Morwen Eledhwen

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Morwen
Morwen Eledhwen - Die Dunkle Frau (Bild: Johanna Bräunig)
Morwen Eledhwen - Die Dunkle Frau
(Bild: Johanna Bräunig)
Bekannt für
Titel
Herrin von Dor-lómin[2]
Eckdaten
Andere Namen Eledhwen (Sindarin für „Elbenschein“)[3][4][5]
Gemahlin Húrins[6]
Herrin von Dor-lómin[2]
Dame von Dor-lómin[4][6][7]
Mavwin[8]
Geboren 443 E. Z. (J. S.)
Gestorben 501 E. Z. (J. S.),[1] Cabed Naeramarth[4]
Volk Menschen
Zugehörigkeit Edain[9]
Ort Ladros in Dorthonion,[9] Dor-lómin in Hithlum[10]
Familie
Haus Haus Beor[9]
Vater Baragund
Ehepartner Húrin Thalion
Kinder Túrin, Lalaith & Nienor[1]
Körperliche Beschreibung
Körpergröße groß
Haarfarbe dunkel[10]

Morwen Eledhwen ist im Legendarium eine Frau aus dem Haus Beor und die Mutter von Túrin Turambar.

Beschreibung

Morwen war eine Nachfahrin von Beor dem Alten aus dem Haus Beor, dem dritten Haus der Edain. Ihr Großvater Bregolas war Anführer des Hauses Beor sowie dritter und letzter Fürst von Ladros. Sie war die Tochter und das einzige Kind seines Sohnes Baragund. Morwen heiratete Húrin Thalion aus dem Haus Hador. Sie hatten drei Kinder:

Sie galt als die schönste unter den Frauen der Menschen. Zugleich war sie ernst und stolz und die Sorgen des Hauses Beors betrübten ihr Herz.[4]

Legendarium

Morwen verbrachte ihre Kindheit und Jugend in Ladros.[11]

Flucht nach Dor-lómin

Im Jahr 455 E. Z. (J. S.) zogen ihr Vater, ihr Großvater und ihr Onkel Belegund, wie viele des Hauses Beor, in die vierte Schlacht von Beleriand, die Dagor Bragollach, und kämpften gegen Morgoth.[11] Ihr Großvater Bregolas fiel in dieser Schlacht, ebenso wie die meisten Männer des Hauses Beor. Ihr Vater Baragund überlebte die Schlacht. Zusammen mit anderen Überlebenden schloss er sich Morwens Großonkel Barahir an, der das neue Oberhaupt des Hauses Beor war. Sie bildeten Barahirs Bande und kämpften weiter gegen Morgoth.

Aber die Lage war aussichtslos. Barahirs Frau Emeldir führte die überlebenden Frauen und Kinder über gefährliche Pfade durch die Berge. So gelangte Morwen im Alter von 15 Jahren, gemeinsam mit ihrer Cousine Rían, nach Dor-lómin zum Volk des Hauses Hador.[9][10]

Morwens Vater Baragund verstarb fünf Jahre später. Im Jahr 460 E. Z. (J. S.) gelang es Morgoth, Barahirs Bande aufzuspüren und alle außer Beren Erchamion zu töten.[12]

Nach der Heirat mit Húrin wurde im Jahr 464 ihr Sohn Túrin geboren. Zwei Jahre später kam ihre Tochter Urwen zur Welt, ein fröhliches Kind, das schön wie ein Elbenkind war und deswegen Lalaith (Lachen) genannt wurde. Im Jahr 469 E. Z. (J. S.) starb sie jedoch an einer Seuche, die aus Angband kam. Dieser Verlust ließ Morwen schweigsamer werden und ihr Herz erkalten.[2]

Morwens Leben unter Morgoths Fluch

Als Húrin im Jahr 472 E. Z. (J. S.) in die Nirnaeth Arnoediad, die fünfte Schlacht von Beleriand, zog, blieb Morwen als Herrin von Dor-lómin in Hithlum zurück. Sie war mit ihrem dritten Kind schwanger.[3] Nach der verlorenen Schlacht wurde Húrin von Morgoth gefangengenommen.[13] Morgoth belegte Húrin, Morwen und ihre Nachkommen mit einem Fluch, durch den Leid und Dunkelheit über sie kommen sollte.[14] Morgoth verdammte Húrin über 28 Jahre hinweg, das Leiden und die Tragödien seiner Familie, gemischt mit seinen Lügen, mitanzusehen.[7]

Die Ostlinge kamen in großer Zahl nach Hithlum und brachten viel Leid über die Menschen von Hadors Volk. Aber sie wagten es nicht, Morwen Leid anzutun oder sie zu vertreiben. Sie hielten sie für gefährlich und dachten, dass sie eine Hexe sei, die mit den Elben im Bunde stand.[3] Aerin, eine Verwandte Húrins, unterstützte Morwen heimlich, sodass sie und ihr Sohn nicht hungern mussten. Damit sie ihn und ihr ungeborenes Kind versorgen konnte, überwand Morwen ihren Stolz und nahm Aerins Hilfe an.

