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Die Spinnen Ardas waren große und sehr giftige Kreaturen. Sie beherrschten anscheinend verschiedene Sprachen und verwandten sie in ihrer primitiven Art und Weise.<ref name="H VIII">[[J. R. R. Tolkien]]: ''Der Hobbit''. Kapitel VIII: ''Fliegen und Spinnen''.</ref> [[Gollum]] konnte so einen Handel mit [[Kankra]] abschließen.<ref name="HDR IV 9">[[J. R. R. Tolkien]]: ''[[Der Herr der Ringe]]''. Viertes Buch, Neuntes Kapitel: ''Kankras Lauer''.</ref> | |||
Die Spinnen | Die Spinnen dienten nur sich selbst, konnten aber leicht durch das Angebot von Beute bestochen werden. Anders als böse Geister wie [[Balrogs]] oder [[Gespenster]] dienten sie nicht dem Bösen, gingen aber situativ Bündnisse mit ihm ein. Dies zeigte sich bereits bei ihrer Stammutter [[Ungoliant]], die sich nicht von [[Melkor]] betrügen ließ und es sogar vermochte, sich und Melkor für andere [[Valar]] unsichtbar zu machen, indem sie das ''Unlicht'' spannte. Dies könnte darin begründet sein, dass Ungoliant aus dem Dunkel ([[Kúma]]) stammen soll, und damit [[Ea]] nicht angehörte.<ref>[[J. R. R. Tolkien]]: ''[[Das Silmarillion]]''. Herausgegeben von [[Christopher Tolkien]]. ''[[Quenta Silmarillion]]'', VIII ''Von der Verdunkelung Valinors''.</ref> | ||
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Als Urmutter der später in [[Mittelerde]] auftretenden Großen Spinnen gilt die Lichtfresserin Ungoliant, die im [[Erstes Zeitalter|Ersten Zeitalter]] in [[Avathar]] und später in [[Beleriand]] hauste. Im Bunde mit dem Dunklen Herrscher Melkor verschlang sie das Licht der [[Zwei Bäume]] in [[Valinor]]. Als sich Melkor jedoch weigerte, ihr als Lohn den ihr versprochenen [[Silmaril]] zu überlassen, verfolgte sie ihn, bis sie von den [[Balrogs]] des Dunklen Herrschers vertrieben wurde. Sie floh über die [[Ered Gorgoroth]] in das Tal [[Nan Dungortheb]] und paarte sich dort mit anderen Großen Spinnen.<ref>[[J. R. R. Tolkien]]: ''[[Das Silmarillion]]''. Herausgegeben von [[Christopher Tolkien]]. ''[[Quenta Silmarillion]]'', IX ''Von der Verbannung der Noldor''.</ref> | |||
Die Spinnen von Nan Dungortheb wurden in ganz Beleriand gefürchtet; in ihre Fänge gerieten viele Reisende, darunter auch [[Aredhel]], Tochter von [[Fingolfin]], die ihnen jedoch entkommen konnte.<ref>[[J. R. R. Tolkien]]: ''[[Das Silmarillion]]''. Herausgegeben von [[Christopher Tolkien]]. ''[[Quenta Silmarillion]]'', XVI ''Von Maeglin''.</ref> | |||
Ungoliants letzte Tochter war die dämonische Kankra, die nach Osten zog. Sie ließ sich in den [[Ephel Dúath]], an der Grenze [[Mordor]]s, nieder, von wo aus sich ihre Brut in den Bergen der Gegend ausbreitete, gen [[Rhûn|Osten]] zog oder sich in das Baumdickicht des [[Düsterwald]]es zurückzog.<ref name="HDR IV 9"/><ref name="H VIII"/> | |||
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Ende des [[Drittes Zeitalter|Dritten Zeitalter]]s hielten sie einen Großteil des dämmrigen Waldes besetzt und spannen ihre dicken, klebrigen Netze. Diese Spinnen waren deutlich kleiner als Kankra, wenn auch nicht weniger gefährlich. Im Jahre 2941 D. Z. fingen sie [[Thorin & Co.]] bei ihrer Reise zum [[Erebor]]. Erst Bilbo Beutlin konnte die [[Zwerge]] befreien und die Spinnen schließlich vertreiben. | |||
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* In der [[Stabreim]]fassung der [[Narn i Hîn Húrin]] wird erzählt, dass in ''Nan Dungorthin'' dunkle Schreine für namenlose Götter standen.<ref>J. R. R. Tolkien: ''[[The Lays of Beleriand]].'' (The History of Middle-earth, Band III.) Herausgegeben von Christopher Tolkien. George Allen & Unwin, London 1985. I ''The Lay of the Children of Húrin''. III. ''Failivrin''</ref> Möglicherweise waren damit Spinnen oder ähnliche, [[namenlose Wesen]] gemeint. | |||
Oft wird vermutet, dass [[J. R. R. Tolkien]]s negativ besetzte Position der Spinnen in dessen Werken daher rühre, dass Tolkien als Kleinkind einmal von einer Tarantel gebissen worden sei. Tolkien selber schrieb jedoch in einem Brief, dass er keine besondere Abneigung gegen Spinnen habe und auch kein Bedürfnis hätte, sie zu töten. Wie er weiter schrieb, pflegte er sie lebend einzufangen und ins Freie zu setzen, wenn sich eine beispielsweise im Badezimmer niedergelassen hatte. | * Oft wird vermutet, dass [[J. R. R. Tolkien]]s negativ besetzte Position der Spinnen in dessen Werken daher rühre, dass Tolkien als Kleinkind einmal von einer Tarantel gebissen worden sei. Tolkien selber schrieb jedoch in einem Brief, dass er keine besondere Abneigung gegen Spinnen habe und auch kein Bedürfnis hätte, sie zu töten. Wie er weiter schrieb, pflegte er sie lebend einzufangen und ins Freie zu setzen, wenn sich eine beispielsweise im Badezimmer niedergelassen hatte.<ref>J. R. R. Tolkien: ''[[Briefe]]''. Herausgegeben von [[Humphrey Carpenter]]. ''[[Brief 163]]''.</ref> | ||
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Version vom 20. April 2026, 14:59 Uhr
Spinnen (Original Spiders), auch Große Spinnen (Original Great Spiders) genannt, sind im Legendarium böswillige Kreaturen Ardas.
