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Fingolfin: Unterschied zwischen den Versionen

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:* XIII ''Von der Rückkehr der Noldor''
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:* XVIII ''Vom Verderben Beleriands und von Fingolfins Ende''
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Version vom 24. Oktober 2025, 16:08 Uhr

Fingolfin

Fingolfin ist im Legendarium der zweite Sohn Finwes. Er regierte während dessen Abwesenheit die Noldor in Tirion und wurde später Hoher König der Noldor in Mittelerde.[1][2]

Zeitangabe

Volk

Elben, Noldor

Stammbaum

Míriel
Finwe
Indis
Feanor
Anairë
Fingolfin
Finarfin
Fingon
Turgon
Aredhel
Argon

Beschreibung

Seine Mutter war Indis von den Vanyar, die zweite Frau von Finwe. Seine Geschwister waren sein älterer Halbbruder Feanor, Schaffer der Silmaril, und sein jüngerer Bruder Finarfin, Vater von Galadriel. Fingolfin galt als der stärkste, standhafteste und tapferste der drei Brüder.[1]

In der Form des Legendariums, wie sie im Silmarillion veröffentlicht wurde, hatte Fingolfin drei Kinder: Sein ältester Sohn war Fingon, der nach ihm Hoher König der Noldor wurde. Sein zweiter Sohn Turgon war der Erbauer von Gondolin und Urgroßvater von Elrond. Seine jüngste Tochter war Aredhel, die Weiße Dame der Noldor und Mutter von Maeglin.[1] In früheren Versionen des Legendariums hatte Fingolfin zudem einen weiteren Sohn namens Argon, der jedoch bereits vor der Niederlassung der Noldor in Beleriand fiel.[5]

Die Beziehung von Fingolfin zu seinem Halbbruder Feanor war von Beginn an distanziert und angespannt. Dieser war wenig erfreut darüber gewesen, dass sich sein Vater nach dem Versterben von seiner Mutter Míriel erneut vermählte.[6]

Feanor und Fingolfin

Diesen Umstand nutzte Melkor, um Zwietracht zwischen den Brüdern zu säen. In den Jahren der Bäume waren Feanor und Fingolfin als älteste Söhne Finwes, des Königs der Noldor auf Aman, hoch angesehen. Melkor schürte jedoch Misstrauen, indem er verbreitete, Fingolfin stehe höher in der Gunst der Valar und habe mit seinen Söhnen verschworen, um Feanor die Erbfolge streitig zu machen. Dieser begann daraufhin aufrührerische Reden gegen die Valar zu halten und brachte Unruhe unter die Noldor. Als Fingolfin seinen Vater bat, Feanor zur Ordnung zu rufen, eskalierte der Konflikt: Feanor bedrohte Finarfin öffentlich mit dem Schwert. Daraufhin verbannten die Valar ihn für zwölf Jahre aus Tirion. Da sowohl Feanor als auch Finwe das Exil antraten, wurde Fingolfin in ihrer Abwesenheit zum König der Noldor.[7]

Da Manwe eine Versöhnung zwischen Fingolfin und Feanor herbeiführen wollte, lud er später alle Eldar zu einem Fest in seine Thronhallen auf dem Taniquetil und befahl Feanor zu erscheinen. Fingolfin vergab bei diesem Anlass einem Halbbruder öffentlich und sicherte ihm seine Treue zu.[2]

