Gorlim
| Gorlim | |
|---|---|
| Bekannt für | |
| |
| Eckdaten | |
| Andere Namen | Gorlim der Unglückliche[2] |
| Geboren | Erstes Zeitalter |
| Gestorben | 460 E. Z. (J. S.)[3] |
| Volk | Menschen |
| Zugehörigkeit | Edain[4] |
| Ort | Dorthonion[1] Ossiriand[2] |
| Sprache | Taliska[5] |
| Familie | |
| Haus | Haus Beor[4] |
| Vater | Angrim |
| Ehepartner | Eilinel[1] |
Gorlim, auch bekannt als „Gorlim, der Unglückliche“ (Original Gorlim the Unhappy) ist im Legendarium ein Mensch aus dem Haus Beor. Er gehört zu Barahirs Bande.
Beschreibung
Gorlim war ein Mensch aus dem Hause Beor. Er war der Sohn von Angrim. Seine Frau war Eilinel. Die beiden liebten sich sehr.
Im Jahr 455 E. Z. (J. S.) kämpfte er unter Barahir in der Vierten Schlacht von Beleriand, der Dagor Bragollach. Gorlim und Barahirs Männer kämpften in der Nähe des Passes des Sirion. Als der Elbenkönig Finrod Felagund im Fenn von Serech mit nur wenigen Begleitern umzingelt wurde und ihm Tod oder Gefangenschaft drohte, wurde er von Barahir und seinen Männern gerettet. Sie nahmen ihn in ihre Mitte, errichteten einen Wall aus Speeren und schlugen sich unter schweren Verlusten ins Freie. Gorlim überlebte die Dagor Bragollach.[1]
Als Gorlim von der Schlacht zurückkehrte, fand er sein Haus geplündert und verlassen vor und seine Frau Eilinel war fort. Er floh zu Barahir und schloss sich dessen Bande an. Barahir war der neue Stammesführer, nachdem Bregolas in der Schlacht gefallen war. Er hatte die letzten überlebenden Männer um sich versammelt, um weiter gegen Morgoth zu kämpfen. Zusammen mit Gorlim waren es noch dreizehn Männer, die nicht getötet worden waren.
Sie waren Gehetzte ohne Hoffnung, und Gorlim war der Grimmigste und Verzweifelste unter ihnen. Am See Tarn Aeluin errichteten die Männer ein verborgenes Lager. Morgoth befahl Sauron, sie aufzuspüren und zu vernichten. Gorlim hoffte, dass seine Frau noch lebte, und ging immer wieder alleine heimlich fort. Er suchte sein Haus auf und hoffte, Eilinel dort wiederzusehen. Morgoths Diener hatten ihn beobachtet, und Morgoth machte sich dieses Wissen zunutze.
