Silberlauf

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Silberlauf
Eckdaten
Andere Namen Silberfluss (bei Krege)[1]
Celebrant[2]
Silver-course
Kibil-nâla (Khuzdul)[2][3]
Zigilnâd[4][5]
Typ Fluss
Beschreibung Nebenfluss des Anduin
Regionen Rhovanion, Lothlórien[3][6]

Der Silberlauf (Original Silverlode) ist im Legendarium ein Nebenfluss des Anduin.

Geographie

Der Silberlauf entsprang im Schattenbachtal auf der Ostseite des Nebelgebirges, unterhalb des Spiegelsees. Von dort floss der Fluss zunächst ostwärts beziehungsweise südostwärts durch das Tal.[7][8] Auf seinem weiteren Lauf nahm der Silberlauf mehrere Gebirgsbäche auf. In Lothlórien mündete der Nimrodel in ihn. Anschließend floss der Silberlauf durch Lothlórien und mündete in den Anduin.[3][6]

Das Gebiet zwischen dem Silberlauf und dem Anduin wurde Naith von Lórien oder „Gore“ genannt. Tolkien beschrieb dieses Gebiet als den eigentlichen Kern Lothlóriens.[9] Südlich des Silberlaufs lag das Feld von Celebrant[6] (siehe Sonstiges).

Beschreibung

Die Quelle des Silberlaufs trat aus dem Boden hervor und floss über einen steinernen Rand in eine steile, felsige Rinne. Das Wasser des Silberlaufs war klar wie Kristall und eiskalt. Bald entwickelte sich der Quellbach zu einem schnell strömenden Gewässer. Auf seinem weiteren Lauf durch das Schattenbachtal wurde der Silberlauf von anderen Bächen gespeist. In der Nähe Lothlóriens nahm er den Nimrodel auf, dessen dunkle, eilende Wasser sich zwischen den Baumwurzeln mit dem Silberlauf vereinigten.

In Lothlórien war der Silberlauf von den Wäldern des Goldenen Waldes gesäumt. An seinem östlichen Ende öffnete sich das Land zu einer schmalen, baumlosen Landspitze zwischen Silberlauf und Anduin. Dort wuchs auf einer grünen Wiese goldenes Elanor. Am Ufer des Silberlaufs, etwas oberhalb seiner Mündung in den Anduin, befand sich eine Schiffslände aus weißen Steinen und weißem Holz. Dort waren zahlreiche Boote und Kähne vertäut.

Der Silberlauf bildete zugleich die Grenze des Naith von Lórien. Die Galadhrim verwehrten Fremden grundsätzlich den Zutritt zu diesem Gebiet. Nur wenige durften den Fluss überschreiten und den Naith betreten.[3]

Legendarium

Nach dem Durchqueren Morias erreichten die Gefährten das Schattenbachtal. Sie kamen am Spiegelsee vorbei und erreichten die Quelle des Silberlaufs. Unter Aragorns Führung folgte die Gemeinschaft dem Silberlauf. Sie gingen am westlichen Ufer des Flusses entlang und erreichten den Nimrodel.[3][10] Nach dessen Überquerung zeigten sich Haldir und seine Brüder Orophin und Rúmil den Gefährten und versteckten sie über Nacht vor verfolgenden Orks auf Fletts in den Bäumen.

In gefährlichen Zeiten wie dem Ringkrieg bauten die Elben keine festen Flussübergänge, weshalb der Silberlauf mittels einer Brücke aus drei Seilen überquert werden musste. Legolas und Pippin stellten sich dabei, im Gegensatz zu Sam, recht geschickt an. Durch die Überquerung des Silberlaufs betraten die Gefährten den Naith von Lórien.

Gollum, der den Naith von Lórien fürchtete, folgte der Gemeinschaft nicht über den Silberlauf. Stattdessen hielt er sich außerhalb des Naith auf und folgte dem Fluss.[3]

Nach ihrem Aufenthalt in Caras Galadhon wurden die Gefährten zu den am Silberlauf bereitliegenden Booten geführt. Sie übten zunächst, flussaufwärts zu paddeln. Dabei begegneten ihnen Celeborn und Galadriel in einem großen, schwanenförmigen Schiff. Anschließend kehrten sie zur Schiffslände zurück, wo das Abschiedsmahl stattfand. Nach dem Abschied fuhren die Gefährten den Silberlauf hinab. An seiner Mündung gelangten sie auf den Anduin und setzten ihre Reise nach Süden fort.

