Morgul

Aus Ardapedia
Der Hexenkönig von Angmar vor seiner Festung Carn Dûm (Bild: Matěj Čadil)

Morgul (Sindarin für Hexerei, original Sorcery) ist im Legendarium die Bezeichnung für schwarze Magie. Bekannte Hexenmeister (Original Sorcerers) sind die neun Nazgûl und Saurons Mund,[1] sowie Sauron selbst. Morgul ist daher abzugrenzen von Curu, der Magie der Elben und Istari.[2]

Beschreibung

Zweck der schwarzen Magie ist die Herrschaft über Wesen mit freiem Willen.[3] Dazu gehören Trugbilder wie das Eilinels, das Sauron dazu verwendete, Gorlim zum Verrat an Barahirs Bande zu bewegen.[4] Galadriel bezeichnete Saurons Kräfte als „Betrügereien des Feindes“.[2] Ähnlich wie Curu scheint auch Morgul keine tatsächliche Änderung der natürlichen Ordnung verursachen zu können, da dies Wunder wären, die nur Eru wirken kann.[5]

Jedoch hat Morgul durchaus reale Effekte.[3] Beispielsweise verfügten die Nazgûl durch ihre Ringe und Morgul-Klingen über durchaus wirksame Kräfte.[6] Selbst nach dem Ende der Nazgûl wurde ihre Stadt Minas Morgul als für Menschen unbewohnbar betrachtet, weshalb König Elessar beschloss, die Stadt dem Erdboden gleichmachen zu lassen.[7]

Weitere Morgul-Magie ist von den Grabunholden bekannt. Gandalf erwähnte zudem Zaubersprüche in den Sprachen der Orks, was vermuten lässt, dass es auch unter ihnen Hexer gab.[8]

Eine Sonderform der schwarzen Magie ist die Nekromantie (Totenbeschwörung), in der es die Schwarzen Númenórer zu einiger Meisterschaft gebracht haben sollen. Auch Sauron trat im Dritten Zeitalter zunächst in Dol Guldur als Nekromant in Erscheinung.[9]

Sonstiges

Etymologie

Morgul bedeutet etwa schwarze Kunst. Es besteht aus den Elementen mor (dunkel) und gûl. Letzteres leitet sich vom gleichen Stamm *ngol- ab wie Noldor und ist verwandt mit Quenya nóle, was sich mit langes Mühen, Kunde oder Wissen übersetzen lässt. Allerdings erhielt durch die häufige Verwendung der Verbindung morgul auch der Bestandteil gûl die Bedeutung Hexerei, beispielsweise in Dol Guldur.[15]

Quellen

  1. J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Fünftes Buch, Zehntes Kapitel: Das Schwarze Tor öffnet sich
  2. 2,0 2,1 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Zweites Buch, Siebtes Kapitel: Galadriels Spiegel
  3. 3,0 3,1 J. R. R. Tolkien; Humphrey Carpenter, Christopher Tolkien (Hrsg.): J. R. R. Tolkien Briefe, Brief 155 (datiert 25. September 1954).
  4. J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, XIX Von Beren und Lúthien
  5. J. R. R. Tolkien: Late Notes on Verb Structure. in: Parma Eldalamberon, Ausgabe 22
  6. J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Fünftes Buch, Sechstes Kapitel: Die Schlacht auf dem Pelennor
  7. J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Sechstes Buch, Fünftes Kapitel: Der Truchsess und der König.
  8. J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Zweites Buch, Viertes Kapitel: Eine Wanderung im Dunkeln
  9. J. R. R. Tolkien; Humphrey Carpenter, Christopher Tolkien (Hrsg.): J. R. R. Tolkien Briefe, Brief 151 (datiert 18. September 1954).
  10. J. R. R. Tolkien; Humphrey Carpenter, Christopher Tolkien (Hrsg.): The Letters of J. R. R. Tolkien: Revised and Expanded Edition, Brief 131 (undatiert, written late 1951).
  11. J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, XXI Von Túrin Turambar
  12. J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Drittes Buch, Sechstes Kapitel: Der König der Goldenen Halle.
  13. J. R. R. Tolkien: Sauron Defeated. The Drowning of Anadûnê
  14. J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe, Viertes Buch, Fünftes Kapitel: Das Fenster nach Westen
  15. J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion. Elemente in den Quenya- und Sindarin-Namen