Maeglin: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Maeglin''', ist im [[Legendarium]] der Sohn von Eol und Aredhel
'''Maeglin''' ist im [[Legendarium]] der Sohn von [[Eol]] und [[Aredhel]]. Durch Verrat trug er maßgeblich zum [[Fall von Gondolin]] bei.


== Zeitangabe ==
== Zeitangabe ==
 
* geboren 320 [[Erstes Zeitalter|E. Z. (J. S.)]]
* geboren 320 [[Erstes Zeitalter|E. Z. (JS)]]
* gestorben 510 [[Erstes Zeitalter|E. Z. (J. S.)]]
* gestorben 510 [[Erstes Zeitalter|E. Z. (JS)]]


== Volk ==
== Volk ==
[[Elben]], [[Noldor]]
[[Elben]], [[Noldor]]


== Beschreibung ==
== Beschreibung ==
Maeglin war der Sohn von [[Eol]], einem [[Dunkelelben]], und [[Aredhel]], der Schwester König [[Turgon (Sohn von Fingolfin)|Turgons]] von [[Gondolin]]. Er wurde im Wald von [[Nan Elmoth]] im Osten [[Beleriand]]s geboren. Äußerlich war er den [[Noldor]], dem Volk seiner Mutter, ähnlich. Er war groß und hatte schwarzes Haar. Seine Haut war weiß, doch waren seine Augen dunkel. An Geist und Gemüt jedoch ähnelte er seinem Vater. Er war sehr wortkarg, es sei denn, er sprach von Dingen, die ihm nahegingen, wobei er sehr bewegend reden konnte. Er ging mit Eol oft zu den Zwergenstädten [[Nogrod]] und [[Belegost]] im Osten der [[Ered Luin]] und lernte dort viel.<ref name="QS XVI">[[J. R. R. Tolkien]]: ''[[Das Silmarillion]]''. Herausgegeben von Christopher Tolkien. ''[[Quenta Silmarillion]]'', XVI ''Von Maeglin''.</ref>


Maeglin war der Sohn von [[Eol]], dem Dunkelelben, und [[Aredhel]], [[Turgon (Sohn von Fingolfin)|Turgons]] Schwester. Er wurde in [[Nan Elmoth]] geboren. Äußerlich war er den [[Noldor]], dem Volk seiner Mutter, ähnlich. Er war groß und hatte schwarzes Haar. Seine Haut war weiß, doch waren seine Augen dunkel.
Jedoch liebte er seine Mutter vermutlich mehr als seinen Vater. So geschah es, dass er mit Aredhel heimlich aus Nan Elmoth fortging, um mit ihr in ihre Heimat [[Gondolin]] zurückzukehren. Dort erblickte er seine Cousine [[Idril]], Turgons Tochter, zum ersten Mal und verliebte sich in sie. Idril erwiderte die Liebe jedoch nicht, auch aufgrund der nahen Verwandtschaft.<ref name="QS XVI"/>
An Geist und Gemüt ähnelte er seinem Vater. ''"Er sprach nicht viel, außer von Dingen, die ihm nahegingen, und dann hatte seine Stimme die Kraft, die Zuhörer zu bewegen und die Widerstrebenden zu zwingen."''
 
Er ging mit Eol oft zu den Zwergenstädten im Osten der [[Ered Luin]] und lernte dort viel. Doch soll er seine Mutter mehr geliebt haben.


