Argonath

Die Argonath sind zwei monumentale Steinstatuen von Isildur und Anárion, die sich an der nördlichen Grenze Gondors an beiden Seiten des Anduins gegenüberstehen.
Beschreibung
Die Argonath waren zwei gewaltige Statuen aus Stein, die kunstfertig in zwei große Steinsäulen gehauen worden waren. Die Statuen stellten Isildur und Anárion dar. Könige von Anor und Gondor, Söhne von Elendil. Elendil hatte Númenor verlassen, bevor es unterging, und die zwei Königreiche Arnor und Gondor gegründet.[1][2][3]

Die beiden Statuen hielten in ihrer rechten Hand eine Axt. Sie blickten nach Norden, die linken Hände waren in die gleiche Richtung ausgestreckt und hielten die Handflächen mit einer Gebärde der Warnung nach außen. Auf dem Kopf trugen die Könige einen Helm und eine Krone.[1]
Die Argonath ragten westlich und östlich aus den Wassern des Flusses Anduin an der nördlichen Grenze Gondors. Die beiden Statuen bildeten den Eintritt in eine dunkle Schlucht in den Emyn Muil, an deren beiden Seiten steile Klippen in unermesslicher Höhe aufragten. Diese Felsenschlucht bildet den Nordeingang des Sees Nen Hithoel, der wiederum nördlich des Rauros, der Berge Amon Hen und Amon Lhaw, der Berge des Sehens und des Hörens und des Tol Brandir lag.[1][4][5]
Die Argonath wurden von Gondors Regenten, dem späteren König von Gondor Rómendacil II., gebaut. Der Bau begann, nachdem er im Jahr 1248 D. Z. ein großes Heer von Ostlingen besiegt hatte. Nach seiner Rückkehr befestigte Rómendacil das westliche Ufer des Anduin bis zur Mündung des Limklar und begann mit dem Bau der Argonath am Eingang zum Nen Hithoel.[6]
Am 25. Februar 3019 D. Z. fuhren die acht verbleibenden Gefährten der Gemeinschaft des Rings auf ihrer Reise in den Süden auf dem Anduin durch die Säulen der Könige.[7] Frodo war von Ehrfurcht und Angst ergriffen, er kauerte sich nieder, wagte nicht, aufzuschauen, und schloss sogar die Augen. Auch Boromir beugte den Kopf im Vorbeifahren. Sam war von Furcht ergriffen, aber Aragorn beruhigte ihn und sagte, dass sie sich nicht fürchten müssen, da ein Nachfahre von Isildur und Anárion nichts zu befürchten habe. Aragorn war Elendils Erbe.[1]
Andere Namen
- Königliche Steine (Original Royal Stones)[8]
- Königssteine (Original King Stones)[9][10]
- Säulen der Könige (Original The Pillars of the Kings)[9][10]
- Tore von Argonath (Original Gates of Argonath)[2][11]
- Argonad[12]
Etymologie
In seiner Nomenclature of The Lord of the Rings schrieb Tolkien, Argonath bedeute royal stones (königliche Steine). Argonath beinhalte das Element gonn (gon-d) = Stein/Felsen in Elbisch. In Sindarin wurde gon- für in Stein gehauene Figuren verwendet. Die Silbe -ath war ein Merkmal für die Pluralform von Gruppen und wurde hier verwendet, weil es sich bei den Statuen um ein Paar von „Zwillingsstatuen“ handelte. Ar war ein Präfix, das Königlichkeit ausdrückte.[8][13]
In einem Brief an Richard Jeffery schrieb Tolkien, dass durch den Verlust von -d in der Sprachentwicklung die zwei „noblen Steine“ statt unter dem Namen Argonad nun unter dem Namen Argonath bekannt seien.[12]
Filmtrilogie
- Im ersten Teil der Filmtrilogie Der Herr der Ringe: Die Gefährten sind die Argonath zu sehen. Sie sind dort Steinstatuen von Elendil und Isildur. Elendil hält keine Axt in seiner rechten Hand, sondern sein Schwert Narsil.
- In der Box der Special Edition von Der Herr der Ringe: Die Gefährten waren die zwei Statuen als Buchstützen enthalten.[14]
- Die Argonath bildeten das Motiv für eines der Filmposter für Der Herr der Ringe: Die Gefährten.[15]
Entwicklungsgeschichte
In einem Manuskript zu dem Kapitel Der große Strom waren als mögliche Namen für die Steinsäulen The Gates of Gebir oder Gates of Sarn-Gebir notiert.[16] Bevor sie zu den Argonath wurden, änderte Tolkien den Namen noch zu Sern Aranath.[17]
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Buch II, Neuntes Kapitel: Der große Strom
- ↑ 2,0 2,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Von den Ringen der Macht und dem Dritten Zeitalter
- ↑ J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Anhang B, Die Aufzählung der Jahre: Das Dritte Zeitalter
- ↑ Wayne G. Hammond, Christina Scull: The Lord of the Rings: A Reader’s Companion. The Fellowship of the Ring. Buch Zwei, Kapitel II: The Council of Elrond, S. 233
- ↑ Karen Wynn Fonstad: The Atlas of Tolkien's Middle-Earth. Regional Maps: The Brown Lands, the Wold, The Downs, and the Emyn Muil
- ↑ J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Anhang A, Annalen der Könige und Herrscher, IV: Gondor und die Erben von Anárion
- ↑ J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Anhang B, Die Aufzählung der Jahre: Die Grossen Jahre
- ↑ 8,0 8,1 Wayne G. Hammond, Christina Scull: The Lord of the Rings: A Reader’s Companion. The Fellowship of the Ring. Buch Two, Kapitel IX: The Great River, S. 347
- ↑ 9,0 9,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The Silmarillion. Index of Names
- ↑ 10,0 10,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Namensregister
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The Silmarillion. Of the Rings of Power and the Third Age
- ↑ 12,0 12,1 J. R. R. Tolkien, Humphrey Carpenter (ed.): The Letters of J.R.R. Tolkien. Letter 347: An Richard Jeffery
- ↑ Wolfgang Krege: Elbisches Wörterbuch. Klett-Cotta, Stuttgart 2025. Teil I: Elbisch Deutsch, S. 98
- ↑ Peter Jackson: Der-Herr-der-Ringe-Filmtrilogie. New Line Cinema, Metro-Goldwyn-Mayer, WingNut Films
- ↑ Archiv für Filmposter, Filmplakat: Herr der Ringe: Die Gefährten, abgerufen am 29. Dezember 2025.
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. VII The Treason of Isengard. Kapitel XVII: The Great River, S 362
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. VII The Treason of Isengard. Kapitel XVII: The Great River, S 366, Note 21
