Die Flüsse und Leuchtfeuerberge von Gondor
Die Flüsse und Leuchtfeuerberge von Gondor (Original: The Rivers and Beacon-hills of Gondor) ist ein unvollendeter historisch-etymologischer Aufsatz J. R. R. Tolkiens. Er enthält geschichtliche und etymologische Erklärungen zu den Flüssen und den Leuchtfeuerbergen von Gondor, sowie eine Diskussion zum elbischen Zahlensystem.
Inhalt
Entstehungsgeschichte
Die Idee zu dem Aufsatz, so Christopher Tolkien, hatte J. R. R. Tolkien wohl nachdem er am 23. Juni 1969 einen Brief von einem ihm bekannten Studenten namens Paul Bibire erhalten hatte. Bibire hatte gerade in Oxford seine Prüfung zum Bachelor of Philosophy in Altenglisch bestanden und teilte Tolkien dies nun mit. Am Ende des Briefes warf er jedoch eine Frage zu Der Herr der Ringe auf, nämlich, ob der Fluss Glanduin derselbe wie der Schwanenfleet sei. Tolkien antwortete Mr. Bibire am 30. Juni in Form eines langen etymologischen Exkurses in welchem er die Bedeutung der verschiedenen Bezeichnungen aufschlüsselte.
Der auf dieser brieflichen Antwort aufbauende Aufsatz, der ursprünglich nur mit „Nomenclature“ (‚Nomenklatur‘) betitelt war, besteht aus dreizehn Typoskriptseiten, die von Tolkien mit i bis 13 durchnummeriert wurden. Christopher Tolkien datierte den Aufsatz mit um 1967–1969 in den gleichen Zeitraum wie Of Dwarves and Men, The Shibboleth of Feanor und Die Geschichte von Galadriel und Celeborn. Zwischen die Seiten 8 und 9 hatte Tolkien eine Manuskriptnotiz zu den elbischen Zahlen gelegt, die er mit „Far too complicated“ (‚Bei weitem zu kompliziert‘) überschrieben hatte. J. R. R. Tolkien beendete den Aufsatz nie, denn er brach die Niederschrift mitten in der Erklärung zum Halifirien ab.
Veröffentlichungsgeschichte
Zahlreiche Auszüge aus The Rivers and Beacon-hills of Gondor verwandte Christopher Tolkien in Nachrichten aus Mittelerde und The Peoples of Middle-earth. Ursprünglich sollte der Aufsatz in The Peoples of Middle-earth aufgenommen werden und wurde daher von Christopher Tolkien in der entsprechenden Bearbeitung auf eine eher allgemeine Leserschaft ausgelegt. Diese Version des Aufsatzes, inhaltlich gekürzt, wurde jedoch aufgrund der Länge herausgelassen.
Carl F. Hostetter publizierte den Aufsatz schließlich 2001 in der englischen Zeitschrift Vinyar Tengwar. Christopher Tolkien stellte ihm zu diesem Zweck sowohl den kompletten Aufsatz seines Vaters, wie auch die von ihm bearbeitete Version zur Verfügung. Hostetter übernahm in seiner Version den Großteil von Christopher Tolkiens Kommentaren und Anmerkungen, band jedoch auch seine eigenen, insbesondere zu linguistischen Inhalten, ein.
2021 wurde der Essay in dem von Hostetter herausgegebenen Band Nachrichten aus Mittelerde veröffentlicht. Seine eigenen Kommentare kürzte er, behielt Christopher Tolkiens Kommentare aber weitestgehend bei.[1]
Quellen
- ↑ J. R. R. Tolkien, Carl F. Hostetter (Hrsg.): Natur und Wesen von Mittelerde. Dritter Teil: Die Welt und ihre Länder und Bewohner, Kapitel 22: Die Flüsse und Leuchtfeuerberge von Gondor.