So geschah es, dass er mit Aredhel heimlich aus Nan Elmoth fortging, um mit ihr nach [[Gondolin]] zurückzukehren. Dort erblickte er [[Idril]], Turgons Tochter, zum ersten Mal und verliebte sich in sie. Doch dies war ein einseitiges Verlangen. Außerdem war eine Verbindung zwischen solch nahen Verwandten, Idril war schließlich seine Cousine, in [[Gondolin]] verboten. Maeglin wurde ein Großer unter den Gondolindrim. Er wurde von allen gerühmt und stand in hoher Gunst bei Turgon. Er bewies auch Tapferkeit und Kraft in der [[Nirnaeth Arnoediad]].
Maeglin wurde ein Großer unter den [[Gondolindrim]]. Er wurde von allen gerühmt und stand in hoher Gunst bei Turgon. Er bewies auch Tapferkeit und Kraft in der [[Nirnaeth Arnoediad]].<ref name="QS XVI"/> Nach dieser Schlacht wurde unter seiner Anleitung das [[Letztes Tor|Letzte Tor]] der [[sieben Tore von Gondolin]] gebaut.<ref>[[J. R. R. Tolkien]]: ''[[Nachrichten aus Mittelerde]]''. Herausgegeben von [[Christopher Tolkien]]. Übersetzt von Hans J. Schütz. Klett-Cotta, Stuttgart 1983. (Im Original erschienen 1980 unter dem Titel ''Unfinished Tales of Númenor and Middle-earth''.) Teil Eins: ''Das Erste Zeitalter'' I. ''Von Tuor und seine Ankunft in Gondolin''.</ref>


Als [[Tuor]] nach Gondolin kam, war Maeglin der einzige, dessen Herz dieser nicht gewinnen konnte, da Tuor Idril heiratete.
Als [[Tuor]] nach Gondolin kam, war Maeglin der einzige, dessen Herz dieser nicht gewinnen konnte, da Tuor Idril heiratete.<ref name="QS XVI"/>


Maeglin, der viel in den Gondolin umgebenden Bergen nach Metallen suchte, ging oft mit wenigen seiner Leute über Gondolins Grenzen hinaus, und Turgon wusste nichts von der Missachtung seiner Gesetze. Doch eines Tages wurde Maeglin in den Bergen von [[Orks]] gefangen genommen und zu [[Morgoth]] gebracht. Maeglin wollte auch unter der Folter nichts verraten, doch als Morgoth ihm Idril als Gemahlin versprach, verriet er die genaue Lage Gondolins an Morgoth. So nahm der Untergang Gondolins seinen Lauf. Maeglin wurde von Morgoth zurückgeschickt, damit kein Verdacht aufkomme, und er verriet nichts, denn ihm wurde von Morgoth Idril und ein hoher Posten im Orkheer versprochen.
Maeglin, der viel in den Gondolin umgebenden Bergen nach Metallen suchte, ging oft mit wenigen seiner Leute über Gondolins Grenzen hinaus, und Turgon wusste nichts von der Missachtung seiner Gesetze, die das Verlassen des Tals von [[Tumladen (Beleriand)|Tumladen]] verbot. Doch eines Tages wurde Maeglin in den Bergen von [[Orks]] gefangen genommen und zu [[Morgoth]] gebracht. Maeglin wollte zunächst auch unter der Folter nicht verraten, wo Gondolin lag und wie es zu erreichen war. Daraufhin versprach Morgoth ihm Idril als Gemahlin und die Herrschaft über Gondolin als sein Lehensmann, worauf Maeglin sein Schweigen brach und Gondolin verriet. Maeglin wurde von Morgoth zurückgeschickt, damit kein Verdacht aufkomme und er den Angriff auf Gondolin von innen heraus unterstützen könne.<ref name="QS XXIII">[[J. R. R. Tolkien]]: ''[[Das Silmarillion]]''. Herausgegeben von Christopher Tolkien. ''[[Quenta Silmarillion]]'', XXIII ''Von Tuor und dem Fall von Gondolin''.</ref>


Als schließlich die Stadt angegriffen wurde, wurde Maeglin von [[Tuor]] getötet.
Während der [[Schlacht von Gondolin]] versuchte Maeglin, Idril und ihren Sohn [[Earendil]] zu entführen, wurde aber von Tuor gestellt und kämpfte mit ihm auf der Stadtmauer. Tuor gelang es schließlich, Maeglin von der Mauer auf die Felsen der [[Amon Gwareth]] zu werfen, wo er dreimal aufschlug, ehe er in die Flammen fiel.<ref name="QS XXIII"/>
 
" ... ,und dann packte er [[Tuor]] ihn um die Leibesmitte, sprang mit ihm auf die Mauer und schleuderte ihn weit hinaus. Gewaltig war der Fall seines Körpers, und dreimal prallte er gegen den [[Amon Gwareth]],..."


