Tuor

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Tuor in Vinyamar (Bild: Ted Nasmith)

Tuor ist im Legendarium ein Held des Ersten Zeitalters aus dem Dritten Haus der Edain. Er spielt unter anderem eine tragende Rolle im Kampf um die geheime Stadt Gondolin. Seine Enkel waren Elrond und Elros, der erste König von Númenor.

Volk

Menschen, Edain, später Noldor

Zeitangaben

  • geboren 472 E. Z. (J. S.)
  • um 525 E. Z. (J. S.) segelte Tuor gen Westen

Beschreibung

Tuor in Vinyamar
Bild: Stefan Bleyl
Tuor bei seiner Vermählung mit Idril
Tuor erschlägt Othrod

Tuor war hochgewachsen und blond. Er verstand sich außerdem sehr gut mit Hunden.[1]

Familie

Tuor war der einzige Sohn von Huor und Rían. Sein Onkel väterlicherseits war Húrin Thalion, dadurch war er der Vetter von Túrin, Lalaith und Nienor. Mütterlicherseits war er der Enkel von Belegund, über den er auch mit Húrins Ehefrau Morwen verwandt war. Da Tuor Weise war, wurde er von Annael großgezogen.[1]

Um 500 E. Z. (J. S.) heiratete er Idril Celebrindal, der gemeinsame Sohn war Earendil, der Vater von Elrond und Elros.[2]

Leben

Tuor wurde in den Bergen westlich des Sees von Mithrim geboren, wohin seine Mutter nach der Nirnaeth Arnoediad geflohen war. Nachdem Rían vom Tod ihres Ehemannes erfahren hatte, bat sie die Grauelben, die sie aufgenommen hatten, Tuor großzuziehen, bevor sie sich auf die Suche nach Huor machte. Er wuchs deshalb bei seinem Ziehvater Annael in den Höhlen von Androth auf. [1]

Als Tuor sechzehn war, versuchten die Elben in den Süden zu Círdan zu ziehen, wurden dabei aber von Ostlingen überfallen. Tuor wurde von ihrem Häuptling Lorgan versklavt. Nach mehreren Jahren gelang es ihm, während des Bäumefällens zu fliehen.[1]

Nach einer Zeit als Geächteter in den Bergen machte er sich auf die Suche nach Gondolin und erreichte Vinyamar und die dort gelegenen alten Hallen Turgons. Dort fand er eine Rüstung, die Turgon auf Geheiß von Ulmo für jemanden hinterlassen sollte, der die Rettung für Gondolin bedeuten würde. Sieben Schwäne überreichten ihm außerdem je eine Feder, die er an dem Helm befestigte.[1]

Als er die Hallen verlassen hatte, erschien ihm Ulmo, der ihm die Nachricht eingab, die er Turgon überbringen sollte. Der Elb Voronwe führte ihn nach Gondolin, damit er Ulmos Nachricht nach dem Passieren der sieben Tore von Gondolin an Turgon überbringen konnte.[1]

In Gondolin heiratete er später Turgons Tochter Idril. Der gemeinsame Sohn Earendil wurde noch in der Stadt geboren. Beim Fall von Gondolin stieß den Verräter Maeglin von der Stadtmauer. Danach floh er mit Idril, Earendil und den anderen Überlebenden zu den Sirionmündungen.[2]

Als er das Alter spürte, kam die Sehnsucht nach den Weiten des Meeres wieder auf und er erbaute Earráme ("Meeresschwinge"), ein großes Schiff, das ihn und Idril Celebrindal gen Westen trug. Seitdem wurde er nie wieder gesehen und er verschwand aus den Geschichten und Liedern.[2] Als einziger Mensch soll er unter die Elben gezählt worden sein, womit er unsterblich geworden ist.[2]

Werkgeschichte

In älteren Entwürfen hieß er zwischenzeitlich auch Turlin oder Turgon. Im Buch der Verschollenen Geschichten ist Tuor der Sohn Pelegs, des Sohns von Indor und Enkels von Fengel. Da Indor der Vater von Aerin ist, einer Verwandten Húrins, würde Tuor also auch in dieser Version aus der Fürstenfamilie Dor-lómins stammen. Tuors Leibwache in Gondolin wird Haus des Flügels genannt. Auch wird erwähnt, dass er beim Angriff auf Gondolin fünf Balrogs erschlug.[3]

Sonstiges

  • Tuor besaß eine Harfe und eine große Axt, die im Zweiten Zeitalter ein Erbstück der Könige von Númenor wurde.[1][4]
  • Tuor soll der einzige Mensch gewesen sein, dem Unsterblichkeit zuteil wurde. Damit ist sein Schicksal von dem der Menschen getrennt (vergleiche Gabe Ilúvatars). Das Gegenbild hierzu stellt Lúthien dar, die als einzige unter den Elben tatsächlich gestorben ist. In beiden Fällen war die Änderung des Schicksals mit einer Liebesverbindung zwischen einer Elbenfrau und einem Menschen verbunden. Die gemeinsame Nachkommenschaft prägte mit Elrond und Aragorn noch das Dritte Zeitalter.

Links

Quellen

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 J. R. R. Tolkien: Nachrichten aus Mittelerde. Herausgegeben von Christopher Tolkien. Übersetzt von Hans J. Schütz. Klett-Cotta, Stuttgart 1983. (Im Original erschienen 1980 unter dem Titel Unfinished Tales of Númenor and Middle-earth.) Teil Eins: Das Erste Zeitalter I. Von Tuor und seine Ankunft in Gondolin.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion. Herausgegeben von Christopher Tolkien. Quenta Silmarillion, XXIII Von Tuor und dem Fall von Gondolin.
  3. J. R. R. Tolkien: Das Buch der Verschollenen Geschichten Teil 2. Herausgegeben von Christopher Tolkien. Übersetzt von Hans J. Schütz. Klett-Cotta, Stuttgart 1999. (Im Original erschienen 1984 unter dem Titel The Book Of Lost Tales. Part Two.) III Der Fall von Gondolin
  4. J. R. R. Tolkien: Nachrichten aus Mittelerde. Herausgegeben von Christopher Tolkien. Übersetzt von Hans J. Schütz. Klett-Cotta, Stuttgart 1983. (Im Original erschienen 1980 unter dem Titel Unfinished Tales of Númenor and Middle-earth.) Teil 2: Das Zweite Zeitalter. I Eine Beschreibung der Insel Númenor