Gildor Inglorion

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Gildor Inglorion ist im Legendarium ein Noldo, der im Dritten Zeitalter in Mittelerde lebte.

Zeitangaben

Volk

Elben, Noldor

Beschreibung

Gildor Inglorion war einer der Verbannten, also einer jener Noldor, die freiwillig ins Exil nach Mittelerde gingen. Da er dem Hause Finrods entstammte, folgte er wahrscheinlich im Ersten Zeitalter der Gruppe unter Fingolfin, die durch den Betrug Feanors gezwungen war, über das Malm-Eis, die Helcaraxe, nach Beleriand zu gelangen. Gildor muss Beleriand jedoch bereits vor dessen Untergang 583 E. Z. (J. S.) über die Ered Luin wieder verlassen haben. Im Dritten Zeitalter lebten er und seine überlebenden Verwandten in oder in der Nähe von Bruchtal.[1]

Hintergrund

Frodo Beutlin, Samweis Gamdschie und Peregrin Tuk trafen am 24. September 3018 D. Z. Gildor und seine Wandernden Gefährten, die gen Osten zogen, in Waldende. Gildor lud die drei Hobbits daraufhin ein, ein wenig mit ihm und seinen Gefährten zu wandern, da dem Elb die Gefahr durch die Schwarzen Reiter bekannt war. Auf einer Waldlichtung oberhalb von Waldhof rastete die Gruppe. Dort erklärte Gildor Frodo, dass sie bereits über dessen Reise in Kenntnis gesetzt worden waren. Zu dieser Zeit schickte er auch Botschafter nach Bruchtal, um Elrond von den aufbrechenden Hobbits zu berichten. Am nächsten Morgen waren die Elben unter Gildor verschwunden.[1]

Frodo und Sam trafen am 22. September 3021 D. Z. erneut auf Gildor. Diesmal begleitete dieser jedoch Elrond, Galadriel und Gandalf beim letzten Ritt der Verwahrer der Ringe nach Mithlond.[2]

Etymologie

Der Name Gildor kann mit „Sternen-Herr“ oder „Edler Stern“ übersetzt werden. Hergeleitet von dor („Herr“), tor oder taur mit der Bedeutung „edel, großmütig, erhaben“ und gil, also „Stern“. Sein zweiter Name Inglorion bedeutet „Sohn von Inglor“.[3]

Sonstiges

Gildor bezeichnete sich als aus dem Hause Finrod (Original: of the House of Finrod; Carroux: aus Finrods Geschlecht). Zu der Zeit, als J. R. R. Tolkien diesen Teil des Der Herr der Ringe schrieb, war Finrod der Name desjenigen Sohnes Finwes, der später Felagund genannt wird. Dessen ältester Sohn Felagund hieß ursprünglich Inglor. Da Gildors Beiname Inglorion „Sohn von Inglor“ bedeutet, könnte dies bedeuten, dass Gildor Inglorion der Sohn Felagunds und damit u. a. Neffe Galadriels war. Dies würde ihn zu einem Elb hoher Abstammung machen.[4] Jedoch wird in keinem Werk des Legendariums eine Nachkommenschaft Felagunds erwähnt, dessen Geliebte Amarië nicht mit nach Mittelerde zog.

In der zweiten Auflage des Romans (1965) änderte Tolkien in den Anhängen Felagund zu Finrod Felagund und die Bezeichnung Haus Finrod zu Haus Finarfin, nicht jedoch bei der Selbstbeschreibung Gildors.[4]

Ob Gildor Inglorion mit Finarfin und Felagund überhaupt verwandt oder nur Teil des Haushalts war, ist unbekannt.

Filmtrilogie

In der Der Herr der Ringe-Filmtrilogie taucht Gildor Inglorion aus zeitlichen und dramaturgischen Gründen nicht auf. In der Extended-Edition von Die Gefährten ist jedoch eine Szene enthalten, in welcher Frodo und Sam eine Gruppe Elben durch einen nächtlichen, auenländischen Wald ziehen sehen.

Quellen

  1. 1,0 1,1 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Erstes Buch, Drittes Kapitel: Drei Mann hoch.
  2. J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Sechtes Buch, Neuntes Kapitel: Die Grauen Anfurten.
  3. Helmut W. Pesch: Elbisch-Wörterbuch. Wörterbuch Sindarin – Deutsch, Eintragungen für Gildor, -ion und taur.
  4. 4,0 4,1 Wayne G. Hammond und Christina Scull: The Lord of the Rings: A Reader’s Companion. Book I, Chapter III: Three Is Company (p. 103f.).