Beschreibung
Die Spinnen Ardas waren große und sehr giftige Kreaturen. Sie beherrschten anscheinend verschiedene Sprachen und verwandten sie in ihrer primitiven Art und Weise.[1] Gollum konnte so einen Handel mit Kankra abschließen.[2]
Die Spinnen dienten nur sich selbst, konnten aber leicht durch das Angebot von Beute bestochen werden. Anders als böse Geister wie Balrogs oder Gespenster dienten sie nicht dem Bösen, gingen aber situativ Bündnisse mit ihm ein. Dies zeigte sich bereits bei ihrer Stammutter Ungoliant, die sich nicht von Melkor betrügen ließ und es sogar vermochte, sich und Melkor für andere Valar unsichtbar zu machen, indem sie das Unlicht spannte. Dies könnte darin begründet sein, dass Ungoliant aus dem Dunkel (Kúma) stammen soll, und damit Ea nicht angehörte.[3]
Hintergrund
Als Urmutter der später in Mittelerde auftretenden Großen Spinnen gilt die Lichtfresserin Ungoliant, die im Ersten Zeitalter in Avathar und später in Beleriand hauste. Im Bunde mit dem Dunklen Herrscher Melkor verschlang sie das Licht der Zwei Bäume in Valinor. Als sich Melkor jedoch weigerte, ihr als Lohn den ihr versprochenen Silmaril zu überlassen, verfolgte sie ihn, bis sie von den Balrogs des Dunklen Herrschers vertrieben wurde. Sie floh über die Ered Gorgoroth in das Tal Nan Dungortheb und paarte sich dort mit anderen Großen Spinnen.[4]
Die Spinnen von Nan Dungortheb wurden in ganz Beleriand gefürchtet; in ihre Fänge gerieten viele Reisende, darunter auch Aredhel, Tochter von Fingolfin, die ihnen jedoch entkommen konnte.[5]
Ungoliants letzte Tochter war die dämonische Kankra, die nach Osten zog. Sie ließ sich in den Ephel Dúath, an der Grenze Mordors, nieder, von wo aus sich ihre Brut in den Bergen der Gegend ausbreitete, gen Osten zog oder sich in das Baumdickicht des Düsterwaldes zurückzog.[2][1]
Ende des Dritten Zeitalters hielten sie einen Großteil des dämmrigen Waldes besetzt und spannen ihre dicken, klebrigen Netze. Diese Spinnen waren deutlich kleiner als Kankra, wenn auch nicht weniger gefährlich. Im Jahre 2941 D. Z. fingen sie Thorin & Co. bei ihrer Reise zum Erebor. Erst Bilbo Beutlin konnte die Zwerge befreien und die Spinnen schließlich vertreiben.[1]
Sonstiges
- In der Stabreimfassung der Narn i Hîn Húrin wird erzählt, dass in Nan Dungorthin dunkle Schreine für namenlose Götter standen.[6] Möglicherweise waren damit Spinnen oder ähnliche, namenlose Wesen gemeint.
- Oft wird vermutet, dass J. R. R. Tolkiens negativ besetzte Position der Spinnen in dessen Werken daher rühre, dass Tolkien als Kleinkind einmal von einer Tarantel gebissen worden sei. Tolkien selber schrieb jedoch in einem Brief, dass er keine besondere Abneigung gegen Spinnen habe und auch kein Bedürfnis hätte, sie zu töten. Wie er weiter schrieb, pflegte er sie lebend einzufangen und ins Freie zu setzen, wenn sich eine beispielsweise im Badezimmer niedergelassen hatte.[7]
Links
- Spinnen, Spinnenphobie und Taranteln werden thematisiert im Podcast Tolkien in 5 Minuten 002 Was macht Tolkien in Südafrika
- Spinnen werden Podcast Tolkiens Briefe thematisiert: Brief 15
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 1,2 J. R. R. Tolkien: Der Hobbit. Kapitel VIII: Fliegen und Spinnen.
- ↑ 2,0 2,1 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Viertes Buch, Neuntes Kapitel: Kankras Lauer.
- ↑ J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion. Herausgegeben von Christopher Tolkien. Quenta Silmarillion, VIII Von der Verdunkelung Valinors.
- ↑ J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion. Herausgegeben von Christopher Tolkien. Quenta Silmarillion, IX Von der Verbannung der Noldor.
- ↑ J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion. Herausgegeben von Christopher Tolkien. Quenta Silmarillion, XVI Von Maeglin.
- ↑ J. R. R. Tolkien: The Lays of Beleriand. (The History of Middle-earth, Band III.) Herausgegeben von Christopher Tolkien. George Allen & Unwin, London 1985. I The Lay of the Children of Húrin. III. Failivrin
- ↑ J. R. R. Tolkien: Briefe. Herausgegeben von Humphrey Carpenter. Brief 163.
