Der Herr der Ringe: Die Gefährten (Film)

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Filmdaten
Deutscher Titel: Der Herr der Ringe: Die Gefährten
Originaltitel: The Lord of the Rings: The Fellowship of the Ring
Produktionsland: Neuseeland
Erscheinungsjahr: 2001
Länge: 178 Minuten (218 Minuten Special Extended Edition))
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: Kinoversion: FSK 12, SEE: 16
Crew
Regie: Peter Jackson
Drehbuch: Fran Walsh, Philippa Boyens, Peter Jackson
Musik: Howard Shore
Kamera: Andrew Lesnie
Schnitt: John Gilbert
Produktion: Peter Jackson, Barrie M. Osborne, Tim Sanders, Fran Walsh
Darsteller
Frodo Beutlin: Elijah Wood
Gandalf: Ian McKellen
Samweis Gamdschie: Sean Astin
Peregrin Tuk: Billy Boyd
Meriadoc Brandybock: Dominic Monaghan
Aragorn: Viggo Mortensen
Boromir: Sean Bean
Gimli: John Rhys-Davies
Legolas: Orlando Bloom
Galadriel: Cate Blanchett
Elrond: Hugo Weaving
Saruman: Christopher Lee
Arwen: Liv Tyler
Bilbo Beutlin: Ian Holm
Gollum: Andy Serkis
Haldir: Craig Parker

Der Herr der Ringe: Die Gefährten ist der erste Teil der dreiteiligen Verfilmung des Buches Der Herr der Ringe von J. R. R. Tolkien durch den neuseeländischen Regisseur Peter Jackson. Das Buch galt jahrzehntelang als unverfilmbar. Lange Zeit existierte nur eine wenig beachtete Zeichentrickversion.

Vorgeschichte

Der Regisseur Peter Jackson trug sich schon lange mit dem Gedanken, den Roman Der Herr der Ringe zu verfilmen. Er war sich dieser schwierigen Aufgabe durchaus bewusst. Auch war ihm schon früh klar, dass man die Geschichte unmöglich in einem einzigen Film unterbringen könnte.

In den frühen 90er Jahren machte sich Peter Jackson gemeinsam mit seiner Ehefrau Fran Walsh an die Arbeit, um ein Drehbuch zu verfassen. Zunächst begannen die Beiden damit, den Roman stark zu kürzen. Bereits in diesem frühen Stadium fielen viele Handlungsstränge komplett heraus. Die erste Version des Drehbuches sah lediglich zwei Filme vor. Die Gefährten und Die zwei Türme sollte zu einem Film zusammengefasst werden und Die Rückkehr des Königs als eigenständiger Film.

Recht früh interessierte man sich auch in Hollywood für das ambitionierte Projekt. So waren es die Gebrüder Weinstein der Filmproduktionsfirma Miramax, die sich besonders für den Stoff interessierten. Man begann nun das Drehbuch zu visualisieren und Tolkiens Welt in der Realität entstehen zu lassen. Verantwortlich für den gesamten SFX-Bereich war WETA Digital - die Effektschmiede von Richard Taylor mit der Jackson bereits für die Splattereffekte von Braindead zusammenarbeitete. Tausende von Skizzen und Zeichnungen wurden erstellt, Miniaturmodelle von Minas Tirith und Helms Klamm erschaffen, Storyboards angefertigt. Doch Miramax wurde das Projekt zu groß und den Weinstein-Brüdern schienen erst jetzt die epischen Ausmaße der Produktion bewusst zu werden. Aus Angst vor den unkalkulierbaren Kosten wollte man nun, dass man die Verfilmung in nur einem Film erzählen sollte. Dieses lehnte Peter Jackson allerdings strikt ab. Damit schien das Projekt zu scheitern. Gerüchten zufolge soll aber ein weiterer Grund für das Ende der Verhandlungen auch die Zugehörigkeit von Miramax zum Disney-Konzern gewesen sein. Tolkien hatte in seinem Testament ausdrücklich jegliche Verwertung des Romans durch Disney untersagt.