Gollum, der vom gegenüberliegenden Ufer aus die Abfahrt der Gefährten beobachtete, nahm die Verfolgung wieder auf.[11]

Etymologie

Silberlauf ist die Übersetzung des Sindarin-Namens Celebrant, der sich aus celeb (‚Silber‘) und rant (‚Lauf‘, ‚Flusslauf‘) zusammensetzt.[12]

Der zwergische Name Kibil-nâla wurde ebenfalls mit der Bedeutung ‚Silberlauf‘ in Verbindung gebracht. Kibil bedeutet ‚Silber‘. Die Bedeutung von nâla war Tolkien zufolge nicht sicher bekannt. In späteren Notizen zu den Zwergennamen vermutete er, dass nâla, falls es dem Sindarin rant und dem englischen lode entspricht, ‚Pfad‘, ‚Lauf‘, ‚Flusslauf‘ oder ‚Flussbett‘ bedeuten könnte. Kibil-nâla ließe sich daher sinngemäß als ‚Silberkanal‘, ‚Silberlauf‘ oder ‚Silberflussbett‘ wiedergeben. Tolkien hielt außerdem für wahrscheinlich, dass die Zwerge tatsächlich Silber im Fluss gefunden hatten. Die Bezeichnung könnte auf eine konkrete Eigenschaft des Flusses oder seiner Umgebung zurückgehen. Die Namen Celebrant, Silverlode und Kibil-nâla verbinden sprachliche Entsprechung mit der möglichen Überlieferung eines tatsächlichen Silbervorkommens.[13][14]

Werkgeschichte

In den früheren Entwürfen zu Der Herr der Ringe wurde der spätere Silberlauf zunächst als Redway bezeichnet und sein elbischer Name lautete Crandir. Tolkien probierte in dieser Phase mehrere weitere Namen aus. Christopher Tolkien führt in The Return of the Shadow die Namen Rathgarn, Rathcarn, Nenning, Caradras, Narosîr und Celebrin auf.[15]

In The Treason of Isengard führt Christopher Tolkien weitere Namen auf. Dort sind die Namen Morthond, Blackroot und in Khuzdul Buzundush aufgeführt.[16]

Der Lauf des Silverlode wurde während der Entstehung des Herrn der Ringe mehrfach geographisch verändert. Insbesondere wurde seine Lage im Verhältnis zum Nimrodel, zum Anduin und zu den Wegen durch Lothlórien neu geordnet.[17][18]

Sonstiges

Quellen

  1. ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Anhänge: Namensregister, Celebrant.
  2. ↑ 2,0 2,1 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Register: IV. Orte.
  3. ↑ 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 3,5 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Buch II, Sechstes Kapitel: Lothlórien.
  4. ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XII The Peoples of Middle-earth. Part One: The Prologue and Appendices to The Lord of the Rings, Kapitel IX The Making of Appendix A, (iv) Durin's FolkS. 279.
  5. ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XII The Peoples of Middle-earth. Part One: The Prologue and Appendices to The Lord of the Rings, Kapitel IX The Making of Appendix A, (iv) Durin's FolkS. 286, Note 1.
  6. ↑ 6,0 6,1 6,2 Karen Wynn Fonstad: The Atlas of Tolkien's Middle-Earth. Regional Maps: The Misty Mountains, S. 81
  7. ↑ Karen Wynn Fonstad: The Atlas of Tolkien's Middle-Earth. The Lord of the Rings: Moria, S. 129
  8. ↑ J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Buch II. Drittes Kapitel: Der Ring geht nach Süden.
  9. ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (Hrsg.): Nachrichten aus Mittelerde. Teil Zwei: Das zweite Zeitalter, Anhang C: Die Grenzen von Lórien.
  10. ↑ Karen Wynn Fonstad: The Atlas of Tolkien's Middle-Earth. The Lord of the Rings: Rivendell to Lórien, S. 164, 165.
  11. ↑ J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Buch II, Achtes Kapitel: Abschied von Lórien.
  12. ↑ Wayne G. Hammond, Christina Scull: The Lord of the Rings: A Reader’s Companion. Buch Zwei, Kapitel III: The Ring goes South, Note 274.
  13. ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. VII The Treason of Isengard. Kapitel VIII: The Ring goes South, S. 175, Note 22.
  14. ↑ Wayne G. Hammond, Christina Scull: The Lord of the Rings: A Reader’s Companion. Buch Zwei, Kapitel III: The Ring goes South, Note 283.
  15. ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. VI The Return of the Shadow. The Story Continued, Kapitel XXIV: The Ring Goes South, S. 433, 434.
  16. ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. VII The Treason of Isengard. Kapitel VIII: The Ring goes South, S. 166.
  17. ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. VII The Treason of Isengard. Kapitel XII: Lothlórien, S. 240, Note 32.
  18. ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. VII The Treason of Isengard. Kapitel XIV: Farewell to Lórien, S. 291, 292, Note 27.
  19. ↑ J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Anhang A: Annalen der Könige und Herrscher, I. Die númenorischen Könige, 4. Gondor und die Erben von Anárion, Die Truchsesse.
  20. ↑ J. R. R. Tolkien: The Lord of the Rings, Appendix A und Appendix F; Unfinished Tales, Part Three, „The Third Age“, II.
  21. ↑ J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Buch II, Siebtes Kapitel: Galadriels Spiegel.