== Sonstiges ==
== Sonstiges ==
* Maeglin erhielt seinen Namen erst im Alter von 12 Jahren von seinem Vater und er bedeutet "der Scharfe Blick". Seine Mutter gab ihm aber heimlich den Namen Lómion, was in der Sprache der Noldor "Kind der Dämmerung" bedeutet.<ref name="QS XVI"/>
* Maeglin stahl seinem Vater das Schwert [[Anguirel]]. Dieses war das Gegenstück von [[Anglachel]], das Eol widerwillig König Thingol als Preis dafür gab, dass er in Nan Elmoth wohnen durfte.<ref name="QS XVI"/>
* Die Geburt Maeglins wurde später auf 120 Jahre nach der Ankunft der Noldor in Beleriand datiert, da er sonst bei der Ankunft Tuors in Gondolin 495 erst 175 Jahre alt und damit nach elbischen Maßstäben noch ein Kind gewesen wäre.<ref>[[J. R. R. Tolkien]], [[Carl F. Hostetter]]: ''[[Natur und Wesen von Mittelerde]].'' Kapitel 10: ''Probleme in der Chronologie''.</ref>


* Maeglin erhielt seinen Namen erst im Alter von 12 Jahren von seinem Vater und er bedeutet "der Scharfe Blick". Seine Mutter gab ihm aber heimlich den Namen Lómion, was in der Sprache der Noldor "Kind der Dämmerung" bedeutet.
== Links ==
* Maeglin stahl seinem Vater das Schwert [[Anguirel]]. Dieses war das Gegenstück von [[Anglachel]], das Eol widerwillig König Thingol als Preis dafür gab, dass er in Nan Elmoth wohnen durfte.
* [[Medium:Ardapedia_Silmarillon_Genealogie.pdf|Silmarillion Stammbaum]] (PDF, ca. 108 kb)
 
* [https://web.archive.org/web/20250403151539/http://gernot-katzers-spice-pages.com/tolkien/edain.pdf Stammbaum der Eldar und Atani]
== Externe Links ==
 
* [http://www.der-fuchsbau.com/tolkien/familytree/stammbaum.htm Stammbaum der Eldar und Atani]
* [http://ardapedia.herr-der-ringe-film.de/images/f/f3/Ardapedia_Silmarillon_Genealogie.pdf Silmarillion Stammbaum herunterladen (PDF, ca. 108 kb)]


== Quellen ==
== Quellen ==
 
<references/>
* [[Das Silmarillion|Das Silmarillion, S.178-180/186/328-329, Klett-Cotta, 2002]]
* [[The History of Middle-earth volume II, The Book of Lost Tales, part II|The History of Middle-earth Volume II, "The Book of the Lost Tales II", The Fall of Gondolin p.187 & 197]]


[[Kategorie:Personen]]
[[Kategorie:Personen]]

Aktuelle Version vom 28. März 2026, 22:04 Uhr

Maeglin ist im Legendarium der Sohn von Eol und Aredhel. Durch Verrat trug er maßgeblich zum Fall von Gondolin bei.

Zeitangabe

Volk

Elben, Noldor

Beschreibung

Maeglin war der Sohn von Eol, einem Dunkelelben, und Aredhel, der Schwester König Turgons von Gondolin. Er wurde im Wald von Nan Elmoth im Osten Beleriands geboren. Äußerlich war er den Noldor, dem Volk seiner Mutter, ähnlich. Er war groß und hatte schwarzes Haar. Seine Haut war weiß, doch waren seine Augen dunkel. An Geist und Gemüt jedoch ähnelte er seinem Vater. Er war sehr wortkarg, es sei denn, er sprach von Dingen, die ihm nahegingen, wobei er sehr bewegend reden konnte. Er ging mit Eol oft zu den Zwergenstädten Nogrod und Belegost im Osten der Ered Luin und lernte dort viel.[1]