Im Jahr 460 E. Z. (J. S.) sah Gorlim eines Abends, als er sich seinem Haus näherte, ein Licht im Fenster. Als er vorsichtig hinschaute, erblickte er ein Trugbild seiner von Kummer und Einsamkeit aufgezehrten Frau Eilinel. Er rief laut nach ihr. Da schnappte Saurons Falle zu. Saurons Jäger schleppten ihn in ihr Lager, quälten ihn und verlangten, den Aufenthaltsort von Barahirs Bande zu erfahren. Doch Gorlim verriet sie nicht. Daraufhin versprachen sie ihm, ihm Eilinel zurückzugeben, wenn er rede. Schließlich gab Gorlim nach und wurde vor Sauron gebracht. In dem Glauben, Eilinel sei ebenfalls eine Gefangene, verriet er Barahir und seine Männer. Sauron verhöhnte Gorlim und offenbarte ihm, dass er getäuscht worden war und Eilinel schon lange tot sei.[2]
| „ | Dennoch sei dir die Bitte gewährt [...] und so gehe denn hin zu Eilinel und sei meines Dienstes ledig! | “ |
— J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Übersetzt von Wolfgang Krege. 27. Auflage. Klett-Cotta, Stuttgart 2015. Quenta Silmarillion, Kapitel XIX: Von Beren und Lúthien, S. 253. | ||
Sauron tötete Gorlim und schickte seine Orks zu Barahirs Versteck. Dort erschlugen sie Barahir und die übrigen Männer. Einzig Barahirs Sohn Beren überlebte, da er sich zu diesem Zeitpunkt nicht im Lager befand. Gorlims Geist hatte noch versucht, Beren eine Warnung zukommen zu lassen. Er erschien ihm im Traum. Beren träumte von Aaskrähen, die in großer Zahl auf kahlen Bäumen an einem See saßen, während Blut von ihren Schnäbeln tropfte. Gorlims Geist kam über das Wasser zu ihm und sprach von seinem Verrat und seinem Tod. Er sagte ihm, dass er sich beeilen solle, um seinen Vater zu warnen.[2]
Nach ihrem Tod gerieten die Männer von Barahirs Bande nicht in Vergessenheit. Ihre Namen lebten noch lange in Liedern fort.[6] Das Leithian-Lied (The Lay of Leithian), das die Liebesgeschichte von Beren und Lúthien erzählt, überliefert auch die Geschichte von Gorlim, seiner Frau Eilinel und den anderen Männern.[7][8]
| „ | [...] And Gorlim then they dragged away and cruelly slew him; and at last in the dank mould his body cast where Eilinel long since had lain in the burned woods by butchers slain [...] |
“ |
— J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. III The Lays of Beleriand. HarperCollins, London 2015. Kapitel IV: The Lay of Leithian Recommenced, S. 339. | ||
Werkgeschichte
In einer früheren Fassung des The Lay of Leithian glaubt Gorlim, seine Frau sei tot. Er verließ das Lager Barahirs und seiner Gefährten, um sich mit „geheimen Freunden“ zu treffen. Dabei erblickte er in einem leerstehenden Gehöft das Trugbild seiner ausgezehrten und von Kummer gezeichneten Frau Eilinel. Bevor er die vermeintliche Eilinel fragen konnte, wie sie hierher gelangt sei, musste er die Flucht ergreifen, da er Morgoths Wölfe heulen hörte. Auf der Flucht büßte er immer mehr seiner Verstandeskraft ein, bis seine Gedanken nur noch um Eilinel kreisten. In der festen Überzeugung, seine Frau wiedersehen zu können, wenn er Barahir und dessen Männer verriete, stellte er sich Morgoths Dienern und wurde von ihnen nach Angband gebracht. In dieser Fassung war es Morgoth selbst und nicht Sauron, der ihn täuschte, ihm die Wahrheit offenbarte und ihn schließlich tötete.[9]
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XVIII: Vom Verderben Beleriands und von Fingolfings Ende.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, Kapitel XIX: Von Beren und Lúthien.
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XI The War of the Jewels. Part One: The Grey Annals, S. 60.
- ↑ 4,0 4,1 J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion: Kapitel XVII: Von den ersten Menschen im Westen.
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. V The Lost Road and Other Writings. Part Two: Valinor and Middle-earth before the Lord of the Rings, Kapitel V: The Lhammas, S. 179.
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. XI The War of the Jewels. Part One: The Grey Annals, S. 56, §159.
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. III The Lays of Beleriand. Kapitel III: The Lay of Leithian.
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. III The Lays of Beleriand. Kapitel IV: The Lay of Leithian Recommenced, S. 335.
- ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. III The Lays of Beleriand. Kapitel III: The Lay of Leithian. Canto, Vers II: Gorlim's betrayal and Beren's revenge, S. 162-165.
| Barahirs Bande | |
| Barahir • Beren • Baragund • Belegund • Radhruin • Dairuin • Dagnir • Ragnor • Gildor • Gorlim • Arthad • Urthel • Hathaldir | |
