der Ainulindale wird die Entstehung einer Vielzahl an interessanten und außergewöhnlichen Pflanzen beschrieben. Als Olvar wurden von den Valar sämtliche wachsenden Dinge mit Wurzeln in der Erde bezeichnet.

Entstehung der Pflanzen

Yavanna, die Spenderin der Früchte, schuf schon im Zeitalter vor den Tagen die Pflanzen Ardas. Um 1900 Z.T., im Frühling von Arda säte Yavanna die Samen der Olvar, die Mittelerde damals den schönsten Glanz in ihrer langen Geschichte verleihten. Nachdem die großen Lampen Illuin und Ormal von Melkor um 3450 Z.T. zerstört wurden, ruhten die Samen der Pflanzen im sogenannten Schlaf von Yavanna. Dies bedeutete damals das Ende des Frühlings von Arda und die Valar zogen sich nach Aman zurück. Dort schufen Yavanna und Nienna 50 Jahre nach dem Fall der Leuchten die beiden Bäume Telperion und Laurelin. Den Elben und Valar spendeten die beiden Bäume damals das Licht, deshalb wurde dieses Zeitalter auch die Jahre der Bäume genannt. Im Jahre 1495 E.Z. (JB) zerstörte Melkor mit Hilfe Ungolianths die beiden Bäume und somit endete der Mittag des Segensreiches. Fünf Jahre danach entstand aus der letzten Blüte Telperions der Mond und aus Laurelins letzter Frucht die Sonne. Mit Aufgang von Sonne und Mond beendeten auch die Pflanzen Ardas ihren Schlaf und erstrahlten von neuerlichem Glanz.

Allgemeines

In einem Gespräch zwischen Yavanna und Manwe wurde deutlich, dass die Bäume von Anbeginn eine gesonderte Stelle unter allen Pflanzen einnehmen sollten:

Ein jedes hat seinen Wert und ein jedes trägt bei zum Werte aller andren. Doch die Kelvar können fliehen oder sich verteidigen, während die Olvar, die wachsen, dies nicht können. Und unter ihnen sind mir die Bäume teuer. So langsam, wie sie wachsen, so schnell werden sie gefällt sein, und wenn sie nicht mit Früchten an den Ästen Tribut zahlen, so wird man um ihr Hinscheiden wenig trauern. So sehe ich es in meinen Gedanken. Ich möchte, daß die Bäume für alle Dinge sprechen, die Wurzeln haben, und daß sie jene bestrafen sollen, die ihnen Leid antun.

Als Aule die Zwerge schuf, begann sich Yavanna um ihre Schützlinge, die Olvar und Kelvar zu sorgen. So suchte sie ebenfalls im Gespräch mit Manwe nach einer Möglichkeit diese zu schützen. Dieser offenbarte ihr, dass Eru gute Geister unter die Olvar und Kelvar schicken würde, dessen Aufgabe es dann war die Pflanzen und Tiere zu schützen. So wurde manchen Bäumen Leben eingehaucht und die Ents, die Baumhirten, entstanden.

Aufzählung und Beschreibung der Pflanzen

  • Bäume:
    • Birken fand man vor allem in Eriador, hauptsächlich an den Hängen der Grünberge und im Tal der Lautwasser. Wahrscheinlich fanden sie sich aufgrund ihrer Eigenschaft der anspruchslosen Pionierpflanze auch in den Ödländern und anderen Wäldern Mittelerdes. Auch auf Tol Eressea wuchsen bereits Birken, bevor die Teleri dort begannen zu siedeln.[1]
    • Buchen kamen wahrscheinlich in vielen Wäldern in Mittelerde vor, so wird zum Beispiel erwähnt, dass auf den Trollhöhen Buchen wuchsen. Auch im Düsterwald wuchsen hohe Buchen vor Thranduils Hallen, den Waldelben die hier lebten, waren die Buchen besonders teuer. In einem Baumhaus einer Buche namens Hirilorn wurde die Elbenfrau Lúthien eingesperrt, Tochter Thingols und Melians, damit sie ihrem Geliebten Beren nicht zur Hilfe kommen konnte. Das Sindarin Wort für Buche lautet "Neldor", nach ihm ist der Wald Neldoreth benannt.
    • In Der Herr der Ringe ist Bregalad ganz vernarrt in Ebereschen. Als er mit den beiden Hobbits Merry und Pippin unterwegs ist, streckte er jedesmal wenn er eine Eberesche sieht die Arme nach ihr aus, singt und wiegt sich dabei. Als sie am Abend zu seinem Enthaus kommen, steht dort ein Kreis von Ebereschen. Dort beginnt er von den Ebereschen seiner Heimat zu erzählen. Sie schlugen ihre Wurzeln schon als er noch ein Enting war. Die Ältesten davon wurden von den Ents als Geschenk für die Entfrauen gepflanzt. Diese belächelten sie jedoch nur, da sie wüßten wo noch weißere Blüten und reichere Früchte wachsen. Irgendwann kamen dann die Orks und fällten sie. Bregalad rief sie bei ihrem Namen, doch sie antworteten ihm nicht mehr, denn sie waren tot. Er hat darauf hin ein Lied über seiner geliebten Ebereschen gedichtet:
O Orofarnë, Lassemista, Carnimírië!
Dich sah ich, Eberesche mein, im Sommer wunderbar
Und strahlend stehn: Du trugst der Blüten Weiß auf deinem Haar.
Die Rinde hell, das Laub so licht, so sanft der Stimme Ton,
Wie trugst du hoch das Haupt, geziert von goldenroter Kron!
Dein Haar ist grau, dein Laub ist dürr, verblaßt der Krone Rot,
Die liebe Stimme spricht nicht mehr: Du bist auf immer tot.
O Orofarnë, Lassemista, Carnimírië!

Tolkien übersetzt in Briefe, Nr. 168, O Orofarnë, Lassemista, Carnimírië aus dem Quenya als mountain-dwelling, leaf-grey, with adornment of red jewels - immerhin haben Ebereschen im Herbst rote Früchte.[2]

    • Eichen sind Teil der Mischwälder Eriadors, vor allem in der Gegend des Grünberglandes bei Waldhof. Wahrscheinlich wuchsen sie aber auch in vielen anderen Wäldern Mittelerdes. Der Name "Thorin Eichenschild" kommt daher, dass sich Thorin II. im Kampf gegen Orks mit einem Eichenast als Schild verteidigte.
    • Kiefern finden sich in größeren Forsten im Norden von Bruchtal, sie werden sich aber auch, aufgrund ihrer Eigenschaften, in nördlicheren Gebieten wie Fornost und Angmar und auch in südlicheren wie Gondor und Harondor finden lassen. Die Kiefer von Tavrobel ist die einzige namentlich genannte Kiefer.
    • Tannenwälder sind selten in Eriador zu finden, der einzige größere Wald dürfte im zentralen Auenland stehen. Allerdings sind Tannen bekannt dafür, im Gebirge zu wachsen, wo sie ebenfalls zu finden sein sollten.
    • Weiden findet man in Eriador im Tal der Weidenwinde, und an ähnlichen Plätzen Mittelerdes. Der Alte Weidenmann ist der bekannteste Baum dieser Art.

Anmerkungen

  1. Das Buch der Verschollenen Geschichten Teil 1, Die Ankunft der Elben und die Gründung von Kôr
  2. Briefe, Nr. 168 an Richard Jeffery

Quellen