Elendur (Sohn von Isildur)

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Elendur
Anke Eißmann, Elendur, 2008
Anke Eißmann, Elendur, 2008
Bekannt für
  • Elendur galt als einer der Größten und Schönsten aus dem Geschlecht Elendils[1]
Eckdaten
Geboren 3299 Z. Z.[1]
Gestorben 2 D. Z.[2]
Verhängnis auf den Schwertelfeldern[3]
Volk Menschen
Zugehörigkeit Númenorer
Ort Númenor
Gondor[4]
Familie
Vater Isildur
Geschwister Aratan, Ciryon und Valandil[4]

Elendur ist im Legendarium ein Mann aus Númenor und der älteste Sohn Isildurs.

Beschreibung

Elendur war der älteste Sohn Isildurs aus Númenor und wurde im Jahr 3299 Z. Z. geboren.[1] Seine jüngeren Brüder waren Aratan, Ciryon und Valandil. Elendur war der Enkel Elendils. Elendil gehörte zu den Getreuen Númenors. Das waren Númenórer, die den Elben und alten Traditionen Númenors treu geblieben waren.[5]

Elendur war stark und weise und wirkte majestätisch, ohne stolz zu sein. Er galt als einer der Größten und Schönsten aus dem Geschlecht Elendils.[4] Er war seinem Großvater Elendil besonders ähnlich. Auch Aragorn II., der ein Nachkomme von Elendurs Bruder Valandil war, wies eine auffallende Ähnlichkeit mit Elendur auf.[6]

Legendarium

Elendurs Urgroßvater Amandil sah die Zerstörung Númenors voraus und riet seinem Sohn Elendil, vorzusorgen.[5] Daraufhin bereiteten sie nicht nur neun Schiffe vor, sondern verstauten auch diejenigen Dinge auf den Schiffen, die sie vor der Vernichtung Númenors retten wollten, darunter ein Sämling von Nimloth und die sieben Palantíri.[7] Als sie im Jahr 3319 Z. Z. in See stachen und Númenor unterging, war Elendur 20 Jahre alt.[8]

Elendur kam gemeinsam mit seinem Vater Isildur und seinem Onkel Anárion nach Mittelerde. Sie gelangten mit ihren Schiffen zu den Mündungen des Anduin.[4] Im Jahr 3320 Z. Z. wurden die Reiche Gondor und Arnor gegründet.[8] Elendurs Vater Isildur errichtete Minas Ithil und lebte dort mit seiner Familie. Sein Onkel Anárion begründete Minas Anor, das spätere Minas Tirith. Im Jahr 3429 Z. Z. eroberte Sauron Minas Ithil.[8] Isildur floh mit seiner Familie nach Arnor zu Elendil und begab sich anschließend nach Lindon zu Gil-galad.[4]

Im Jahr 3430 Z. Z. schlossen Elendil und Gil-Galad das Letzte Bündnis von Elben und Menschen.[8] Elendur gehörte zum Heer des Bündnisses. Ein Jahr später zog das Heer nach Imladris, wo seine Mutter und sein jüngster Bruder Valandil zurückblieben.[4] Im Jahr 3434 Z. Z. überquerte Elendur gemeinsam mit dem Heer das Nebelgebirge und sie marschierten weiter Richtung Mordor. In der Schlacht von Dagorlad besiegten sie Saurons Streitkräfte, die sich daraufhin nach Barad-dûr zurückzogen.[8]

Nach der Schlacht schickte Isildur Elendurs Brüder Aratan und Ciryon zurück nach Minas Ithil. Sie sollten verhindern, dass Sauron entkommen konnte, falls er durch den Pass von Cirith Dúath zu fliehen versuchte. Zudem sollten sie Minas Ithil sichern.[1] Elendur blieb während der Zeit der Belagerung bei seinem Vater, nahm jedoch nicht am letzten Kampf auf dem Orodruin teil. Die Belagerung von Barad-dûr dauerte sieben Jahre. Sein Onkel Anárion wurde während der Belagerung von einem geworfenen Stein erschlagen. Sein Großvater Elendil fiel im letzten Kampf gegen Sauron. Isildur konnte mit einem Bruchstück von Elendils zerbrochenem Schwert Narsil den Einen Ring von Saurons Hand abschneiden und ihn an sich nehmen. Sauron war besiegt, und sein Geist suchte das Weite. Nun begann ein neues Zeitalter.[4][8]

