Vorwort (Der Herr der Ringe)

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Das Vorwort zum Herrn der Ringe ist der in mehreren Versionen existierende erste, kurze Abschnitt des Romans von J. R. R. Tolkien. Die aktuellste Version stammt aus der „neuen Ausgabe [...] der neu durchgesehenen Auflage“ von 1966.[1]

Zusammenfassung (Version von 1966)

Das Vorwort berichtet zunächst von Tolkiens Schwierigkeiten damit, das Silmarillion zu schreiben, nachdem er den Hobbit beendet und den Herrn der Ringe begonnen hatte; auf Anraten der Kritiker, so Tolkien, nimmt er die Arbeit am Herrn der Ringe aber wieder auf, da „nicht wenig, sondern gar keine Hoffnung bestünde“[2], dass das Silmarillion veröffentlicht werde und sich die Leser dafür interessieren würden, die im Übrigen auf eine weitere Geschichte über Hobbits hofften. Nachdem Tolkien kurz auf die Fragmente alter Überlieferungen eingeht, widmet er sich etwas länger der Frage, warum die Leser eine so lange Zeit[Anm. 1] auf die Fortsetzung zum Hobbit warten mussten. Er beschreibt, dass er zwischen 1936 und 1939 nur „dann und wann“[2] zum Schreiben kam, vor allem bedingt dadurch, dass er seinen Verpflichtungen, sowohl als Professor als auch als Akademiker, nachzugehen hatte. Er schließt nicht aus, dass der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 1939 dazu beigetragen hat.

Nun wird abreißend näher auf die Schaffensphasen des Herrn der Ringe, Christopher Tolkiens Involvierung in das Werk und die Fertigstellung des Buches eingegangen.

In einem weiteren Abschnitt entkräftet Tolkien die wichtigsten Kritikpunkte, die sich seit der Veröffentlichung seines dreiteiligen Romans 1954/55 angesammelt hatten, darunter die Suche seiner Kritiker nach einer Botschaft, Allegorie oder dergleichen, die es laut Tolkien allesamt nicht gäbe. Im Zuge dessen beschreibt Tolkien eine für die Kritik möglich erscheinende Überschneidung des Herrn der Ringe in seiner Handlung mit den Geschehnissen des Zweiten Weltkriegs, die er damit entkräftet, dass die Hobbits „selbst als Sklaven [...] nicht lange überlebt“[3] hätten, dass „Barad-dûr nicht zerstört, sondern belagert worden wäre“[3] oder auch dass Sauron „nicht vernichtet, sondern versklavt“[3] würde.

Nachdem er die Worte „Anwendbarkeit“ und „Allegorie“ voneinander unterschieden hat (die Anwendbarkeit sei dem Leser überlassen, die Allegorie dem Autor), fährt Tolkien mit ausgewählten, das Werk inspirierenden Ereignissen in seinem Leben fort und geht auf sie ein, insbesondere auf die Sarehole Mill und seine Verbindung zu ihr. Auch die Kriegserfahrungen und seine Meinung bezüglich seiner Inspiration für das Werk, dass diese „bestenfalls Mutmaßungen aufgrund unzulänglicher und mehrdeutiger Nachweise“[3] seien, erwähnt er am Rande.

Anmerkungen

  1. Insgesamt 17–18 Jahre vergingen zwischen der Veröffentlichung von The Hobbit 1937 und The Lord of the Rings 1954/55.

Quellen

  1. J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Übersetzt von Wolfgang Krege. Vorwort. Klett-Cotta, Stuttgart 2022, S. 15. (ISBN 978-3-608-98701-0.)
  2. 2,0 2,1 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Übersetzt von Margaret Carroux. Vorwort. Klett-Cotta, Stuttgart 2021, S. 17. (ISBN 978-3-608-98080-6.)
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Übersetzt von Margaret Carroux. Vorwort. Klett-Cotta, Stuttgart 2021, S. 19. (ISBN 978-3-608-98080-6.)
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