Nun machte sich Peter Jackson wieder auf die Suche nach einem Geldgeber und er kam mit dem Studio New Line Cinema in Gespräche. Zu seiner größten Überraschung wollte die Firma nicht nur zwei, sondern sogar drei Filme produzieren lassen.

Also begann die Arbeit wieder von vorn. So mussten die bestehenden Drehbuchentwürfe komplett überarbeitet werden. Jackson und seiner Ehefrau kam jetzt Philippa Boyens als Co-Autorin zur Hilfe. New Line Cinema erwarben in der Zwischenzeit die Rechte von Miramax.

Peter Jackson konnte in der Folge einige namhafte Herr der Ringe-Experten für dieses Projekt begeistern. So holte er sich unter anderem die Illustratoren Alan Lee und John Howe mit ins Boot. Ihre unzähligen Zeichnungen und Skizzen waren die Grundlage für die Arbeiten an der Austattung des Filmes. Es wurden unzählige Kostüme entworfen und geschneidert, Waffen hergestellt, Masken für die vielen verschiedenen Kreaturen entworfen und Miniaturen verschiedenster Gebäude gebaut.

Regisseur Peter Jackson bei der Weltpremiere des dritten Teils des Herrn der Ringe in Wellington, Neuseeland

Ein besonderes Auge hatte Peter Jackson hier beispielsweise auf die Darstellung des Auenlandes. Hierfür begannen die Austatter bereits weit über ein Jahr vor dem eigentlichen Drehbeginn mit den Arbeiten. Sie pflanzten Gemüse und Blumen an, bauten die im Roman beschriebenen Hobbitbehausungen mit vielen Details und statteten diese mit noch mehr Liebe mit Möbeln und Gebrauchsgegenständen aus.

Davon ahnte aber die weltweite Tolkien-Fangemeinde noch nichts und so gab es viele kritsiche Stimmen. Da ging es um die Verstümmelung des Werkes, man bescheinigte dem Splatter-Regisseur keinerlei Talent und man machte sich vor allem große Sorgen um die Besetzung der Rollen mit bekannten Stars.

In dieser Beziehung sollte Jackson aber ein ausgesprochen gutes Händchen haben. Zum einen die Mischung aus etablierten Darstellern wie Ian McKellen, Christopher Lee oder Cate Blanchett und noch relativ unbekannten Schauspielern wie Orlando Bloom, Miranda Otto oder Viggo Mortensen. Letzterer kam übrigens erst wenige Tage vor Drehbeginn hinzu, denn die erste Wahl für die Rolle des Aragorn war eigentlich Stuart Townsend. Hier war Jackson mit den ersten Probeaufnahmen dann aber doch nicht so zufrieden, so dass ein neuer Darsteller gesucht werden musste.

Am 11. Oktober 1999 begann der Dreh und schloss erst am 22. Dezember 2000 ab. Dieses war aber nur der Hauptdreh. Bis zum Spätsommer 2003 wurden noch viele Drehtage für zusätzliche oder veränderte Szenen drangehängt.

Letztlich arbeite Peter Jackson fast über 7 Jahre an dem Werk und schuf sich damit sein eigenes filmisches Denkmal... Unter Experten galt der Neuseeländer schon seit längerer Zeit als eines der größten Regietalente der letzten Jahre, aber seine Filme waren bisher einfach zu brutal (Braindead) oder zu künstlerisch (Heavenly Creatures), nicht für die breite Masse geeignet.

Handlung

Die Gefährten führt zunächst einmal einige der wichtigen Personen ein, so unter anderem die Hobbits Frodo, Bilbo, Merry, Sam und Pippin und auch Gandalf den Grauen. Es beginnt mit dem Verschwinden von Bilbo nach seiner einundelfzigsten Geburtstagsfeier. Frodo wird Erbe des "einen Ringes". Gandalf findet beim Studium alter Aufzeichnungen Anzeichen dafür, dass es sich bei diesem Ring tatsächlich um den verloren gegangenen Ring handelt und auch, wie er vernichtet werden kann. Er schickt Frodo auf eine Reise, um diesen Ring zu vernichten. Sam soll ihn hierbei begleiten. Auf dem Weg nach Bree treffen sie auf Merry und Pippin, welche sich ebenfalls anschließen, nachdem sie unterwegs auch erstmals die Bekanntschaft mit einem schwarzen Reiter gemacht haben.