Jedoch liebte er seine Mutter vermutlich mehr als seinen Vater. So geschah es, dass er mit Aredhel heimlich aus Nan Elmoth fortging, um mit ihr in ihre Heimat Gondolin zurückzukehren. Dort erblickte er seine Cousine Idril, Turgons Tochter, zum ersten Mal und verliebte sich in sie. Idril erwiderte die Liebe jedoch nicht, auch aufgrund der nahen Verwandtschaft.[1]

Maeglin wurde ein Großer unter den Gondolindrim. Er wurde von allen gerühmt und stand in hoher Gunst bei Turgon. Er bewies auch Tapferkeit und Kraft in der Nirnaeth Arnoediad.[1] Nach dieser Schlacht wurde unter seiner Anleitung das Letzte Tor der sieben Tore von Gondolin gebaut.[2]

Als Tuor nach Gondolin kam, war Maeglin der einzige, dessen Herz dieser nicht gewinnen konnte, da Tuor Idril heiratete.[1]

Maeglin, der viel in den Gondolin umgebenden Bergen nach Metallen suchte, ging oft mit wenigen seiner Leute über Gondolins Grenzen hinaus, und Turgon wusste nichts von der Missachtung seiner Gesetze, die das Verlassen des Tals von Tumladen verbot. Doch eines Tages wurde Maeglin in den Bergen von Orks gefangen genommen und zu Morgoth gebracht. Maeglin wollte zunächst auch unter der Folter nicht verraten, wo Gondolin lag und wie es zu erreichen war. Daraufhin versprach Morgoth ihm Idril als Gemahlin und die Herrschaft über Gondolin als sein Lehensmann, worauf Maeglin sein Schweigen brach und Gondolin verriet. Maeglin wurde von Morgoth zurückgeschickt, damit kein Verdacht aufkomme und er den Angriff auf Gondolin von innen heraus unterstützen könne.[3]

Während der Schlacht von Gondolin versuchte Maeglin, Idril und ihren Sohn Earendil zu entführen, wurde aber von Tuor gestellt und kämpfte mit ihm auf der Stadtmauer. Tuor gelang es schließlich, Maeglin von der Mauer auf die Felsen der Amon Gwareth zu werfen, wo er dreimal aufschlug, ehe er in die Flammen fiel.[3]

Sonstiges

  • Maeglin erhielt seinen Namen erst im Alter von 12 Jahren von seinem Vater und er bedeutet "der Scharfe Blick". Seine Mutter gab ihm aber heimlich den Namen Lómion, was in der Sprache der Noldor "Kind der Dämmerung" bedeutet.[1]
  • Maeglin stahl seinem Vater das Schwert Anguirel. Dieses war das Gegenstück von Anglachel, das Eol widerwillig König Thingol als Preis dafür gab, dass er in Nan Elmoth wohnen durfte.[1]
  • Die Geburt Maeglins wurde später auf 120 Jahre nach der Ankunft der Noldor in Beleriand datiert, da er sonst bei der Ankunft Tuors in Gondolin 495 erst 175 Jahre alt und damit nach elbischen Maßstäben noch ein Kind gewesen wäre.[4]

Links

Quellen

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion. Herausgegeben von Christopher Tolkien. Quenta Silmarillion, XVI Von Maeglin.
  2. J. R. R. Tolkien: Nachrichten aus Mittelerde. Herausgegeben von Christopher Tolkien. Übersetzt von Hans J. Schütz. Klett-Cotta, Stuttgart 1983. (Im Original erschienen 1980 unter dem Titel Unfinished Tales of Númenor and Middle-earth.) Teil Eins: Das Erste Zeitalter I. Von Tuor und seine Ankunft in Gondolin.
  3. 3,0 3,1 J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion. Herausgegeben von Christopher Tolkien. Quenta Silmarillion, XXIII Von Tuor und dem Fall von Gondolin.
  4. J. R. R. Tolkien, Carl F. Hostetter: Natur und Wesen von Mittelerde. Kapitel 10: Probleme in der Chronologie.