J. D. Payne

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John D. „J.D.“ Payne (* um 1979/1980 in McLean, Virginia, USA) ist ein US-amerikanischer Drehbuchautor und Fernsehproduzent.[1] Gemeinsam mit seinem langjährigen Schreibpartner Patrick McKay ist er als Showrunner, Autor und Executive Producer der Amazon-Prime-Video-Serie Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht bekannt, die auf den Schriften J. R. R. Tolkiens über das Zweite Zeitalter von Mittelerde basiert.[1][2]

Leben und Ausbildung

Payne wuchs in McLean, Virginia, auf, wo er 1997 in der Highschool-Debattiermannschaft Patrick McKay kennenlernte; die beiden inszenierten dort gemeinsam ein von Payne verfasstes Theaterstück für ein Schulfestival. Payne studierte anschließend englische Literatur an der Yale University und schloss sein Studium mit Auszeichnung ab. Nach dem Abschluss zog er ohne Kontakte oder Branchenkenntnisse nach Hollywood, um eine Karriere als Drehbuchautor zu verfolgen.[2] Payne ist Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage; als junger Missionar verbrachte er Zeit in Rom, was er später als prägend für seine spätere Arbeit als Autor und Showrunner beschrieb.[2] Er ist mit der Schauspielerin und Opernsängerin Rachel Payne verheiratet und hat zwei Kinder, Adam und Ethan.[1]

Frühe Karriere als Drehbuchautor

Payne und McKay arbeiten seit rund 25 Jahren als Schreibduo zusammen und haben in dieser Zeit mehr als 20 Drehbücher für Studios wie Sony, Warner Bros., Legendary und Paramount Pictures verfasst.[2] Ihr Skript Midas verschaffte ihnen erste Agentur- und Managementvertretung; im August 2010 verkauften sie mit Goliath ihr erstes Drehbuch an Relativity Media, das Scott Derrickson inszenieren sollte.[1] 2011 wurden sie engagiert, um für Paramount die Fernsehserie Deadliest Warrior zu schreiben, danach arbeiteten sie für J. J. Abrams' Produktionsfirma Bad Robot an Projekten wie Boilerplate und Micronauts.[1]

Im Dezember 2013 wurden Payne und McKay gemeinsam mit Roberto Orci engagiert, das Drehbuch zu Star Trek Beyond (2016) zu schreiben; ihre Fassung wurde später von Simon Pegg und Doug Jung überarbeitet, weshalb sie im Abspann nur als nicht genannte („uncredited“) Autoren erscheinen.[3] Im Juli 2016 wurden sie beauftragt, den ursprünglich geplanten vierten Star-Trek-Kinofilm zu schreiben, dessen von 2001: A Space Odyssey inspirierte Handlung um eine Begegnung von James Kirk mit seinem Vater George Kirk kreiste; das Projekt wurde nach rund zweieinhalb Jahren Entwicklung eingestellt.[1][4] Payne bezeichnete diesen Rückschlag spät

The Lord of the Rings: The Rings of Power

Entwicklung und Verpflichtung

Im Juli 2018 gab Amazon Studios bekannt, dass Payne und McKay die geplante Lord-of-the-Rings-Serie entwickeln würden; die Ankündigung erfolgte durch Amazon-Studios-Chefin Jennifer Salke während der TCA-Sommerpressetour.[5] Amazon hatte sich zuvor gegen zahlreiche konkurrierende Anbeiter durchgesetzt und die Serienrechte 2017 für kolportierte 250 Millionen US-Dollar vom Tolkien Estate gesichert, wobei Warner Bros.' New Line Cinema und HarperCollins als weitere Partner beteiligt waren.[5][6] Im Juli 2019 wurden Payne und McKay offiziell als Showrunner der Serie bestätigt.[7]

Für die Konzeption entschieden sich Payne und McKay, statt einzelner Charakterspin-offs (etwa über den jungen Aragorn oder Gimli) das weniger bekannte Zweite Zeitalter von Mittelerde als erzählerischen Kern zu nutzen.[2] Gemeinsam entwarfen sie in der Wohnung von Paynes Assistenten einen Fünf-Staffeln-Bogen, der bis zu den ersten Minuten des Prologs von Die Gemeinschaft des Ringes reicht, und pitchten dieses Konzept in insgesamt acht Sitzungen bei Amazon.[1] In ersten Treffen mit dem Tolkien Estate zitierte Payne Tolkien und grüßte Simon Tolkien, auf Elbisch; ihre Vision deckte sich mit dessen Vorstellungen, und ihr früherer Vorgesetzter J. J. Abrams empfahl das Duo zusätzlich bei Amazon.[1] Simon Tolkien fungierte während der Produktion als Berater und beschrieb seine Rolle als Unterstützung bei Fragen zu den originalen Schriften seines Großvaters.[6]