In Bree angekommen müssen sie feststellen, dass Gandalf dort nicht auf sie wartet. Das dieses einen Grund hat, erfahren sie erst später. Gandalf hat sich nämlich Rat beim weißen Zauberer Saruman holen wollen, doch musste er feststellen, dass dieser den Verlockungen der dunklen Macht erlegen ist.

Die Hobbits treffen in Bree allerdings auf einen weiteren Begleiter, nämlich "Streicher", einen Waldläufer. Erst später sollen sie erfahren, dass es sich bei ihm um Aragorn, den rechtmäßigen Erben des Throns von Gondor handelt. Da die schwarzen Reiter weiterhin Jagd auf Frodo und den Ring machen, beschließen sie, sich nach Bruchtal zu begeben. Auf der Reise dorthin wird Frodo schwer verletzt und nur durch die Hilfe der Elbin Arwen kann er noch rechtzeitig nach Bruchtal ins Haus Elronds geschafft werden. Hier trifft Frodo nach seiner Genesung auch wieder auf Bilbo. In Bruchtal wurde indessen ein Rat abgehalten, wie nun mit dem Ring weiter verfahren werden soll. Vertreter aller wichtigen Länder und Völker finden sich zu diesem Treffen zusammen. Am Ende der hitzig geführten Debatte ist die sogenannte "Ringgemeinschaft" gefunden: Die Hobbits Frodo, Merry, Pippin und Sam; der Zauberer Gandalf - der Graue; die Menschen Aragorn und Boromir; der Elb Legolas und Gimli, der Zwerg.

Diese neun machen sich dann auf den Weg um den Ring seiner endgültigen Vernichtung zuzuführen. Unterwegs kommt es zu ersten Unstimmigkeiten innerhalb der Gemeinschaft. Legolas und Gimli sind sich nicht wirklich wohlgesonnen und Boromir beginnt, den Ring zu begehren. Auch werden sie durch Zaubereien Sarumans weiterhin behindert. So müssen sie einen Umweg durch die Hallen von Moria einschlagen. Hier muss Gimli dann feststellen, dass dort seine ganze Sippe zu Tode gekommen ist und die Gemeinschaft muss sich mit jeder Menge Orks auseinander setzen. Als ob das noch nicht genug wäre, kommt hier auch noch ein Höhlentroll und später ein Balrog hinzu. Bei der Flucht vor diesem nimmt es Gandalf mit ihm auf und stürzt dabei in die Tiefe. Die Gefährten sind schockiert, setzen aber ihren Weg nach Lothlorien fort. In dieser Elbenstadt treffen sie auf Galadriel, der Elbenkönigin. Doch auch hier sind sie nicht lange sicher und so brechen sie bald wieder auf, um die Reise fortsetzen.

Die bösen Mächte hingegen rüsten zu einem großen Kampf und - natürlich - sind die Häscher weiterhin auf der Fährte von Frodo. Es kommt zu einem erbitterten Kampf zwischen Orks, Uruks und der Ringgemeinschaft, in dessen Folge Boromir stirbt. Frodo hingegen beschließt, die Gemeinschaft zu verlassen. Auf seiner Flucht wird er von Sam verfolgt, welcher seinen Schwur, immer bei Frodo zu bleiben, nicht brechen will. Merry und Pippin indessen, werden von Orks verschleppt und so spaltet sich die einstige Gemeinschaft in drei Gruppen: Zum einen Frodo und Sam, dann die verschleppten Merry und Pippin und schließlich Aragorn, Legolas und Gimli. Letztere beschließen, den Orks zu folgen, um die zwei Hobbits zu befreien.

