Vidumavi
| Vidumavi | |
|---|---|
| Matěj Čadil, Valacar of Gondor, 2018 | |
| Bekannt für | |
| |
| Titel | |
| König von Rhovanion[1] | |
| Eckdaten | |
| Andere Namen | Galadwen (Sindarin) |
| Geboren | im 13. Jh. des Dritten Zeitalters |
| Gestorben | 1344 D. Z.[Anm. 1] |
| Volk | Menschen, Nordmenschen |
| Ort | Rhovanion Gondor[2] |
| Familie | |
| Vater | Vidugavia |
| Ehepartner | Valacar |
| Kinder | Eldacar und mindestens ein weiters Kind[3] |
Vidumavi ist im Legendarium eine Frau der Nordmenschen von Rhovanion. Sie ist mit Valacar, dem König von Gondor, verheiratet.
Beschreibung
Vidumavi war die Tochter von Vidugavia, des mächtigsten Fürsten der Nordmenschen, der sich als „König von Rhovanion“ bezeichnete. Sie lebte in Rhovanion im 13. und 14. Jahrhundert des Dritten Zeitalters.[1] Vidumavi galt als schöne und edle Frau von großem Mut, den sie später auch an ihre Kinder weitergab. Vidumavi heiratete Valacar, den Sohn des Königs von Gondor, Rómendacil II.[2]
Legendarium
Vidumavis Vater und die Nordmenschen hatten Rómendacil II. in seinem Feldzug gegen die Ostlinge unterstützt. Nach dem Sieg bemühte sich der König um eine engere Verbindung zwischen Gondor und den Nordmenschen. Im Jahr 1250 D. Z. entsandte er seinen Sohn Valacar als Botschafter zu Vidugavia, damit dieser die Sprache, Sitten und Gebräuche der Nordmenschen kennenlernen sollte.
Valacar fand nicht nur Gefallen an dem Land und seinen Bewohnern, sondern verliebte sich auch in Vidumavi.[1] Rómendacil hatte zunächst Bedenken gegen die Verbindung. Er konnte die Ehe jedoch weder verhindern noch ihre Anerkennung verweigern, da er andernfalls den Zorn Vidugavias und der Nordmenschen auf sich gezogen hätte.[2] Im fünfzehnten Jahrhundert führte die Heirat von Vidumavi und Valacar zum verheerenden Krieg des Sippenstreits.[3]
Im Jahr 1255 D. Z. wurde Vidumavis Sohn Eldacar geboren. Bei den Nordmenschen trug er den Namen Vinitharya.
Fünf Jahre später, im Jahr 1260, kehrte Valacar auf Aufforderung seines Vaters nach Gondor zurück, um an den Beratungen des Reiches teilzunehmen und das Kommando über die Heere zu übernehmen. Vidumavi kehrte gemeinsam mit ihrem Gemahl und ihren Kindern sowie einem Gefolge nordmännischer Edelleute nach Gondor zurück.
In Gondor war Vidumavi bereit, den Namen Galadwen zu tragen, eine Übersetzung ihres nordischen Namens ins Sindarin. Sie erlernte rasch die Sprache und die Bräuche Gondors und gewann durch ihr kluges und besonnenes Auftreten die Zuneigung der Menschen, die sie kannten.
Die Ehe zwischen Vidumavi und Valacar wurde von den hohen Männern Gondors jedoch mit Misstrauen betrachtet. Unter den Dunedain bestanden Vorbehalte gegen die Verbindung des Thronerben mit einer Frau nordmännischer Herkunft. Die Nordmenschen galten ihnen als ein „niederes“ und kurzlebiges Volk. Daher befürchteten viele, dass auch die Valacars Nachkommen deren vermeintlich geringere Herkunft erben und dadurch die Würde des Königshauses mindern würden.
Vidumavi erreichte für eine Angehörige ihres Volkes ein hohes Alter. Nach ihrem Tod verstärkte sich die Ablehnung gegenüber der Verbindung zwischen den beiden Völkern. Als Valacar älter wurde, kam es insbesondere in den südlichen Provinzen Gondors zur Rebellion. Es versammelten sich jene, die niemals einen König anerkennen wollten, dessen Abstammung zur Hälfte auf ein fremdes Volk zurückging. Sie forderten, Vidumavis Sohn Eldacar sollte als Vinitharya in das Land seiner Mutter zurückkehren.[2]
Nach Valacars Tod bestieg Eldacar den Thron Gondors. Im Sippenstreit wurde er jedoch vertrieben und kehrte erst nach zehn Jahren nach Gondor zurück, nachdem er seine Herrschaft zurückerobert hatte.[1]
Stammbaum
| Elendil | |||||||||||||||||||||||||||||||||
| Anárion | Isildur | ||||||||||||||||||||||||||||||||
| Vidugavia | Rómendacil II. | ||||||||||||||||||||||||||||||||
| mindestens ein weiters Kind | Vidumavi | Valacar | |||||||||||||||||||||||||||||||
| Eldacar | |||||||||||||||||||||||||||||||||
| Marhari | |||||||||||||||||||||||||||||||||
| Könige von Gondor | |||||||||||||||||||||||||||||||||
| Eorl | |||||||||||||||||||||||||||||||||
| Könige von Rohan | Aragorn | ||||||||||||||||||||||||||||||||
Etymologie
Christopher Tolkien weist in Nachrichten aus Mittelerde darauf hin, dass Vidumavi die latinisierte Form des gotischen Namens Widumawi ist. Widumawi ist ein belegter gotischer Name mit der Bedeutung ‚Wald-Mädchen‘ bzw. ‚Mädchen des Waldes‘.
Christopher Tolkien bemerkt, dass die Namen der frühen Könige und Fürsten Gondors in gotischer und nicht in altenglischer Form erscheinen. Die gotischen Formen stehen dabei für eine ältere Sprachstufe innerhalb der Geschichte. Während J. R. R. Tolkien die Sprache Rohans durch altertümliches Englisch wiedergibt, werden die Namen ihrer Vorfahren und der mit ihnen verbundenen frühen Herrscher in den älteren germanischen Formen des Gotischen dargestellt.[4][5]
Anmerkung
- ↑ Christopher Tolkien merkt an, dass auf einer weiteren Notiz das Datum 1332 vermerkt ist.
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe: Anhang A, Analen der Könige und Herrscher, I: Die númenórischen Könige, 4. Gondor und die Erben von Anárion.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XII The Peoples of Middle-earth. Part One: The Prologue and Appendices to The Lord of the Rings, Kapitel IX: The Making of Appendix A, (i) The Realms in Exile.
- ↑ 3,0 3,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Unfinished Tales. Teil Drei: Das Dritte Zeitalter, Kapitel II: Cirion und Eorl und die Freundschaft zwischen Gondor und Rohan, Anmerkungen, Anm. 5.
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Unfinished Tales. Teil Drei: Das Dritte Zeitalter, Kapitel II: Cirion und Eorl und die Freundschaft zwischen Gondor und Rohan, Anmerkungen, Anm. 6.
- ↑ J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Anhang F, Sprachen und Völker des Dritten Zeitalters: Zur Übersetzung.