Rolle als Showrunner

Payne und McKay sind gemeinsam als Autoren und ausführende Produzenten der Serie tätig und behalten die kreative Kontrolle über die Produktion.[8] Laut IMDb schrieb Payne an 17 der bisher ausgestrahlten Episoden mit, in der Wikipedia-Filmografie werden ihm 11 Episoden als (Mit-)Autor zugeschrieben, während er zusätzlich als Entwickler der gesamten Serie gilt.[3][1] Die Serie feierte am 2. September 2022 Premiere und wurde laut Amazon innerhalb der ersten 24 Stunden von 25 Millionen Zuschauern weltweit gesehen, womit sie zur meistgesehenen Originalserie der Plattform wurde.[8]

In Interviews beschrieben Payne und McKay ihren gestalterischen Leitgedanken als „different but familiar“ – vertraute Schauplätze wie Auenland und Mordor sollten mit bislang unbekannten Regionen von Arda kombiniert werden.[9] Besonders die Darstellung des versunkenen Königreichs Númenor, das zuvor nie verfilmt worden war, beschrieb Payne als Herausforderung, die ihn während der Produktion nachts wachhielt.[9] Die zweite Staffel wurde im Oktober 2024 fertiggestellt, die dritte Staffel befindet sich laut Aussagen der Showrunner in der Entwicklung.[8][10]

Die Beteiligung des Tolkien Estate, insbesondere Simon Tolkiens Vetorecht über kreative Entscheidungen zur Werktreue, war wiederholt Gegenstand kontroverser Diskussionen in der Fan-Community, wurde von Payne und McKay jedoch als hilfreiche Unterstützung bei der Navigation durch komplexe Rechtefragen (etwa zum Silmarillion, dessen Rechte Amazon nicht vollständig besitzt) dargestellt.[6]

Rezeption

Payne und McKay gelten als bis zur Verpflichtung für Rings of Power in der breiten Öffentlichkeit weitgehend unbekannte Autoren, deren einziger großer bis dahin realisierter Kinocredit die (unkreditierte) Mitarbeit an Star Trek Beyond war.[11] Die Fangemeinde reagierte seit Bekanntgabe ihrer Verpflichtung gespalten: Während einige Kommentatoren die Showrunner für mangelnde vorherige Erfahrung mit umfangreichen Blockbuster-Produktionen kritisierten, verweisen Befürworter auf die enge Abstimmung mit dem Tolkien Estate und den kommerziellen Erfolg der Serie.[11][8]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 1,8 J. D. Payne and Patrick McKay. In: Wikipedia, abgerufen am 29. Juli 2026.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 'The Rings of Power' showrunner J.D. Payne talks about .... In: Church News, 2024-08-28, abgerufen am 29. Juli 2026.
  3. 3,0 3,1 John D. Payne. In: IMDb, abgerufen am 29. Juli 2026.
  4. 'Rings of Power' writers on scrapped 'Star Trek' film. In: Syfy, 2024-11-01, abgerufen am 29. Juli 2026.
  5. 5,0 5,1 Amazon's 'Lord of the Rings' Sets JD Payne, Patrick McKay to Develop Series. In: Variety, 2018-07-28, abgerufen am 29. Juli 2026.
  6. 6,0 6,1 6,2 Does it matter what Tolkien would have thought of The Rings of Power?. In: The Tolkien Society, 2022-08-27, abgerufen am 29. Juli 2026.
  7. Amazon Studios announces creative talent behind the new The Lord of the Rings series. In: The Tolkien Society, 2019-06-27, abgerufen am 29. Juli 2026.
  8. 8,0 8,1 8,2 8,3 A Fellow of the Ring. In: Stonehill Alumni Magazine, abgerufen am 29. Juli 2026.
  9. 9,0 9,1 'The Rings Of Power': J.D. Payne & Patrick McKay Achieve the Impossible. In: The Playlist, 2022-08-25, abgerufen am 29. Juli 2026.
  10. JD Payne & Patrick McKay talk Rings of Power Season 2 and beyond. In: YouTube, 2024-10-08, abgerufen am 29. Juli 2026.
  11. 11,0 11,1 6 Things To Know About the Writers of Amazon's Lord of the Rings Series. In: Rotten Tomatoes, 2018-07-28, abgerufen am 29. Juli 2026.