Nachdem Melkor mit Hilfe Ungolianths die Zwei Bäume zerstört, Finwe getötet und die Silmaril geraubt hatte, stachelte Feanor die Noldor zur Rebellion und versammelte sie zum Aufbruch nach Mittelerde. Fingolfin kritisierte zunächst das Vorhaben und den Eid Feanors, was beinahe zu einer weiteren bewaffneten Konfrontation führte. Da Fingolfin Sorge hatte, sein Volk allein den "unbedachten Ratschlüssen" Feanors zu überlassen und sich an sein Versprechen vor Manwes Thron erinnerte, schloss er sich letztlich dem Aufbruch an. Er führte dabei die größte Elbenschar, die vor allem aus Noldor aus Tirion bestanden, die Feanor nicht als ihren König anerkannten. Diese Scharr zog langsamer hinter Feanor her, sodass bei ihrem Eintreffen am Hafen von Alqualonde der Kampf zwischen den Noldor und den Teleri schon im Gange war. Da sie dachten, die Teleri versuchten im Auftrag der Valar die Noldor vom Verlassen Amans zu hindern, kämpfte Fingolfings Gefolge auf der Seite Feanors und half, die Boote der Teleri in ihre Gewalt zu bringen. Aufgrund ihrer Beteiligung am Sippenmord fielen auch sie unter Mandos' Fluch.[8]

Fingolfin nahm somit an der Rebellion gegen die Valar teil und zog mit seinen Kindern nach Mittelerde. Seine Gemahlin Anairë blieb jedoch in Aman.

Als die Noldor letzlich in Araman an der Helcaraxe ankamen, berieten sie sich, wie sie von dort aus nach Mittelerde gelangen könnten. Als Feanor und seine Söhne feststellten, dass die Schiffe nicht ausreichten, um alle Noldor auf einmal nach Mittelerde zu bringen, beschlossen sie heimlich alleine aufzubrechen und ließen Fingolfin mit seinen Anhänger zurück. Feanor entschied bei Ankunft in Losgar die Schiffe zu verbrennen, statt die verbliebenen Noldor in Aman mit den Schiffen zu holen. So blieb Fingolfin keine Wahl, als sein Gefolge über die Helcaraxe nach Mittelerde zu führen. Bei dieser gefährlichen Überquerung kamen viele der Elben ums Leben, darunter auch Elenwe, Frau von Fingolfins Sohn Turgon.[8]

Über ihren Einzug in Mittelerde wird Folgendes berichtet:

"Als aber Fingolfins Schar in Mithrim einzog, da ging flammend im Westen die Sonne auf, und Fingolfin entrollte seine blausilbernen Banner und ließ die Hörner blasen; und zu Füßen seiner Schar wuchsen Blumen auf, und die Zeitalter der Sterne waren zu Ende."
Das Silmarillion, XIII Von der Rückkehr der Noldor

Seine neue Heimat fand er in Hithlum, wo er an den Hängen der Ered Wethrin in der Nähe der Quelle des Eithel Sirion seine Festung, Barad Eithel, erbaute.

Im Jahr 7 E. Z. wurde er Hoher König der Noldor,[9] nachdem sein Sohn Fingon Maedhros aus der Gefangenschaft Morgoths befreit hatte. Die Würde des Hohen König der Noldor, die eigentlich Maedhros zustand, wurde Fingolfin übertragen, um eine stärkere Spaltung der Noldor zu vermeiden.

In der Dagor Aglareb wurde in der Ebene von Ard-galen ein Orkheer, das von Angband nach Dorthonion vorstieß, zwischen Fingolfins und Maedhros’ Heeren in die Zange genommen und vernichtet. Daraufhin regierte Fingolfin vierhundert Jahre, in denen er den Belagerungsgürtel um Angband geschlossen hielt. Im Jahr 455 E. Z., nach der Niederlage in der Dagor Bragollach, ritt er auf Rochallor allein bis zu den Toren der großen Festung und alles floh vor ihm in dem Glauben Orome selbst käme auf sie hinabgefahren. Dann forderte er Morgoth zum Zweikampf heraus und der Valar fürchtete sich vor Fingolfins Zorn.

