Benutzer:Rigund

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Quellen



U.S. Fish and Wildlife Service
Kolkrabe (Corvus corax)

Raben (Original ravens) sind im Legendarium Rabenvögel Mittelerdes.

Beschreibung

Rabenvögel kommen nahezu auf der ganzen Erde vor. Der Kolkrabe gilt mit einer Körpergröße von bis zu 65 cm als größter Singvogel der Welt und hat ein kohlrabenschwarzes Gefieder sowie eine tiefe und sonore Stimme[1]

In Mittelerde waren sie ebenfalls verbreitet, Sie werden als klug und gelehrsam beschrieben.

Erwähnungen in Tolkiens Werken

Den wichtigsten Auftritt innerhalb von Tolkiens Werken haben Raben im Hobbit, finden aber auch andernorts Erwähnung. Während Raben – wie auch Krähen - in vielen Kulturen und Mythologien als schlechte Vorzeichen gelten und als Vögel, die in Verbindung mit dem Tod stehen, waren Raben in der germanischen Mythologie Symbole für Weisheit. In Tolkiens Werken kommen sie in beiden Rollen vor.

Das Leithian-Lied

Im Leithian-Lied (Original Lay of Leithian) sah Beren in einem Traum Raben auf kahlen Bäumen, von deren Schnäbeln Blut tropfte, bevor ihm durch den Geist Gorlims offenbart wurde, dass jener Berens Vater und seine Gefährten verraten hatte.[2]

Das Silmarillion

Flüchtende Raben tauchen in einer Verszeile des berühmten Wettgesang zwischen Sauron und Finrod Felagund auf, als beide ihre Macht in Zauberliedern maßen und Finrod unterlag.[3]

Im Krieg des Zorns kämpften die Adler und alle anderen großen Vögel unter der Führung Thorondors und an der Seite Earendils gegen Morgoths Drachen. Ob zu jenen großen Vögel auch die Raben gehörten, wird nicht explizit gesagt, ist aber wegen der Größe der Rabenvögel denkbar.[4]

Der Hobbit

Der Hobbit Bilbo Beutlin kam in Kontakt mit dem Raben Roac, nachdem er mit Thorin Eichenschild und dessen Gefährten am Erebor eingetroffen war. Roac berichtete ihnen von Smaugs Tod und der Zerstörung der Seestadt. Bilbo erfuhr von Balin, dass es am Rabenberg, einem Ausläufer des Erebor eine Rabenkolonie gab. Diese Raben, die auch als Große Bergraben (Original great ravens of the mountain) bekannt waren, waren recht große und intelligente Vögel, die auch ein sehr hohes Alter erreichten.

Die Raben waren einst unter Thrórs Regentschaft als König unter dem Berg mit den Zwergen befreundet gewesen und dienten den Zwergen als Boten und Kundschafter, die für ihre Dienste mit glitzernden Gegenständen belohnt wurden. Durch Smaugs verheerenden Angriff auf die Gegend um den Erebor im Jahre 2770 D. Z. wurden zwar die Zwerge vertrieben, aber die Raben blieben. 171 Jahre später hatten sie ihre einstige Freundschaft zu den Zwergen vom Erebor nicht vergessen. Der Rabe Roac sprach Westron und war so in der Lage, sich mit Bilbo und den Zwergen zu verständigen. Er warnte sie, dass viele durch die Aussicht auf den Reichtum unterm Berg angelockt worden seien und ein Elbenheer im Anmarsch sei. Über die Krähen, die das heranziehende Heer begleiteten, äußerte sich Roac voll Verachtung und nannte sie „Aaskrähen“. Thorin sandte mit Roacs Hilfe eine Botschaft an seinem Vetter Dain in den Eisenbergen.[5] Raben flogen emsig zwischen den beiden hin- und her und halfen den Zwergen so beim Pläneschmieden.[6]

Der Herr der Ringe

Bei den Abenteuern von Frodo und der Ringgemeinschaft kommt es nicht zur Begegnungen mit Raben. Allerdings erhielt Peregrin Tuk im Ringkrieg, als er im Jahre 3019 D. Z. in Minas Tirith dem Truchsess Denethor II. als Wächter der Veste die Lehnstreue geschworen hatte, einen Helm mit kleinen Rabenflügeln an beiden Seiten.[7]

Legende von Sigurd und Gudrún

In der altskandinavischen Sagenwelt und Mythologie, mit der sich J.R.R. Tolkien sehr gut auskannte und viel befasste, sind Raben wichtige Geschöpfe. Den germanische Gott Odin begleiteten die beiden Raben Hugin und Munin, deren Namen Gedanke und Erinnerung bedeuteten. Beide werden schon in der Älteren Edda im Gedicht „Grímnismál“ in Vers 20 genannt.[8]

Raben werden auch mehrfach in Tolkiens von der nordischen Mythologie inspirierten Ballade „Die Legende von Sigurd und Gudrún“ (Original: The Legend of Sigurd and Gudrún) erwähnt, die er in den 1920er beziehungsweise 1930er Jahre gedichtet hat.

Schon in der Eröffnungssequenz vom „Neuen Wölsungenlied“ (Original: The New Lay of the Völsungs) wird ein Vers mit den Worten „Ravens flew thence over realms of Earth“ eingeleitet und nimmt damit Bezug auf Hugin und Munin, die beiden Raben Odins.[9]

Bedeutsam ist auch die Begegnung von Sigurd mit einem Raben, kurz nachdem Sigurd den Drachen Fáfnir getötet hat. Als Sigurd versehentlich das Blut des Drachen schmeckte, erhielt er plötzlich die Fähigkeit, die Sprache der Vögel zu verstehen. Durch eine Drossel und einen Rabe wurde Sigurd daraufhin gewarnt, dass ihm Gefahr durch seinen heimtückischen Pflegevater Regin drohe.[10]

Diese Geschichte hat einen Widerhall in der Szene, in der Bilbo und Balin die Drossel beobachteten und nicht verstehen konnten, diese dann aber den Raben Roac holte, welcher ihnen eine Warnung übermitteln konnte.

Namentlich bekannte Raben

Verwandte Artikel

Quellen

  1. Gräfe & Unzer Verlag (Herausgeber): Vögel: Einfach und sicher bestimmen. München 2005. Eintrag zu Kolkrabe.
  2. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): The History of Middle-earth Vol. III The Lays of Beleriand. Kapitel III: The Lay of Leithian.
  3. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, XIX: Von Beren und Lúthien.
  4. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Das Silmarillion. Quenta Silmarillion, XXIV Von Earendils Fahrt und dem Krieg des Zorns.
  5. J. R. R. Tolkien: Der kleine Hobbit. Fünfzehntes Kapitel: Die Wolken sammeln sich.
  6. J. R. R. Tolkien: Der kleine Hobbit. Siebzehntes Kapitel: Die Wolken bersten.
  7. J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Buch V, Viertes Kapitel: Die Belagerung von Gondor.
  8. Karl Simrock, (Übersetzer u. Herausgeber): Die Edda – Nordische Götter- und Heldensagen I. Die ältere Edda. 1. Grímnismál.
  9. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.):Die Legende von Sigurd und Gudrún. Das neue Wölsungenlied, Upphaf.
  10. J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien (ed.): Die Legende von Sigurd und Gudrún. Das neue Wölsungenlied, Kapitel V Regin.