Morwen hatte Angst um ihren Sohn und befürchtete, dass er zu einem Sklaven der Ostlinge werden konnte. Deswegen schickte sie ihn nach Doriath zum Elbenkönig Thingol mit der Bitte, ihn aufzunehmen. Kurz darauf wurde Morwens drittes Kind Nienor geboren. Thingol lud Morwen ein, ebenfalls nach Doriath zu kommen. Doch Morwen lehnte dieses Angebot ab, weil sie stolz war und sie ihr Haus nicht verlassen wollte, da Nienor noch ein kleines Baby war.[15]

Nach vielen Jahren floh Morwen mit ihrer Tochter vor der Tyrannei der Ostlinge unter Brodda nach Doriath. Dort musste sie feststellen, dass Túrin nicht mehr da war. Gegen den Rat von Melian, die Dunkles ahnte, und die Bedenken Thingols verließ sie Doriath, um ihren Sohn zu suchen. Obwohl Morwen nicht wollte, dass ihre Tochter mit ihr kam, folgte Nienor ihr heimlich.

Mablung, der zu Morwens Schutz mit ihr kam, konnte nicht verhindern, dass beide Frauen unter den Einfluss des Drachen Glaurung kamen. Nienor wurde durch dessen Blick in tiefe Verwirrung gestürzt und sie überkam eine große Dunkelheit, während Morwen sich im Nebel verirrte.[16]

Der Tod Morwens und ihrer Kinder

Morwens Kinder Túrin und Nienor entkamen ihrem dunklen Schicksal und Morgoths Fluch nicht. Nienor stürzte sich in die Schlucht von Cabed-en-Aras, nachdem sie Túrin tot geglaubt hatte und Glaurung ihr offenbart hatte, dass sie ein Kind von ihrem Bruder Túrin erwarte. Auch Túrin Turambar nahm sich das Leben und tötete sich mit seinem Schwert Gurthang.

Für die Kinder von Morwen und Húrin wurde auf Túrins Grab ein großer, grauer Stein errichtet, in den die Elben in den Runen von Doriath die Namen der beiden meißelten.[17][18]

Im Jahr 501 E. Z. (J. S.)[1] kam Morwen zum Grab ihrer Kinder. Sie war alt und grau geworden, nur das Licht ihrer Augen schien noch wie früher. Sie wartete im Schatten des Steines auf Húrin. Als Húrin kam, saßen sie für eine Weile neben dem Stein, bis die Sonne untergegangen war. Dann starb Morwen und Húrin grub auf der Westseite des Steines ein Grab für Morwen und ritzte eine Inschrift in den Stein.[4]

Túrin Turambar Dagnir Glaurunga
Nienor Níniel
Hier liegt auch Morwen Eledhwen

— J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Übersetzt von Wolfgang Krege. 27. Auflage. Klett-Cotta, Stuttgart 2015. Quenta Silmarillion, Kapitel XXII: Vom Untergang Doriaths, S. 361

Stammbaum

Beor der Alte
Bregolas
Beleth
Baragund
Belegund
Húrin
Morwen
Rían
Huor
Túrin Turambar
Lalaith
Nienor
Tuor
Earendil
Elrond
Elros

Etymologie

Der Name Morwen setzt sich aus den Sindarin-Wortbestandteilen mor (dunkel) und wen zusammen. Wen ist eine häufige Wortendung und steht für Mädchen.[19]

Links

Quellen

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XI The War of the Jewels. Part Two: The Later Quenta Silmarillion, Kapitel XIV: Of the Coming of Men into the West, S. 231
  2. 2,0 2,1 2,2 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The Children of Húrin. Narn I Chîn Húrin, The Tale of the Children of Húrin, Kapitel I: The Childhood of Túrin
  3. 3,0 3,1 3,2 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Unfinished Tales. Teil Eins: The First Age, Kapitel II: Narn I Hîn Húrin, S. 75
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 4,4 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XXII: Vom Untergang Doriaths
  5. J. R. R. Tolkien, Humphrey Carpenter (ed.): The Letters of J.R.R. Tolkien. Letter 211: To Rhona Beare, 14. Oktober 1958
  6. 6,0 6,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Anhänge: Namensregister
  7. 7,0 7,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XXII: Vom Untergang Doriaths
  8. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. II The Book of Lost Tales, Part One. Appendix: Index, S. 372
  9. 9,0 9,1 9,2 9,3 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion: Kapitel XVII: Von den ersten Menschen im Westen
  10. 10,0 10,1 10,2 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XVIII: Vom Verderben Beleriands und von Fingolfings Ende
  11. 11,0 11,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XI The War of the Jewels. Part One: The Grey Annals, S. 52
  12. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XIX: Von Beren und Lúthien
  13. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The Children of Húrin. Narn I Chîn Húrin, The Tale of the Children of Húrin, Kapitel II: The Battle of Unnumbered Tears
  14. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XX: Von der fünften Schlacht: Nirnaeth Arnoediad
  15. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The Children of Húrin. Narn I Chîn Húrin, The Tale of the Children of Húrin, Kapitel IV: The Departure of Túrin
  16. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The Children of Húrin. Narn I Chîn Húrin, The Tale of the Children of Húrin, Kapitel XIV: The Journey of Morwen and Nienor to Nargothrond
  17. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The Children of Húrin. Narn I Chîn Húrin, The Tale of the Children of Húrin, Kapitel XVIII: The Death of Túrin
  18. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XXI: Von Túrin Turambar
  19. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Anhänge: Elemente in den Quenya- und Sindarin-Namen