Matěj Čadil, But the ring was lost, 2022

Elendur kehrte mit seinem Vater nach Gondor zurück. Nach dem Tod Anárions war Isildur König der Dúnedain in Arnor und Gondor. Im Jahr 2 des Dritten Zeitalters, am 5. Ivanneth, zog Elendur gemeinsam mit seinem Vater und seinen beiden Brüdern Aratan und Ciryon in den Norden. Zu seinem Gefolge gehörten zweihundert Ritter und Soldaten. Isildur wählte den Weg entlang des Anduin und wollte zunächst nach Imladris ziehen. Am dreißigsten Tag ihrer Reise, dem 5. Narbeleth, erreichten sie die nördliche Grenze der Schwertelfelder. Dort wurden sie von einer Schar Orks angegriffen. Von den zweihundert Männern überlebten nur drei den Angriff. Elendur und seine beiden Brüder fielen bei dem Angriff. Isildur konnte zunächst entkommen. Während seiner Flucht schwamm er durch den Anduin, wobei ihm der Eine Ring vom Finger glitt und im Fluss verloren ging. Dadurch wurde Isildur wieder sichtbar. Als er das Ufer erreichte, wurde er von Orkpfeilen getötet. Der Eine Ring blieb auf dem Grund des Flusses zurück.[3][4]

Nach dem Tod Isildurs und seiner drei älteren Söhne war Valandil der einzige überlebende Sohn Isildurs. Er wurde später, im Jahr 10 D. Z., König von Arnor. In Gondor übernahm dagegen Meneldil, der Sohn Anárions, die Königswürde.[4]

Stammbaum

Earendil
Elwing
Elros
Elrond
Elendil
Isildur
Anárion
Elendur
Aratan
Ciryon
Valandil
Meneldil
Eldacar
Könige
von Gondor
Könige
von Arnor
Könige
von Arthedain
Stammesführer
der Dúnedain
Aragorn
Arwen

Etymologie

Helmut W. Pesch übersetzt den Quenya-Namen Elendur mit „Sternendiener“ oder „Elbendiener“.[9]

Werkgeschichte

In einer früheren Fassung trug Isildurs ältester Sohn den Namen Kiryandil. Er wurde in dieser Fassung im Jahr 3318 Z. Z. geboren und war der letzte Mensch, der auf Númenor geboren wurde.[10]

Quellen

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Unfinished Tales. Teil Drei: Das Dritte Zeitalter, Kapitel I: Das Verhängnis auf den Schwertelfeldern, Anmerkung 11.
  2. J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Anhang B, Die Aufzählung der Jahre: Das Dritte Zeitalter.
  3. 3,0 3,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Von den Ringen der Macht und dem Dritten Zeitalter, Worin diese Erzählungen zum Ende kommen.
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 4,4 4,5 4,6 4,7 4,8 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Nachrichten aus Mittelerde. Teil Drei: Das Dritte Zeitalter, Kapitel I: Das Verhängnis auf den Schwertelfeldern.
  5. 5,0 5,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Akallabêth: Der Untergang von Númenor.
  6. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Unfinished Tales. Teil Drei: Das Dritte Zeitalter, Kapitel I: Das Verhängnis auf den Schwertelfeldern, Anmerkung 26.
  7. J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Anhang A, Annalen der Könige und Herrscher: Die Númenórischen Könige.
  8. 8,0 8,1 8,2 8,3 8,4 8,5 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Anhang B, Die Aufzählung der Jahre: Das Zweite Zeitalter.
  9. Helmut W. Pesch: Das große Elbisch-Buch. Kapitel VII Wörterbuch Quenya-Deutsch, Elendur.
  10. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XII The Peoples of Middle-earth. Part One: The Prologue and Appendices to The Lord of the Rings, Kapitel VII The Heirs of Elendil, S. 208.