Über den Kampf wird berichtet:

"Fingolfin aber leuchtete daraus hervor wie ein Stern, denn sein Kettenhemd war mit Silber ausgelegt und sein blauer Schild mit Kristallen besetzt; und er zog sein Schwert Ringil, das glitzerte wie Eis. Dann schwang Morgoth Grond hoch in die Luft, den Unterwelthammer, und schmetterte ihn nieder wie einen Donnerschlag. Doch Fingolfin sprang beiseite, und Grond schlug eine mächtige Grube in die Erde, aus der Rauch und Feuer hervorsprühten. Viele Male versuchte Morgoth, ihn zu zerschmettern, und jedesmal wich Fingolfin aus, wie der Blitz unter einer dunklen Wolke hervorspringt; und er verwundete Morgoth mit sieben Wunden, und siebenmal stieß Morgoth einen Schmerzensschrei aus, bei dem die Heere von Angband mit den Gesichtern zu Boden fielen vor Furcht, und seine Schreie hallten in den Nordlanden wider."
Silmarillion, XVIII Vom Verderben Beleriands und von Fingolfins Ende

Trotz seiner Anstregungen unterlag Fingolfin aufgrund schlussendlich, da er vor lauter Erschöpfung strauchelte. Morgoth erdrückte ihn mit seinem Fuß, Fingolfin stieß dabei jedoch Ringil in den Fuß. Fingolfin ist somit der einzige Sterbliche, der Morgoth jemals verwundete. Morgoth warf den Leichnam den Wölfen zum Fraß vor, doch Thorondor rettete den Leichnam und brachte ihn zu seinem Sohn Turgon in die Stadt Gondolin im verborgenen Tal von Tumladen. Dort wurde er begraben und ihm ein Cairn (Steinpyramide) als Grabmal errichtet.

Namen und Titel

Bei seiner Geburt wird er zunächst, wie bereits sein älterer Bruder Feanor, nach seinem Vater Finwe genannt. Später erweiterte dieser den Namen zu Ñolofinwe.[10]

Um seinen Anspruch auf das Erbe seines Vaters zu unterstreichen nannte er sich selbst Finwe Ñolofinwe (was Feanor sehr erzürnte), was zur Sindarinform Fingolfin führte.

Seine Mutter Indis gab ihm zudem den Mutternamen Arakáno[5], was so viel wie „königlicher Anführer“ (engl. high chieftain) bedeutet. Der Name galt als prophetisch.[11]

Sonstiges

  • Der Song Time Stands Still (at The Iron Hill) von Blind Guardian behandelt den Kampf zwischen Fingolfin und Morgoth vor den Toren von Angband

Links

Vorgänger Hoher König der Noldor Nachfolger
Maedhros 7–456 E. Z. (J. S.) Fingon

Quellen

  • J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion. Herausgegeben von Christopher Tolkien. Übersetzt von Wolfgang Krege. Klett-Cotta, Stuttgart 1978. (Im Original erschienen 1977 unter dem Titel The Silmarillion.) Quenta Silmarillion,
  • V Von Eldamar und den Fürsten der Eldalië
  • IX Von der Verbannung der Noldor
  • XIII Von der Rückkehr der Noldor
  • XVIII Vom Verderben Beleriands und von Fingolfins Ende


Vorgänger Hoher König der Noldor Nachfolger
Maedhros 7–456 E. Z. (J. S.) Fingon
  1. 1,0 1,1 1,2 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel V: Von Eldamar und den Fürsten der Eldalië.
  2. 2,0 2,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel VIII: Von der Verdunklung Valinors.
  3. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. X Morgoth’s Ring. Part Two, The Annals of Aman: Fourth section of the Annals of Aman, §81, S. 92.
  4. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XI The War of the Jewels. Part One: The Grey Annals, §157, S. 55.
  5. 5,0 5,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth, Vol. XII: The Peoples of Middle-earth, Kapitel XI: The Shibboleth of Fëanor, S. 345.
  6. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel VI: Von Feanor und der Loskettung Melkors.
  7. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel VII: Von den Silmaril und der Unruhe der Noldor.
  8. 8,0 8,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel IX: Von der Verbannung der Noldor.
  9. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XI The War of the Jewels. Part One: The Grey Annals, §69, S. 33.
  10. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. X Morgoth’s Ring. Part Three, The Second Phase: Laws and Customs among the Eldar, S. 217.
  11. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth, Vol. XII: The Peoples of Middle-earth, Kapitel XI: The Shibboleth of Fëanor, S. 360.