Kritiken

Carsten Baumgardt (Filmstarts.de) schreibt als Fazit: "Unvergessliche Bilder, atemberaubende Spannung und große Emotionalität: „Der Herr der Ringe“ wird die Zuschauer von den Eindrücken erschlagen mit offen stehenden Mündern aus den [sic] Kinosaal gehen lassen – garantiert!

Wissenswertes

  • Christopher Lee ist der einzige der Darsteller, welcher J. R. R. Tolkien persönlich gekannt hat.
  • In den Fanforen hält sich hartnäckig das Gerücht, dass in einer Szene mit Frodo und Sam im Bild ein Auto zu sehen ist.
  • Regisseur Peter Jackson ist in einem Cameo-Auftritt Karotte kauend in Bree zu sehen.
  • Peter Jacksons Kinder sind in der Szene, in der Bilbo eine Geschichte erzählt, als Hobbitkinder zu sehen. Im Abspann werden sie als Cute Hobbit Children aufgelistet.
  • Ian Holm, Darsteller des Bilbo Beutlin, hat den Frodo in der 1981 für die BBC adaptierten Radiofassung gesprochen.
  • Die Europapremie des Filmes fand am 10. Dezember 2001 in London statt.
  • Der Film hat allein in Deutschland 11,5 Millionen Besucher ins Kino gelockt.

DVD Veröffentlichungen

  • Von dem Film wurde im Herbst 2002 eine DVD der Kinoversion veröffentlicht. Schon diese einfache DVD hatte jede Menge Bonusmaterial zu bieten.
  • Kurz vor Kinostart des zweiten Filmes wurde dann die Special Extended Edition (kurz: SEE) veröffentlicht. Sie hatte rund 30 Filmminuten mehr, es kamen komplett neue Szenen hinzu, andere wurden ausführlicher behandelt. Und auch massenweise Bonusmaterial zur Entstehung des Filmes wurde hinzugefügt. Als sogenannte Easter-Eggs (Ostereier) wurden zum einen ein Trailer zu Die zwei Türme und zum anderen eine Parodie auf Elronds Rat bei den MTV Movie Awards versteckt.

Auszeichnungen (Auswahl)

Academy Awards|Academy Awards 2002

  • Beste Kamera
  • Beste Visuelle Effekte
  • Bestes MakeUp
  • Beste Musik (Score)

weitere Nominierungen

  • Bester Nebendarsteller: Ian McKellen
  • Beste Ausstattung
  • Beste Kostüme
  • Beste Regie
  • Bester Schnitt
  • Bester Original-Song: May it be
  • Bester Film
  • Bester Ton
  • Bestes adaptiertes Drehbuch

BAFTA Awards 2002

  • Publikumspreis
  • Beste visuelle Effekte
  • Bester Film
  • Bestes MakeUp/Haardesign
  • David Lean Award for Direction: Peter Jackson

Bogey Award 2002

  • Bogey Award in Titan (10 Mio. Besucher in 100 Tagen in Deutschland )

Empire Awards 2002

  • Best Actor: Elijah Wood
  • Best Debut: Orlando Bloom
  • Best Film

Golden Globes 2002

  • Best Director - Motion Picture: Peter Jackson (Nominierung)
  • Best Motion Picture - Drama (Nominierung)
  • Best Original Score - Motion Picture: Howard Shore (Nominierung)
  • Best Original Song - Motion Picture: May it be (Nominierung)

Grammy Awards 2003

  • Best Score Soundtrack Album for a Motion Picture, Television or Other Visual Media: Howard Shore

MTV Movie Awards 2002

  • Bester Film
  • Breakthrough Male Performance: Orlando Bloom

weitere Nominierungen

  • Beste Action Sequence: Kampf mit dem Höhlentroll
  • Bester Kampf: Christopher Lee & Ian McKellen
  • Bester männlicher Darsteller: Elijah Wood
  • Bester Bösewicht: Christopher Lee

Literatur

Weiterführende Themen

Weblinks